Weiterlesen Menschen ab 65 Jahren hatten die Möglichkeit, ein kostenloses Beratungsgespräch mit dafür geschulten Mitarbeitenden des Diakonischen Werkes Altholstein zu vereinbaren. Dieses konnte allein oder in Begleitung, zu Hause oder an einem anderen Ort stattfinden. Dabei ging es beispielsweise um Themen wie Gesundheit, Wohnen, soziale Kontakte oder Pflege. Auf Wunsch konnten die Ratsuchenden auch an andere Angebote weitervermittelt oder bis zu zwei Folgegespräche vereinbart werden. Ziel des Projekts war es, Menschen ab 65 Jahren dabei zu unterstützen, möglichst lange selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Dafür informierten und berieten die Mitarbeitenden präventiv über wohnortnahe Angebote und Unterstützungsstrukturen. Präventive Hausbesuche können dazu beitragen, Einsamkeit und sozialer Isolation frühzeitig entgegenzuwirken und mögliche Notlagen älterer Menschen zu verhindern. Rund 388 Senior*innen haben das Angebot nach Angaben des Diakonischen Werkes Altholstein genutzt. Insgesamt fanden etwa 800 Folgegespräche statt. Das Projekt war von Beginn an bis Ende 2026 befristet. Nun wurde beschlossen, es nicht fortzuführen. Die Stadt Norderstedt bestätigte auf Anfrage des NDR, dass mehrheitlich gegen eine Verlängerung des Angebots gestimmt wurde. Das Diakonische Werk bedauert die Entscheidung der Stadt. Menschen ab 65 Jahren hätten durch das Projekt frühzeitig Informationen zu passenden Unterstützungsangeboten erhalten. Ohne die Hausbesuche müssten sie sich künftig wieder selbst einen Überblick über die verschiedenen Angebote verschaffen, Angehörige um Hilfe bitten oder möglicherweise ohne passende Unterstützung auskommen. Das Projekt hatte ältere Menschen durch einen Informationsbrief aktiv angesprochen. Künftig müssen Interessierte wieder selbst tätig werden und sich eigenständig an Beratungsstellen wenden. Dies geschieht häufig erst dann, wenn bereits eine Notlage eingetreten ist. Insbesondere für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen boten die Hausbesuche eine niedrigschwellige Möglichkeit, Beratung in Anspruch zu nehmen, ohne die eigene Wohnung verlassen zu müssen. Die Stadt betont hingegen, dass andere Angebote im Rahmen des „Netzwerk Norderstedt“ für Senior*innen bestehen bleiben. Deren Förderung wurde bis 2030 verlängert.
Mobilität
Umfrage zu Fahrdiensten für ältere Menschen
3. Juli 2026Senior*innen, die alters- oder gesundheitsbedingt nicht (mehr) über eine eigene Fahrerlaubnis verfügen, sind häufig auf Alternativen angewiesen, um mobil zu bleiben. Neben Taxis sind auch Fahrdienste verbreitet, die von verschiedenen Wohlfahrtsverbänden angeboten werden. Die Erfahrungen der Nutzer*innen mit Fahrdiensten und ähnlichen Angeboten sollen nun mithilfe einer Umfrage genauer untersucht werden.
Die Befragung wird von der 1999 gegründeten BAGSO Service Gesellschaft durchgeführt und richtet sich an alle Personen ab 50 Jahren. Ihr Ziel besteht nicht nur darin, neue Erkenntnisse über die Mobilität älterer Menschen zu gewinnen, sondern auch Daten zur Zufriedenheit mit Fahrdiensten zu sammeln. Auf Basis der Ergebnisse sollen bestehende Informationslücken geschlossen und die entsprechenden Angebote verbessert werden, sodass sie den Bedürfnissen der Nutzer*innen besser gerecht werden.
Zunächst werden die Teilnehmenden zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Dabei geht es unter anderem darum, wie häufig sie ihre Wohnung verlassen und welche Fortbewegungs- beziehungsweise Verkehrsmittel sie dafür nutzen. Auf diese Weise soll der Mobilitätsbedarf älterer Menschen genauer erfasst werden.
Der Schwerpunkt der Befragung liegt jedoch auf der Nutzung von Taxis und Fahrdiensten. Die Teilnehmenden geben Auskunft über ihr Nutzungsverhalten und werden gefragt, wie vertraut sie mit verschiedenen Fahrdiensten sind. Darüber hinaus beinhaltet die Umfrage Fragen zu den Anlässen, zu denen Fahrdienste genutzt werden. Auch das Sicherheitsgefühl bei der Nutzung dieser Angebote spielt eine Rolle.
Anschließend werden einzelne Aspekte von Fahrdiensten – etwa die Freundlichkeit und Kompetenz der Fahrer*innen oder das Preis-Leistungs-Verhältnis – näher betrachtet. Die Befragten können dabei bewerten, welche Bedeutung diese Kriterien für sie haben. Zum Schluss werden sie gebeten, mögliche Hindernisse zu benennen, die einer Nutzung von Taxis und Fahrdiensten entgegenstehen.
Mobilität ist ein wichtiger Bestandteil von Selbstständigkeit, Teilhabe und Lebensqualität im Alter. Fahrdienste können dabei eine wichtige Rolle spielen, da sie für viele Senior*innen eine der wenigen Möglichkeiten darstellen, flexibel ans Ziel zu gelangen – insbesondere dann, wenn die Nutzung des ÖPNV nicht möglich ist und keine Unterstützung durch Angehörige vorhanden ist. Eine Weiterentwicklung der Angebote liegt daher im Interesse vieler älterer Menschen.
Die kostenlose Teilnahme an der Umfrage ist online möglich und dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Die Anonymität aller Teilnehmenden wird gewahrt.
Weiterlesen Körperliche Betätigung ist für ein gesundes Altern von zentraler Bedeutung und sollte daher regelmäßig in den Alltag eingebunden werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt einen Richtwert von mindestens 2,5 Stunden moderate Aktivität oder alternativ 75 Minuten intensiven Sport pro Woche vor, um den Körper gesund zu halten und das Risiko von Übergewicht und Erkrankungen wie Krebs zu senken. Um herauszufinden, wie viele Menschen sich an diese Richtlinien halten, wurden die zwecks der Studie Befragten gebeten, Angaben zu ihrer körperlichen Aktivität zu machen. Zeitgleich wurden weitere Daten zur Lebenssituation der Teilnehmer*innen erfragt – u.a. wurde auch die finanzielle Lage der Befragten thematisiert. Insgesamt bewegen sich knapp drei Viertel aller befragten Personen gemäß der WHO-Empfehlungen ausreichend, wobei Formen der moderaten Bewegung (z.B. Spaziergänge, Haushaltstätigkeiten) deutlich häufiger vorkommen als sportliche Aktivitäten, denen nur gut die Hälfte aller Personen mindestens einmal pro Woche nachgeht. Ersichtlich wurde bei der Auswertung der Studie auch, dass sowohl moderate Betätigung als regelmäßiger Sport mit zunehmendem Alter an Bedeutung verlieren: Unter den Befragten ab 76 Jahren gaben nur noch ca. 60% an, sich ausreichend zu bewegen, intensive sportliche Aktivitäten spielten für knapp zwei Drittel praktisch keine Rolle mehr. Auffallend ist, dass Personen mit einem geringeren Einkommen bzw. von Armut gefährdeter Personen durchschnittlich häufiger einen Mangel an Bewegung aufweisen. Es folgt ein Vergleich zwischen einkommensschwächeren und einkommensstärkeren Personen bezüglich moderater körperlicher Aktivität und Sport: Einen Erklärungsansatz für diese Unterschiede liefert Sonja Nowossadeck, welche für das DZA als Wissenschaftlerin tätig ist. Ihrer Theorie zufolge bewegen sich Menschen mit geringerem Einkommen eher in Form alltäglicher Aufgaben, sodass für sportliche Aktivitäten zumeist keine Zeit oder auch keine Kraft bleiben. Personen, welche finanzielle Absicherung genießen, würden dagegen häufiger Möglichkeiten zu sportlichen Hobbys offenstehen und können sich entsprechende Angebote aufgrund des höheren Einkommens eher leisten als Menschen aus ärmlichen Verhältnissen. Das DZA sieht die Umfrageergebnisse als Anlass, politische Maßnahmen zu ergreifen, um den Bewegungsmangel einkommensschwächerer Menschen – insbesondere im höheren Alter – abzufedern und den Zugang zu sportlichen Angeboten niedrigschwelliger zu gestalten. Einen möglichen Impuls liefert die kanadische Sportmedizinerin Jane Thornton, welche gezielt Senior*innen ansprechen möchte, um diese für sportliche Betätigung gewinnen zu können. Darüber hinaus benötigt es eine Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen, aber auch die Bereitschaft Ehrenamtlicher, um allen Menschen ein Leben mit ausreichend Bewegung zu ermöglichen – unabhängig vom Einkommen. Die Ergebnisse der Umfrage sind auf der Website des DZA frei zugänglich. Beigefügt ist auch das offizielle Heft der Deutschen Alterssurvey, in welchem Sie alle Daten und Statistiken zur Befragung veranschaulicht einsehen können.
Hohes Einkommen
Geringes Einkommen
Ausreichend moderate körperliche Betätigung
80,7 %
67, 4 %
Ausreichend intensive sportliche Betätigung
67,7 %
31,1 %
Studie zeigt innerstädtische Unterschiede bei der Daseinsvorsorge für ältere Menschen
1. November 2025Weiterlesen Eine umfangreiche Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) untersuchte die Verfügbar- und Erreichbarkeit von Standorten bedeutender infrastruktureller Einrichtungen in insgesamt 2.609 Stadtteilen von 53 deutschen Städten und wertete die Ergebnisse anschließend aus, um die Abdeckung der Grundversorgung in urbanen Bereichen der Bundesrepublik zu bewerten. Für die Untersuchung wurden die Anzahl, die Verteilung und die physische Zugänglichkeit von Apotheken, Arztpraxen, Postfilialen, Lebensmittelgeschäften und Bankautomaten erfasst. Zudem unterschied man Stadtteile hinsichtlich ihrer Lage in die Kategorien „Stadtzentrum“, „Rand des Stadtzentrums“ und „Stadtrand“. Ebenso wurden die erforschten Stadtteile gemäß des durchschnittlichen Alters ihrer Bevölkerung in „alte“, „gemischte“ und „junge“ Stadtteile unterteilt, wobei zu beachten ist, dass Senior*innen ab 65 Jahren überproportional häufig am Stadtrand leben. Zunächst ermittelten die Forscher*innen die Anzahl der Infrastrukturorte in Relation zur Bevölkerungszahl. Dabei stellte sich heraus, dass die Infrastruktur in Stadtteilen mit einer älteren Bevölkerung im Schnitt insgesamt deutlich schwächer ist als in den jüngeren. Besonders groß zeigt sich der Unterschied bei den Arztpraxen – auf 1.000 Einwohner*innen kommen durchschnittlich nur gut 1,9 Arztpraxen in älteren Stadtteilen, während es in jüngeren fast 4,8 pro 1.000 Einwohner*innen sind. Noch extremer gehen diese Werte bezogen auf Bankautomaten auseinander; diese sind in jüngeren Stadtteilen, gemessen an der Bevölkerung, fast viermal so häufig vertreten wie in den älteren. Einwohner*innen der im Rahmen der Forschung analysierten Stadtteile wurden bezüglich der fußläufigen Erreichbarkeit der zentralen infrastrukturellen Einrichtungen und Angeboten befragt. Menschen ab 65 Jahren gaben dabei deutlich häufiger an, für den Gang zur Hausärzt*in mehr als 20 Minuten zu benötigen oder gar keine Möglichkeit zu sehen, ohne Transportmittel dorthin zu gelangen, als die jüngere Bevölkerung. Lebensmittelgeschäfte und Bankautomaten sind laut Umfrageergebnissen zwar besser erreichbar, aber auch hier treten Schwierigkeiten überwiegend beim älteren Teil der Einwohner*innen auf. Einen kurzen Fußweg von unter 10 Minuten zu Einrichtungen der Grundversorgung kann im Schnitt nur die Hälfte der über 65-jährigen bestätigen. Aus den Ergebnissen lässt sich schließen, dass viele Senior*innen nennenswerte Nachteile hinsichtlich der Daseinsvorsorge in ihrer Stadt bzw. ihrem Stadtteil erleiden. Die ermittelten Werte zeigen Schwachstellen der altersgerechten und barrierefreien Infrastruktur auf und legen einen bestehenden Handlungsbedarf seitens der verantwortlichen Kommunen nahe. Die für die Studie verwendete Datengrundlage wurde vom Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau IRB, dem Bundesamt für Kartograpfie und Geodäsie (BKG) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zur Verfügung gestellt. Lesen Sie bei Interesse zur Studie gern den gesamten Forschungsbericht.
Weiterlesen Durch die angekündigte Reformierung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) hatte die Bundesregierung zahlreichen Betroffenen Hoffnung gemacht, da eine massive Ausweitung der Barrierefreiheit in Aussicht schien. Die Ergebnisse einer vom Sozialverband VdK Deutschland durchgeführten Umfrage scheinen dagegen ernüchternd und zeigen, dass zahlreiche Behinderte in Deutschland sich noch immer nachteilig behandelt fühlen. Alle 1.000 Befragten wiesen eine Behinderung auf und sollten Angaben zu ihrem individuellen Empfinden der Barrierefreiheit in ihrem Alltag machen. Zusätzlich wurde ermittelt, ob sie sich seitens der Politik gesehen und ernst genommen fühlten, was knapp 63% verneinten. Über ein Drittel bewertete die Situation sogar mit „sehr schlecht“, wohingegen nicht einmal jede*r Sechste*r angab, eher gut oder sehr gut mit den bisherigen politischen Maßnahmen zur Barrierefreiheit zurechtzukommen. Die meisten Befragten (40,7 %) sahen in der Mobilität, ihre größte alltägliche Herausforderung – der Mangel an (funktionierenden) Aufzügen, die benutzerunfreundlichen Fahrkartenautomaten sowie die teils schwer verständlichen Fahrpläne waren hierfür ausschlaggebend. Am zweithäufigsten wurde mit knapp 30% die Freizeitgestaltung genannt, es folgten die Arbeit, das Einkaufen, offizielle Termine und das Wohnen mit jeweils zwischen 12,8 % und 17,4 %. Diese Zahlen wurden durch den Sozialverband VdK Deutschland mit großer Bestürzung aufgenommen. In einer Pressemitteilung wird der schwarz-roten Bundesregierung vorgeworfen, eine schnelle Umsetzung der zunächst anvisierten Reform versäumt zu haben, was durch die Umfrageergebnisse widergespiegelt werde. „Dass dies nicht auf den Weg gebracht wurde, zeigt erneut, dass Millionen schwerbehinderter Menschen auf der politischen Agenda keine Rolle spielen.“, sagt Verena Bentele, Vorsitzende des Verbands. Folglich klagen Millionen Betroffene in Deutschland über Ausgrenzung und lückenhafte Möglichkeiten der Partizipation und Inklusion. Menschen mit einer Behinderung haben häufig mit schwerwiegenden Hindernissen zu kämpfen, die gewöhnliche Tätigkeiten wie das Nutzen des ÖPNV oder die Teilnahme an Kulturangeboten unnötig erschweren. Der Sozialverband VdK Deutschland ruft die Regierung daher zu schnellen Handlungen auf, sodass die Barrierefreiheit alle Menschen erreicht, die auf sie angewiesen sind.
Barrierefreies Lesen dank MediBuS
30. Mai 2025Weiterlesen Die Mediengemeinschaft für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen e. V. (kurz: MediBuS) möchte dies ändern. In Form eines Online-Archivs stellt sie verschiedene Formen deutschsprachiger barriefreier Literatur zusammen – dazu zählen E-Books, Hörbücher, Bücher in Blindenschrift sowie Bücher mit deutlich größerer Schrift. Im Katalog können Sie nach Literatur Ihrer Wahl suchen und diese kostenlos ausleihen, sofern Sie sich vorher in einer der mit MediBuS kooperierenden Bibliotheken angemeldet haben. Dadurch erhalten Sie Zugriff auf über 100.000 Medien verschiedener Formen und Genres – vom Liebesroman bis zum Psychothriller. Alternativ können Sie auch eigene Vorschläge einreichen, wenn Ihr Wunschbuch nicht im Katalog enthalten ist. MediBuS wurde 2004 im hessischen Marburg gegründet und setzt sich seitdem für die Verfügbarkeit, Produktion und Organisation barrierefreier Literatur ein. Auch bestehende Barrieren sollen nach Möglichkeit aufgehoben werden. Dies geschieht durch zahlreiche gemeinnützige Mitgliedsorganisationen, die auch untereinander im Austausch stehen und dafür sorgen, dass den Nutzer*innen ein möglichst breites Spektrum an Literatur zur Verfügung gestellt werden kann. Weitere Projekte und Initiativen mit ähnlichen Zielen werden durch den Verein unterstützt, während MediBuS selbst von Aktion Mensch gefördert wird. Zudem wird sich, gemeinsam mit weiteren Verbänden und Organisationen, auf politischer Ebene für die Stärkung der Rechte von sehbehinderten Menschen eingesetzt.
Weiterlesen Zwar bieten Großstädte wie Berlin und Hamburg Möglichkeiten, Generationen zusammenzubringen, doch die visuelle und auditive Außenwirkung der Clubkultur wird meist von jungen Menschen geprägt. In unserer digitalen Zeit spielen dabei besonders Plattformen wie TikTok und Co. eine kaum zu unterschätzende Rolle. Diese Darstellung verstärkt den Druck, sich „alterskonform“ zu verhalten, und weicht selten von stereotypischen Bildern des Alters ab. Frauen sind hier besonders betroffen. Das Nachtleben ist oft mit Jugend und einem bestimmten Schönheitsideal verbunden, wodurch insbesondere ältere Frauen häufig ausgeschlossen oder unterrepräsentiert sind. Während Männer wie David Guetta (57) oder Armin van Buuren (48) weiterhin ohne Probleme die Szene prägen und auch im Mainstream präsent sind, sind weibliche DJs über 40 so gut wie unsichtbar. Das beschreibt Lydia Huckebrink, Journalistin beim SWR, in ihrem Artikel „DJ mit 70: Wie ältere Frauen die Clubszene aufmischen“. Für Frauen so heißt es weiter, fehlen hingegen häufig Angebote und Räume. Ein Positivbeispiel liefert hier der Workshop „Forever fresh“: Um diese Strukturen aufzubrechen, hat die DJ Pia Leonhardt in Zusammenarbeit mit dem Landesmusikrat NRW den Workshop ins Leben gerufen – für Frauen über 70. Das Ziel: Sichtbarkeit und Raum schaffen, wo dieser oft verwehrt bleibt. Beim diesjährigen C/O-Pop Festival in Köln werden die Teilnehmerinnen ihr Können zum ersten Mal vor Publikum zeigen. Der Workshop bietet ein umfassendes Programm, von Mixing über Social Media bis hin zur technischen Ausrüstung. Auch wenn die Plätze des Projekts auf 11 begrenzt sind, kann das Projekt durchaus als Inspirationsquelle dienen, die auch für andere Bereiche des Kulturbetriebs, des Sports und andere Sphären adaptiert werden kann. Sexismus und Altersdiskriminierung verstärken sich gegenseitig. Das ist keine neue Erkenntnis, aber es unterstreicht die Tragweite. Besonders dann, wenn man berücksichtigt, dass Frauen im Alter statistisch länger leben (hierzu ein Artikel der AOK) und geistig fitter bleiben (hierzu ein Beitrag des Deutschlandfunks), stehen sie über die Lebensphasen hinweg stärker unter gesellschaftlichem Druck.
Sportmedizinerin schlägt Sportrezept für Senior*innen vor
28. Februar 2025Weiterlesen Thornton verweist insbesondere auf die gewichtigen Vorteile von Sport für ältere Menschen, da dieser einer Vielzahl chronischer Erkrankungen entgegenwirke und die Mobilität länger ermögliche. Gelenke, Muskeln und Knochen würden durch genügend Bewegung gestärkt werden, was wiederum das Unfallrisiko im hohen Alter verringere. Darüber hinaus profitiere auch die Psyche in mehrerlei Hinsicht von Sport, so seien Senior*innen, die einen größeren Wert auf körperliche Fitness legen, weniger anfällig für Depressionen und Demenz. Dies deckt sich mit den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die 2,5 bis 5 Stunden Sport pro Woche – inklusive Kraft- und Gleichgewichtstraining – als optimal für Senior*innen bezeichnet. Auch weitere Forschungen belegen, dass Sport zahlreiche gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Menschen, die sich regelmäßig bewegen, haben eine höhere Lebenserwartung und sterben seltener an Krebs. Besonders effizient zeigt sich Sport jedoch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen – hier kann ausreichend Bewegung das Sterberisiko um knapp ein Drittel senken, wie die aus über 100 Studien zusammengetragenen Ergebnisse zeigen. Im besten Fall macht körperliche Aktivität auch Spaß und steigert damit die Lebensqualität. Um die Menge an Bewegung besser messen zu können, wurde in den Forschungen die Einheit MET (Metabolisches Äquivalent) verwendet, wobei ein MET dem durschnittlichen Energieverbrauch für eine Stunde ruhiges Sitzen entspricht. Somit kam der dänische Epidemiologe Søren Brage zu dem Schluss, dass ca. ein Sechstel aller Todesfälle vermeidbar wäre, wenn alle Menschen auf knapp 9 MET pro Woche kämen. Das entspricht einer knappen Stunde Jogging, ca. zwei Stunden Radfahren oder auch drei Stunden Pilates. Mehr dazu können Sie auf der Seite der Akademie für Sport und Gesundheit nachlesen. Sport ist damit einer der wichtigsten Faktoren im Bezug auf die Erhaltung der körperlichen wie auch mentalen Gesundheit im hohen Alter und ist selbst dann noch möglich, wenn bereits Krankheiten vorliegen. Zur Vertiefung des Themas können sie diesen Artikel des Deutschen Ärzteblatts lesen.
9. Altersbericht erschienen: vielfältige Lebenssituationen, ungleiche Teilhabechancen
26. Januar 2025Weiterlesen In dem Bericht werden verschiedene Faktoren wie Mobilität, Pflege, Einkommen, Vermögen, Wohnsituation, Digitalisierung, Gesundheitsversorgung, Migration, Rassismus und mögliche Armutsgefährdung auch unter der Perspektive der Intersektionalität analysiert. Ein zentrales Thema des Berichts ist die Teilhabe älterer Menschen an der Gesellschaft. Hierbei wurden Hürden wie fehlende barrierefreie Angebote der Mobilität, mangelnde soziale Einbindung und Diskriminierung aufgrund des Alters (auch als Ageismus bezeichnet) aufgezeigt. Besonders benachteiligt sind ältere Frauen sowie ältere Personen mit Migrationshintergrund und aus der LSBTQ*-Community. Der Bericht gibt darüber hinaus Empfehlungen, wie die Teilhabe älterer Menschen verbessert werden kann, zum Beispiel durch die Ausweitung niedrigschwelliger Angebote der Gesundheitsförderung und die Schaffung bezahlbaren altersgerechten Wohnraums. Außerdem wird auf die Notwendigkeit einer diversitätssensiblen Gesundheitsversorgung hingewiesen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend führt passend zu dem neunten Altersbericht eine Veranstaltungsreihe durch: Details zu den Veranstaltungen und Anmeldeverfahren werden auf der Homepage des Altersberichts zur Verfügung gestellt. Auf der Seite gibt es außerdem einen kurzen Erklärungsfilm zu den Altersberichten: https://youtu.be/xSt17LG-xU8?si=45Or0LA8x_AtiDRR Die Broschüre zu dem Altersbericht finden Sie hier. Der gesamte Bericht kann hier heruntergeladen oder bestellt werden.
Online-Veranstaltung zur Alterszahnmedizin – 12.02.2025
21. Januar 2025Weiterlesen Darum ist es relevant, Zahnmedizin ernst zu nehmen und auch im hohen Alter konsequent zu verfolgen. Bislang werden jedoch kaum Hausbesuche im zahnmedizinischen Sinne angeboten, was zur Folge hat, dass Senior*innen sich hierfür mobil sein müssen. Ist dies nicht mehr gegeben, nimmt ihnen dies auch die Möglichkeit, ihre Zähne untersuchen und ggf. durch Zahnreinigungen u. ä. behandeln lassen zu können. Darüber hinaus sind etliche ältere Menschen auf Zahnersatz wie beispielsweise Prothesen angewiesen, wofür jedoch ebenfalls ein Gang in die Zahnarztpraxis notwendig ist. Dies soll sich in der bayerischen Landeshauptstadt München nun ändern. Die Stadt hat gemeinsam mit dem Projektträger „Teamwerk – Zahnmedizin für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen“ ein Angebot entwickelt, das sämtliche Dienstleistungen des Zahnarztes von der Praxis auf die eigenen vier Wände verlegt. Es richtet sich insbesondere an pflegebedürftige und körperlich eingeschränkte Menschen, für die solche Hausbesuche eine erhebliche Entlastung darstellen. „[…] Menschen mit Pflegebedarf sind oft nicht mehr selbst in der Lage, ihre Zähne und Zahnprothesen eigenständig zu reinigen. Gerade auch für diese vulnerable Patientengruppe muss die tägliche Zahnpflege abgesichert werden. Angepasste Hygienekonzepte und der Einsatz von besonderen Hilfsmitteln […] erleichtern dem betreuerischen Umfeld die tägliche Pflege. Auch der Zahnarztbesuch, gegebenenfalls am Bett des Betreuten oder auch in der Praxis, sollte bis in das hohe Alter eine Selbstverständlichkeit sein“, sagt Dr. Cornelius Haffner aus der München Klinik Harlaching, der das Projekt „Teamwerk“ leitet. Gemeinsam mit Professor Dr. Falk Schwendicke, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, wird er am Mittwoch, dem 12. Februar 2025 von 18 bis 20 Uhr eine Online-Veranstaltung rund um das Projekt durchführen, die auch zeitgleich über die Relevanz von Zahnmedizin im hohen Alter aufklärt. Wer aus dem (zahn)medizinischen oder dem sozialarbeiterischen Bereich stammt, pflegende*r Angehörige*r ist oder das Angebot um die Hausbesuche selbst in Anspruch nehmen möchte, ist herzlich eingeladen, an diesem Infoabend teilzunehmen. Kostenfrei anmelden können Sie sich bis zum 11. Februar per E-Mail an fachstellen.gsr@muenchen.de. „Mein großer Wunsch: Machen Sie sich schon frühzeitig Gedanken darüber, wie auch die Zahngesundheit bei Immobilität abgesichert werden kann.“ – so Dr. Haffners abschließender Appell.









