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Zivilgesellschaft

Mitarbeiter/innen der Fachstelle Zukunft Alter der Stadt Arnsberg, Bürger/innen und Arnsberger/innen mit Fluchterfahrung haben die Kunstaktion "Ich sehe mich" durchgeführt. Die Aktion ist Teil des Projektes "Alt für Jung-Patenschaften".

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Das Projekt soll Brücken bauen zwischen Menschen verschiedenen Alters und Erfahrungen. Der Arnsberger Bürgermeister sagt zu der Aktion: "Es ist ein erfolgreiches Projekt gegenseitiger Potentialentfaltung. Es entstehen wahre Freundschaften. Und vor allem: Beide Seiten haben mehr teil am gesellschaftlichen Leben als andere. Unsere Stadt wird sozial reicher."

Die Aktion ist auf einer sehenswerten Seite mit Bildern und kurzen Videos dokumentiert.

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Der Deutsche Engagementpreis wurde dieses Jahr an sechs Initiativen bzw. Projekte in fünf Kategorien verliehen. Der Preis soll die Anerkennung von freiwilligem Engagement stärken und den Einsatz für eine lebenswerte Gesellschaft würdigen.

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Der Engagementpreis wird auch wahrgenommen als Dachpreis des bürgerschaftlichen Engagements der Menschen in Deutschland und soll auch denen gelten, die dieses Engagement durch die Verleihung von Preisen sichtbar machen. Das Bündnis für Gemeinnützigkeit verleiht den Engagementpreis in fünf Kategorien, jeder Preis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert:

  • Kategorie "Generationen verbinden": Dörpschaft Witzin e.V., die sich aktiv für eine lebendige Dorfgemeinschaft im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern einsetzt.
  • Kategorie "Chancen schaffen": Trägerkreis Junge Flüchtlinge e. V. mit der SchlaU-Schule aus München, der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten zu einem Schulabschluss verhilft.
  • Kategorie "Leben bewahren": Verein Dunkelziffer aus Hamburg, der sich gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern einsetzt.
  • Kategorie "Grenzen überwinden": Stadtteiloper aus dem „Zukunftslabor“ – einer Initiative der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.
  • Kategorie "Demokratie stärken": Projekt "Jugend hackt" der Berliner Vereine Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. und mediale pfade.org – Verein für Medienbildung.

In einem sechswöchigen Online-Voting konnten Bürger/innen über den Publikumspreis 2016 abstimmen, der  mit 10.000 Euro dotiert ist. Die Auszeichnung ging an Marisa Schroth aus Wolfschlugen in Baden-Württemberg für ihr Engagement bei der Organisation für Entwicklungszusammenarbeit Govinda e.V.

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Bereits seit mehreren Jahren - zuletzt im diesen Jahr durch die Bundesarbeitsgemeinschaft für Senioren-Organisationen - wird eine die Verabschiedung einer UN-Konvention zum Schutz der Rechte älterer Menschen gefordert. Dass dies bisher nicht geschehen ist bietet genügend Anlass, sich genauer mit der Fachliteratur über Menschenrechte im Alter zu befassen.

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Die Literaturempfehlungen hat das die Bibliothek des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) zusammengestellt. Folgende Artikel können Sie direkt online herunterladen:

Drepper, D. (2016): Ausgepflegt. In: Die Zeit.

Drepper, D. (2016): Dieser Mann macht gute Pflege möglich. In: Die Zeit.

Heggestad, A. K. T. (2015): Dignity and care for people with dementia living in nursing homes. In: Dementia, S. 825-841.

Mahler, C. (2013): Menschenrechte: keine Frage des Alters?

Mahler, C. / Aronson, P. (2016): Menschenrechte in Pflegeheimen. Wie Menschenrechte in der Altenpflege verankert werden können (Position Nr. 3).

Mahler, C. (2015): Menschenrechte in der Pflege. Was die Politik zum Schutz älterer Menschen tun muss (Policy Paper, Nr. 30).


Weiterhin empfiehlt das DZA folgende Bücher zum Thema:

Adam-Paffrath, R. (2014): Würde und Demütigung aus der Perspektive professioneller Pflege. Eine qualitative Untersuchung zur Ethik im ambulanten Pflegebereich.

Bohn, C. (2015): Macht und Scham in der Pflege. Beschämende Situationen erkennen und sensibel damit umgehen.

Brandenburg, H. / Güther, H. / Amann, A. (2015): Gerontologische Pflege.

Bühner, V. H. (2014): Das Innere Elend. Altern und Sterben in einer persönlichkeitsorientierten Gesellschaft.

Dabrowski, M. / Wolf, J. (2016): Menschenwürde und Gerechtigkeit in der Pflege.

Gebauer, M. (2015): Alternde Gesellschaften im Recht. Japanisch-deutsches Symposium in Tübingen vom 3. bis 4. September 2012.

Grond, E. (2014): Pflege Demenzkranker. Impulse für eine wertschätzende Pflege.

Kreß, B. / Mehlhorn, A. (2015): Füreinander Sorge tragen. Religion, Säkularität und Geschlecht in der globalisierten Welt.

Martin, C. / Rodríguez-Pinzón, D. / Brown, B. (2015): Human rights of older people. Universal and regional legal perspectives.

Meenan, H. / Rees, N. / Doron, I. (2016): Towards human rights in residential care for older persons. International perspectives.

Merkt, H. (2014): Ethische und interreligiöse Kompetenzen in der Pflege. Unterrichtsmaterialien für die Pflegeausbildung.

Niederschlag, H. / Proft, I. (2015): Würde bis zuletzt. Medizinische, pflegerische und ethische Herausforderungen am Lebensende.

Scholz-Weinrich, G. (2015): Lebensraum Bett. Bettlägerige alte Menschen im Pflegealltag.


Folgende Beiträge sind in Sammelwerken erschienen:

Baranzke, H. (2015): Schwinden mit den Kräften auch die Rechte? Zum Recht auf Selbstbestimmung im Feld der gerontologischen Langzeitpflege. In: Brandenburg, H. / Güther, H. / Proft, I. (Hrsg.): Kosten kontra Menschlichkeit, S. 69-82.

Kunz, R. (2016): Alter(n) würdig ausgestalten! Selbstbestimmung und Univerfügbarkeit am Beispiel >>Hiob<<. In: Beier, M. / Gabriel, H. / Rieger, H.-M. / Werke, M. (Hrsg.): Religion und Bildung Ressourcen im Alter? S. 41-60.

Kruse, A. (2014): Demenz als kulturelle Heausforderung. In: Feddersen, E. / Lüdtke, I. (Hrsg.): Raumverloren, S. 55-59.

Roos, H. (2014): Demenz - ein psychologischer, zivilgesellschaftlicher und theologischer Zugang: In: Erhardt, M. / Hoffmann, L. / Roos, H. (Hrsg.): Altenarbeit weiterdenken, S. 91-96.

Sittler, L. (2015): Der Ältesten Rat: in Würde altern. In: Klein, A. / Sprengel, R. / Neuling, J. (Hrsg.): Engagement- und Welfare Mix - Trends und Herausforderungen, S. 162-165.

Zander-Schneider, G. / Schneider, W. J. (2015): Demenz und Krankenhaus. Zwei Welten treffen aufeinander. In: Frewer, A. / Bergemann, L. / Schmidhuber, M. (Hrsg.): Demenz und Ethik in der Medizin, S. 97-114.

Van Den Berg, K. (2014): "... when I'm no longer young and beautiful". Bilder von Alten: Würde und Selbstachtung jenseits der Erfolgssemantik. In: Kampmann, S. (Hrsg.): Altern, S. 121-139.


In der "Zeitschrift für Gerontologie + Geriatrie" (2015) finden sich diese Artikel:

  • Hofmann, B.: Altern sachgemäß und menschengerecht wahrnehmen und begleiten, S. 691-694.
  • Lang, F. R.: Möglichkeitsräume zeigen sich in Deutungsmustern. Von der Lebenszeit bis zur Ewigkeit, S. 699-702.
  • Lessenich, S.: Auf der Suche nach dem verschenkten Potenzial, S. 703-706.
  • Oswald, F.: Möglichkeitsraum als Raum. Anmerkungen aus ökogerontologischer Perspektive, S. 707-710.
  • Schneider-Flume, G.: Geschenktes Leben - geschenkte Zeit. Möglichkeiten der Begleitung alter Menschen, S. 711-714.

"Blätter der Wohlfahrtspflege" (2015):

  • Arend, S. / Schmidt, R.: In Würde gehen können. Palliative Care im Pflegeheim - Beispiel Kuratorium Wohnen im Alter, S. 13-15.
  • Waltl, H.: Leben in Würde bis zuletzt. Vom Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in Diensten und Einrichtungen, S. 19-20.

Weitere Artikel finden sich in diesen Fachzeitschriften:

Benkert, B. (2015): "Die Vorbereitung für das Sterben ist die beste Vorbereitung für das Leben". Selbstbestimmt sterben. In: NOVAcura, S. 45-47.

Brysch, E. (2015): Kein Sterben zweiter Klasse. In: Pro Alter, S. 33-35.

Donnelly, L. / Macentee, M. I. (2016): Care perceptions among residents of LTC facilities purporting to offer person-centred care. In: Canadian journal on aging, S. 149-160.

Van Gennip, I.E. et al (2016): How dementia affects personal dignity. A qualitative study on the perspective of individuals with mild to moderate dementia. In: The journals of gerontology, S. 491-501.

Höflacher, R. (2015): In Würde altern - auch mit psychischer Erkrankung. In: Psychosoziale Umschau, S. 41-43.

Immenschuh, U. (2016): Würdevoll mit Schamgefühlen umgehen. Pflege und Scham. In: Die Schwester, der Pfleger, S. 38-41.

Nord, C. (2016): Free choice in residential care for older people - A philosophical reflection. In: Journal of aging studies, S. 59-68.

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Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) fordert Korrekturen an dem Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen (BTHG), um eine Diskriminierung von Menschen mit Demenz zu verhindern.

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Bärbel Schönhof, 2. Vorsitzende der DAlzG betont, dass das Gesetz auch für Demenzerkrankte wirkt, da sie auch als Menschen mit Behinderungen gelten. Ihnen wird jedoch laut Frau Schönhof durch das BTHG eine tatsächliche Teilhabe verweigert, in einigen Bereichen würden sie sogar schlechter gestellt als heute. Außerdem stünden Teile des Entwurfs im Widerspruch zur UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderungen.

„Die vorgesehene Begrenzung der Teilhabeleistungen auf Menschen unter 65, und damit der Ausschluss des größten Teils von Menschen mit Demenz von den Leistungen auf Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ist nicht akzeptabel“, so Bärbel Schönhof weiter. „Eine solche Altersgrenze ist der UN-Behindertenrechtskonvention völlig fremd und wäre auch ein Verstoß gegen Art. 3 Grundgesetz, wonach niemand aufgrund seines Alters benachteiligt werden darf. Durch das neue Gesetz wird zudem der Zugang zu Leistungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen im Vergleich zu den derzeitigen Regelungen erschwert. Betroffene, die gleichzeitig einen Pflegebedarf haben, werden von den Leistungen sogar ausgeschlossen. Das ist nicht hinnehmbar.“

Im Rahmen der „Allianz für Menschen mit Demenz“ haben sich alle Beteiligten, auch die Bundesministerien, öffentlich dafür ausgesprochen, dass Menschen mit Demenz so lange wie möglich die Chance haben sollen, am sozialen Leben teilzuhaben. In der Erklärung der Allianz heißt es: „Menschen mit Behinderungen, darunter auch Menschen mit Demenz, haben ein Recht auf Selbstbestimmung, Diskriminierungsfreiheit, Chancengleichheit und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe.“ In der Erklärung wird ausdrücklich formuliert, dass ein ganzheitliches und sektorenübergreifendes Unterstützungs- und Versorgungssystem notwendig ist, um Menschen mit Demenz und ihren Familien mit ihren jeweils individuellen Bedürfnissen und Unterstützungsbedarfen eine Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Dies ist nur möglich, wenn alle Betroffenen auch einen Zugang zu den individuell benötigten Leistungen haben, ohne dass bürokratische Hürden aufgebaut und bestimmte Leistungen grundsätzlich verwehrt werden.

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Am 16.11.2016 versammelten sich laut den Angaben der Veranstalter/innen ca. 7.300 Menschen in Kiel, um gegen den Entwurf des Bundesteilhabegesetzes zu demonstrieren. Zur Demo aufgerufen hat ein breites gesellschaftliches Bündnis verschiedener Akteure.

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Betroffene, Angehörige, Träger, Verbände und Gewerkschaften wollen verhindern dass das Gesetz in der vorliegenden Form verabschiedet wird. Menschen mit Behinderung wollen ein Teilhabegesetz ­ aber es muss sie in ihren Rechten stärken. Und es muss dem Ziel der Inklusion dienen.

Die Bundesregierung hat versprochen, die Hilfen für Menschen mit Behinderung nach den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention neu zu gestalten. Der jetzt vorgelegte Gesetzentwurf hat große Enttäuschung und Ängste bei den betroffenen Menschen ausgelöst. Es sind darin viele Punkte enthalten, die stark in das Leben von Menschen mit Behinderung eingreifen und Verschlechterungen bringen.

Die Hauptkritikpunkte am vorgelegten Gesetzentwurf sind:

  • Der Zugang zur Eingliederungshilfe wird stark eingeschränkt. Viele Menschen mit Behinderung haben zukünftig kein Recht mehr auf Eingliederungshilfe.
  • Zukünftig sollen Pflegeleistungen Vorrang vor den Leistungen in der Eingliederungshilfe haben. Im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention müsste es umgekehrt sein.
  • Menschen, die heute in Werkstätten oder betreuenden Tagesstätten einer Arbeit nachgehen, müssen in Zukunft ein ,,Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Leistung" nachweisen. Viele Menschen mit Behinderung fürchten zu Recht um ihre Plätze und die Teilhabe an Arbeit.
  • Um Leistungen zu bekommen, wird das Einkommen und Vermögen der meisten Menschen mit Behinderung weiterhin angerechnet. Sie müssen aus ihrem Einkommen und Vermögen dazuzahlen. Damit bleibt Behinderung ein Armutsrisiko.

,,Statt die Hilfen für Menschen mit Behinderung hin zu mehr Teilhabe auszubauen, verspricht die Bundesregierung den Bundesländern mit dem Gesetz 'Effizienzrendite' und Mechanismen, um den 'Zugang zu Leistungen wirksam zu begrenzen'. Das Bundesteilhabegesetz ist in der jetzigen Form ein Spargesetz zu Lasten von Menschen mit Behinderung", so der Vorstand des Paritätischen Schleswig-Holstein, Günter Ernst-Basten.

,,Wir sehen die große Gefahr von Leistungseinschränkungen gegenüber geltendem Recht. Wir fordern deshalb nachdrücklich Nachbesserungen am Bundesteilhabegesetz", so Frank Hornschu vom Deutschen Gewerkschaftsbund.

,,Menschen mit Behinderung wollen Teilhabe statt Ausgrenzung, Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung. Wir fordern ein Bundesteilhabegesetz, das die Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention wirklich erfüllt", so Landespastor Heiko Naß vom Diakonischen Werk Schleswig-Holstein.

Der Protest wendet sich gegen Verschlechterungen der Perspektiven der Menschen mit Behinderung. Die Teilnehmer/innen an der Demonstration fordern ein faires Teilhabegesetz.

,,Menschen mit Behinderung haben das Recht auf Selbstbestimmung und sie haben das Recht auf Inklusion! Der Entwurf darf in der aktuellen Form nicht Gesetz werden! Wir fordern alle Politikerinnen und Politiker, Landes- wie Bundespolitiker aus Schleswig-Holstein auf, sich in Berlin für einen Stopp des jetzigen Entwurfs einzusetzen", so die Bündnispartner/innen.

Das Bündnis, welches zur Demonstration aufgerufen hat, setzt sich zusammen aus:

  • Arbeiterwohlfahrt Schleswig-Holstein
  • Diakonisches Werk Schleswig-Holstein
  • Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung in Schleswig-Holstein
  • Sozialverband Deutschland Landesverband Schleswig-Holstein
  • Landesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen in Schleswig-Holstein
  • Dachverband Gemeindepsychiatrie,
  • Lebenshilfe Schleswig-Holstein
  • DGB ­ KERN
  • ver.di - Bezirk Schleswig-Holstein
  • LAG Werkstätten für behinderte Menschen
  • LAG der Werkstatträte Schleswig-Holstein
  • Deutsche Gesellschaft für soziale Psychiatrie
  • Hilfe für das autistische Kind
  • AStA der Fachhochschule Kiel
  • AStA der Christian-Albrechts Universität
  • Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland
  • Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter ­ Landesverband Schleswig-Holstein

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Die diesjährige Engagementwoche des Bundesnetzwerkes Bürgerschaftliches Engagement (BBE) steht unter dem Motto "Engagement macht stark!" und begann am 16.09.2016. Teilweise parallel läuft die Aktionswoche der Arbeiterwohlfahrt.

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Die Aktionswoche des BBE läuft noch bis zum 25.09.2016 und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck. In ihrer Eröffnungsrede sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: "Demokratie lebt von der gesamten Vielfalt freiwillig Engagierter. Angefangen von der einfachen Hilfe im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft bis hin zu ehrenamtlichen Vereinen und Organisationen. Ich freue mich, dass die vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement organisierte jährliche Aktionswoche das großartige Engagement der vielen freiwillig Tätigen sichtbar macht und ihre Verdienste anerkennt. Das macht auch anderen Menschen Mut und gibt ihnen Ideen, sich selbst für eine gute Sache zu engagieren."

Der Vorsitzende des BBE-SprecherInnenrats Dr. Röbke betonte die besondere Bedeutung von bürgerschaftlichem Engagement für die Integration von MigrantInnen. Die Ankunft von Hunderttausenden habe Staat und Gesellschaft vor große Herausforderungen gestellt. Die Entwicklungen der letzten Monate habe ihm gezeigt, dass vor allem Menschen aus der Mitte der Zivilgesellschaft dies zu ihrem Thema gemacht hätten. "Trotz der vielen Negativ-Schlagzeilen stimmt mich der unermüdliche Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern für Geflüchtete positiv und macht mir Mut", sagte Röbke. Anschließend wurden die diesjährigen Engagement-BotschafterInnen geehrt:

Die Arbeit der Engagement-BotschafterInnen, die zum Teil bereits TrägerInnen des Deutschen Engagementpreises 2015 sind, ist vorbildhaft für das freiwillige Engagement in Deutschland. Sie stehen zudem für die drei Schwerpunktthemen der diesjährigen Aktionswoche: "Unternehmensengagement für Arbeit und Integration", "Gesundheit und Prävention" und "Migration und Engagement".

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Aktionswoche.

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"Beispielsweise… Gute Ideen für ein besseres Leben im Alter." ist eine neue Serie dieses Portals. Hier werden wir vorbildhafte Konzepte präsentieren, die das Leben im Alter erleichtern und zum Nachahmen anregen sollen.

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Der Anteil der SeniorInnen an der Gesamtbevölkerung wächst in nahezu allen Kommunen stetig. Doch nicht nur die Altersstruktur ändert sich und bringt neue Bedarfe mit sich - auch kulturelle Unterschiede, ein Wandel der Familienstrukturen, Tendenzen von Vereinsamung und vorzeitiger Berufsaufgabe zählen zu den neuen Herausforderungen. Ein gutes Leben im Alter muss:

  • der zunehmenden Vielfalt von Lebensentwürfen entsprechen
  • die individuellen Kompetenzen jedes Menschen zur freien Gestaltung seines Lebens fördern.

In diesem Sinne bedarf es neuartiger Ansätze, um einem solchen veränderten Altersbild zu begegnen. Oftmals braucht es „nur“ einen Anstoß, um Ideen und konkrete Handlungsschritte umzusetzen. Vielfach haben BürgerInnen dies bereits getan, so dass das Rad nicht immer wieder neu erfunden, sondern nur den lokalen Bedingungen angepasst werden muss.

Die Serie "Beispielsweise…" stellt gute Ideen aus dem gesamten Bundesgebiet vor und zeigt konkrete Handlungsschritte sowie Unterstützungsmöglichkeiten auf, damit eine Umsetzung auch bei Ihnen vor Ort attraktiv und realisierbar wird.

Als „gute Ideen“ werden hier solche Ansätze und Konzepte bezeichnet, die durch mindestens zwei Merkmale gekennzeichnet sind: Sie weisen als lokale Kleinstprojekte innovativen Charakter auf und wurden von engagierten BürgerInnen oder einzelnen Kommunen und Organisationen initiiert.

Die Projekte sollen das Potential haben, in Gemeinden, Kommunen, Kreisen oder Städten in Schleswig-Holstein übernommen zu werden, Nachahmende bzw. MitstreiterInnen zu finden und so zu einem guten Leben im Alter beizutragen. Es sollen konkrete Handlungsschritte erkennbar sein und Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, damit eine Umsetzung attraktiv und realisierbar wird. Es werden einzelne Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet dargestellt.

Insbesondere sollen durch die Reihe Personen angesprochen werden, die sich vor Ort für die Umsetzung innovativer Vorhaben einsetzen möchten. Neben der Darstellung der „Gute Idee-Projekte“ soll die Möglichkeit geschaffen werden, solche Initiativen zu dokumentieren, die sich davon anregen ließen, selbst etwas zu starten.

Auch Sie können dabei mitwirken:

  • Sie kennen ein Projekt, welches das Leben im Alter einfacher macht oder möchten ein eigenes Projekt vorstellen? Schreiben Sie uns an unten stehende Kontaktadresse. Bitte nennen Sie uns vor allem den Namen des Projektes und eine AnsprechpartnerIn, falls bekannt.
  • Sie haben Fragen zu einem der vorgestellten Projekte? Schreiben Sie uns! Die Anfragen werden zudem (Ihr Einverständnis vorausgesetzt und in anonymisierter Form) zusammen mit den Antworten auf den Seiten des Portals veröffentlicht. So können viele Menschen von Ihren Fragen und unseren Antworten profitieren.

Kontakt:

Deutsches Institut für Sozialwirtschaft e.V.
Ringstr. 35, 24114 Kiel
Ansprechpartner: Henning Kiani
E-Mail: kiani@institut-sozialwirtschaft.de

Bildrechte: De Visu / fotolia / Foto-ID #115118583

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Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) liegt zur Zeit im Kabinettsentwurf vor. Sollte das Gesetz beschlossen werden, sind unter anderem Folgen für Menschen mit Beeinträchtigung oder Menschen mit Pflegebedarf absehbar. Durch diesen Beitrag finden Sie eine Reihe von Stellungnahmen zum Gesetzesvorhaben.

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Durch das BTHG soll das Verhältnis der Leistungen zur Eingliederung für Menschen mit Beeinträchtigung zu den Leistungen der Pflegeversicherung neu geregelt werden. Zuhause lebende Menschen sollen vorrangig Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen. Es ist bisher noch fraglich, ob bzw. in welcher Höhe Eingliederungshilfeleistungen zur Verfügung stehen werden. Dies kann auch ältere Menschen in ihrer sozialen Teilhabe einschränken, wenn sie z.B. aus einer sogenannten Werkstatt für behinderte Menschen ausgeschieden sind.

Auf der Seite "Gemeinsam einfach machen", herausgegeben vom Bundesministerium für Soziales und Arbeit, ist eine große Anzahl von Stellungnahmen zum geplanten BTHG aufgelistet. Die Diakonie bietet z.B. eine Zusammenfassung ihrer Stellungnahme an.

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Das Netzwerk "European Foundations’ Initiative on Dementia" (EFID) wurde 2011 gegründet und wird derzeit von sieben Stiftungen unterstützt. Mit einem mapping paper werden vorbildhafte demenzfreundliche Kommunen bzw. Initiativen aus ganz Europa vorgestellt.

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Zu den sieben unterstützenden Initativen gehört u.a. die Robert Bosch Stiftung. Durch EFID soll die Lebensqualität sowohl von Menschen mit Demenz als auch ihres Umfeldes verbessert werden. Vor allem soll die Erkrankung entstigmatisiert werden. Die gesellschaftliche Teilhabe zu stärken bedeutet auch eine neue gesellschaftliche Wahrnehmung der Erkrankung zu erreichen sowie eine Stärkung des Engagements von Kommunen und Zivilgesellschaft.

Mit der Broschüre „Ich bin noch immer derselbe Mensch“ wurde zu einer neuen Art der Kommunikation aufgerufen. Der Kurzfilm "The customer remains the king" beschreibt das Leben von vier demenzerkrankten Menschen in Belgien.

Online können Sie eine deutschsprachige Zusammenfassung und die englischsprachige Gesamtausgabe des mapping paper herunterladen.

Zur Zeit strebt EFID eine stärkere Vernetzung zwischen PartnerInnen und Modellprojekten an.

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Mitarbeitende in Betrieben lernen voneinander - dazu können vor allem ältere KollegInnen großes Erfahrungswissen beisteuern. Im Betrieb kann dieses bereits vorhandene Wissen gezielt unter den Mitarbeitenden ausgetauscht werden. Man spricht hierbei vom Wissensmanagement. Ob und wie interne Maßnahmen zur Weiterbildung, die im vorigen Kapitel vorgestellt wurden, dazu geeignet sind, erfahren Sie in diesem abschließenden Kapitel. Im ersten Kapitel wurden bereits wichtige Begriffe im Kontext Wissensmanagment erläutert.

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Als Literaturhinweis nutzen Sie bitte für diesen Artikel: Kiani, Iman / Kiani, Henning (2016): Wie Mitarbeitende in sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen voneinander lernen, Kapitel 3.


3 Wissensmanagement in der internen Weiterbildung

Wissensmanagement steht in der internen Weiterbildung vor einigen hausgemachten Hürden. Da es sich bei den Teilnehmenden meist nur um Angehörige des Betriebes handelt, wird "[...] der Lernstoff vielfach nur aus dem eigenen, oftmals engen Erfahrungsfeld bezogen [...]."1 Das Lernklima kann durch eine homogenere Gruppenzusammensetzung und fehlende Experimentierfreude belastet sein.2 Auch die Teilnehmenden selbst sind möglicherweise nicht für jede Weiterbildungsmaßnahme geeignet. Die Leitung der Weiterbildungsmaßnahme sollte also über Trainingserfahrungen, Vorbildung, Lernbereitschaft, kommunikative Fähigkeiten, Einstellung und Motivation der Teilnehmenden eine gewisse Kenntnis haben und dies in ihrer Auswahl der passenden Methode berücksichtigen.3

Ob die beschriebenen Weiterbildungsformen als Zielsetzung das voneinander Lernen verfolgen können, wurde im zweiten Kapitel geprüft. Haben sie dieser Überprüfung standgehalten, werden sie nun hinsichtlich des Potentials für das Wissensmanagement näher bzw. den Möglichkeiten des voneinander Lernens betrachtet. Dazu werden die Weiterbildungsformen wie im vorigen Kapitel kategorisiert.


3.1 Wissensmanagement in Weiterbildungsformen, die in den Arbeitsplatz einführen

Der Wissenstransfer zwischen neuer MitarbeiterIn und erfahrenen Betriebsmitgliedern erfolgt in der Job Rotation ausdrücklich in beide Richtungen. Die neue MitarbeiterIn lernt den Betrieb aus verschiedenen Perspektiven kennen, durch die verschiedenen Einsatzorte und Funktionen gewinnt sie umfassendere, ganzheitlichere Einblicke, durch das Wissen verschiedener KollegInnen und Tätigkeiten ist das transferierte Wissen höher, als wenn sie nur in der Stelle eingesetzt werden würde, an der sie später hauptsächlich eingesetzt werden soll.4 Aber auch die bereits im Betrieb aktiven KollegInnen profitieren durch "Erschließung neuer Ideen durch neue Mitarbeiter (Outsider) [...]."5 Auch Job Rotation zwischen erfahrenen Betriebsmitgliedern fördert den Wissenstransfer im Betrieb erheblich.6

Im Praktikum geschehen zwischen BetreuerIn und PraktikantIn Transfers. Die PraktikantIn bringt theoretisches Wissen aus der qualifizierenden Weiterbildungsmaßnahme mit, die BetreuerIn Anwendungswissen. Die Transfers zwischen diesen beiden Wissensbeständen können durch fehlende didaktische Fähigkeiten oder mangelnde Motivation überfordern.7

Die strukturierte Einweisung in ein neues Tätigkeitenfeld setzt sich das Ziel der Wissensweitergabe zwischen der einweisenden und der übenden Person. Dabei werden sowohl Sicherheit über die Richtigkeit der Ausführung als auch Handlungswissen in der Übung transferiert.8


3.2 Wissensmanagement in arbeitsbegleitenden Weiterbildungsformen

Die größere Menge der folgenden Weiterbildungsformen wird nun, wie im zweiten Kapitel der vorliegenden Arbeit, nach der Nähe zum Arbeitsplatz kategorisiert aufgeführt.


3.2.1 am Arbeitsplatz

Der Lernprozess wird durch die Verzahnung von Lernen und Arbeit unterstützt. Diese Verzahnung findet in den arbeitsplatznahen Weiterbildungsformen statt. Wenn die Teilnehmenden Entscheidungskompetenz verspüren, verstärkt dies den Lernprozess weiter.9

Das Action Learning fokussiert den gegenseitigen Aspekt des Lernens, es sehen sich alle Teilnehmenden als Lernende. Da jeweilige Lernziele zunächst identifiziert werden und der Lernprozess anschließend reflektiert wird, kann man einen effektiven Wissenstransfer erwarten. Ob dies tatsächlich funktioniert, ist jedoch noch nicht ausreichend untersucht. Studien in diesem Bereich liefern noch widersprüchliche Ergebnisse.10

Der Cross-Exchange bietet die gleichen Chancen für das Wissensmanagement in einem Betrieb wie die bereits beschriebene Job-Rotation. Da sich erfahrene Mitarbeitende mit den jeweils neuen, aber auch erfahrenen KollegInnen in den neuen Tätigkeitsfeldern austauschen, ist ein Wissenstransfer denkbarer. Die entsprechende PartnerInnen, welche die Tätigkeitsfelder tauschen, können im Rahmen der Methode ebenfalls ihre Erfahrungen und Eindrücke austauschen. Das kommt sowohl dem Wissenstransfer innerhalb des Unternehmens als auch der Kooperation zwischen den KollegInnen zugute.11


3.2.2 im Umfeld des Arbeitsplatzes

Die Supervision wird vor allem in Dienstleistungsberufen empfohlen, um die nötige Beziehungsarbeit leisten zu können. Der Austausch von Erfahrung ist das Mittel, um eine Problemlösung zu erreichen. Die emotionale Ebene wird dabei miteinbezogen, der Wissensaustausch bekommt einen umfassenderen Charakter.12 In der Peer-Supervision wird der, möglicherweise auch zufällig entstandene, Wissenstransfer systematisch fokussiert und nicht nur als Mittel, sondern als Ziel genannt. Voraussetzungen sind Vertrauen, Vertraulichkeit, Unterstützung und Wertschätzung der Teilnehmenden untereinander. Ist dies gegeben, können die Peer-Supervisionen unterschiedliche Foki besitzen. Diese können Informationsaustausch über Arbeit und Unternehmen, Feedback über Sach- und Verhaltensthemen oder Unterstützung in privaten und beruflichen Problemsituationen sein. Konkret findet das gegenseitige Lernen in sieben Phasen statt. In der ersten Phase werden die Rollen zugeteilt: Die ModeratorIn sollte eine Betriebsangehörige mit Methodenkompetenz sein. FallerzählerIn, ProtokolliererIn und kollegiale BeraterInnen stammen aus dem Mitarbeitendenkreis. Die FallerzählerIn stellt in den folgenden vier Phasen den Fall und ihre Fragestellung vor, ModeratorIn und kollegiale BeraterInnen stellen Fragen zur Klärung. Fünftens werden Vorschläge und Lösungsmöglichkeiten durch die Beratenden erarbeitet. Sechstens nimmt die FallerzählerIn Stellung zu den Vorschlägen, in der letzten Phase werden die durchgeführten Lösungen auf ihre Qualität hin überprüft. Die moderierende Person achtet in allen Phase auf ein respektvolles Miteinander und das Einbringen aller Beteiligten. Förderlich für den Lernprozess ist die gleichberechtigte und motivierende Beratungsform, ExpertInnen können Beiträge der Mitarbeitenden nicht behindern. Hinderlich können vor allem fehlende personalentwicklerische Kompetenzen oder Wissen um Gruppenphänomene sein. Diese verdeckten Prozesse sind dann wahrscheinlicher, wenn als Moderation oder Seminarleitung kein Mitglied aus der Personalentwicklung bzw. entsprechend geschulte Person zur Verfügung steht.13

Die Methode Workshop nennt als Ziel die Problemlösung, das Mittel ist die Nutzung vorhandenen Erfahrungswissen aller Beteiligten.14 Dieser Fokus erleichtert das voneinander Lernen.


3.2.3 außerhalb des Arbeitsplatzes

Die Ferne der Weiterbildungsformen vom Arbeitsplatz kann problematisch sein, da der Transfer des Wissens in die Arbeit nur teilweise gelingt. Arbeitsplatzferne Weiterbildung wird vor allem für das Nahebringen theoretischer Grundlagen empfohlen.15 Allerdings kann auch in der Ferne zum Arbeitsplatz ein Verwischen der Grenzen von Lernen und Arbeit stattfinden. Dies findet z. B. in Lernstätten, Qualitätszirkeln, Entwickeln und Durchführen von Projekten statt und führt dazu, dass Lernpotentiale der Mitarbeiterschaft eher entdeckt und entwickelt werden. Es kommt zu einem offenerem Lernklima.16

Die Erfahrungsaustauschgruppe beschreibt in ihrem Namen bereits das Ziel des Erfahrungs- und damit Wissensaustausches. Das Verständnis und Akzeptieren der verschiedenen Positionen der Teilnehmenden17 lässt einen intensiven Austausch erwarten. Entsteht eine solche Gruppe, sollten die Beziehungen zwischen den Teilnehmenden aufgebaut und gefestigt werden. In einer Gruppe können für den vertiefenden Wissensaustausch verschiedene Methoden oder Maßnahmen genutzt werden, wie z. B. informelle Netzwerke, Wissenslandkarten, Wissensmärkte, Mentorensysteme, Workshops, interaktive Lernelemente, regelmäßige persönliche Treffen und Moderation.18

Vor- und Nachbereitung einer Exkursion geschehen idealerweise im Betrieb, da oft mehrere KollegInnen teilnehmen, sind Diskussionen und kritische Auswertungen möglich.19

Der Fallmethode und dem Unternehmensplanspiel sind der spielerische Charackter gemeinsam. Dies kann dazu führen, dass die Teilnehmenden, im Gegensatz zu realen Situationen, zu riskanteren Entscheidungen bereit sind. Die simulierten Konsequenzen können die Erfahrung einer realen Konsequenz nicht ersetzen, allerdings ist der Wissenstransfer zwischen den Teilnehmenden durch das gemeinsame Lösen einer komplexen Aufgabe erhöht, es müssen Wissensbestände aus verschiedenen Fachbereichen abgerufen werden.20 Dieser Lernerfolg ist jedoch stark abhängig vom Arbeitsklima, welches durch Überforderung und Frustration belastet sein kann.21 Die hohen theoretischen und methodischen Anforderungen begrenzen diese Methoden ebenfalls in ihrer Einsetzbarkeit. Wenn diese Anforderungen allerdings erfüllt werden, kann das vorhandene theoretische Wissen zwischen den Teilnehmenden zunächst in kleineren, anschließend in größeren Gruppen ausgetauscht werden.22

Während des Lernprojektes sollten unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten beachtet werden, im Idealfall sind diese ähnlich. Beim Erarbeiten komplexerer Zusammenhänge wird die Betreuung durch eine WeiterbildnerIn empfohlen. Innerhalb der Gruppe, die das Lernprojekt bildet, herrscht eine vielfältige Interaktion, soziale und kommunikative Fähigkeiten werden benötigt, genutzt und trainiert.23

In der Moderationsmethode werden durch eine moderierende Person meist visualisierende Techniken eingesetzt, welche primär Ideen und Impulse der Teilnehmenden provozieren sollen und mit diesen weiterarbeiten. Das Wissen der Teilnehmenden kann zum Beispiel durch geclusterte Karten, welche durch die Teilnehmenden knapp beschriftet wurden, für alle verdeutlicht werden. Ideen von sonst weniger ausstrahlenden KollegInnen können so zu den übrigen Teilnehmenden durchdringen.24 Das systematische Vorgehen vermeidet die in anderen Situationen möglicherweise auftretenden, für den Wissensaustausch hinderlichen Konflikte.25

Die Methode des Open Space hat Parallelen zur Moderationsmethode. Der mögliche Wissensaustausch findet in Kleingruppen statt, die jedoch nicht immer moderiert sein müssen. In der großen Gruppe werden Ergebnisse moderiert zusammen getragen. Durch die Größe der Gruppe und die hohe Anzahl an Kleingruppen können Ergebnisse vage und sehr unterschiedlich ausfallen, was den Wissenstransfer erschweren kann. Jedoch wird durch die Methode eine größere Anzahl an MitarbeiterInnen erreicht.26

Der Wissenstransfer in einer Projektgruppe kann durch die nötige Kooperation und Kommunikation zwischen den Teilnehmenden, welche in der Regel aus verschiedenen Unternehmensbereichen stammen, begünstigt werden. Die realistische Problemstellung und die folgende Umsetzung der Lösung erhöhen den Lerneffekt.27 Eine heterogene Zusammenstellung der Gruppe erhöht die verfügbaren Fähigkeiten, die kollektive Intelligenz und damit den Grad des voneinander Lernens.28 Diese für den Wissenstransfer hilfreiche Zusammensetzung eignet sich besonders für die Projektarbeit. Trotz all dieser begünstigenden Voraussetzungen ist das voneinander Lernen nicht das primäre Ziel, im Fokus bleibt das Arbeitsergebnis.29

In der Seminarform kann eine Weiterbildung angeboten werden, um den Mitarbeitenden Strategien zum Wissensmanagement nahezubringen. Ein entsprechendes Konzept sieht einen vierphasigen Aufbau des Seminars vor. Erstens wird den Mitarbeitenden die Relevanz des Wissensmanagement für ihre Tätigkeit nahegebracht. In der zweiten Phase lernen sie die theoretischen Grundlagen und drittens eigene Strategien zum Wissensmanagement. In der letzten Phase wird der im Seminar vorbereitete Transfer auf die eigene Arbeit durchgeführt und anschließend reflektiert.30 Die stressfreie Atmosphäre und der Abstand zum Arbeitsalltag können das Lernen erleichtern, das vorgegebene Lernziel kann die Teilnehmenden überfordern31 und damit eine Hürde für den Wissensaustausch darstellen.


3.3 Fazit

Es wurden 13 Weiterbildungsmethoden herausgefiltert, die das voneinander Lernen als Ziel haben. Die Potentiale dieser Methoden wurden anhand einschlägiger Lektüre genauer beschrieben. So ist ein Überblick über mögliches Wissensmanagement durch interne Weiterbildungsformen entstanden. Die Frage lässt sich stellen, wie eine Personalentwicklung die Thematik des voneinander Lernens in der alltäglichen internen Weiterbildung erlebt. Nimmt sie die Thematik als wichtig wahr? Wie würde sie die Umsetzung realisieren? An welchen Stellen wird das hier dargestellte Bild bestätigt, ergänzt oder korrigiert? Dies kann in konkreten Dienstleistungsorganisationen geprüft werden. Aus der Zusammenkunft von Literatur und Arbeitswirklichkeit lassen sich möglicherweise neue Anregungen gewinnen.


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