Etwas mehr als ein Drittel aller Menschen in Deutschland übt ein Ehrenamt aus (Stand: November 2025). Freiwillige, dem Gemeinwohl dienende Tätigkeiten sind eine wichtige Säule gesellschaftlicher Teilhabe. Viele ehrenamtliche Angebote ermöglichen es Menschen, an Freizeitaktivitäten teilzunehmen und soziale Kontakte zu knüpfen. Damit kann das Ehrenamt auch eine wichtige Rolle im Umgang mit Einsamkeit spielen.
Im Landtag Schleswig-Holsteins fand am 23. September eine Vortragsreihe zum Thema Einsamkeit statt. Unter dem Titel „Ehrenamt verbindet – gemeinsam gegen Einsamkeit“ informierten mehrere Expert*innen Fachleute und interessierte Bürger*innen über das weit verbreitete Phänomen. In einer anschließenden Podiumsdiskussion wurde darüber diskutiert, welche Maßnahmen die Landespolitik ergreifen kann, um einsame Menschen in Schleswig-Holstein beim Aufbau sozialer Kontakte zu unterstützen.
Kristina Herbst (CDU), Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages, hob anlässlich der Veranstaltung die weitreichenden Folgen von Einsamkeit hervor und wies gleichzeitig darauf hin, dass grundsätzlich Menschen aller Generationen betroffen sein können. Zudem sei zu beachten, dass Einsamkeit nicht zwangsläufig mit sozialer Isolation einhergehe, sondern auch trotz der Einbindung in ein soziales Netzwerk auftreten könne. Das Ehrenamt könne daher ein wichtiger Türöffner für neue Begegnungen auf niedrigschwelliger Basis sein.
Das schleswig-holsteinische Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung hat einen kurzen Bericht zur Veranstaltung veröffentlicht. Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) war ebenfalls zu Gast und beteiligte sich am Austausch mit Vortragenden und Besucher*innen. Dabei betonte sie die Bedeutung einer stärkeren Förderung des Ehrenamts in Schleswig-Holstein für die Bekämpfung von Einsamkeit.
Hierzu wurde bereits einige Wochen zuvor ein 12-Punkte-Plan zur Stärkung des Ehrenamts veröffentlicht. Dieser sieht unter anderem finanzielle Zuschüsse für bereits bestehende ehrenamtliche Strukturen in Schleswig-Holstein vor. Darüber hinaus sollen neue Kampagnen und Initiativen – insbesondere zum Thema Einsamkeit – gestartet werden, um die Vielfalt und Sichtbarkeit ehrenamtlicher Angebote zu erhöhen.
Darüber hinaus können Bürger*innen Schleswig-Holsteins an einer Kurzumfrage zum Ehrenamt teilnehmen, deren Beantwortung etwa fünf bis zehn Minuten dauert. Einblicke gibt es außerdem in die landesweite Ehrenamtstour. Dabei handelt es sich um eine Reihe ausgewählter ehrenamtlicher Veranstaltungen, die Touré persönlich besucht. Häufig steht dabei die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls im Mittelpunkt, indem Möglichkeiten für Begegnung und Austausch geschaffen werden.

