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Gesellschaftliches Leben

Die voraussichtlich weiter steigende Zahl der Menschen mit Demenz in Deutschland stellt nicht nur Pflegeeinrichtungen, sondern auch die Kommunal-, Landes- und Bundespolitik vor Herausforderungen. Insbesondere in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung sind häufig umfangreiche Unterstützungsmaßnahmen erforderlich, die den Betroffenen einerseits die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen und andererseits ihre Sicherheit gewährleisten sollen.

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Schätzungen der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft zufolge leben gegenwärtig etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland – dies entspricht annähernd der Population Hamburgs. Es ist zu erwarten, dass innerhalb der nächsten 25 Jahre 500.000 bis 800.000 weitere Erkrankte hinzukommen werden. Statistisch betrachtet ist Demenz in Ostdeutschland stärker verbreitet als im Westen, da der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung in den ostdeutschen Bundesländern durchschnittlich höher ist.

Im Herbst 2020 hatte die Bundesregierung unter Angela Merkel (CDU) die Nationale Demenzstrategie auf den Weg gebracht. Dabei handelt es sich um ein Bündel von Einzelmaßnahmen, an deren Umsetzung sich zahlreiche Initiativen, Vereine, Organisationen und weitere Akteur*innen beteiligen. Ziel ist es, Menschen mit Demenz ein würdevolles Leben mit gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen und ihre Angehörigen zu entlasten.

Wie kürzlich bekannt gegeben wurde, wird die Nationale Demenzstrategie bis 2027 verlängert, was die BAGSO ausdrücklich begrüßte. Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung einer aktiven Unterstützung von Menschen mit Demenz, die weit über die medizinische Versorgung hinausgehe. Die Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit der Betroffenen müsse so lange wie möglich erhalten bleiben. Auch die Bedeutung lokaler Demenznetzwerke wurde hervorgehoben. Diese bieten an zahlreichen Standorten in Deutschland Beratung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen an und vermitteln bei Bedarf an entsprechende Angebote. Häufig arbeiten sie dabei mit Kooperationspartner*innen zusammen, die unter anderem kulturelle, sportliche oder kreative Aktivitäten ermöglichen.

Einen weiteren Schritt zur Verbesserung der Unterstützung von Menschen mit Demenz hat nun die hessische Landesregierung unternommen. Das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege berichtete Mitte September über den Start der neuen Landesfachstelle für Menschen mit Demenz. Sie soll als zentrale Anlaufstelle für die Vernetzung bestehender Angebote in Hessen dienen und durch ihre Netzwerkarbeit dazu beitragen, Unterstützungs- und Beratungsangebote besser zugänglich und übersichtlicher zu gestalten. Vergleichbare Anlaufstellen zur Vernetzung von Organisationen und Vereinen, die sich für Menschen mit Demenz einsetzen, bestehen bereits in mehreren Bundesländern, unter anderem in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz.

Sowohl die hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) als auch die BAGSO weisen auf die besonderen Herausforderungen hin, mit denen Menschen mit Demenz konfrontiert sind. Sie betonen das Recht und das Bedürfnis der Betroffenen, trotz ihrer Erkrankung weiterhin einen möglichst selbstbestimmten Alltag mit Freizeitaktivitäten und sozialen Kontakten zu gestalten. Hierfür brauche es auch angesichts steigender Erkrankungszahlen eine verlässliche Netzwerkarbeit, die Aufklärung leistet und Betroffene in einem unterstützenden, auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Umfeld begleitet.

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Anfang 2024 startete das Projekt „Norderstedter Hausbesuche“ als Pilotprojekt für den Stadtteil Norderstedt-Mitte und wurde anschließend auch auf Garstedt-Zentrum ausgeweitet. Das Angebot richtete sich an ältere Menschen und sollte ihnen ermöglichen, frühzeitig Informationen und Unterstützung zu erhalten. Ende 2026 wird das Projekt nun eingestellt.

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Menschen ab 65 Jahren hatten die Möglichkeit, ein kostenloses Beratungsgespräch mit dafür geschulten Mitarbeitenden des Diakonischen Werkes Altholstein zu vereinbaren. Dieses konnte allein oder in Begleitung, zu Hause oder an einem anderen Ort stattfinden. Dabei ging es beispielsweise um Themen wie Gesundheit, Wohnen, soziale Kontakte oder Pflege. Auf Wunsch konnten die Ratsuchenden auch an andere Angebote weitervermittelt oder bis zu zwei Folgegespräche vereinbart werden.

Ziel des Projekts war es, Menschen ab 65 Jahren dabei zu unterstützen, möglichst lange selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Dafür informierten und berieten die Mitarbeitenden präventiv über wohnortnahe Angebote und Unterstützungsstrukturen.

Präventive Hausbesuche können dazu beitragen, Einsamkeit und sozialer Isolation frühzeitig entgegenzuwirken und mögliche Notlagen älterer Menschen zu verhindern.

Rund 388 Senior*innen haben das Angebot nach Angaben des Diakonischen Werkes Altholstein genutzt. Insgesamt fanden etwa 800 Folgegespräche statt.

Das Projekt war von Beginn an bis Ende 2026 befristet. Nun wurde beschlossen, es nicht fortzuführen. Die Stadt Norderstedt bestätigte auf Anfrage des NDR, dass mehrheitlich gegen eine Verlängerung des Angebots gestimmt wurde.

Das Diakonische Werk bedauert die Entscheidung der Stadt. Menschen ab 65 Jahren hätten durch das Projekt frühzeitig Informationen zu passenden Unterstützungsangeboten erhalten. Ohne die Hausbesuche müssten sie sich künftig wieder selbst einen Überblick über die verschiedenen Angebote verschaffen, Angehörige um Hilfe bitten oder möglicherweise ohne passende Unterstützung auskommen.

Das Projekt hatte ältere Menschen durch einen Informationsbrief aktiv angesprochen. Künftig müssen Interessierte wieder selbst tätig werden und sich eigenständig an Beratungsstellen wenden. Dies geschieht häufig erst dann, wenn bereits eine Notlage eingetreten ist. Insbesondere für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen boten die Hausbesuche eine niedrigschwellige Möglichkeit, Beratung in Anspruch zu nehmen, ohne die eigene Wohnung verlassen zu müssen.

Die Stadt betont hingegen, dass andere Angebote im Rahmen des „Netzwerk Norderstedt“ für Senior*innen bestehen bleiben. Deren Förderung wurde bis 2030 verlängert.

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Auch außerhalb des schulischen Bildungssystems sind viele Menschen daran interessiert, ihr Wissen zu erweitern oder zu vertiefen. Bildung umfasst nicht nur den Schulbesuch oder ein Studium, sondern kann auch im privaten Rahmen stattfinden. Hierfür braucht es jedoch vielfältige, niedrigschwellige und inklusive Angebote, deren Bereitstellung angesichts unterschiedlicher Bedürfnisse und Voraussetzungen mit Herausforderungen verbunden ist.

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Ergebnisse des Deutschen Alterssurveys (DEAS) zeigen, dass ein erheblicher Anteil der Senior*innen in Deutschland einer Form von (Weiter-)Bildung nachgeht. Ein Drittel der Befragten zwischen 66 und 75 Jahren sowie gut ein Sechstel der über 75-jährigen Befragten gab an, sich in der Freizeit weiterzubilden. Ein deutlicher Unterschied besteht dabei hinsichtlich des Bildungsniveaus: Personen mit höheren Bildungsabschlüssen nahmen im Durchschnitt häufiger an Bildungsangeboten in ihrer Freizeit teil. Hier zeigen sich Bildungsungleichheiten, die auch im höheren Alter fortbestehen.

Der repräsentative DEAS des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) lieferte zudem Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen beruflicher Weiterbildung und dem geplanten Renteneintrittsalter. So zeigte sich, dass ältere Berufstätige, die an betrieblichen Weiterbildungen teilnahmen, im Durchschnitt einen etwa fünf Monate späteren Renteneintritt planten als Kolleginnen, die keine entsprechenden Angebote wahrnahmen. Über die Ursachen dieses Zusammenhangs lässt sich bislang nur spekulieren. Möglicherweise spielt dabei auch die positive Wahrnehmung älterer Mitarbeitender durch Arbeitgeber*innen eine Rolle. Die Bereitschaft zur Kompetenzerweiterung könnte das Vertrauen in die Fähigkeiten der Beschäftigten stärken.

Damit Senior*innen ihren Interessen und Möglichkeiten entsprechend auch über den Renteneintritt hinaus Bildungsangebote wahrnehmen können, setzt sich neben dem DZA auch die BAGSO für ausreichende Bildungsmöglichkeiten im hohen Alter ein. Im Fokus steht dabei insbesondere die Einbeziehung strukturell benachteiligter Menschen. Diese sind häufig zusätzlichen Belastungen wie finanziellen Schwierigkeiten, gesundheitlichen Einschränkungen oder sozialer Isolation ausgesetzt. Die BAGSO fordert daher, solche Faktoren bei der Konzeption altersgerechter Bildungsangebote stärker zu berücksichtigen.

Um bildungsinteressierten Senior*innen eine Anlaufstelle zu bieten, hat die BAGSO das Portal Wissensdurstig initiiert. Ziel ist es, die Neugier älterer Menschen zu fördern und auf passende Angebote aufmerksam zu machen. Die Themen reichen dabei von politischer Bildung über sportliche Aktivitäten bis hin zu digitalen Wissensgebieten. Daneben stellt Wissensdurstig eine Sammlung von Broschüren, Postern und Videos bereit, die Anregungen zur Entwicklung von Bildungsangeboten für Senior*innen bieten. Ein Servicetelefon ist unter 0228 24 99 93 50 erreichbar. 

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Nicht nur Lebensmittel und Energie sind in den vergangenen Jahren teurer geworden, auch die Finanzierung von Wohnraum fällt zunehmend schwer. Insbesondere in vielen Städten ist bezahlbarer Wohnraum knapp, während die Mietkosten steigen. Ein ausdrückliches Recht auf Wohnraum ist im Grundgesetz (GG) nicht verankert.

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Die 1954 gegründete Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungslosenhilfe, die sich für die Rechte wohnungsloser Menschen einsetzt und dafür auch auf politischer und fachlicher Ebene aktiv ist, hat einen 32-seitigen Statistikbericht veröffentlicht. Dieser stellt eine Vielzahl von Daten zu den Klient*innen der BAG Wohnungslosenhilfe grafisch dar und verdeutlicht dabei auch, dass (drohende) Wohnungslosigkeit zunehmend Menschen über 50 Jahren betrifft. Nahezu alle Klient*innen der Wohnungslosenhilfe geben an, über keine eigene Wohnung zu verfügen; etwa ein Fünftel von ihnen gilt als obdachlos.

Dass ältere Menschen zunehmend von Wohnungsnot betroffen sind, thematisiert auch eine kürzlich veröffentlichte Pressemitteilung der BAG Wohnungslosenhilfe. Reicht die Rente nicht aus, um steigende Miet- und Lebenshaltungskosten zu tragen, kann sich das Risiko von Überschuldung und Wohnungsverlust erhöhen. Zudem weist die BAG darauf hin, dass Faktoren wie Einsamkeit, gesundheitliche Einschränkungen und mangelnde digitale Teilhabe es älteren Menschen zusätzlich erschweren können, wieder ein dauerhaftes und angemessenes Wohnverhältnis zu erlangen.

„Es wird deutlich, dass sich Altersarmut, steigende Wohnkosten und der demografische Wandel in der Wohnungsnotfallhilfe widerspiegeln“, warnt die BAG Wohnungslosenhilfe in ihrem Bericht. Sie fordert daher verstärkte präventive Unterstützung, um Wohnungslosigkeit älterer Menschen zu verhindern, sowie eine stärkere Berücksichtigung wohnungsloser Menschen bei politischen Entscheidungen. Gleichzeitig spricht sich die BAG Wohnungslosenhilfe dafür aus, die Zusammenarbeit der beteiligten Akteur*innen zu vertiefen, insbesondere mit Blick auf die Lebenssituation älterer Menschen. Die Kooperation mit Pflegeeinrichtungen, Pflegediensten und Ärzt*innen sei dabei ebenso relevant wie die Verfügbarkeit barrierefreien Wohnraums.

Die BAG Wohnungslosenhilfe verfügt über rund 1.000 Dienste und Einrichtungen in Deutschland, die Menschen in prekären Wohnsituationen oder bei bereits bestehender Wohnungslosigkeit beraten, betreuen und dabei unterstützen, eine ihren individuellen Bedürfnissen entsprechende Unterkunft zu finden. Darüber hinaus bestehen spezielle Angebote und Projekte für Frauen. Bei Bedarf können auch medizinische Hilfen in Anspruch genommen werden.

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Nach wochenlangen Diskussionen zwischen Union und SPD hat das Bundeskabinett am 30. September den Entwurf für das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) beschlossen. Damit ist die Reform allerdings noch nicht endgültig verabschiedet: Nun beginnt das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren, in dem sich Bundestag und Bundesrat mit dem Entwurf befassen.

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Dem Kabinettsbeschluss waren intensive Auseinandersetzungen zwischen den Regierungsparteien SPD und CDU/CSU vorausgegangen. Zeitweise hatte die SPD damit gedroht, die von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) vorgelegten Pläne zu blockieren. Umstritten waren insbesondere vorgesehene Leistungskürzungen sowie die Frage, wie die Pflegeversicherung langfristig finanziert werden soll.

Die Pflegeversicherung steht finanziell erheblich unter Druck. Mit dem nun beschlossenen Gesetzentwurf will die Bundesregierung ihre Finanzierung zunächst stabilisieren. Die grundlegende Strukturreform ist damit jedoch noch nicht abgeschlossen, sondern soll in einem weiteren Schritt folgen.

Zu den zentralen Streitpunkten innerhalb der Koalition gehörte die von der SPD geforderte stärkere Beteiligung der privaten Pflegeversicherung an der Finanzierung. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hatte die vorgesehenen Leistungskürzungen kritisiert und auf Veränderungen bei der Finanzierung gedrängt. Ablehnend reagierten darauf unter anderem die Union und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV). Auch Linnemann sprach sich gegen eine Zusammenführung der beiden Versicherungssysteme aus.

Darüber hinaus forderten SPD-Politikerinnen eine Begrenzung der Eigenanteile für Pflegeheimbewohner*innen. Im Gespräch war dabei ein sogenannter Pflegedeckel von 1.500 Euro für den einrichtungseinheitlichen Eigenanteil. Linnemann lehnte diesen Vorschlag ab und argumentierte, dass damit nur ein Teil der tatsächlich von Pflegebedürftigen zu tragenden Kosten begrenzt würde. Ebenfalls für Diskussionen sorgte die Forderung nach einer Rückzahlung von rund fünf Milliarden Euro an die Pflegeversicherung, die während der Corona-Pandemie für staatliche Aufgaben eingesetzt worden waren.

Bei einem weiteren umstrittenen Punkt kam die Union der SPD entgegen: Die ursprünglich vorgesehenen Kürzungen bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige wurden aus dem Entwurf gestrichen. Der allgemeine Beitragssatz zur Pflegeversicherung soll bei 3,6 % bleiben. Für Kinderlose ist dagegen eine Erhöhung des Beitragszuschlags um 0,3 Prozentpunkte vorgesehen.

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Etwas mehr als ein Drittel aller Menschen in Deutschland übt ein Ehrenamt aus (Stand: November 2025). Freiwillige, dem Gemeinwohl dienende Tätigkeiten sind eine wichtige Säule gesellschaftlicher Teilhabe. Viele ehrenamtliche Angebote ermöglichen es Menschen, an Freizeitaktivitäten teilzunehmen und soziale Kontakte zu knüpfen. Damit kann das Ehrenamt auch eine wichtige Rolle im Umgang mit Einsamkeit spielen.

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Im Landtag Schleswig-Holsteins fand am 23. September eine Vortragsreihe zum Thema Einsamkeit statt. Unter dem Titel „Ehrenamt verbindet – gemeinsam gegen Einsamkeit“ informierten mehrere Expert*innen Fachleute und interessierte Bürger*innen über das weit verbreitete Phänomen. In einer anschließenden Podiumsdiskussion wurde darüber diskutiert, welche Maßnahmen die Landespolitik ergreifen kann, um einsame Menschen in Schleswig-Holstein beim Aufbau sozialer Kontakte zu unterstützen.

Kristina Herbst (CDU), Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages, hob anlässlich der Veranstaltung die weitreichenden Folgen von Einsamkeit hervor und wies gleichzeitig darauf hin, dass grundsätzlich Menschen aller Generationen betroffen sein können. Zudem sei zu beachten, dass Einsamkeit nicht zwangsläufig mit sozialer Isolation einhergehe, sondern auch trotz der Einbindung in ein soziales Netzwerk auftreten könne. Das Ehrenamt könne daher ein wichtiger Türöffner für neue Begegnungen auf niedrigschwelliger Basis sein.

Das schleswig-holsteinische Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung hat einen kurzen Bericht zur Veranstaltung veröffentlicht. Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) war ebenfalls zu Gast und beteiligte sich am Austausch mit Vortragenden und Besucher*innen. Dabei betonte sie die Bedeutung einer stärkeren Förderung des Ehrenamts in Schleswig-Holstein für die Bekämpfung von Einsamkeit.

Hierzu wurde bereits einige Wochen zuvor ein 12-Punkte-Plan zur Stärkung des Ehrenamts veröffentlicht. Dieser sieht unter anderem finanzielle Zuschüsse für bereits bestehende ehrenamtliche Strukturen in Schleswig-Holstein vor. Darüber hinaus sollen neue Kampagnen und Initiativen – insbesondere zum Thema Einsamkeit – gestartet werden, um die Vielfalt und Sichtbarkeit ehrenamtlicher Angebote zu erhöhen.

Darüber hinaus können Bürger*innen Schleswig-Holsteins an einer Kurzumfrage zum Ehrenamt teilnehmen, deren Beantwortung etwa fünf bis zehn Minuten dauert. Einblicke gibt es außerdem in die landesweite Ehrenamtstour. Dabei handelt es sich um eine Reihe ausgewählter ehrenamtlicher Veranstaltungen, die Touré persönlich besucht. Häufig steht dabei die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls im Mittelpunkt, indem Möglichkeiten für Begegnung und Austausch geschaffen werden.

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Der Hamburger Fotograf Markus Heft widmet sein aktuelles Fotoprojekt „Für uns geträumt“ einer Gruppe, die in der öffentlichen Wahrnehmung häufig wenig sichtbar ist: queeren Menschen über 60 Jahren. Mit Porträts und persönlichen Geschichten rückt er eine Generation in den Mittelpunkt, die über Jahrzehnte für gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung kämpfen musste und deren Erfahrungen heute oftmals wenig Beachtung finden.

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Heft betont, dass queere Menschen über 60 viel erlebt haben, aber selten gezeigt werden. Ihre Lebensrealitäten waren unter anderem von Kriminalisierung, Pathologisierung und geringer gesellschaftlicher Akzeptanz geprägt. Coming-outs konnten mit erheblichen Risiken verbunden sein und Beziehungen mussten teilweise versteckt werden. Queere Netzwerke boten vielen eine der wenigen Möglichkeiten, Gemeinschaft zu erleben. Heute hat sich die rechtliche und gesellschaftliche Situation zwar deutlich verändert, die Sichtbarkeit älterer queerer Menschen ist jedoch weiterhin gering. In Medien, Kultur und queeren Räumen stehen häufig jüngere Generationen im Mittelpunkt. Heft möchte dem etwas entgegensetzen. Sein Ziel ist es, Lebensgeschichten zu würdigen, Erfahrungen zu dokumentieren und queere Senior*innen als wichtigen Teil der Community sichtbar zu machen.

„Es ist die eine Sache, sich zu outen und sein authentisches Leben zu leben, aber sich damit vor eine Kamera zu stellen und in die Öffentlichkeit zu gehen, sich angreifbar zu machen und sich potenziell queer-feindlicher Gewalt auszusetzen – das braucht Überwindung“, so Heft in einem Beitrag des NDR.

Für sein Projekt besucht Heft die Porträtierten zu Hause oder an Orten, die für ihr Leben von Bedeutung sind. Begleitet werden die Bilder von kurzen Texten, in denen die Senior*innen über ihr Leben sprechen. Es geht darin unter anderem um erste Liebeserfahrungen, Diskriminierung, politische Kämpfe und das Älterwerden als queere Person.

Einige berichten, dass sie sich erst im Alter wirklich frei fühlen oder sich erst später im Leben getraut haben, sich zu outen. Andere erzählen von Einsamkeit, fehlenden Treffpunkten oder dem Verlust von Freund*innen durch HIV und Aids. Heft gibt diesen unterschiedlichen Erfahrungen Raum und macht damit die Vielfalt queeren Alterns sichtbar.

Das Projekt greift zugleich ein Thema auf, das zunehmend auch in Forschung, Pflege und Seniorenarbeit diskutiert wird: die Lebenssituation älterer queerer Menschen. Viele der heute über 60-Jährigen haben gesellschaftliche Veränderungen und die Kämpfe um die Rechte queerer Menschen über Jahrzehnte miterlebt oder selbst mitgestaltet. Mit seinem Projekt möchte Heft deshalb nicht nur ihre Geschichten dokumentieren, sondern auch für die Bedürfnisse queerer Senior*innen sensibilisieren.

Im Herbst/Winter 2026 soll das Projekt nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne als Buch erscheinen. Auf der Webseite des Fotografen können Interessierte bereits einen ersten Einblick in das Projekt erhalten.

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Personen aller Generationen berichten zunehmend von Schwierigkeiten beim Herstellen neuer sozialer Kontakte. Die so entstehende Isolation sorgt bei vielen Betroffenen für depressive Verstimmungen und kann sich negativ auf die Lebenserwartung auswirken. Mit einem landesweiten und besonders niedrigschwelligen Projekt möchte die Regierung Thüringens Einsamkeit gezielter bekämpfen und insbesondere ältere Menschen dabei unterstützen, miteinander ins Gespräch zu kommen.

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Das 2021 gestartete Projekt AGATHE richtet sich hauptsächlich an Senior*innen und alleinlebende Menschen in Thüringen. Es soll die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen in dem ostdeutschen Bundesland fördern und arbeitet eng mit thematisch verwandten Institutionen wie Beratungsstellen und Pflegestützpunkten zusammen. Aktuell sind 74 Mitarbeitende aktiv, die Senior*innen an gemeinschaftsstärkende Angebote verweisen und Ratschläge zur Bewältigung von Einsamkeit geben – auch Hausbesuche sind möglich. Initiiert wurde das Projekt durch das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, das allein in diesem Jahr mehrere Millionen Euro in AGATHE investierte.

Momentan ist ein Ausbau des Projekts vorgesehen, indem sich möglichst viele Landkreise und Kommunen in Thüringen daran beteiligen. Ebenfalls wurde vor wenigen Tagen in der Landeshauptstadt Erfurt die Sommertour der AGATHE-Plauderbank begonnen. Ihr Ziel ist es, zufällige Begegnungen und bestenfalls neue Bekanntschaften unter Senior*innen zu fördern. Wie der Name bereits vermuten lässt, können auf der Bank nach Belieben Gespräche geführt werden, sie wird jedoch auch von Fachkräften und Mitgliedern kooperierender Organisationen betreut. Diese können Interessierte vor Ort beraten und auf weiterführende Angebote hinweisen.

In den kommenden Wochen wird die AGATHE-Plauderbank in ganz Thüringen unterwegs sein, um älteren Menschen einen Raum zur Vernetzung zu bieten. In insgesamt 16 Orten wird die Bank für jeweils einen Tag aufgestellt, ehe die Tour am 29. September in Jena endet. Gleichzeitig sollen alle alleinlebenden Personen ab 64 Jahren in den jeweiligen Kommunen per Post Informationen zu AGATHE erhalten.

In einem kurzen Video (auf der AGATHE-Website zu finden) wird das Projekt vorgestellt, indem sowohl von Einsamkeit Betroffene als auch Mitarbeitende zu Wort kommen. Die Klient*innen berichten, dass AGATHE ihnen sowohl alltägliche Kompetenzen näherbringen als auch ihr soziales Umfeld erweitern konnte.

„Wir als AGATHE-Fachkräfte, wir kommen alle aus einem sozialen, Gesundheits- oder Pflegeberuf und bekommen dann alle auch nochmal eine vertiefende Qualifikation“, sagt AGATHE-Berater Stefan Schröder aus dem Landkreis Gotha. Darüber hinaus bezeichnet er die Initiative als „effektivste Lösung, um Vereinsamung zu verhindern und Älteren ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“.

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Im höheren Alter lässt das Hörvermögen häufig nach und es kann sich eine Schwerhörigkeit (Hypakusis) entwickeln. Laut einer bundesweiten Befragung aus dem Jahr 2022 geht ein Hörverlust in vielen Fällen mit weiteren Beschwerden einher, wozu etwa Depressionen, Schlafstörungen und Bluthochdruck zählen. Ein Hörgerät kann neben dem Hörvermögen auch die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

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Die Studie HearForFuture sucht nun erneut Teilnehmende für eine etwa 15-minütige Umfrage. Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie die Versorgung mit Hörhilfen schneller und effizienter gestaltet werden kann. Voraussetzungen für eine Teilnahme sind ein Alter von mindestens 60 Jahren, ein vorliegender Hörverlust und Erfahrungen mit Hörgeräten. Der Fragebogen wurde von einem Forschungsteam aus dem Gesundheitsbereich unter Beteiligung einer Krankenkasse entwickelt.

Der Fragebogen umfasst Fragen zu den Erfahrungen mit dem eigenen Hörverlust sowie mit Terminen bei HNO-Ärzt*innen und Hörakustiker*innen. Abgefragt werden beispielsweise Wartezeiten sowie Art und Umfang von Hörtests und Beratungsgesprächen. Anhand der Antworten möchten die Forschenden ein detaillierteres Bild von der Versorgungssituation schwerhöriger Menschen und den Erfahrungen mit den entsprechenden medizinischen und akustischen Dienstleistungen gewinnen.

Anschließend werden die Teilnehmer*innen gefragt, wie zufrieden sie mit ihrer Betreuung und Behandlung waren und welche Wünsche und Bedürfnisse sie hinsichtlich zukünftiger Dienstleistungen und der Versorgung mit Hörgeräten haben. Zum Abschluss werden einige Eckdaten und Informationen zur allgemeinen Lebenssituation abgefragt.

HearForFuture ist ein Projekt des Innovationsausschusses, wurde im Januar 2025 gestartet und soll voraussichtlich Ende 2027 abgeschlossen werden. Ziel ist es, Versorgungslücken im Bereich der Hörgeräteversorgung zu identifizieren und auf Grundlage der Ergebnisse ein Konzept zu entwickeln, das schwerhörigen Senior*innen den Zugang zu Hörgeräten künftig erleichtern soll. Neben der Umfrage sind auch einzelne Interviews mit Patient*innen, HNO-Ärzt*innen und Hörakustiker*innen vorgesehen.

Die Versorgung mit Hörgeräten ist auch für die Seniorenpolitik von Bedeutung: Schätzungen zufolge leben in Deutschland rund sechs Millionen ältere Menschen mit einem Hörverlust.

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Seit 2020 haben sich in ganz Deutschland über 100 Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz und deren Angehörige gebildet. Sie sollen die gesellschaftliche Teilhabe Betroffener stärken, Akteur*innen verschiedener Bereiche miteinander vernetzen und durch die Unterstützung Ehrenamtlicher Angebote für Menschen mit Demenz ausweiten.

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Die Erkrankung führt häufig zu fortschreitenden Einschränkungen im Alltag, wodurch der Unterstützungsbedarf steigen kann. Die Lokalen Allianzen setzen hier an und sollen Menschen mit Demenz in ihrer Lebensführung und gesellschaftlichen Teilhabe unterstützen.

Die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz wurden vor rund sechs Jahren vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiiert, nachdem bereits Mitte der 2010er-Jahre ein ähnliches Programm durchgeführt worden war. Zur Organisationsstruktur der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz steht eine Online-Broschüre zur Verfügung, die das Konzept auf rund 30 Seiten vorstellt. Grundlage der Netzwerke sind Teamarbeit, eine bestärkende Haltung sowie das Bündeln von Kompetenzen, Erfahrungen und Ressourcen.

In Kürze soll das Programm offiziell zum Abschluss kommen. Aus diesem Anlass laden die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz zu einer Festveranstaltung nach Köln ein, um gemeinsam sowohl zurück- als auch nach vorne zu blicken. Willkommen sind nicht nur Mitglieder der neu gegründeten Lokalen Demenznetzwerke, sondern auch Interessierte und weitere Akteur*innen, die sich mit Demenz beschäftigen und/oder einen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe Betroffener leisten. Die kostenlose Anmeldung ist noch bis zum 20. Oktober möglich. Anreise und Unterkunft müssen eigenständig organisiert werden.

Die Festveranstaltung beginnt am 2. November um 17:30 Uhr und wird mit einer Podiumsrunde mit mehreren politischen und zivilgesellschaftlichen Vertreter*innen eröffnet. Anschließend folgt eine Konzertlesung mit dem Titel „Lebensmut trotz(t) Demenz“. Am Folgetag steht der Austausch unter den Teilnehmenden im Vordergrund. In fünf Impulsforen werden unterschiedliche Themenbereiche rund um Demenz diskutiert. Jedes Forum wird dabei von einer Referent*in aus der Forschung begleitet. Anschließend werden einige Projekte vorgestellt, die im Rahmen der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz entwickelt wurden, bevor die Veranstaltung um 16:00 Uhr endet. Weiterführende Informationen sind im Programmheft zu finden.

Im Rahmen der Veranstaltung soll die sechsjährige Entwicklung der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz reflektiert werden, um Impulse für zukünftige Initiativen zu gewinnen. Eine Rolle spielt dabei auch die Frage, wie die Netzwerkarbeit weiterentwickelt werden kann, um Menschen mit Demenz vor Ort angemessen zu unterstützen.

Veranstaltungsort:
Maternushaus
Kardinal-Frings-Str. 1–3
50668 Köln

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