Weiterlesen Rund 150 Teilnehmer*innen haben am 22. Februar über die Auswirkungen gesellschaftlicher Umbrüche auf engagementfördernde Einrichtungen diskutiert. Zu dem Workshop eingeladen hatte das Netzwerk Engagementförderung, in dem unter anderem die BaS aktiv ist. Was die wichtigsten Herausforderungen sind, denen sich die Einrichtungen stellen müssen, was lokal getan werden kann oder wie der gesellschaftliche Wandel gelingen kann – all das sind Fragen, die diskutiert worden sind und zu denen sich Stichpunkte der Diskussion nun in der veröffentlichten Dokumentation wiederfinden. Die Ergebnisse können Sie hier herunterladen. Grundlage des Workshops war eine Expertise von Dr. Holger Krimmer von der ZiviZ gGmbH, die durch das Netzwerk in Auftrag gegeben wurde. Darin wurden bereits wesentliche gesellschaftliche Herausforderungen wie der demografische Wandel, die Digitalisierung oder Integration und Inklusion beschrieben und dargelegt, wie zivilgesellschaftliche Akteur*innen darauf reagieren und den Wandel mitgestalten könnten. Downloads und weiterführende Links: Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros (BaS)
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Bericht: Ältere Menschen in bewaffneten Konflikten
25. März 2022Weiterlesen „Ältere Menschen sind in Konflikten schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, darunter Hinrichtungen im Schnellverfahren, Vergewaltigungen und Entführungen“, erklärt Senior Researcher für die Rechte älterer Menschen bei Human Rights Watch Bridget Sleap in einer Pressemitteilung. „Es ist dringend notwendig, dass die Regierungen und die Vereinten Nationen die besonderen Risiken und den Hilfebedarf älterer Menschen erkennen und handeln, um sie zu schützen.“ Human Rights Watch hat im Februar 2022 den Bericht „No One Is Spared: Abuses against Older People in Armed Conflict“ (übersetzt etwa: Niemand bleibt verschont: Missbrauch gegen ältere Menschen in bewaffneten Konflikten) herausgegeben. Die Organisation hatte die Lage Älterer in Regionen mit kriegerischen Auseinandersetzungen in den vergangenen Jahren beobachtet. Menschenrechtsverletzungen seien unter anderem in Burkina Faso, Mali, Israel sowie die besetzten palästinensischen Gebiete, Syrien oder der Ukraine dokumentiert worden. Ältere Zivilist*innen seien am meisten gefährdet, wenn sie nicht in der Lage sind, vor Angriffen zu fliehen oder sich dagegen entscheiden. Auch beim (fehlenden) Zugang zu Hilfsgütern in Konfliktregionen seien ältere Menschen teilweise Menschenrechtsverletzungen und Hindernissen ausgesetzt. So habe beispielsweise ein 70-jährige blinder Mann 2017 im Südsudan gegenüber Human Rights Watch erklärt, es gebe keine Hilfsgüter auf der Insel, auf die er vertrieben worden sei. Um medizinisch versorgt zu werden, müsse er auf eine andere Insel oder aufs Festland reisen. „UN-Organisationen, Friedensmissionen und humanitäre Akteure sollten sicherstellen, dass alle Schutz- und Hilfsmaßnahmen auch ältere Menschen und ihre spezifischen Bedürfnisse berücksichtigen“, so Sleap weiter. „Ältere Menschen sind besonders schutzbedürftig. Sie sollten nicht länger unsichtbare Opfer von bewaffneten Konflikten werden.“ Der Bericht ist einen Tag nach dem aktuellen Angriff der russischen Armee auf die Ukraine veröffentlicht worden und bezieht sich demnach nicht auf die neue Situation. Da es in der Ukraine allerdings bereits seit 2014 bewaffnete Konflikte gab, sind diese Teil der Publikation. Wie die derzeitige Situation auch die Lage der älteren Zivilist*innen verschärft, bleibt weiter zu beobachten. Der 54-seitige, englischsprachige Bericht kann hier heruntergeladen werden.
Kurzdokumentation: Deutscher Seniorentag 2021
21. März 2022Weiterlesen Wenige Monate nach dem Seniorentag, der eigentlich in Hannover stattfinden sollte, aufgrund der pandemischen Lage allerdings größtenteils digital durchgeführt wurde, ist eine Kurzdokumentation veröffentlicht worden. Die 42-seitige Broschüre der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) – die auch Veranstalterin des Deutschen Seniorentages ist – gibt einen Einblick in die Veranstaltung im November. „Wir blicken auf einen außergewöhnlichen 13. Deutschen Seniorentag zurück, den wir alle uns anders vorgestellt und gewünscht haben. Aber die Pandemie ließ dies nicht zu. Dennoch haben wir unter dem Motto ‚Wir. Alle. Zusammen.‘ deutlich gemacht, dass das Alter ein gutes Stück Leben sein kann, wenn wir uns einbringen können und Verantwortung übernehmen“, heißt es einleitend im Vorwort der Dokumentation. Mehrere Tausend Menschen hatten im November an den knapp 100 digitalen Veranstaltungen teilgenommen. Das Dokument enthält neben zahlreichen Fotos und Beschreibungen auch die Hannoversche Erklärung, die im Rahmen des 13. Deutschen Seniorentages veröffentlicht wurde, die Gewinner*innen des Goldenen Internetpreises sowie einen Einblick in die Festveranstaltung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Eröffnung. Einige der Einzelveranstaltungen wurden auch mitgeschnitten und sind auf der Videoplattform YouTube weiterhin jederzeit abrufbar. Wir haben die Veranstaltung „Ältere digital verbinden – Lehren aus dem Lockdown“ für sie verfolgt und Ihnen eine Zusammenfassung zur Verfügung gestellt. Mit Blick auf einen nächsten bundesweiten Seniorentag sind BAGSO-Vorsitzende Dr. Regina Görner und der ehemalige Vorsitzende Franz Müntefering zuversichtlich: „Wir sind hoffnungsvoll, dass der nächste Deutsche Seniorentag wieder live stattfinden kann – mit persönlichen Begegnungen, lebendigem Austausch und gemeinsamem Erleben.“
Online-Service: Theaterarbeit mit Senior*innen
7. März 2022Weiterlesen „Seit einigen Jahren hat sich nun der Begriff des Senior*innentheaters fest in der Theaterlandschaft etabliert und führt zu einer vermehrten Aufmerksamkeit auf Themen wie ‚Soziale Teilhabe‘, ‚Aktivität‘ und ‚Gesundheit‘ im Alter durch Kunst und Kultur“, schreibt der BDAT auf seiner Internetseite. „Durch den demografischen Wandel ist es sehr wahrscheinlich, dass die Theaterarbeit mit Senior*innen noch zunehmen wird.“ Die Kulturgeragogik habe sich daher zum Ziel gesetzt, sich in diesem Bereich zu professionalisieren und Teilhabe, Lebensqualität und Zufriedenheit im Alter zu fördern. Vor diesem Hintergrund findet sich dort ein Online-Handout, dass nach verschiedenen Stichpunkten unterteilt ist. So finden sich dort Informationen zu „Gründung einer Theatergruppe“, „Förderung beantragen“ oder auch „Senior*innentheatergruppen in Deutschland“. Der Bund Deutscher Amateurtheater ist Dachverband von 18 Mitgliedsverbänden und rund 2.500 angeschlossenen Theaterbühnen. „Theater für alle“ ist Leitbild des Verbands, weswegen der BDAT bürgerschaftliches Engagement fördert und sich für kulturelle Bildung durch Amateurtheater einsetzt. Seit mehr als 25 Jahren veranstaltet er auch das Qualifizierungsprogramm „Europäisches Senior*innentheater-Forum“, das auch als Dialogplattform dienen soll. Das 33. dieser Art wird im Oktober online stattfinden. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten sollen im Sommer folgen.
Diskussionspapier für ein Demokratiefördergesetz
4. März 2022Weiterlesen „Der Staat kann zivilgesellschaftliches Engagement nicht erzwingen, er kann es aber mit guten Rahmenbedingungen fördern und ermöglichen“, heißt es in dem kürzlich vorgelegten Diskussionspapier. „Der Bund steht dabei in einer besonderen Verantwortung, da die zu beobachtenden demokratie- und menschenfeindlichen Phänomene nicht lokal oder regional begrenzt sind, sondern bundesweit und zum Teil international auftreten, sodass auch die Antwort darauf überregional sein muss.“ Mit dem Papier sind nun Fachorganisationen, Dachverbände und Wissenschaftler*innen eingeladen, sich in die Diskussion einzubringen und Stellung zu beziehen. „Für das neue Demokratiefördergesetz streben wir bewusst eine sehr breite Beteiligung an. Wir wollen sicherstellen, dass diejenigen, die sich täglich für Vielfalt und Demokratie einsetzen, bei der Erarbeitung des Gesetzentwurfs auch wirklich gehört werden“, erklärt Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) das geplante Vorgehen in einer Pressemitteilung. Mit dem geplanten Demokratiefördergesetz soll zunächst ein gesetzlicher Auftrag für Demokratieförderung und Extremismusprävention geschaffen werden. Dieser fehle bislang, sodass der Bund nur befristete Modellprojekte fördern könne. Insofern sei eine solche gesetzliche Regelung auch einen Beitrag, die Planungssicherheit für zivilgesellschaftliche Projekte zu verbessern. Neben einem entsprechenden gesetzlichen Auftrag sollen auch allgemeine Fördervoraussetzungen durch eine gesetzliche Regelung festgeschrieben werden, nach denen Maßnahmen auch längerfristig und bedarfsorientiert gefördert werden können. Inhaltlich beschrieben wird in dem Dokument insbesondere das Erstarken des Rechtsextremismus in den vergangenen Jahren. So hätten Rassismus, Queerfeindlichkeit und andere Formen der Diskriminierung und Ausgrenzung zugenommen. Hingewiesen wird auch auf die Zunahme von Verschwörungsideologien – insbesondere im Zusammenhang zu den Corona-Maßnahmen sowie auf Hass und Hetze im Netz. Ein Demokratiefördeungsgesetz soll nach Vorstellung der zuständigen Ministerien dieser Entwicklung entgegenwirken, indem explizit auch zivilgesellschaftliche Projekte gefördert werden sollen, die Vielfalt, Demokratie oder Extremismusprävention zum Ziel haben. Durch die Verbesserung gesetzlicher Rahmenbedingungen soll das Engagement darüber hinaus erleichtert werden. Fraglich ist allerdings, wie viel solche gesetzlichen Regelungen im Hinblick auf eine Verbesserung der Planungssicherheit und der Rahmenbedingungen ohne entsprechende Haushaltsmittel wirklich bringen kann. Es wird schlussendlich also auch auf die konkrete Finanzierung ankommen. Diese könnte durch ein solches Gesetz allerdings vereinfacht werden. Gleichzeitig könnte die Gefahr bestehen, kostenintensive staatliche Aufgaben nicht aus Gründen der Demokratieförderung, sondern vielmehr aus fiskalischen Gründen an die Zivilgesellschaft auszugliedern. Es wird in den nächsten Wochen und Monaten darauf ankommen, diese Fragen – wie vorgesehen – auch mit den entsprechenden Akteur*innen selbst zu diskutieren.
Kompetenznetz Einsamkeit
23. Februar 2022Weiterlesen Das neue Kompetenznetz will Wissen zu dem Thema Einsamkeit bündeln und bestehende Wissenslücken schließen. Politische und gesellschaftliche Maßnahmen sollen dann daraus abgeleitet werden. Damit verfolge das Kompetenznetz Einsamkeit auch „das übergeordnete Ziel ein solidarisches Miteinander und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern“, wie es auf der Internetseite des Präventionsprojektes heißt. Durchgeführt wird das Projekt durch das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V., das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) fördert das KNE mit zunächst rund einer Millionen Euro bis Jahresende. Unter dem Stichwort der Gesundheitsförderung hatten sich SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP bereits im Dezember veröffentlichten Koalitionsvertrag darauf geeinigt, „einen Nationalen Präventionsplan sowie konkrete Maßnahmenpakete z.B. zu den Themen Alterszahngesundheit, Diabetes, Einsamkeit, Suizid, Wiederbelebung und Vorbeugung von klima- und umweltbedingten Gesundheitsschäden“ zu schaffen. Leiter des neuen Projekts gegen Einsamkeit ist Benjamin Landes, der Direktor des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik. In einer Pressemitteilung sagt er zum neuen Kompetenzzentrum: „Die Arbeit des Kompetenznetz Einsamkeit hat zum Ziel, die Strategien gegen Einsamkeit weiterzuentwickeln. Dazu wird das Thema aus zivilgesellschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Blickwinkeln betrachtet, um diese unterschiedlichen Perspektiven in den Austausch zu bringen. Es sollen Maßnahmen identifiziert werden, die der Vorbeugung und Bekämpfung von Einsamkeit dienen. Dabei legen wir einen Fokus auf die Praxis der sozialen Arbeit sowie auf vulnerable Gruppen, die ein besonderes Einsamkeitsrisiko haben.“ Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) weist darauf hin, dass Einsamkeit keine Frage des Alters sei. Zudem betont sie den Netzwerk-Charakter des Projekts, welches die Ministerin am 10. Februar mit einem Grußwort bei der Auftaktveranstaltung offiziell gestartet hat: „Wir wollen bestehendes Engagement sichtbar machen und diejenigen zusammenbringen, die sich gegen Einsamkeit einsetzen. Bei diesem offenen Netzwerk sind alle eingeladen, sich einzubringen.“ Erst kürzlich berichteten wir über den vierten Kurzbericht der Hochaltrigkeitsstudie D80+, der sich mit dem Thema Einsamkeit auseinandersetzt. Bei Menschen im Alter von mindestens 80 Jahren habe sich das Einsamkeitsempfinden demnach durch die Corona-Pandemie verdoppelt.
Einsamkeit im hohen Alter: D80+
17. Februar 2022Weiterlesen Im Rahmen der bundesweiten Hochaltrigkeitsstudie wurden zwischen November 2020 und April 2021 mehr als 10.000 Menschen im Alte von mindestens 80 Jahren zu ihrer Lebenssituation befragt. Nach und nach werden die Ergebnisse der schriftlichen Befragung in thematischen Kurzberichten veröffentlicht. Im ersten Bericht ging es um die wahrgenommenen Auswirkungen der Corona-Pandemie, der zweite hatte Einkommen im Alter zum Thema. Die gesundheitliche Lage im hohen Alter war Gegenstand des dritten Kurzberichts. Der vierte Bericht dieser Art trägt den Titel „Einsamkeit in der Hochaltrigkeit“. Auch, wenn die Befragung schon unter dem Eindruck der Corona-Pandemie stattfand, fühlten sich 87,9 Prozent der Befragten nicht einsam. Mit 12,1 Prozent sei die Zahl der über 80-Jährigen, die unter Einsamkeit leiden, allerdings doppelt so hoch wie vor der Pandemie. Die Ergebnisse zeigten jedoch eine unterschiedliche hohe Einsamkeitsquote nach Altersgruppen innerhalb der mindestens 80 Jahre alten befragten. Während die Quote im Alter zwischen 80 und 84 Jahren noch bei 8,7 Prozent liege, fühlten sich bei den Teilnehmenden im Alter von über 90 Jahren schon über 22 Prozent einsam. Auffällig ist, dass Frauen sich mehr als doppelt so häufig einsam fühlen würden wie Männer. Erstaunlich hoch ist die Quote auch bei Menschen, die in Heimen leben. Hier gebe laut Bericht jede*r dritte Heimbewohner*in an, einsam zu sein. Menschen mit schlechter subjektiver Gesundheit fühlten sich einsamer als jene, die sich gesund fühlen. Als Schutzfaktor gegen Einsamkeitsempfinden macht die Studie unter anderem Partnerschaften, ein großes soziales Netzwerk sowie einen hohen formalen Bildungsstand aus. Reaktionen auf den Bericht gibt es auch aus der Bundesregierung. „Als Gesellschaft dürfen wir hier nicht wegschauen“, regiert die neue Bundesseniorenministerin Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) in einer Pressemitteilung auf den Bericht und das Thema Alterseinsamkeit. „Im Koalitionsvertrag haben wir daher vereinbart, die Einsamkeit im Alter überwinden zu helfen.“ Geplant sei beispielsweise, eine Strategie gegen Einsamkeit zu erarbeiten. Außerdem wolle man die rechtliche Institution der „Verantwortungsgemeinschaft“ einführen, was sich auch auf das hohe Alter auswirken würde. „Wenn verwitwete Menschen zusammenleben, tragen sie nicht nur füreinander Verantwortung, sondern beugen auch der Einsamkeit im Alter vor“, so Spiegel. Die Hochaltrigkeitsstudie D80+ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert und vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) durchgeführt. Bislang gebe es kaum Erkenntnisse über das hohe Alter in Deutschland – und das vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft – was Ausgangspunkt für die Studie war.
Schwule Sexualität im Alter: „Wir sind auch sexuelle Wesen“
11. Februar 2022Weiterlesen Auch BISS war Teil des 13. Deutschen Seniorentags im November vergangenen Jahres. Mit dem Online-Workshop „Let’s talk about Sex!“ ging es der Interessenvertretung darum, neue Aufmerksamkeit für das Thema sexueller Selbstbestimmung im Alter zu schaffen. Vorgestellt wurde in dem Rahmen auch das Positionspapier „Schwule Sexualität im Alter – ‚Wir sind als Alte auch sexuelle Wesen‘“. „Sexualität und sexuelle Identität sind Bestandteil jeder Persönlichkeit. Jeder Mensch hat ein Recht auf die Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse bei gegenseitigem Einverständnis“, heißt es darin. Daher müsse Sexualität im Alter enttabuisiert werden und sollten entsprechend auch Aufgabe der Angebotspolitik in der Alten- und Selbsthilfe sein. Insbesondere bei älteren Schwulen spiele die durch Verfolgung und Stigmatisierung geprägte Lebensbiografie eine große Rolle im Hinblick auf die eigene Sexualität. Neben der erlebten strafrechtlichen Verfolgung (u.a. aufgrund des § 175 StGB) gehöre auch die AIDS-Krise der 80er und 90er Jahren und gesellschaftliche Vorurteile zum kollektiven Erleben dieser Menschen. Vom Juli bis Oktober 2021 hat BISS eine Online-Befragung mit insgesamt 572 schwulen, bi- und pansexuellen Männern zu ihrem Sexualleben im Alter durchgeführt. Die Befragung habe gezeigt: „Schwule ältere Männer wollen Akzeptanz, um sich in Angebote des Mainstreams integrieren zu können – sie benötigen für (Gesundheits-)Fragen, die ihre sexuelle Identität betreffen, aber auch eigene Strukturen und Angebote.“ Das 8-seitige Positionspapier steht hier zum Download zur Verfügung.
Umsetzungsstand des Zweiten UN-Weltaltenplans
2. Februar 2022Weiterlesen Zur Umsetzung des Zweiten Weltaltenplans, der in Madrid verabschiedet wurde und in diesem Jahr zwanzigjähriges Jubiläum feiert, gibt es einen Nationalen Bericht des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) über die Umsetzung und Situation in Deutschland. Die BAGSO hat mit einer eigenen Stellungnahme Ende des vergangenen Jahres die Sichtweise der Zivilgesellschaft ergänzt. Einer der größten Erfolge der Seniorenpolitik der letzten zwanzig Jahre in Deutschland im Hinblick auf die Würdigung des Potentials älterer Menschen sei laut dem Bericht der Bundesregierung die nachhaltige Förderung von Mehrgenerationenhäusern. Bundesweit gebe es mittlerweile rund 530 solcher „Begegnungsorte und Anlaufstellen mit niedrigschwelligen und wohnortnahen Beratungs-, Bildungs- und Freizeitangeboten, die allen Menschen offenstehen und soziale Teilhabe sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen Generationen und Kulturen fördern.“ Für die Verlängerung des Arbeitslebens und der Arbeitsfähigkeit verbucht die Bundesregierung die Einführung des Pflegezeitgesetzes (PflegeZG) und des Familienpflegezeitgesetzes (FPfZG) als wichtigsten Erfolg. Bei der Sicherstellung der Würde und Selbstbestimmung im Alter hebt der Bericht zudem die Erstellung der „Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen“ als größten Erfolg der letzten 20 Jahre hervor. Ergänzend zu dem Nationalen Bericht hat die BAGSO als größter Dachverband der Seniorenorganisation ihre Mitgliedsverbände zum Umsetzungsstand befragt und die wichtigsten Erkenntnisse in einer 16-seitigen Stellungnahme aus Sicht der Zivilgesellschaft zusammengetragen. Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft spricht von generellen Erfolgen, so seien die Bedingungen für das Älterwerden seit dem letzten Bericht 2017 z. B. im Hinblick auf gesundheitliche Prävention besser geworden. Auch seien differenziertere Altersbilder in den vergangenen Jahren zunehmend wahrgenommen worden. Allerdings gebe es auch noch reichlich Handlungsbedarf. Beispielsweise bei der Sicherung der Rechte auf gesellschaftliche und politische Teilhabe oder soziale Sicherheit im Alter. Konkrete fordert der Dachverband im Bericht: Die Aspekte werden in dem Dokument jeweils weiter erläutert. Linksammlung zu den Berichten: Madrid international plan on action and ageing (Weltaltenplan, englisch): political-declaration-en.pdf (un.org) Nationaler Bericht der Bundesregierung: Nationaler Bericht Bundesrepublik Deutschland (bmfsfj.de) BAGSO-Stellungnahme: Eine Bewertung der Umsetzung des Zweiten Weltaltenplans in Deutschland aus Sicht der Zivilgesellschaft (BAGSO) Über die Bedeutung des Zweiten Weltaltenplans für die Altenpolitik hat die BAGSO 2019 eine eigenständige Broschüre herausgegeben, die sie hier finden: Eine Gesellschaft für alle Lebensalter – Der Zweite Weltaltenplan der Vereinten Nationen und seine Bedeutung für die Altenpolitik (bmfsfj.de).
Kompetenzzentrum Demenz – Online-Fortbildungen im Februar
19. Januar 2022Weiterlesen In einem Beitrag im Dezember haben wir bereits über das Jahresprogramm des schleswig-holsteinischen Kompetenzzentrums berichtet. Direkt zu dem Programm gelangen Sie über diesen Link. Für Februar weisen wir auf folgende Termine hin: Anmelden können Sie sich unter der Telefonnummer 040 / 2383044-0 oder unter https://www.demenz-sh.de/. Anmeldedaten werden jeweils kurz vor den Veranstaltungsterminen per E-Mail verschickt. Das Kompetenzzentrum Demenz ist Projekt der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) und bietet neben Fortbildungen auch Beratungen an. Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit ist ebenfalls Teil des Projekts, welches seit 2011 vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren und vom Spitzenverband der Pflegekassen gefördert wird. Nach Angaben des Kompetenzzentrums leben in Schleswig-Holstein rund 62.000 Menschen mit einer Demenz.








