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Maßnahmen gegen Einsamkeit

Studierende der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) haben eine Online-Plattform programmiert, die älteren Menschen mit wenigen sozialen Kontakten Unterhaltung und Beschäftigung bieten soll. Unter dem Namen „CAREBELLS“ begann vor Kurzem die Testphase des Projekts, an der sich zehn freiwillige Senior*innen aus dem Raum Würzburg/Schweinfurt beteiligen.

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Mit Einsamkeit als weltweit verbreiteter gesellschaftlicher Herausforderung befassen sich nicht nur Wissenschaftler*innen, sondern auch zahlreiche Studierende, darunter einige der über 9.000 Studierenden der THWS. Durch eine umfangreiche Netzwerkarbeit, beispielsweise mit der Seniorenvertretung Würzburg, konnten wertvolle Informationen und Erkenntnisse gewonnen werden, um Gestaltung und Inhalte von CAREBELLS möglichst genau auf die Bedürfnisse älterer Menschen abzustimmen.

In der dreiwöchigen Testphase, die auf Wunsch jederzeit abgebrochen werden kann, erhalten die teilnehmenden Senior*innen jeweils ein Tablet, auf dem CAREBELLS installiert ist. Dieses kann frei genutzt werden. Parallel dazu werden die Teilnehmenden vor, während und nach dem Testzeitraum zur Nutzung der Plattform befragt. Die Entwickler*innen erhoffen sich durch die Eindrücke, Anmerkungen und Empfehlungen der Testpersonen wichtige Impulse zur weiteren Optimierung von CAREBELLS.

Das Programm ist barrierearm gestaltet und verfügt unter anderem über einen sprachgesteuerten Kalender mit der Möglichkeit, Termine einzutragen. Auch Videoanrufe lassen sich über CAREBELLS tätigen. Darüber hinaus enthält die Plattform einfach gehaltene Spiele, Videos zu für ältere Menschen relevanten Themen sowie einen Nachrichtenfeed, der überwiegend regionale Meldungen bündelt. Der Sprachassistent „Bella“ – vergleichbar mit ChatGPT oder Siri – bietet Senior*innen außerdem die Möglichkeit, Konversationen zu führen, die menschliche Gespräche simulieren sollen und so Gefühle von Einsamkeit verringern können.

Alle an der Entwicklung von CAREBELLS beteiligten Akteur*innen legen Wert auf einen einladenden und vertrauenswürdigen Rahmen. Das Design ist daher bewusst schlicht gehalten, und auch persönliche Daten müssen nicht zwingend angegeben werden. Ältere Menschen sollen so behutsam an die Nutzung der für sie zunächst neuen Plattform herangeführt werden.

An CAREBELLS wirkten Studierende verschiedener Studiengänge ehrenamtlich mit, darunter Soziale Arbeit, Gesundheits- und Medienmanagement sowie Wirtschaftsingenieurwesen. Prof. Dr. Ulrich Gartzke von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften, der das Pilotprojekt leitete, zeigt sich zufrieden und lobt das Engagement der Studierenden. Auch der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Würzburg e.V. unterstützt die Initiative in ihrem Ziel, Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken.

Mehr über CAREBELLS erfahren Sie in der Pressemitteilung der THWS.

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Unter dem Motto „Einfach mal reden“ betreibt der Verein Silbernetz e.V. seit rund zehn Jahren eine kostenlose Hotline, über die ältere Menschen mit ehrenamtlichen Gesprächspartner*innen verbunden werden. Das Angebot richtet sich vor allem an Senior*innen, die von Einsamkeit betroffen sind, und ermöglicht ihnen regelmäßige, anonyme Gespräche. Nach Angaben des Vereins haben bereits tausende ältere Menschen dieses Angebot genutzt.

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Nun hat der Verein ein weiteres Angebot gestartet. Das neue Projekt mit dem Titel „Lücken schließen – Brücken bauen“ richtet sich ebenfalls an ältere Menschen, setzt den Schwerpunkt jedoch stärker auf praktische Unterstützung im Alltag. Als Infotelefon konzipiert, soll es Senior*innen in Berlin dabei helfen, schneller Orientierung und Antworten auf alltägliche Fragen zu erhalten.

Hintergrund der Initiative ist unter anderem die zunehmende Komplexität vieler Lebensbereiche. Gerade für ältere Menschen kann es schwierig sein, sich in einer zunehmend digitalisierten und schnelllebigen Gesellschaft zurechtzufinden. Nach aktuellen Angaben verfügen mehr als ein Viertel der über 60-Jährigen in Deutschland über keine eigenen Erfahrungen mit der Nutzung des Internets. Für diese Gruppe kann der Zugang zu wichtigen Informationen und Dienstleistungen dadurch erschwert sein.

Über das Infotelefon können sich ältere Menschen beispielsweise über öffentliche Einrichtungen, Arztpraxen, Geschäfte oder Banken informieren. Auch bei Fragen zur Nutzung technischer Geräte wie Smartphone, Fernseher oder Computer geben die Mitarbeitenden Auskunft. Darüber hinaus werden Hinweise zu Freizeitmöglichkeiten, Seniorentreffs, Ehrenämtern oder Vereinen vermittelt, die gesellschaftliche Teilhabe fördern können.

In bestimmten Fällen übernimmt das Infotelefon auch eine vermittelnde Funktion, etwa wenn Kontakte zu Einrichtungen des Gesundheitswesens wie Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen gesucht werden. Zudem erhalten Anrufer*innen Informationen zum Verhalten bei extremen Wetterlagen.

Das Infotelefon ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr erreichbar. Für Berliner Senior*innen ist der Service kostenfrei unter der Telefonnummer 030 544 533 0 533 erreichbar.

Daneben besteht weiterhin die bundesweite Silbernetz-Hotline für ältere Menschen, die sich einsam fühlen und Gesprächsbedarf haben. Diese ist täglich von 8 bis 22 Uhr unter der Nummer 0800 4 70 80 90 erreichbar.

Über Silbernetz haben wir auf seniorenpolitik-aktuell bereits mehrfach berichtet.

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Das internationale Netzwerk WWOOF („World Wide Opportunities on Organic Farms“) ermöglicht es Menschen, auf ökologisch wirtschaftenden Höfen mitzuarbeiten und dort für einen begrenzten Zeitraum zu leben. Die sogenannten „WWOOFer*innen“ helfen ehrenamtlich bei anfallenden landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Tätigkeiten und erhalten im Gegenzug kostenfreie Unterkunft und Verpflegung.

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Das Konzept existiert mittlerweile in mehr als 100 Ländern. Auch in Deutschland beteiligen sich zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe. Während das Angebot bislang vor allem von jüngeren Menschen genutzt wird, etwa nach dem Schulabschluss oder während einer Reise, richtet sich WWOOF Deutschland inzwischen verstärkt auch an ältere Interessierte.

Vor diesem Hintergrund plant der Verein in diesem Jahr mehrere Mitmach-Wochenenden, die sich ausdrücklich an verschiedene Generationen richten. Ziel ist es, Menschen unterschiedlicher Altersgruppen zusammenzubringen und ihnen Einblicke in ökologische Landwirtschaft zu ermöglichen. Gerade für ältere Menschen kann das Angebot eine Möglichkeit sein, sich aktiv zu engagieren, neue Kontakte zu knüpfen und praktische Erfahrungen im Bereich nachhaltiger Lebensweisen zu sammeln – allerdings stets im Rahmen der individuellen körperlichen Möglichkeiten. Damit berührt das Angebot auch Themen, die in der Seniorenpolitik zunehmend diskutiert werden, etwa gesellschaftliche Teilhabe im Alter, freiwilliges Engagement und generationenübergreifende Begegnungen.

Zur Information über das Programm veranstaltet WWOOF Deutschland am 19. März um 11 Uhr eine digitale Informationsveranstaltung. Das sogenannte Webinar findet über die Online-Plattform Zoom statt, ein Programm für Videokonferenzen, über das Teilnehmende per Computer, Tablet oder Smartphone an einer Veranstaltung teilnehmen können. Dabei soll unter anderem erklärt werden, wie ein Aufenthalt auf einem WWOOF-Hof abläuft und welche Voraussetzungen für eine Teilnahme gelten.

Das Modell entstand 1971 im Vereinigten Königreich. Inzwischen umfasst das Netzwerk weltweit mehrere Tausend Höfe, darunter 458 in Deutschland. Neben praktischer Mitarbeit steht vor allem der Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen im Mittelpunkt. Gleichzeitig soll das Programm das Verständnis für ökologische Landwirtschaft und nachhaltige Lebensweisen stärken.

Wer teilnehmen möchte, benötigt eine Mitgliedschaft im jeweiligen nationalen WWOOF-Verband. In Deutschland kostet eine einjährige Mitgliedschaft je nach Modell zwischen 35 und 55 Euro. Besondere Vorkenntnisse in der Landwirtschaft sind nach Angaben des Vereins nicht erforderlich.

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Neben pflegepolitischen und strategischen Maßnahmen misst die schleswig-holsteinische Landesregierung digitalen Angeboten und zivilgesellschaftlichem Engagement eine wichtige Rolle im Kampf gegen Einsamkeit bei. Insbesondere für ältere Menschen können digitale Kommunikationsmöglichkeiten dazu beitragen, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und neue Zugänge zur gesellschaftlichen Teilhabe zu eröffnen.

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In den Regionen rund um Kiel und Dithmarschen werden Senior*innen im Rahmen von Hausbesuchen ehrenamtlich im Umgang mit dem Internet und sozialen Medien geschult. Ziel ist es, Berührungsängste abzubauen und digitale Kompetenzen zu stärken. Das Projekt wird von der Stiftung Deutsches Hilfswerk der Deutschen Fernsehlotterie gefördert.

Da viele ältere Menschen virtuellen Angeboten zunächst skeptisch gegenüberstehen, wurde bereits 2023 ein landesweites Netzwerk zur Vernetzung digitaler Projekte gegründet. Inzwischen gehören ihm rund 40 Institutionen an, die gemeinsam an einer stärkeren Einbindung von Senior*innen in digitale Formate arbeiten. Ergänzend existieren in Schleswig-Holstein sogenannte Digitale Knotenpunkte, die technische und fachliche Zugänge zu modernen Medien ermöglichen. Zwei dieser Standorte richten sich vorrangig an ältere Menschen.

Flankiert werden diese Aktivitäten durch die Förderung zentraler Interessensvertretungen und Netzwerke. So unterstützt das Land den Landesseniorenrat, dem derzeit 110 kommunale Seniorenbeiräte angehören und der die Interessen der über 65-Jährigen politisch vertritt. Auch das landesweit aktive Netzwerk „seniorTrainerin e.V.“ sowie weitere kommunale Projekte, Wohlfahrtsverbände und Organisationen, die Maßnahmen gegen Einsamkeit umsetzen, erhalten finanzielle Unterstützung. Zudem fördert die Landesregierung diese Website als Plattform zur Verbreitung seniorenpolitisch relevanter Informationen.

Schleswig-Holstein zählt rund drei Millionen Einwohner*innen, knapp ein Viertel davon ist 65 Jahre oder älter. Damit liegt der Anteil über dem Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig ist ein deutlicher Anstieg von Einsamkeit zu beobachten. Insbesondere eingeschränkte Mobilität, der Verlust nahestehender Personen und fehlende digitale Kompetenzen erhöhen im Alter das Risiko sozialer Isolation.

Lesen Sie hier einen Artikel von seniorenpolitik-aktuell zu einer laufenden Studie, die sich mit dem Nutzungsverhalten von Senior*innen auf Sozialen Medien befasst.

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Schleswig-Holstein treibt die Umsetzung der bundesweiten Strategie gegen Einsamkeit mit eigenen Maßnahmen aktiv voran und setzt dabei einen klaren Schwerpunkt auf ältere Menschen. Ziel der Landesregierung ist es, soziale Teilhabe gezielt zu stärken und Einsamkeit im Alter wirksam entgegenzuwirken.

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Bereits kurz nach Verabschiedung der Bundesstrategie hat das Land eine eigene Studie in Auftrag gegeben, die sich speziell mit Einsamkeit im höheren Lebensalter befasst. Damit schafft Schleswig-Holstein eine fundierte Datengrundlage, um bestehende Angebote besser auszurichten und gezielt weiterzuentwickeln.
Parallel dazu setzt die Landesregierung auf den Ausbau und die bessere Sichtbarkeit bereits vorhandener Strukturen. Bestehende Angebote zur Förderung sozialer Begegnung sollen stärker genutzt werden, indem gezielt auf sie aufmerksam gemacht wird. Gleichzeitig unterstützt das Land die beteiligten Akteur*innen und stärkt deren Sensibilität für das Thema Einsamkeit.

Ein zentraler Bestandteil der Landesstrategie ist die Weiterentwicklung bestehender Maßnahmen. So stellt Schleswig-Holstein zusätzliche finanzielle Mittel für Mehrgenerationenhäuser bereit, damit diese ihre Angebote ausbauen und mehr Menschen erreichen können. Darüber hinaus plant das Land den Aufbau einer zentralen Datenbank, die Erkenntnisse aus Forschung und Praxis bündelt und öffentlich zugänglich macht. Auch dieses Vorhaben wird gezielt durch Landesmittel gefördert.

Ein weiteres wichtiges Instrument sind die sogenannten Dorfkümmerer*innen, deren Einsatz das Land unterstützt. Sie begleiten ältere Menschen im Alltag und fördern soziale Kontakte vor Ort. Durch gezielte Fördermaßnahmen hat sich dieses Angebot in Schleswig-Holstein etabliert und gilt als wirksamer Baustein im Kampf gegen Einsamkeit im Alter.

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Nach einer Kleinen Anfrage der Abgeordneten Birte Pauls (SPD) im schleswig-holsteinischen Landtag hat die Landesregierung am 20. Januar 2026 zu präventiven Maßnahmen gegen soziale Isolation Stellung bezogen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Zusammenhang von Pflegeinfrastruktur, Versorgungssicherheit und Einsamkeit im höheren Lebensalter.

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Am Beispiel des Kreises Nordfriesland beschreibt die Landesregierung ein Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der pflegerischen Versorgung. Dieses basiert auf mehreren ineinandergreifenden Elementen, die die Pflege bedürfnisorientierter und zugänglicher gestalten sollen. Dazu zählt unter anderem das Projekt „RollV - Rollender Beratungs- und Gesundheitskiosk für die ländliche Region“, eine mobile Anlaufstelle mit ärztlichen, sozialen und beratenden Angeboten. Ergänzend wurde der Pflegebedarfsplan des Kreises neu ausgerichtet und legt künftig einen stärkeren Fokus auf die ambulante Versorgung. Der Plan soll für einen Zeitraum von vier Jahren gelten.

Darüber hinaus befasste sich die Kreisverwaltung mit Möglichkeiten zur Entbürokratisierung der Pflege. Eine entsprechende Beschlussvorlage liegt inzwischen vor. Ergänzt wird dies durch die geplante Einrichtung eines Pflegedialogs, der den beteiligten Institutionen und Akteur*innen einen regelmäßigen fachlichen Austausch ermöglichen soll.

Zwischen November 2024 und November 2025 fanden mehrere Gespräche zwischen Land und Kreis statt, die sich insbesondere auf den Praxistransfer der Maßnahmen konzentrierten. Die inhaltlichen Rahmenbedingungen waren zuvor durch den Landespflegeausschuss geprüft und bestätigt worden.

Auch der sogenannte Präventive Hausbesuch wurde im Zuge der Anfrage thematisiert. Dieses Instrument richtet sich insbesondere an ältere und gesundheitlich eingeschränkte Menschen. Die Landesregierung weist jedoch auf erhebliche rechtliche und finanzielle Hürden bei der Umsetzung hin. Eine Finanzierung müsste über die Soziale Pflegeversicherung erfolgen, was derzeit aufgrund fehlender Mittel nicht realistisch erscheint. Entsprechend kann das Konzept bislang nur in einzelnen Pilotprojekten realisiert werden. Dennoch signalisiert das Land Unterstützung für kommunale Initiativen in diesem Bereich.

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Kinos, Theater, Museen und Bibliotheken ziehen mit ihrem Programm zahlreiche Film-, Kunst-, Musik- und Literaturfans an. Aufgrund altersbedingt eingeschränkter Mobilität können Senior*innen jedoch oft nicht an klassischen kulturellen Angeboten teilnehmen, was insbesondere bettlägerige oder auf einen Rollstuhl bzw. Gehhilfen angewiesene Personen betrifft. Seit fünf Jahren bietet "Die Gute Stunde", eine gemeinnützige Initiative, Menschen ab 65 Jahren ein interaktives Kulturprogramm an, welches sich durch Online-Teilnahme über die Videotelefonats-Plattform "Zoom" um einen barrierearmen Zugang bemüht.

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Der Ursprung des gemeinnützigen Projekts mit dem Motto „Kultur im Dialog“ geht auf die Corona-Pandemie zurück, als kulturelle Veranstaltungen aufgrund der strengen Lockdowns kaum möglich waren. Inzwischen richtet sie sich hauptsächlich an ältere Menschen sowie Personen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen keine kulturellen Angebote in Präsenz wahrnehmen können. Die Plattform richtet sich dabei auch an Menschen in Pflegeheimen sowie an demenzkranke Personen und deren Angehörige. So sollen Menschen unabhängig von ihrer individuellen Situation mit speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Veranstaltungen mit kultureller Unterhaltung versorgt werden.

Jeden Monat werden Veranstaltungen aus dem künstlerischen, musischen oder literarischen Bereich angeboten, welche über den Terminkalender bekannt gemacht werden. Je nach Veranstaltung besteht dabei die Möglichkeit, mit den Künstler*innen und/oder anderen Teilnehmenden in Kontakt zu treten, mit der Absicht, dass das gemeinsame Erleben von und der gegenseitige Austausch über Kultur auch Einsamkeit entgegenwirken kann. Zahlreiche Teilnehmende berichten von positiven Erlebnissen und viel Freude beim Nutzen der Angebote.

Veranstaltungen wie Workshops, Konzerte, Vorträge und Diskussionsrunden können live per Zoom verfolgt werden, wofür jedoch ein digitales Endgerät mit Internetzugang benötigt wird. Für eine Teilnahme an den kulturellen Angeboten der Guten Stunde ist zudem eine Online-Registrierung notwendig. Um regelmäßig Informationen über neue Veranstaltungen zu erhalten, kann der Newsletter abonniert werden.

Für ihre Beiträge kann die Gute Stunde bereits mehrere Auszeichnungen vorweisen, wobei Sponsor*innen und Kooperationspartner*innen zum Erhalt der Initiative beitragen.

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Gesellschaftliches Engagement fördert ein demokratisches Miteinander und kann nur durch die freiwilligen Beiträge von Millionen Bürger*innen gelingen. Angesichts diverser politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Krisen der vergangenen Jahre gewinnt das Ehrenamt zusätzlich an Bedeutung. Menschen in prekären Situationen profitieren durch die entstehenden Angebote und Projekte.

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2025 wurden hierzulande über 20.000 gemeinnützige Aktionen allein von der Mitmach-Kampagne Engagement macht stark! durchgeführt. Sie fanden im Rahmen der alljährlichen Woche des bürgerschaftlichen Engagements im September statt – der Schwerpunkt lag dieses Mal auf dem Thema Einsamkeit, das noch immer starken gesellschaftlichen Tabus unterliegt. So bot die Stiftung nebenan.de, welche sich für Netzwerkarbeit unter Nachbar*innen einsetz, in Berlin einen vielfältigen Thementag rund um Einsamkeit an. Durch ein abwechslungsreiches und kreatives Programm, bestehend aus Vorträgen, Workshops und spielerischen Aktionen konnten Besucher*innen neue Impulse für das Kennenlernen neuer Menschen gewinnen.

Auch die Veranstaltung ConnectNow - gemeinsam nicht einsam in Hamburg hat mit unzähligen Angeboten tausende Interessierte angelockt. Hier standen hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene im Fokus – eine Altersgruppe, die ebenfalls häufig mit sozialer Isolation zu kämpfen hat. Durch Diskussionsrunden wie auch durch zahlreiche künstlerisch angehauchte Projekte bestand auch für die junge Generation die Möglichkeit um eine Sensibilisierung für das Thema Einsamkeit inklusive psychischer Gesundheit und ggf. das Schließen von Freundschaften. Organisiert und durchgeführt wurde das Programm durch die Bertelsmann-Stiftung und die BürgerStiftung Hamburg.

Dabei wurde auch wieder ein offizieller Engagement-Botschafter ernannt, der durch außergewöhnliche Verdienste für das Gemeinwohl seitens der Kampagne als Vorbild betrachtet wird. In diesem Jahr war dies Tim Kramer aus Bochum, Mitbegründer des Vereins Vereint Bochum. Angetrieben von seinen eigenen Erfahrungen mit Einsamkeit, setzt er sich zum Ziel, Menschen zusammenzuführen und dazu zu ermutigen, das Thema offen zu kommunizieren anstatt sich dafür zu schämen. In einem Interview erläutert Kramer den Kern seiner Mission: „Viele Menschen erhalten nicht die Wertschätzung, die sie verdienen. Schon kleine Gesten können die Welt verändern. Ich möchte allen mitgeben: Wir sollten besser aufeinander achten“.

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Einsamkeit ist das subjektive Empfinden von qualitativ und/oder quantitativ unzureichender sozialer Interaktion und tritt auf, sobald Menschen ihre sozialen Bedürfnisse dauerhaft nicht oder nur eingeschränkt befriedigen können. Die Konsequenzen für das allgemeine Wohlbefinden reichen von Depressionen über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis zu einer um mehrere Jahre verkürzten Lebenserwartung. Selbst vorübergehende Episoden von Einsamkeit schaden der menschlichen Gesundheit bereits spürbar. Neben individuellen Lebensumständen führen die langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie die Zunahme kontaktloser Formen von Dienstleistungen zu einem Anstieg des gesellschaftlichen Einsamkeitsempfindens.

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Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration die Verbreitung von Einsamkeit in Baden-Württemberg untersucht. Unter dem Titel „Einsamkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt Baden-Württemberg 2025“ wurden die Ergebnisse im Oktober vergangenen Jahres veröffentlicht.

Die Forscher*innen haben das Thema dabei auf mehreren Ebenen behandelt, um ein möglichst akkurates Bild von der gesellschaftlichen Lage bezüglich Einsamkeit zu erhalten. So wurde differenziert nach Zusammenhängen zwischen Einsamkeit und einzelnen soziodemografischen Gegebenheiten gesucht. Befragt zu ihren persönlichen Erfahrungen hiermit wurden insgesamt 1.842 Personen aus dem ganzen Bundesland, darunter waren knapp 600 von ihnen mindestens 65 Jahre alt.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass sich rund 30 Prozent aller Befragten zumindest gelegentlich einsam fühlen, wobei primär über emotionale Einsamkeit – dem Vermissen intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen – geklagt wurde. Die Gruppe der Befragten ab 65 Jahren gab im Schnitt zwar etwas seltener an, sich einsam zu fühlen, als jüngere Teilnehmer*innen. Jedoch stellte sich heraus, dass Faktoren wie Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Beschwerden und ein Migrationshintergrund das Risiko von Einsamkeit erhöhen können. Auch fiel auf, dass die Gruppe der einsamen Personen im Schnitt häufiger das hiesige demokratische System kritisch betrachtet.

Ausgehend von den Ergebnissen setzt die baden-württembergische Landesregierung auf die kreative und innovative Partizipation der Bevölkerung und hat einen Ideenwettbewerb gegen die vorherrschende Einsamkeit in der Gesellschaft initiiert. Projekte, Angebote und Initiativen, die sich für ein inklusives Miteinander einsetzen, können noch bis zum 31. Januar per E-Mail an einsamkeit@sm.bwl.de eingereicht werden. Aufgrund der Heterogenität einsamer Menschen ist es möglich, eigene Ideen an einzelne Personengruppen zu richten, es werden auch Angebote angenommen, welche spezifisch auf ältere Menschen ausgelegt sind.

Angenommen werden alle Vorschläge, die hauptsächlich in Baden-Württemberg wirken und eine der insgesamt fünf aufgeführten Zielgruppen dabei unterstützen können, Begegnungen, Austausch und (neue) Freund- bzw. Bekanntschaften zu knüpfen, um das Empfinden von Einsamkeit langfristig zu reduzieren, wobei eine Mitwirkung der Zielgruppen an der Konzeption allgemein empfohlen wird. Darüber hinaus sollte es sich bei der eingereichten Idee um einen klaren, realistischen, nachhaltigen, innovativen und messbaren Ansatz handeln. Eine Siegerehrung, auf der die fünf besten Ideen mit jeweils 30.000 Euro ausgezeichnet werden, ist für das kommende Frühjahr vorgesehen.

Die Ergebnisse der Umfrage lassen darauf schließen, dass Einsamkeit nicht nur das Wohlbefinden des Individuums angreift, sondern auch den Gemeinschaftssinn und sogar die politische Partizipation hemmt. Wer von Einsamkeit betroffen ist, neigt tendenziell häufiger zu einer Ablehnung demokratischer Strukturen und einer Zuwendung zu politischen Extremen. Daher betont die Bertelsmann-Stiftung auch in ihrem Forschungsbericht, dass der Kampf gegen Einsamkeit von allen politischen Institutionen gefördert werden sollte. Der Ideenwettbewerb des Landes Baden-Württemberg kann daher nur einen verhältnismäßig kleinen Beitrag hierzu leisten, damit Einsamkeit auf der Mikro-, Meso- und Makroebene nicht nur als gesamtgesellschaftliches Problem wahrgenommen, sondern auch durch entsprechende strukturelle Änderungen zurückgedrängt wird.

Möchten Sie einen eigenen Beitrag zum Ideenwettbewerb gegen Einsamkeit liefern, empfiehlt es sich, die Teilnahmebedingungen zu beachten.

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Einsamkeit im Alter gilt als eines der drängendsten sozialen Probleme unserer Zeit – besonders in Pflegeeinrichtungen. Wie digitale Technologien dazu beitragen können, das Wohlbefinden älterer Menschen zu verbessern und Pflegekräfte zu entlasten, untersuchte das Forschungsprojekt REIKOLA an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH). Beim Abschlusssymposium mit dem Titel „Alter(n), Einsamkeit und digitale Teilhabe“ stellte das Projektteam zentrale Erkenntnisse vor.

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Ein-Knopf-Technik schafft Nähe

Im Mittelpunkt des Projekts stand der Komp, ein intuitiv bedienbares Gerät für Videotelefonie, den Austausch von Fotos und kurze Nachrichten – speziell konzipiert für ältere Menschen ohne digitale Vorkenntnisse. Zwei Jahre lang wurde der Komp in fünf Senioreneinrichtungen des BRK Regensburg getestet.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass digitale Teilhabe die Lebensqualität deutlich steigern kann“, betont Projektleiterin Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali. Viele Bewohner*innen berichteten von einem stärkeren Gefühl sozialer Verbundenheit, insbesondere dann, wenn Angehörige weit entfernt leben. Die Möglichkeit, eigenständig Videotelefonate zu führen, führte zudem zu einer spürbaren Entlastung des Pflegepersonals.

Herausforderungen und Handlungsempfehlungen

Neben positiven Effekten identifizierte das Forschungsteam auch strukturelle Hindernisse – darunter fehlende WLAN-Infrastruktur oder finanzielle Hürden bei Anschaffung und Internetzugang. Um Einrichtungen bei der Einführung digitaler Kommunikationsangebote zu unterstützen, erarbeitete das Team eine praxisnahe Handreichung, die im Dezember vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention veröffentlicht wird.

Symposium: Wissenschaft, Praxis und Politik im Austausch

Das Abschlusssymposium an der OTH Regensburg bot ein breites Programm: Neben der Präsentation der Studienergebnisse gaben zwei Impulsvorträge und ein Marktplatz der Möglichkeiten Einblicke in aktuelle Entwicklungen im Bereich der digitalen Teilhabe.

Hauptredner Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer vom Deutschen Zentrum für Altersfragen beleuchtete die Mechanismen von Einsamkeit und betonte: „Um Einsamkeit im Alter aufzubrechen, reicht es nicht, Menschen einfach zusammenzubringen. Es braucht auch die Bereitschaft und Unterstützung, neue Kontakte einzugehen.“

Dr. Laura Wehr vom Kompetenzzentrum „Zukunft Alter“ der Katholischen Stiftungshochschule München stellte die Evaluation des Projekts SAVE vor und verwies auf weiteren Forschungsbedarf – insbesondere bei Zielgruppen wie älteren Frauen mit Migrationshintergrund und Menschen in der stationären Langzeitpflege.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Vertreter*innen aus Politik, Ehrenamt und Wirtschaft über Lösungsansätze im Umgang mit Einsamkeit. Kornelia Schmid vom Verein Pflegende Angehörige e.V. schilderte eindrücklich die Belastung, die Einsamkeit bedeuten kann: „Das ist Einsamkeit, die weh tut.“

Fazit: Digitale Teilhabe als Schlüssel zu Lebensfreude im Alter

Die Ergebnisse von REIKOLA machen deutlich: Digitale Kommunikationsangebote sind weit mehr als technische Spielerei. Richtig eingesetzt können sie Isolation verringern, Beziehungen stärken und den Alltag in Pflegeeinrichtungen entlasten. Damit wird digitale Teilhabe zu einem Instrument für mehr Würde, Nähe und Lebensqualität im Alter.

Mehr zum Forschungsprojekt REIKOLA lesen Sie auf der Homepage der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH).

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