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Gesellschaftliches Leben

Die Bürger/innenbeauftragte für soziale Angelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein, Samiah El Samadoni, hat am 28.06.2018 in Kiel ihren Tätigkeitsbericht für das vergangene Jahr 2017 vorgestellt. Die Beauftragte berichtet darin vor allem von Problemen mit der Gesetzlichen Krankenversicherung, Arbeitslosengeld 2 bzw. Hartz IV, dem Unterhaltsvorschussgesetz und bei der Finanzierung von Kindertagesstätten-Plätzen.

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3.477 Petitionen richteten Bürger/innen im letzten Jahr an die Beauftragte und trugen darin ihre Sorgen, Nöte und Ängste vor, die aus Streitigkeiten und Problemen mit den Sozialbehörden resultierten. Die Zahl der Petitionen, die seit der Einrichtung des Amtes im Jahr 1988 eingereicht wurden, erhöhte sich damit auf insgesamt 80.400. Neben dem Schwerpunktthema Hartz IV (870 Eingaben) gab es besonders viele Probleme mit der Gesetzlichen Krankenversicherung. Diese stiegen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel auf 577 Eingaben an.

Dahinter steckten überwiegend Schwierigkeiten mit dem Krankengeld, Beitragsrückstände und Fälle, bei denen es um den Zugang zur Gesetzlichen Krankenversicherung ging. ,,Es handelt sich oft um existenzielle Sorgen und Nöte der Menschen", führte El Samadoni aus. Ein Beispiel sei die verspätet
eingeholte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, eine bloße Formalität. Wenn die Bescheinigung lediglich einen Tag später ausgestellt werde und dadurch sowohl der Anspruch auf Krankengeld als auch die Mitgliedschaft in der Krankenkasse verloren gingen, ,,dann werden kranke Menschen ohne Krankenversorgung gestellt und darüber hinaus in erhebliche finanzielle Nöte getrieben. Das ist durch nichts gerechtfertigt und völlig unverhältnismäßig."

Die Bürgerbeauftragte fordert seit längerem, dass unter anderem die gesetzlichen Regelungen zum Krankengeld nochmals überarbeitet werden. Auch die Überforderung vieler Personengruppen mit den Beiträgen zur Krankenversicherung müsse grundlegend angegangen werden. ,,Viele Menschen mit geringen Einkünften zahlen deutlich höhere Beiträge als 14,6 Prozent. Die Beitragsstruktur treibt sie dann oft in den Beitragsrückstand oder sogar in die Insolvenz", erklärte El Samadoni. ,,Hier besteht dringender gesetzgeberischer Handlungsbedarf." Reformen seien auch im Bildungs- und Teilhabepaket, bei der Pauschale für den persönlichen Schulbedarf für Schüler, erforderlich.

Handlungsbedarf sieht die Bürgerbeauftrage auch beim Unterhaltsvorschussgesetz. Insbesondere alleinerziehende Mütter, die nach einem One-Night-Stand mit einer Zufallsbekanntschaft schwanger werden, hätten Schwierigkeiten bei der Leistung des Unterhaltsvorschusses.

Im Jahr 2017 sind bei der Bürgerbeauftragten auch unterschiedlichste Probleme rund um das Thema KiTa und Krippe vorgetragen worden. Dazu zählten laut El Samadoni beispielsweise zu hohe Gebühren oder zu geringe Entlastung durch die Sozialstaffelregelung.

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Am Sonntag, den 06.05., finden in Schleswig-Holstein die sogenannten Kommunalwahlen statt. Dies umfasst Wahlen in den über 1000 Gemeinden, in den elf Kreisen sowie vier kreisfreien Städten. Peter Schildwächter, der Vorstandsvorsitzende des Landesseniorenrates Schleswig-Holsteins, empfiehlt allen Senior/innen, an den Wahlen teilzunehmen:

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"Alle Senior/innen sind aufgerufen, sich an der Kommunalwahl zu beteiligen. Hierdurch können Sie auf Ihre Zukunft bestimmend einwirken."

Die Kommunalwahlen unterscheiden sich je nach Gemeinde: In 28 Kleinstgemeinden, in denen weniger als 70 Einwohner/innen leben, wird keine Gemeindevertretung, also nur das jeweilige Kreisparlament gewählt. In Flensburg, Kiel, Lübeck und Neumünster wird anstelle der Kreis- und der Gemeindevertretung ein Stadtparlament gewählt. In allen übrigen Gemeinden der Kreise finden zwei Wahlen - die des Kreisparlaments sowie die zur Gemeindevertretung - parallel statt.

Die Gemeinde- und Kreisvertretungen werden für fünf Jahre - also vom 01.06.2018 bis zum 31.05.2013 - gewählt. Gewählt wird am Sonntag, den 6. Mai 2018.

Mehr Informationen zur Wahl finden Sie auf der Seite des Landes.

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Die HABA Digitalwerkstatt und der Verein "Wege aus der Einsamkeit" laden an zwei Terminen zu Workshops zu digitaler Aktivität ein, an dem Großeltern und Enkel teilnehmen können. In Berlin findet der Workshop am 12.05.2018, in Hamburg am 27.07.2018 statt.

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Bei den Workshops soll digitale Kommunikation, vor allem zwischen den Generationen, thematisiert werden. Digitale Technologien sollen gemeinsam erkundet werden. Lernziel soll sein, dass Geschichten auf neue Art zu erzählt werden können.

In Teams sollen Enkel und Großeltern Geschichten mit unterschiedlichen Materialien und Figuren in Szene setzen. Dabei soll auch eine benutzerfreundlichen App (Application, zu deutsch Anwendung) erkundet werden, mit der eigene Stop-Motion-Filme erstellt werden können.

Digitale Vorkenntnisse sollen nicht erforderlich sein, Materialien werden bereit gestellt. Die Veranstaltung ist kostenfrei, jedoch wird um eine verbindliche Anmeldung gebeten. Anmelden können Sie sich auf der Seite der Digitalwerkstatt.

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Der Alzheimer-Forscher Dr. Gérard Nisal Bischof von der Uniklinik Köln und dem Forschungszentrum Jülich wird mit dem Kurt Kaufmann-Preis der Alzheimer Forschung Initiative (AFI) geehrt. Untersucht wird aus medizinischer Perspektive, dass Frauen nicht nur aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung häufiger an Alzheimer erkranken.

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„Die Alzheimer-Erkrankung stellt ein großes gesamtgesellschaftliches Problem dar, dessen ursächliche Erforschung uns die Möglichkeit gibt, dem langsamen Verschwinden der eigenen Biographie eines Menschen, Einhalt zu gebieten“, sagt Dr. Gérard Nisal Bischof.

Die AFI zeichnet die Arbeit von Dr. Bischof aus zum Thema „Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Alzheimer-Krankheit“. Frauen erkranken nicht nur aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung häufiger an der Alzheimer-Krankheit als Männer. Bislang ist aber unklar, welche Faktoren genau zu einem höheren Erkrankungsrisiko führen. Dr. Bischof vermutet, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Ablagerung des Tau-Proteins geben könnte. Ablagerungen des Tau-Proteins zu sogenannten Fibrillenbündeln sind neben Plaques aus Beta-Amyloid charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit. Zudem korrelieren die Tau-Ablagerungen stark mit den klinischen Symptomen der Erkrankung.

Dr. Bischof wird die Daten von aktuell laufenden klinischen Studien mit Alzheimer-Patienten auf geschlechtsspezifische Unterschiede hin auswerten. In den Studien wurden durch das bildgebende Verfahren PET (Positronen-Emissions-Tomographie) besonders die Regionen im Gehirn betrachtet, in denen sich Tau typischerweise zu Fibrillen ablagert. Außerdem wird die gesamte Tau-Belastung der Patienten untersucht. In einem weiteren Schritt wird dann der Bildungsgrad der Proband/innen hinzugezogen um auch hier einen möglichen Zusammenhang zur Tau-Belastung zu erkennen. Ziel ist die Gewinnung von neuen Erkenntnissen, die zu einer geschlechtsspezifischen und damit gezielteren Alzheimer-Therapie führen könnten.

Der Kurt Kaufmann-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die offizielle Preisverleihung findet statt am 29. Juni 2018, ab 17 Uhr im Excelsior Hotel Ernst, Trankgasse 1-5, 50667 Köln, Blauer Salon.

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Soziale Teilhabe ist für jeden Menschen wichtig. Die Rahmenbedingungen für Teilhabe in einer sich verändernden Gesellschaft zu setzen und zu diskutieren sollte Teil der politischen Arbeit sein. Als Grundlage für Diskussionen kann ein Blick in die Fachliteratur nicht schaden.

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Die Literaturhinweise dieses Beitrages entstammen der Bibliothek des Deutschen Zentrums für Altersfragen. Zunächst eine Übersicht über eigenständige Veröffentlichungen und Sammelwerke:

Alisch, Monika / May, Michael (2015): „Das ist doch nicht normal ...!“ Sozialraumentwicklung, Inklusion und Konstruktionen von Normalität.

Bryden, Christine / Börger, Heide / Kubillus, Swantje (2017): Nichts über uns, ohne uns! 20 Jahre als Aktivistin und Fürsprecherin für Menschen mit Demenz.

Demenz-Support Stuttgart (Hrsg., 2017): Beteiligtsein von Menschen mit Demenz. Praxisbeispiele und Impulse.

Rothe, Verena / Kreutzner, Gabriele / Gronemeyer, Reimer (Hrsg., 2015): Im Leben bleiben. Unterwegs zu demenzfreundlichen Kommunen.

Stöckl, Claudia / Kicker-Frisinghelli, Karin / Finker, Susanna (2016): Die Gesellschaft des langen Lebens. Soziale und individuelle Herausforderungen.

Swaffer, Kate / Börger, Heide / Kubillus, Swantje / Tayler, Richard / Rees, Glenn / Rahman, Shibley (2017): „Was zum Teufel geschieht in meinem Kopf?“ Mit einer früh einsetzenden Demenz leben und kämpfen.

Wißmann, Peter (2016): Demenz. Ausschluss aus der inklusiven Gesellschaft?


In Sammelwerken oder Fachzeitschriften finden sich auch einzelne Beiträge zum Thema:

Klie, Thomas (2015): Demenz und Menschenwürde zwischen Teilhabe und Rückzug. In: Gunter Geiger / Elmar Gurk / Markus Juch / Burkhard Kohn / Achim Eng / Kristin Klinzing (Hrsg.): Menschenrechte und Alter: ein sozialpolitischer und gesellschaftlicher Diskurs, S. 163-178.

Kreutzner, Gabriele / Wißmann, Peter (2015): Bedürfnisse, Anliegen und Interessen von Menschen mit Demenz. In: Hermann Brandenburg / Helen Güther (Hrsg.): Gerontologische Pflege, S. 261-281.

Wallisch, Eva-Maria (2015): Du aber wähle das Leben – für eine Wiederkehr „dementer“ Menschen in die Lebensvollzüge unserer Gesellschaft. In: Elisabeth Jünemann / Karl Langer (Hrsg.): Wenn die Freiheit in die Jahre kommt: zehn sozialethische Impulse für den Umgang mit alten Menschen, S. 167-180.

Wiegelmann, Henrik (2017): Leitbilder einer zukünftigen Demenzversorgung in ländlichen Regionen. Ergebnisse einer explorativen Interviewstudie mit ExpertInnen der Demenzversorung. In: Liane Schirra-Weirich / Henrik Wiegelmann (Hrsg.): Alter(n) und Teilhabe: Herausforderungen für Individuum und Gesellschaft, S. 151-166.

Germann, Ingeborg (2015): „Demenzquartier“ oder inklusiver Sozialraum? Zur Diskussion über Sonderwohnformen für Menschen mit Demenz. Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit, S. 40-51.

Rothe, Verena (2015): Demenzfreundliche Kommune. Erfahrungen mit der Schulung von Multiplikatoren. Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit, S. 52-57.

Zölch, Hansrudolf (2016): Berücksichtigung von Individualität. Eine wichtige Voraussetzung für die Inklusion von Demenz-Betroffenen. NOVAcura, S. 40-42

Wolf-Ostermann, Karin / Meyer, Saskia / Schmidt, Annika (2017): Nutzer und Nutzerinnen regionaler Demenznetzwerke in Deutschland. Erste Ergebnisse der Evaluationsstudie DemNet-D. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, S. 21-27.

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) beschreibt die Informationen aus den Verhandlungen zwischen CDU, SPD und CSU als einen wichtigen "Schritt in Sachen Pflege", es sei "aber nur ein Schritt". Es gehe um Unterstützung und Entlastung für pflegende Angehörige, mehr Personal in der Pflege und bessere Arbeitsbedingungen auch in der ambulanten Pflege. Dieses Thema bleibe zumindest auf der Tagesordnung.

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Die BAGSO und andere Seniorenorganisationen und Sozialverbände haben nachdrücklich darauf hingewiesen: Die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt deutlich zu. Familien, die pflegen, benötigen Entlastung. Es gibt nicht genügend berufliche Pflegefachkräfte. Diese werden bisher oft unzureichend entlohnt. Es fehlen so Zeit und Fähigkeit für eine bezahlbare menschenwürdige Pflege. Das Thema bleibe in den Verhandlungen auf der Tagesordnung, insbesondere was die familiäre Pflege in den Familien angeht, zumal viele der zukünftigen Senior/innen weniger oder keine Kinder haben.

Ähnliches wurde bereits zu den Sondierungsergebnissen geäußert: Die Maßnahmen in der Pflege seien notwendig, die verabredeten Stellenaufstockungen jedoch bei weitem nicht ausreichend.

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Der Landesrechnungshof Schleswig-Holstein hat eine Stellungnahme zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes an den Sozialausschuss versendet. Die Umsetzung begann mit dem Ersten Teilhabestärkungsgesetz, auf den sich diese Stellungnahme bezieht.

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In seiner Stellungnahme mahnt der Landesrechnungshof vor allem an, dass das Land die Eingliederungshilfe stärken und steuern müsse, auch wenn eine verstärkte Kommunalisierung vorgesehen ist. Die Verankerung von anlassunabhängigen Prüfungen bei Leistungserbringer/innen in der Eingliederungshilfe werden vom Landesrechnungshof begrüßt. Die Prüfungen bedeuten, dass die Einrichtungen bzw die Träger der Einrichtungen auch ohne vorhergehende Beschwerden von Hilfeempfänger/innen geprüft werden können.

Die komplette Stellungnahme können Sie hier nachlesen.

Das Erste Teilhabestärkungsgesetz wurde vom Sozialministerium auch in einfache Sprache übersetzt.

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Die Zeitschrift „BaS impulse“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS) hat es zum Ziel, wichtige Themen kurz zusammenzufassen, die diesbezüglichen Expertisen und Handlungsoptionen der Seniorenbüros erkenntlich zu machen und die Leser/innen zum Weiterdiskutieren anzuregen. Bei der Veröffentlichung handelt es sich um ein Papier, welches in unregelmäßigen Abständen herausgebracht wird.

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Die erste Ausgabe dieses Jahres von „BaS impulse“ trug den Titel „Solidarität in einer älter werdenden Gesellschaft – Folgerungen aus dem Siebten Altenbericht“. Die BaS hat mit der Ausgabe die Erkenntnisse der Debatte, im Rahmen der Tagung vom 10. Mai 2017 in Heidelberg, im Hinblick auf die Betrachtung der Ergebnisse des zuletzt veröffentlichten Altenberichts und die Beleuchtung dieser hinsichtlich ihrer Relevanz für die Praxis zugänglich gemacht. Demnach werden die folgenden Aspekte des Altenberichtes aufgeführt und beschrieben, wobei diese nicht die Umfänglichkeit der Erkenntnisse abzubilden vermögen:


Sorge und Mitverantwortung

In ihrem Bericht weist die Kommission auf die Notwendigkeit zur Anerkennung der Komplexität der querschnittsorientierten Senior/innenpolitik sowie zur Schaffung der Voraussetzungen zu einem kooperativ geprägten Vorgehen der diversen haupt- und ehrenamtlichen Akteur/innen hin. Somit könne unter dem Aufbau „zukunftsfähiger Gemeinschaften“ in keinem Fall der Rückzug des Sozialstaates aus der Verantwortung verstanden werden. In dem Bericht findet eine intensive Auseinandersetzung mit den Herausforderungen auf den zentralen Ebenen des Wohnens, der Gesundheit und Pflege statt. Diese gelten als bereits für sich große Problembereiche, die z.T. auch noch marktförmig organisiert sind. Des Weiteren werden die Aspekte des Daseinsvorsorge und Subsidiarität, die Verschiedenheit der materiellen und räumlichen Strukturen in den Regionen sowie die Ungleichheit der Geschlechter und der Lebenslagen analysiert. Zur Bewältigung der mit dem demografischen Wandel verbundenen Herausforderungen wird die Stärkung und Befähigung der Kommunen als zentraler Punkt erachtet. Demzufolge bedarf es wirksamkeitsfördernde Bedingungen für Eigeninitiative, gesellschaftliche Solidarität und die notwendige öffentliche Daseinssorge über die Eigenverantwortlichkeit hinaus. Solche Bedingungen zu schaffen und damit auch hochaltrige Personen einerseits als Leistungsempfänger/innen und andererseits als Kompetenzen- und Ressourcenträger/innen zu verstehen, kann als wünschenswertes Ergebnis angesehen werden.

Die vielen politischen Empfehlungen des Altenberichtes beinhalten als wesentlichen Kern die Forderung eine „Gemeinschaftsaufgabe Demografischer Wandel“ zu formulieren. Daneben wird der Vorschlag zu einem Altenhilfestrukturgesetz angebracht.


Soziale Ungleichheit und Teilhabe

Trotzdem Deutschland eines der reichsten Länder der Welt ist, ist es von einer relativen Ungleichheit der Lebenslagen gekennzeichnet. Die Zugangschancen zu sozialen oder gesundheitliche Leistungen, Bildung und Einkommen sind durch Merkmale, wie Ethnie, Schichtzugehörigkeit, Wohnort und Geschlecht entscheidend geprägt. Diese Diskrepanzen in der gesellschaftlichen Teilhabe werden auch im Altenbericht ausführlich berücksichtigt. Demnach finden Themen der Altersarmut, der Gesundheit sowie der Benachteiligung von Frauen und die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung oder älteren Schwulen und Lesben Raum für eine analytische Auseinandersetzung u.a. mit deren Exklusionswirkungen, die besondere negative Effekte im höheren Alter aufweisen.

Unabhängig von der Armutsdefinition sind gravierende Unterschiede in der materiellen Ausstattung zwischen bestimmten Gruppen unabweisbar. Als besondere Erschwernisse sind die mit dem Alter zumeist verbundene Reversibilität und die Auswirkungen lebenslanger Benachteiligungen zu verstehen. Davon betroffen sind in einem überproportionalen Anteil Frauen, die zumeist geringere Einkommen als Männer aufweisen und parallel geringere Renten wegen Unterbrechungen in der beruflichen Tätigkeit beziehen. Außerdem ist die Annahme eines Anstiegs älterer Menschen, die auf Unterstützungen des Staats angewiesen sind eine zentrale Annahme des Altenberichts.

Als positive Aspekte werden dagegen die im letzten Jahrhundert eklatant zunehmende Lebenserwartung der Menschen und der meist gute Gesundheitszustand der älteren Personen angeführt. Entsprechend ist nur eine relativ kleine Gruppe Pflegebedürftiger zu verzeichnen, wobei diese den höheren Altersgruppen angehören. Allerdings wird die absolute Zahl der pflegebedürftigen Menschen in der Zukunft steigen. Als Risikogruppen im Hinblick auf die Pflegebedürftigkeit werden insbesondere Frauen und Migrant/innen in Begründung der Rollenverteilungen und der Arbeitsbedingungen erachtet. Solche und andere beobachtbaren Ungleichverteilungen bedürfen eines Handels auf politischer Ebene und einem aktiven Gegensteuern, um dem verfassungsmäßigen Gleichheitsgrundsatz Rechnung zu tragen sowie den drohenden Verlust der Autonomie bei Pflegebedürftigkeit zu mindern bzw. zu beseitigen.


Engagement und Partizipation

In vielen Abschnitten der Ausführungen des Altenberichts wird das Potenzial einer angemessenen Einbindung des gesellschaftlichen Engagements aufgegriffen. Damit ist Bezug genommen auf die mangelnde Unterstützung, Förderung und Wahrnehmung dieser wichtigen Ressourcen der zivilen Gesellschaft. Parallel wird die Warnung hinsichtlich einer einseitigen Indienstnahme der freiwilligen Leistungen formuliert. Vielmehr bedarf es nach Meinung der Kommission abgestimmte, d.h. in gleichberechtigter Weise der Akteur/innen ausgehandelte Unterstützungssettings. Schwierig wird dies jedoch in den Bereichen der Pflege und Gesundheit, da diese Sektoren diverse Regelungen aufweisen und wirtschaftlichen Interessen unterliegen. Detailliertere Hinweise zur Gestaltung sinnvoller und solidarischer Arrangements stehen in dem 2. Engagementbericht der Bundesregierung zur Verfügung.

Zu berücksichtigen gilt in Bezug auf ehrenamtliches Engagement die Bedeutung von Partizipation im Sinne der Erweiterung für eine stärkere Mitwirkung auf der Basis der Freiwilligkeit. Erforderlich ist ein Diskurs über soziale Tugenden auf beiden Seiten.


Kommunen und Seniorenbüros

Die jeweiligen Lebensbedingungen durch Maßnahmen des Ausgleichs in eine Chancengleichheit zu bringen und diese nicht als Schicksal zu betrachten, wird bereits in Artikel 72 des Grundgesetzes mit der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse thematisiert.

Mit diesem Anspruch, der in der Realität durch sehr differente regionale und wirtschaftliche Verhältnisse begrenzt wird, setzt sich auch der Altenbericht umfänglich auseinander. Folglich kommt die Kommission dem Bemühen den Begriff der Subsidiarität neu auszufüllen und die Gestaltungsmacht dessen wieder stärker auf den kleineren Ebenen, insbesondere den Kommunen anzusiedeln nach. Dafür müssen laut des Berichtes ein Abbau rechtlicher Hemmnisse, eine Erweiterung politischer Handlungsspielräume und die Schaffung der finanziellen Voraussetzungen vollzogen werden.

Hiermit findet der Tätigkeitsradius der Seniorenbüros, die auf kommunaler Ebene aktiv sind, Berücksichtigung. Folglich können die Seniorenbüros im Spannungsfeld der Unterstützung von freiwilligem Engagement und der Förderung eines selbstbestimmten Älterwerdens wirksam agieren. Ziel der Arbeit der Seniorenbüros ist die gerechte Teilhabe unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen an der von Vielfältigkeit geprägten Gesellschaft.

Für die eigene Auseinandersetzung mit den oben beschriebenen Themenschwerpunkten steht Ihnen die BaS impulse Ausgabe 1/2017 als PDF zur Verfügung. Darüber hinaus können Sie hier auf die bisher veröffentlichten Ausgaben des BaS impulse zugreifen.

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Die Bibliothek des Deutschen Zentrums für Altersfragen hat sich in diesem Jahr auch mit politischer Partizipation von älteren Menschen - vor allem im Kontext der parlamentarischen Wahlen – befasst. Lesen Sie hier eine Auswahl der entsprechenden Literaturhinweise.

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Direkt kostenfrei und online können Sie folgende Quellen abrufen:

Brenke, Karl / Kritikos, Alexander S. (2017): Wählerstruktur im Wandel. DIW-Wochenbericht, S. 595-606.

Stadtmüller, Sven (2014): Demografische Alterung und politische Machtverhältnisse.


Folgende Bücher bzw. Herausgeberbände sind zu dem Thema erhältlich:

Biermann, Paul (et al, 2016): Politische Bildung im Alter. "Wir waren ein bisschen wilder und sind jetzt altersmilde geworden".

Bundeswahlleiter (Hrsg., 2014): Wahlbeteiligung und Stimmabgabe der Männer und Frauen nach Altersgruppen (Wahl der Abgeordneten des Europäischen Parlaments aus der Bundesrepublik Deutschland am 25. Mai 2014; H. 4).

Holtmann, Everhard (2017): Der Parteienstaat in Deutschland. Erklärungen, Entwicklungen, Erscheinungsbilder. Bundeszentrale für Politische Bildung.

Kaeding, Michael / Haußner, Stefan / Pieper, Morten (2016): Nichtwähler in Europa, Deutschland und Nordrhein-Westfalen. Ursachen und Konsequenzen sinkender Wahlbeteiligung.

Konzelmann, Laura / Bergmann, Michael / Rattinger, Hans (2014): Demographic change in Germany - its political.

Wiesendahl, Elmar (Hrsg., 2017): Parteien und soziale Ungleichheit.


Diese Beiträge finden Sie in Herausgeberbänden und Fachzeitschriften:

Arndt, Christoph (2014): The electoral consequences of reforming a Bismarckian welfare state. In: Staffan Kumlin / Isabelle Stadelmann-Steffen (Hrsg.): How welfare states shape the democratic public. S. 132-155.

d'Antonio, Oliver / Munimus, Bettina (2017): Parteien und die Altenrepublik Deutschland. In: Elmar Wiesendahl (Hrsg.): Parteien und soziale Ungleichheit. S. 303-329.

Arnold, Felix / Freier, Ronny / Kroh, Martin (2015): Geteilte politische Kultur auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung? DIW-Wochenbericht, S. 803-814.

Europawahl 2014. Mit der EU verbinden die Bürger vor allem Freiheit und Mobilität. Informationsdienst Alter & Forschung, S. 3-15.

Kobold, Kevin (2014): Wahlverhalten bei der Bundestagswahl 2013 und der Europawahl 2014 - ein Vergleich. Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistiken. Wirtschaft und Statistik, 2014, S. 718-732.

Milic, Thomas / Sidler, Andreas (2016): Politische Partizipation im Alter - Entwicklung und Interpretationen. Angewandte Gerontologie appliquée, S. 12-14.

Parteibindung im Zeitverlauf. wenn die Gesellschaft immer älter wird - wählt sie dann zunehmend konservativ? Informationsdienst Alter & Forschung (2014), S. 17-20.

Schmidt, Manfred G. (2015): Auf dem Weg in die Gerontokratie. Der Bürger im Staat, S. 88-94.

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In der Auflage 3/2017 der Zeitschrift „Archiv für Wissenschaft und Praxis der Sozialen Arbeit“ mit dem Titel „Umsetzung der Pflegereform vor Ort“ geht es bezüglich der Pflegestärkungsgesetze und des damit eingeführten neuen Begriffs der Pflegebedürftigkeit inhaltlich um:

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  • die Erläuterung der neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen,
  • die Diskussion der Aufgaben und der Rolle der Kommunen,
  • die Vorstellung von Ansätzen bezüglich einer gelingenden Umsetzung in Form von quartiersbezogener Pflegeinfrastruktur, Pflegestützpunkten, Fachkräftegewinnung, Senior/innen-Technikberatung.

Die Autor/innen der sieben Fachartikel sind:

  • Martin Schölkopf und Heike Hoffer,
  • Jana Henneberger,
  • Christine Wilcken und Uda Bastians,
  • Bodo de Vries und Frauke Schönberg,
  • Elke Ahlhoff,
  • Sabine Kirchen-Peters und
  • Birgit Apfelbaum.

Hier stehen Ihnen detaillierte Informationen über die Zeitschrift zur Verfügung. Zudem können Sie sich diese dort bestellen.

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