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Maßnahmen gegen Einsamkeit

In einem im Februar erschienenen SPIEGEL-Interview spricht Dagmar Hirche, Vorsitzende des Vereins Wege aus der Einsamkeit e.V., über Digitalisierung, Teilhabe im Alter und ihre Forderungen.

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Schon seit Jahren setzt sich Dagmar Hirche für die Digitalisierung des Alters ein. Sie berät und unterstützt Senior*innen mit ihrem Verein Wege aus der Einsamkeit (WadE) im Umgang mit Smartphones oder Tablets, veranstaltet regelmäßige „Versilberer-Runden“ über die Videokonferenz-Plattform Zoom oder veröffentlicht Videos mit Tipps zum sicheren Umgang mit dem Internet. Dabei macht sie immer wieder klar, dass Digitalisierung eine Frage von Teilhabe ist.

In einem Interview mit dem SPIEGEL („Kostenloses WLAN für alle Altenheime“ vom 12.02.2022) sagt sie, dass seit Beginn der Pandemie zurecht viel über den Digitalisierungsbedarf an Schulen gesprochen wird. „Aber warum werden immer die alten Menschen vergessen, wenn es um Digitalisierung geht?“, merkt sie in dem Gespräch kritisch an. „Das ist Altersdiskriminierung.“ Digitalisierung dürfe nicht bei der Generation 60 plus aufhören. „Das muss bei 120 aufhören.“

Das viele ältere Menschen noch zu den „Offlinern“ gehörten, sei problematisch, es gehe schließlich um Teilhabe. Ohne E-Mails, Smartphones oder der Möglichkeit, sich beispielsweise online fürs schwimmen gehen anzumelden – wie im Lockdown teilweise vorausgesetzt wurde – ist es mittlerweile schwierig geworden. Auf die Frage, was die WadE-Vorsitzende denn fordere, antwortet Hirche: „In allen Altenheimen kostenfreies WLAN – und zwar in allen Zimmern.“ Es nütze nichts, Internet nur im Aufenthaltsraum empfangen zu können, wenn man das Zimmer nicht mehr verlassen könne. Außerdem fordert Hirche „Schulungsangebote an jeder Ecke.“ Auch wenn häufig so getan würde, sei es nicht selbstverständlich, den Umgang mit Luca-App, Corona-Warn-App oder der App CovPass auf Anhieb zu verstehen. Hirche und ihre Mitstreiter*innen bieten selbst solche Schulungen an. Die meisten, die diese Unterstützung wahrnehmen, seien zwischen 72 und 88 Jahre alt.

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Am 10. Februar 2022 ist das „Kompetenznetz Einsamkeit“ (KNE) der neuen Bundesregierung durch eine Auftaktveranstaltung gestartet. Das Projekt soll Einsamkeit unabhängig vom Alter bekämpfen und vorbeugen.

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Das neue Kompetenznetz will Wissen zu dem Thema Einsamkeit bündeln und bestehende Wissenslücken schließen. Politische und gesellschaftliche Maßnahmen sollen dann daraus abgeleitet werden. Damit verfolge das Kompetenznetz Einsamkeit auch „das übergeordnete Ziel ein solidarisches Miteinander und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern“, wie es auf der Internetseite des Präventionsprojektes heißt.

Durchgeführt wird das Projekt durch das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V., das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) fördert das KNE mit zunächst rund einer Millionen Euro bis Jahresende. Unter dem Stichwort der Gesundheitsförderung hatten sich SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP bereits im Dezember veröffentlichten Koalitionsvertrag darauf geeinigt, „einen Nationalen Präventionsplan sowie konkrete Maßnahmenpakete z.B. zu den Themen Alterszahngesundheit, Diabetes, Einsamkeit, Suizid, Wiederbelebung und Vorbeugung von klima- und umweltbedingten Gesundheitsschäden“ zu schaffen.

Leiter des neuen Projekts gegen Einsamkeit ist Benjamin Landes, der Direktor des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik. In einer Pressemitteilung sagt er zum neuen Kompetenzzentrum: „Die Arbeit des Kompetenznetz Einsamkeit hat zum Ziel, die Strategien gegen Einsamkeit weiterzuentwickeln. Dazu wird das Thema aus zivilgesellschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Blickwinkeln betrachtet, um diese unterschiedlichen Perspektiven in den Austausch zu bringen. Es sollen Maßnahmen identifiziert werden, die der Vorbeugung und Bekämpfung von Einsamkeit dienen. Dabei legen wir einen Fokus auf die Praxis der sozialen Arbeit sowie auf vulnerable Gruppen, die ein besonderes Einsamkeitsrisiko haben.“

Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) weist darauf hin, dass Einsamkeit keine Frage des Alters sei. Zudem betont sie den Netzwerk-Charakter des Projekts, welches die Ministerin am 10. Februar mit einem Grußwort bei der Auftaktveranstaltung offiziell gestartet hat: „Wir wollen bestehendes Engagement sichtbar machen und diejenigen zusammen­bringen, die sich gegen Einsamkeit einsetzen. Bei diesem offenen Netzwerk sind alle eingeladen, sich einzubringen.“

Erst kürzlich berichteten wir über den vierten Kurzbericht der Hochaltrigkeitsstudie D80+, der sich mit dem Thema Einsamkeit auseinandersetzt. Bei Menschen im Alter von mindestens 80 Jahren habe sich das Einsamkeitsempfinden demnach durch die Corona-Pandemie verdoppelt.

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Kürzlich ist mit „Einsamkeit in der Hochaltrigkeit“ der insgesamt 4. Bericht im Rahmen der Studie „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“ erschienen. Demnach fühle sich die Mehrheit der über 80-Jährigen in der Bundesrepublik nicht einsam, durch die Pandemie habe sich Einsamkeit jedoch verdoppelt.

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Im Rahmen der bundesweiten Hochaltrigkeitsstudie wurden zwischen November 2020 und April 2021 mehr als 10.000 Menschen im Alte von mindestens 80 Jahren zu ihrer Lebenssituation befragt. Nach und nach werden die Ergebnisse der schriftlichen Befragung in thematischen Kurzberichten veröffentlicht. Im ersten Bericht ging es um die wahrgenommenen Auswirkungen der Corona-Pandemie, der zweite hatte Einkommen im Alter zum Thema. Die gesundheitliche Lage im hohen Alter war Gegenstand des dritten Kurzberichts.

Der vierte Bericht dieser Art trägt den Titel „Einsamkeit in der Hochaltrigkeit“. Auch, wenn die Befragung schon unter dem Eindruck der Corona-Pandemie stattfand, fühlten sich 87,9 Prozent der Befragten nicht einsam. Mit 12,1 Prozent sei die Zahl der über 80-Jährigen, die unter Einsamkeit leiden, allerdings doppelt so hoch wie vor der Pandemie. Die Ergebnisse zeigten jedoch eine unterschiedliche hohe Einsamkeitsquote nach Altersgruppen innerhalb der mindestens 80 Jahre alten befragten. Während die Quote im Alter zwischen 80 und 84 Jahren noch bei 8,7 Prozent liege, fühlten sich bei den Teilnehmenden im Alter von über 90 Jahren schon über 22 Prozent einsam. Auffällig ist, dass Frauen sich mehr als doppelt so häufig einsam fühlen würden wie Männer. Erstaunlich hoch ist die Quote auch bei Menschen, die in Heimen leben. Hier gebe laut Bericht jede*r dritte Heimbewohner*in an, einsam zu sein.

Menschen mit schlechter subjektiver Gesundheit fühlten sich einsamer als jene, die sich gesund fühlen. Als Schutzfaktor gegen Einsamkeitsempfinden macht die Studie unter anderem Partnerschaften, ein großes soziales Netzwerk sowie einen hohen formalen Bildungsstand aus.

Reaktionen auf den Bericht gibt es auch aus der Bundesregierung. „Als Gesellschaft dürfen wir hier nicht wegschauen“, regiert die neue Bundesseniorenministerin Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) in einer Pressemitteilung auf den Bericht und das Thema Alterseinsamkeit. „Im Koalitionsvertrag haben wir daher vereinbart, die Einsamkeit im Alter überwinden zu helfen.“ Geplant sei beispielsweise, eine Strategie gegen Einsamkeit zu erarbeiten. Außerdem wolle man die rechtliche Institution der „Verantwortungsgemeinschaft“ einführen, was sich auch auf das hohe Alter auswirken würde. „Wenn verwitwete Menschen zusammenleben, tragen sie nicht nur füreinander Verantwortung, sondern beugen auch der Einsamkeit im Alter vor“, so Spiegel.

Die Hochaltrigkeitsstudie D80+ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert und vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) durchgeführt. Bislang gebe es kaum Erkenntnisse über das hohe Alter in Deutschland – und das vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft – was Ausgangspunkt für die Studie war.

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Ab Oktober 2022 will das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) wieder ein Bundesprogramm aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) starten, das die Teilhabe älterer Menschen stärken und Einsamkeit sowie sozialer Isolation entgegenwirken soll.

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Der neue Förderzeitraum des ESF-Programms „Stärkung der Teilhabe älterer Menschen – gegen Einsamkeit und soziale Isolation“ soll bis zum September 2027 laufen. Das derzeit noch laufende Vorläufer-Programm war im Oktober 2020 gestartet und läuft im September dieses Jahres aus.

Auch, wenn die Förderung mit größerem Umfang noch in der Planung ist, sind einige Eckpunkte bereits bekannt. Zielgruppe des Förderprogramms sollen demnach Menschen über 60 Jahre sein. Als Gesamtausgaben werden pro Jahr und Vorhaben 150.000 Euro angegeben. Antragsberechtigt sind neben Gemeinden, Landkreisen und kreisfreien Städten sowie Bezirke in einem Stadtstaat auch gemeinnützige freie Träger und gemeinnützige Träger der freien Wohlfahrtspflege.

Am 1. Februar 2022 hat bereits eine Informationsveranstaltung gegeben, in der online Eckpunkte des Programms vorgestellt worden sind. Mehr zum neuen Förderprogramm finden Sie hier. Für den gerade laufenden Förderzeitraum hat das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben im Januar 2022 einen Monitoring-Bericht herausgegeben.

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Sogenannte Smart-Home-Technologien könnten den Alltag von Senior*innen erleichtern. So können beispielsweise die Steuerung des Lichts oder einiger Haushaltsgeräte per Stimmbefehl ein selbstbestimmteres Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen. Der Digitalverband Bitkom hat dafür einen Leitfaden veröffentlicht, der in Smart-Home-Lösungen einführt.

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„In einer älter werdenden Gesellschaft, die vor wachsenden Herausforderungen steht, müssen wir die Chancen der Digitalisierung mutig ergreifen“, schreibt der Digitalverband Bitkom einleitend in dem aktuellen Leitfaden „Digitale Lösungen für das Wohnen im Alter“. „Bisher ist die Digitalisierung im häuslichen Sektor bei älteren Menschen kaum angekommen, obwohl Smart-Home-Lösungen gerade diese Altersgruppe unterstützen“, heißt es darin weiter.

Smart-Home-Systeme könnten dazu Beiträgen, dass Senior*innen länger und selbstbestimmter in der eigenen Häuslichkeit leben könnten und erst später – oder sogar gar nicht – in eine Pflegeeinrichtung ziehen müssten. Der Wegzug aus der vertrauten Umgebung werde oft als belastend empfunden.

Unter Smart-Home-Geräten werden beispielsweise Staubsauger- oder Rasenmäher-Roboter, Sprachassistenzsysteme oder sogenannte „intelligente Beleuchtungssysteme“, die sich beispielsweise durch Sensoren an- und ausschalten lassen. In dem Bitkom-Leitfaden werden entsprechende Systeme in Form eines Überblicks vorgestellt.

Die rund 20-seitige Broschüre enthält darüber hinaus jedoch auch Vorschläge für politische Maßnahmen. Um digitale Lösungen für das Wohnen im Alter umsetzen zu können, sei beispielsweise der flächendeckende Breitband-Ausbau eine wesentliche Grundvoraussetzung. Auch bei der Finanzierung müsse sich einiges ändern: „Mehr digitale Lösungen müssen seitens der Pflegekassen als Hilfsmittel anerkannt und finanziert werden“, fordert der Digitalverband.

Der Einsatz von Sprachassistenten könnte neben Erleichterungen beim Wohnen im Alter auch eine positive Rolle beim Thema Alterseinsamkeit spielen. Dazu finden Sie einen Beitrag unter diesem Link.

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Der Verein Lange Aktiv Bleiben (LAB e.V.) bietet in Hamburg regelmäßige Unterstützung für Menschen, die die Grundlagen von Smartphones oder Tablets lernen wollen. Individuelle Sprechstunden werden an verschiedenen Hamburger Standorten angeboten.

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Den Hamburger Verein LAB gibt es seit 1963. Damit ist er die älteste Senior*innenorganisation in der Hansestadt. Zu den Angeboten zählen beispielsweise Sport, gemeinsames Beisammensein, Kochen, Tanzen und vieles mehr. So sollen ältere Menschen unter anderem die Möglichkeit bekommen, neue Menschen kennenzulernen und mit ihnen zusammen Angebote wahrzunehmen.

Auf seiner Internetseite informiert der Verein zusätzlich auch zu regelmäßigen Hilfestellungen beim Erlernen der Smartphone- oder Tabletnutzung. Neben den Grundlagen wie Telefonie, Einstellungen oder Klingeltöne sollen auch das Nachrichten schreiben, Fotos machen oder Möglichkeiten der Videotelefonie vermittelt werden können. Gerade letztere Form der digitalen Kontaktaufnahme kann den - durch den Wegfall von vielen persönlichen Kontakten bestimmten - Pandemie-Alltag abwechslungsreicher gestalten. Hier zeigt beispielsweise der Verein Wege aus der Einsamkeit e.V. immer wieder, wie es gehen könnte.

Die Sprechstunden des Vereins LAB e.V. werden durch Herrn Lüdke angeboten. Montags ist er dafür im Treffpunkt Eppendorf, donnerstags im Treffpunkt Altona. An einem Sonntag im Monat werden zusätzliche Sprechstunden auf St. Pauli und in Lokstedt angeboten. Die Unterstützung findet auf Spendenbasis statt, um rechtzeitige vorherige Anmeldung am Treffpunkt wird gebeten. Die genauen Anschriften der jeweiligen Standorte finden Sie ebenfalls auf der Seite von LAB. Dort sind auch weitere Angebote zu finden.

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Berliner Politiker*innen verschiedener Fraktionen übernehmen vom 15. bis zum 17. Dezember jeweils für eine Stunde das „Silbertelefon“, um mit Menschen über 60 Jahren ins Gespräch zu kommen. Die Aktion soll ein Zeichen im Kampf gegen Einsamkeit im Alter setzen.

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Bei dem Silbertelefon des Vereins Silbernetz e.V. handelt es sich um eine kostenfreie Telefonnummer, unter der sich ältere Menschen anonym melden können, wenn sie sich einsam fühlen. „Einfach mal reden“ lautet daher das Motto, das man immer wieder auf der Internetseite des Projekts zu lesen bekommt. Seit März 2020 ist die Hotline bundesweit unter der Nummer 0800 4 70 80 90 zwischen 8:00 und 22:00 Uhr täglich aktiv. Seit dem ersten Lockdown seien nach Angaben des Vereins bereits rund 230.000 Anrufe eingegangen.

Gerade im Dezember sei der Bedarf an Gesprächen groß: „Wie immer in der Weihnachtszeit leiden ältere Menschen besonders stark unter ihrer Einsamkeit – die aktuelle Corona-Lage verschärft die Situation zusätzlich“, so Silbernetz-Initiatorin Elke Schilling in einer Pressemitteilung. „Das zeichnet sich bereits jetzt in den Gesprächen am Silbertelefon ab“. Als Zeichen im Kampf gegen Alterseinsamkeit werden daher Politikerinnen und Politiker aus dem Berliner Abgeordnetenhaus drei Tage in der Vorweihnachtszeit nutzen, um selbst einige Gespräche am Telefon zu führen. Vom 15. bis zum 17. Dezember werden die Landespolitiker*innen das Telefon in Berlin-Wedding jeweils eine Stunde übernehmen.

Darunter unter anderem die mögliche kommende Bürgermeisterin der Hauptstadt, Franziska Giffey (SPD) – der bereits ausgehandelte Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und Linken liegt derzeit noch den Parteien zur Abstimmung vor. Bundesweit bekannt dürfte auch die teilnehmende SPD-Politikerin Sawsan Chebli sein, die im Bund unter anderem einige Jahre stellvertretende Sprecherin des Auswärtigen Amtes war und derzeit Staatssekretärin in der Berliner Staatskanzlei ist. Unter den Telefonierenden wird auch Bettina Jarasch, die Spitzenkandidatin der Grünen zur vergangenen Landtagswahl und derzeitige Fraktionsvorsitzende sein. Kai Wegner (CDU) und Sebastian Czaja (FDP) sind ebenfalls Teil der Aktion.

Die Aktion könnte dazu beitragen, das Thema Einsamkeit im Alter stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. „Danke an alle Politiker*innen, die hierfür Aufmerksamkeit schaffen“, so die Initiatorin des Projekts. Silbernetz e.V. spricht von acht Millionen älteren Menschen in Deutschland, die zeitweise einsam oder isoliert leben würden.

Um dem besonderen Bedarf über die Feiertage gerecht zu werden, wird es auch in diesem Jahr wieder das Feiertagstelefon von Silbernetz geben. Vom 24. Dezember 2021 ab 8 Uhr morgens bis zum 1. Januar 2022 um 22 Uhr abends ist die Nummer rund um die Uhr freigeschaltet.

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Das in diesem Jahr ins Leben gerufene Projekt „Zweisam statt einsam. Das Generationentandem in Kiel.“ soll Studierende und Ältere zusammenbringen. Eindrücke zum Programm vermittelt nun auch ein im November erschienener Fernsehbeitrag im schleswig-holsteinischen Regionalprogramm bei Sat1.

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„Die Idee für das Patenschaftsprogramm entstand Ende letzten Jahres“, berichtet Alexandra Dreibach vom Studentenwerk SH im Frühjahr in einer Pressemitteilung. Das Studentenwerk SH hatte das Projekt unter anderem ins Leben gerufen, um „Jung und Alt näher zusammenzubringen“. Bei dem Tandem-Projekt können sich an einem intergenerationalen Austausch interessierte Studierende melden, die dann Senior*innen in teilnehmenden Einrichtungen oder denen, die alleinstehend sind, in Privatwohnungen leben und sich für das Projekt gemeldet haben, zugelost werden. Die teilnehmenden Älteren interessierten sich dafür laut Dreibach „nicht nur, weil sie Unterstützung im Alltag benötigen, sondern vor allem auch, weil sie alleine leben und sich nach sozialem Kontakt sehnen“. Und die junge Generation? „Auch vielen Studierenden fehlt aus unterschiedlichen Gründen sozialer Kontakt“, ergänzt Dreibach. Die Studierenden würden durch das Programm nicht zuletzt spannende Erfahrungen sammeln und gleichzeitig auch etwas für das Gemeinwohl tun können.

Auch der Fernsehsender Sat1 hat das Projekt in einem kleinen Beitrag für die Sendung „Sat1 Regional“ vom 22. November vorgestellt. Der Beitrag beginnt mit dem Bild eines Studenten und eines Bewohners der Residenz am Park in Kiel, die gemeinsam in einen aufgeklappten Atlas schauen. Der Geschichtsstudent lässt sich auf der geöffneten Karte gerade erklären, wo der Rentner geboren wurde. Das Bild verdeutlicht, worum es geht: Gemeinsam Zeit zu verbringen und sich auszutauschen zu können. „Das war für mich auch ein Zeichen: Die Älteren werden nicht vergessen!“, begrüßt die Heimleiterin Anna Beuster das Generationenprojekt. „Vor allem, dass das die jungen Menschen waren, die das Interesse zeigten, (…) dass hat mir sehr gefallen.“

Auch die Heimbewohnerin Helga Hansen kommt in dem Beitrag zu Wort. Sie sei digital gut angebunden und chatte oft mit der Studentin Lea, ihrer Tandem-Partnerin, mit der sie in Kontakt stehe. „Ich habe zwar vor vier Monaten meinen Lebenspartner verloren, aber Lea ist da und hört mir zu und ich höre ihr auch zu. Und das ist ein wunderbares Miteinander“, beschreibt die Seniorin den Austausch.

Einsamkeit im Alter gilt als wachsendes Problem. Darauf machte unter anderem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einigen Monaten in einem Kurzdossier aufmerksam. Folgen von Einsamkeit, an denen nach WHO-Angaben 20 bis 34 Prozent der älteren Menschen in Europa leiden würden, seien eine eingeschränkte körperliche und geistige Gesundheit und Lebensqualität sowie eine verkürzte Lebensdauer. Mehr dazu lesen Sie in diesem Beitrag.

Kontakt zu dem Projekt:


Erst wenige Tage vor Beginn ist entschieden worden, aufgrund der Infektionslage kurzfristig auf Präsenzveranstaltungen zu verzichten. Der erste ausschließlich digitale Seniorentag mit 99 Online-veranstaltungen und mehreren Tausend Besucher*innen ist vergangenen Freitag zu Ende gegangen.

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) spricht als Veranstalterin beim Seniorentag von der „bundesweit wichtigste Veranstaltung zum Älterwerden“. In einer Pressemitteilung bilanzieren sie die Veranstaltung, die vergangene Woche vom 24. bis zum 26. November zu Themen wie digitaler Teilhabe, Einsamkeit im Alter, Bewegung und Fitness oder Altersarmut und Pflege stattgefunden hat. Zu den Highlights zählt die BAGSO die Festveranstaltung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, ein Gespräch über Engagement im Alter mit Uschi Glas und BAGSO-Vorsitzendem und ehemaligem SPD-Politiker Franz Müntefering und den „TALK in Hannover“ mit dem Gerontologen Dr. Andreas Kruse und der niedersächsischen Sozialministerin Daniela Behrens (SPD).

An den drei Tagen hat es insgesamt 99 Online-Veranstaltungen gegeben. Ursprünglich war der Seniorentag im HCC in Hannover geplant, allerdings hat die Entwicklung der Pandemiesituation kurzfristig eine digitale Variante erforderlich gemacht. Die Workshops und Diskussionsveranstaltungen wurden nach BAGSO-Angaben von über 3.000 Teilnehmer*innen besucht. Trotz digitalem Format gab es interaktive Veranstaltungen und einen Austausch der Teilnehmenden.

„Die große Zahl der Veranstaltungen und die hohe Zahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß die digitale Kompetenz bei vielen Älteren bereits ist“, bilanziert Franz Müntefering in der Pressemitteilung. „Wir wissen aber auch, dass viele Ältere durch das Online-Format vom 13. Deutschen Seniorentag ausgeschlossen waren. Denn jeder Zweite über 70 Jahre ist nicht im Internet unterwegs“, so der BAGSO-Vorsitzende weiter. Ziel müsse sein, digitale Erfahrungsorte für ältere Menschen in allen Kommunen zu schaffen.

Unabhängig von der Frage nach Präsenz- oder Digitalveranstaltungen hält Müntefering am letzten Tag des 13. Deutschen Seniorentages fest: „Ältere Menschen haben viel Lebenserfahrung und es lohnt sich, ihnen zuzuhören.“ Das habe auch dieser Seniorentag gezeigt. „Sie mischen sich ein, diskutieren mit und haben etwas zu den aktuellen Themen wie Klimaschutz, Gerechtigkeit und Vielfalt in unserer Gesellschaft zu sagen. Und sie haben viele Ideen, wie sich im Miteinander der Generationen ein gutes Leben gestalten lässt.“

Weitere Informationen rund um den abgeschlossenen 13. Seniorentag finden Sie auf der Internetseite der Veranstaltung. Einige der Veranstaltungen wurden auf der Videoplattform YouTube live übertragen und stehen dort nun zum Abruf bereit. Zu den Mitschnitten gelangen Sie auf direktem Weg über diesen Link.

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Im September hat zum 33. Mal das jährlich zusammenkommende Altenparlament Schleswig-Holsteins getagt. Die Senior*innen haben sich dabei unter anderem für ein Entgegenwirken gegen Pandemie-Folgen wie Isolation und Einsamkeit, eine Stärkung digitaler Kompetenzen älterer Menschen und einen kostenfreien ÖPNV ausgesprochen.

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Wie schon im Altenparlament im letzten Jahr spielte das Thema Digitalisierung auch bei der 33. Tagung des Parlaments am 17. September eine wichtige Rolle. Die Senior*innen beschlossen z.B. einen Antrag mit dem Titel „Digitale Kompetenz für Ältere – Digitalisierung darf niemanden zurücklassen“, in dem die Landesregierung aufgefordert wird, Mittel für altengerechte Software und Schulungen zur Nutzung der digitalen Techniken bereitzustellen. Außerdem solle die Landesregierung Beratungen zu digitalen Zugängen für ältere Menschen etablieren. Auch der Breitband-Ausbau soll vorangetrieben werden und Internetzugänge schnell und bezahlbar sein.

Das Thema Digitalisierung hat insbesondere im Rahmen der Kontakteinschränkungen im Rahmen der Pandemiebekämpfung an Bedeutung gewonnen, da digitale Angebote häufig die einzige Möglichkeit z.B. für Gruppentreffen waren. Ob mit Nutzung digitaler Angebote oder ohne – die Pandemie hat auch Einsamkeit und Isolation hervorgebracht. Für eine kommende Pandemie fordert das Altenparlament die Landesregierung auf, Freiheitsrechte von Menschen in Pflegeeinrichtungen besser zu schützen: „Die Landesregierung soll durch geeignete Maßnahmen dafür Sorge tragen, dass in einem kommenden Pandemiefall die Freiheitsrechte von Menschen in Pflegeeinrichtungen sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe gewahrt bleiben“.

Zur sozialen Teilhabe gehört auch die Mobilität. In Bezug auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) fordern die Senior*innen eine kostenfreie Nutzung für Menschen im Ruhestand, Empfänger*innen von Grundsicherungsleistungen und Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent.

Alle Beschlüsse aus diesem Jahr sind in einem Dokument zusammengefasst. Die Beschlüsse gehen nun zur Stellungnahme an die Parteien im schleswig-holsteinischen Landtag, die Bundestagsabgeordneten des Bundeslandes und an die Landesregierung. Im Anschluss wird es eine Broschüre mit allen Beschlüssen und eingereichten Stellungnahmen geben.

Auch wenn die Beschlüsse des Altenparlaments nicht bindend sind, beeinflussen sie doch immer wieder politische Entscheidungen. Zu den Wirkungen der Arbeit des Altenparlaments untersucht auch das Deutsche Institut für Sozialwirtschaft (DISW) regelmäßig, inwieweit die Forderungen der Senior*innen von den Parteien und Parlamenten in Schleswig-Holstein und darüber hinaus aufgenommen und in den Folgejahren gegebenenfalls weiterbehandelt wurden. Zuletzt ist die Analyse des Altenparlaments 2018 erschienen, die zentralen Ergebnisse können Sie in hier auch auf diesem Portal lesen.

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