Kaum ein gesellschaftliches Problem kann durch das Engagement von Bürger*innen so unmittelbar bekämpft werden wie Einsamkeit. Zahlreiche gemeinnützige Projekte und Initiativen bemühen sich schon jetzt darum, Menschen in sozialer Isolation zusammenzubringen und Räume für das Erleben von Gemeinschaft zu schaffen. Soziale Kontakte sind in allen Lebensphasen von hoher Bedeutung, gehen mit zunehmendem Alter aber tendenziell verloren.
Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und das Kompetenznetz Einsamkeit haben einen Wettbewerb ausgerufen, der dieses Jahr erstmalig stattfinden und sich explizit dem Thema Einsamkeit widmen soll. Der Deutsche Gemeinschaftspreis 2026 wird insgesamt zwölf Projekten und Angeboten mit einem gemeinschaftsfördernden Profil verliehen. Kommunale Gruppierungen, Institutionen und Vereine, aber auch Verbände und Gewerkschaften können sich bis zum 16. August mit einem Beitrag gegen Einsamkeit bewerben.
Um möglichst viele potenzielle Teilnehmer*innen anzusprechen, wird die Preisverleihung in vier Kategorien unterteilt: Kommunen und öffentliche Einrichtungen, zivilgesellschaftliches und ehrenamtliches Engagement, Wirtschaft und Arbeitswelt sowie Angebote für schwer erreichbare Zielgruppen. In jeder dieser Kategorien werden jeweils die ersten drei Plätze am 2. Dezember in Berlin durch das BMBFSFJ mit bis zu 3.000 Euro ausgezeichnet. Darüber hinaus können die Gewinner*innen mit weiterer Unterstützung seitens der Veranstalter*innen und medialer Aufmerksamkeit rechnen.
Das Kompetenznetz Einsamkeit wird gemeinsam mit dem BMBFSFJ in einer Vorauswahl aus den eingereichten Beiträgen pro Kategorie die zehn besten ermitteln. Eine fünfköpfige Jury, deren Mitglieder sich auf politischer und/oder wissenschaftlicher Ebene umfangreich mit Einsamkeit beschäftigt haben, wird anschließend die jeweiligen Sieger*innen bestimmen. Bewerbungen, die gegen die Richtlinien verstoßen, werden nicht weiter berücksichtigt.
Eingereichte Projekte sollten über eine möglichst große Reichweite verfügen, sich an eine klar abzugrenzende Zielgruppe richten, ein innovatives Profil besitzen (Originalität und realistische Umsetzung) und in der Praxis kompetent strukturiert sein. Das Hauptkriterium liegt jedoch auf der gezielten Bekämpfung von Einsamkeit, um Betroffenen Unterstützung bieten zu können.
Schirmherrin der Preisverleihung ist Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Als Gründerin der Initiative Allianz gegen Einsamkeit soll sie den Wettbewerb repräsentieren. Bis einschließlich 2029 ist eine jährliche Wiederholung der Preisausschreibung vorgesehen.

