Die Bekämpfung von Einsamkeit bleibt eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung. Mit zwei Kleinen Anfragen der SPD-Landtagsabgeordneten Birte Paulsen wurde der aktuelle Stand der Maßnahmen des Landes im Schleswig-Holsteinischen Landtag abgefragt. Die Antworten des Sozialministeriums zeigen, dass die Landesregierung dabei insbesondere auf die Stärkung des Ehrenamts, den Ausbau von Begegnungsangeboten und die Förderung digitaler Teilhabe setzt.
Gerade ältere Menschen können von Einsamkeit betroffen sein, grundsätzlich kann sie jedoch Menschen jeden Alters treffen. Einsamkeit kann sich auf die Gesundheit, die Lebensqualität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt auswirken. Vor diesem Hintergrund hat das Land verschiedene Maßnahmen in einem sogenannten „12-Punkte-Plan“ gebündelt, der zugleich Bestandteil der schleswig-holsteinischen Ehrenamtsstrategie ist.
Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören unter anderem die Förderung von Mehrgenerationenhäusern, die Entwicklung einer Wissensplattform zum Thema Einsamkeit, Qualifizierungsangebote für Haupt- und Ehrenamtliche sowie die Unterstützung lokaler Engagementstrukturen. Für diese Vorhaben sind nach Angaben der Landesregierung finanzielle Mittel in sechsstelliger Höhe vorgesehen. Unter anderem werden Mittel für die Fortführung eines Schulungskonzepts zum Thema Einsamkeit bereitgestellt. Zudem sollen Mehrgenerationenhäuser weiter gestärkt und digitale Beteiligungsmöglichkeiten ausgebaut werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Ehrenamt. Geplant sind unter anderem regionale Ehrentage, eine neue Förderrichtlinie für Engagementprojekte, der Aufbau der Plattform „engagiert-in-sh.de“, ein landesweiter Kongress sowie Kampagnen zur Gewinnung neuer Engagierter. Auch die Arbeit der „Dorfkümmer*innen“ soll ausgebaut werden. Diese Akteur*innen spielen insbesondere in ländlichen Regionen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, soziale Kontakte zu fördern und Menschen miteinander zu vernetzen.
Darüber hinaus arbeitet das Land mit einer Vielzahl von Partner*innen zusammen. Nach Angaben der Landesregierung sind unter anderem Universitäten, Wohlfahrtsverbände und Mehrgenerationenhäuser an der Umsetzung beteiligt. Auch das Landesnetzwerk seniorTrainerin SH und der Kinderschutzbund wirken an Projekten gegen Einsamkeit mit.
Für die Seniorenpolitik bleibt das Thema von besonderer Bedeutung, auch wenn der Plan weitere Bevölkerungsgruppen in den Blick nimmt. Gerade im höheren Alter können der Verlust von Angehörigen, gesundheitliche Einschränkungen und eine verringerte Mobilität dazu führen, dass soziale Kontakte schwieriger werden. Begegnungsorte, Engagementmöglichkeiten und nachbarschaftliche Netzwerke können daher einen wichtigen Beitrag leisten, um gesellschaftliche Teilhabe bis ins hohe Alter zu ermöglichen. Die Anfragen und die Antworten der Landesregierung verdeutlichen, dass Einsamkeit zunehmend als gesamtgesellschaftliche Herausforderung betrachtet wird.

