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Alltägliches Leben

„Silbernetz“ ist ein Angebot an ältere Menschen, die jemanden zum Reden brauchen. Im Zentrum steht dabei die Telefonhotline „Silbertelefon“. Doch es gibt auch weitere Unterstützungsangebote für Ältere mit Einsamkeitsgefühlen. Anstoß für die Gründung des Projekts durch die Senior*innenvertreterin Elke Schilling gab unter anderem der spät bemerkte Tod ihres einsamen Nachbarn.

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Ehrenamtliche Senior*innenvertreterin und Silbernetz-Gründerin Elke Schilling war aufgefallen, dass ihr Nachbar nie Besuch hatte. Der Mann hatte Kinder, die besuchten ihn allerdings nicht mehr. Hilfsangebote wurden von ihm abgelehnt. Nachdem dann wochenlang ein Werbeflyer an seiner Tür hing, alarmierte Schilling schließlich die Polizei. Der Mann wurde tot gefunden, als es schon lange zu spät war. So jedenfalls wird der Beginn des Ganzen auf der Internetseite von Silbernetz e.V. beschrieben.

In dieser Zeit habe Schilling zudem einen Roman gelesen, in dem die Idee eines Altennetzwerks beschrieben werde. Daraufhin habe sie sich weitere Gedanken gemacht: „Wie können wir das einsame Sterben verhindern und dazu beitragen, dass ältere, vereinsamte oder isoliert lebende Senior_innen Unterstützung, neue Kontakte und zurück ins Leben finden? Menschen, die niemanden mehr haben und über Wochen nur die Stimme aus dem Fernseher hören. Menschen, deren Lebenspartner_innen und Freunde verstorben, deren Kinder Erwachsene mit ihren eigenen Belastungen sind.“

Konkrete Inspiration für das Silbernetz als Telefonhotline gab dann die britische Silver Line Helpline, die 2013 als Pilotprojekt gestartet war. In einem aktuellen Interview mit Schilling – veröffentlicht bei Gesund & aktiv älter werden, einem Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – berichtet sie über die Inspiration durch die Helpline: „Auf dieses Angebot bin ich 2014 gestoßen und habe durch meine langjährige Erfahrung als Seniorenvertreterin und Telefonseelsorgerin in Berlin das Potenzial gesehen, auch bei uns ganz niedrigschwellig etwas gegen die Einsamkeit älterer Menschen tun zu können.“


Was genau bietet Silbernetz an?

Silbernetz ist ein dreistufiges Angebot für Senior*innen mit Einsamkeitsgefühlen oder Menschen, die einfach mal jemanden zum Reden suchen. Die erste Stufe ist das „Silbertelefon“. Dabei handelt es sich um eine kostenlose Telefonhotline (Rufnummer 0800-4708090), die sieben Tage in der Woche zwischen 8:00 und 22:00 Uhr erreichbar ist – seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 auch bundesweit.

Die zweite Stufe des Angebots bilden die „Silbernetz-Freund*innen“. Dabei handelt es sich um Ehrenamtliche, die auf Wunsch der Seniorinnen und Senioren für wöchentliche Telefonate vermittelt werden können. Dabei habe das Medium des Telefons einige Vorteile im Vergleich zu persönlichen Treffen, beispielsweise deshalb, weil man aus der Gesprächssituation jederzeit aussteigen könne. „Diese Anonymität über das Telefon bietet hier eine Schutzfunktion für unsere vulnerable Klientel, die vielleicht vor Hausbesuchen, aufsuchenden Leistungen zurückschrecken“, erklärt die Silbernetz-Gründerin in dem aktuellen Interview.

Dritte Stufe des Angebots ist die „Silberinfo“. Hierbei werden Senior*innen mit Angeboten vor Ort in Verbindung gebracht, die sie benötigen. Diese Stufe fungiere also als Brücke zur örtlichen Angebotsstruktur. „Durch meine langjährige Tätigkeit als Seniorenvertreterin in Berlin hat sich mir gezeigt, dass ältere Menschen häufig über ein Informationsdefizit verfügen, das ihnen den Zugang zu seniorenspezifischen Angeboten verwehrt“, so Schilling. Silbernetz e.V. kooperiert dafür mit lokalen Anbieter*innen und bilde eine Schnittstelle.


Einsamkeit in der Corona-Pandemie

„In den ersten drei Monaten des ersten Lockdowns hat sich unser Anrufaufkommen verdreifacht“, beschreibt die Initiatorin die besondere Situation in der Pandemie. Tatsächlich ist das Einsamkeitsempfinden in Zusammenhang mit der Pandemie gestiegen. Vor wenigen Monaten berichteten wir auch auf diesem Portal beispielsweise über den Bericht der Studie D80+ zum Thema Einsamkeit im hohen Alter, nachdem sich die Einsamkeit mit der Pandemie in dieser Altersspanne verdoppelt habe. Schilling berichtet von einem enormen Bedarf in dieser Zeit, der auch in dem Projekt zu spüren war. Die besondere Situation führte aber auch zu weiteren Kooperationen und zur bundesweiten Öffnung der Hotline in Absprache mit dem Berliner Senat.


Ausblick

Das Projekt soll nun deutschlandweit weiter vernetzt werden, neue Kooperationspartner*innen sollen gewonnen werden. Darüber hinaus soll das Thema und die Angebotsform auch international angegangen werden: „Ein Ziel von mir neben dieser bundesweiten Verankerung und Vernetzung ist die internationale Vernetzung, da es etliche solcher ‚Kinder‘ der Silver Line aus London gibt und das Thema Einsamkeit im Alter vielfach relevant ist.“ Über allem stehe für Elke Schilling aber weiterhin der Wunsch, „dass jeder Mensch über 60, der dieses Bedürfnis hat, in seinem Einsamkeits­gefühl jemanden zum Reden zu finden, unsere Nummer kennt.“

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Ob Einkommenssituation, die digitale Teilhabe oder die soziale Eingebundenheit im hohen Alter – im Rahmen der Studie D80+ werden zahlreiche Aspekte der Hochaltrigkeit aufbereitet. Im achten Kurzbericht geht es um Alltagskompetenz und Wohnumfeld. Eine der zentralen Ergebnisse: Die Mehrheit der Über-80-Jährigen bewältigt den Alltag aus eigener Kraft.

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Knapp 61 Prozent der Hochaltrigen in Deutschland braucht keine oder fast keine Hilfe bei der Bewältigung ihres Alltags – das ist eines der Ergebnisse der Studie „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“. Wie bislang werden die Ergebnisse thematisch gebündelt in Kurzberichten herausgegeben. Der im Mai erschienene, achte Bericht dieser Art trägt den Titel „Die Alltagskompetenzen und das Wohnumfeld hochaltriger Menschen in Deutschland“.

„Die Mehrheit der älteren und hochaltrigen Menschen ist fit für die Herausforderungen des Alltags“, freut sich die Bundesseniorenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) über das Ergebnis. Allerdings: Die Studie kommt auch zu dem Ergebnis, dass insbesondere Menschen in Heimen in ihren Alltagskompetenzen eingeschränkt sind. Außerdem sind auch Unterschiede nach Bildungsgrad feststellbar. So seien Über-80-Jährige mit einem hohen Bildungsgrad in ihren täglichen Aktivitäten eigenständiger. Weniger überraschend erscheint zudem, dass die Eigenständigkeit mit dem fortschreitenden Alter statistisch abnimmt, die jüngeren Hochaltrigen also weniger Unterstützung benötigen.

Mit ihrem Wohnumfeld verbunden fühlen sich über die Hälfte der hochaltrigen Menschen in Deutschland. 53,4 Prozent geben zudem an, ihrer Nachbarschaft vollkommen zu vertrauen. Der überwiegende Teil der Menschen über 80 Jahren ist darüber hinaus der Auffassung, in ihrem Wohnumfeld gut zu Fuß unterwegs sein zu können. Problematischer scheint jedoch die Situation der baulichen Barrieren. In ihrer Wohnung oder ihrem Haus geben nur 9,1 Prozent der Befragten an, keine Barrieren zu haben. Insofern seien barrierereduzierende Eigenschaften der Wohnungen hochaltriger Menschen „noch ausbaufähig“, wie es im Kurzbericht heißt.

Das Wohnumfeld spiele im Alter eine entscheidende Rolle und ältere Menschen sollten selbstbestimmt bis ins hohe Alter in vertrauter Umgebung leben können, heißt es auch in der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zum Erscheinen des achten Berichts. „Wir brauchen mehr gemeinschaftliche und generationsübergreifende Wohnformen, die den Verbleib in der vertrauten Umgebung möglich machen“, so Ministerin Paus weiter. „Entscheidend dafür sind die Gestaltung der Wohnung und des Wohnumfelds, aber auch verlässliche Fürsorgestrukturen und eine gute Nachbarschaft.“

Aufbereitet und ausgewertet wurden auch für diesen Bericht Daten, die zwischen November 2020 und April 2021 schriftlich und telefonisch erhoben worden sind.

Die Hochaltrigkeitsstudie D80+ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert und vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) durchgeführt. Bislang habe es kaum Erkenntnisse über das hohe Alter in Deutschland gegeben – und das vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft – was Ausgangspunkt für die Studie war.

Die Themen der anderen Kurzberichte finden Sie auch hier in einer Artikelübersicht.

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Wie auch in den vergangenen beiden Jahren veranstaltet ein Bündnis aus Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft und weiteren Bereichen auch in diesem Jahr wieder einen bundesweiten Digitaltag.

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„Digital für alle“ nennt sich die Initiative, die nun zum dritten Mal einen bundesweiten Digitaltag durchführen will. In dem Bündnis haben sich über 25 Organisationen zusammengeschlossen, darunter beispielsweise der Deutsche Städtetag, der Volkshochschul-Verband sowie Caritas und Diakonie. Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) ist Teil der Initiative.

„Statt nur in Talkshows oder in Diskussionsrunden mit Expertinnen und Experten über eine wünschenswerte Zukunft zu diskutieren, möchten wir Foren eröffnen, an denen alle teilnehmen können“, beschreiben die Organisationen ihr Anliegen auf der Internetseite des Digitaltags. „Auf lokaler Ebene wird die Digitalisierung ein Teil der Lebenswirklichkeit der Menschen, hier müssen wir sie diskutieren und erlebbar machen. Dafür haben wir den Digitaltag ins Leben gerufen – ein Aktionstag, an dem sich alles rund um digitale Themen dreht!“

Zum Digitaltag sind bundesweit Aktionen geplant, sowohl online als auch vor Ort. Eine Übersicht der angemeldeten Angebote finden Sie hier, die vor Ort stattfindenden Angebote sind allerdings auch in einer interaktiven Karte veranschaulicht. Es ist weiterhin möglich, Aktionen anzumelden. Sollten Sie oder ihre Organisation Interesse haben, eine Diskussionsrunde, einen Tag der offenen Tür oder z.B. eine Smartphone-Schulung für Ältere anzubieten, können Sie das über diesen Link anmelden.

Einen Rückblick zum Digitaltag 2021 finden Sie hier.

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Blinden- und Sehbehindertenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben den Zusammenschluss „Home Designed for All“ gebildet. Gemeinsam setzen sie sich für barrierefreie Haushaltsgeräte ein und wollen für das Thema sensibilisieren.

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Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband DBSV hat zusammen mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich BSVÖ, dem Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen SZBLIND und dem Schweizerischer Blinden- und Sehbehindertenverband SBV „Home Designed for All“ ins Leben gerufen. Hintergrund ist die zunehmende Problematik, dass Haushaltsgeräte nicht mehr für alle Anspruchsgruppen gleichermaßen bedienbar sind. Druckknöpfe oder Schalter, die leicht ertastbar sind und durch Einrasten oder Stellung der Schalter vergleichsweise einfach zu bedienen sind, werden mehr und mehr durch Sensortasten und Touchscreens ersetzt, die allein auf den Sehsinn setzen. „Bei Drehrädern ohne mechanischen Anschlag und bei Endlos-Menüs ist man schnell verloren. Die Displays haben oft eine winzige Schrift und kontrastarme Symbole. All das macht die Bedienung für blinde und sehbehinderten Menschen schwer bis unmöglich“, beschreibt auch Oliver Nadig, Leiter des Fachausschusses für Informations- und Telekommunikationssysteme (FIT) beim DBSV, das Problem auf der Internetseite des Verbands.

„Als gebündelte Interessensvertretung für das Anliegen barrierefreier Haushaltsgeräte für blinde und sehbehinderte Menschen wird seitdem aktiv an der Lösung der Problemstellung gearbeitet“, heißt es vor diesem Hintergrund auf der Seite des DBSV zu dem Zusammenschluss. Die Ziele des Zusammenschlusses der verschiedenen deutschsprachigen Verbände lauten:

  • „Beseitigung von Diskriminierung durch Anwendung von ‚Universal Design‘ resp. ‚Design for All‘,
  • Teilhabe am technischen Fortschritt,
  • Wahlfreiheit beim Kauf und verständliche Bedienungsanleitungen und
  • Einbeziehung der Barrierefreiheit als Zielsetzung in den Entwicklungs- und Designprozess und als Kriterium in Warentests.“

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Erwerbstätigkeiten im Ruhestand sind verbreiteter als noch Mitte der 1990er Jahre. Gleichwohl ist es immer noch eine deutliche Minderheit der Rentner*innen, die nebenbei arbeiten gehen. Die Gründe für eine Erwerbstätigkeit seien dabei unterschiedlich und nicht nur finanziell bedingt, wie eine Studie des IAB nun verdeutlicht.

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Eine Minderheit der Rentenbezieher*innen in Deutschland ist zusätzlich erwerbstätig. Nach Ergebnissen der Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind das im Schnitt 7,7 Prozent der Menschen ab 65 Jahren. Allerdings lohnt sich dabei ein genauerer Blick auf die Altersgruppen innerhalb des Ruhestandsalters: 15,0 Prozent der 65- bis 69-Jährigen sind parallel zum Rentenbezug erwerbstätig, ab 75 Jahren sind es nur noch 2,0 Prozent. Differenziert nach Beschäftigungsform ist die geringfügige Beschäftigung (sog. „Minijobs“) mit 67,5 Prozent die häufigste bei den 65- bis 74-Jährigen. Der Mittelwert der Wochenarbeitsstunden liegt bei 14,5 Stunden.

Mit jeweils über 90 Prozent sind „Spaß an der Arbeit“, „Weiterhin eine Aufgabe haben“ und „Kontakt zu anderen Menschen“ die Hauptmotive für eine Erwerbstätigkeit im Rentenalter. „Finanzielle Situation“ geben demnach nur 43 Prozent der arbeitenden Rentner*innen als Grund an. In der Studie wird allerdings nicht nur auf die Gründe für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit abgezielt. „Wir widmen uns auch der Frage, weshalb die meisten Rentnerinnen und Rentner keiner Erwerbstätigkeit nachgehen“, heißt es im IAB-Kurzbericht. Personen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren geben als Gründe für ihre Nicht-Erwerbstätigkeit an, „im Leben genug gearbeitet“ (83%) und/oder ausreichendes Haushaltseinkommen (81%) zu haben.

Der Bericht hält fest, dass es ganz unterschiedliche Gründe für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit gibt. Die Wahrscheinlichkeit, einer entsprechenden Tätigkeit nachzugehen, steigt mit höherem Bildungsniveau und einer Integration in den Arbeitsmarkt bis zum Renteneintritt. „Wenngleich finanzielle Motive für die Erwerbsarbeit bei Rentenbeziehenden nicht im Vordergrund stehen, sind sie doch nicht zu vernachlässigen“, heißt es allerdings einordnend in dem Bericht. „Sie werden von mehr als 40 Prozent der erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentner als zusätzlicher Beweggrund genannt, überdurchschnittlich oft im unteren Einkommensbereich und von Rentnerinnen.“

Der IAB-Kurzbericht zur Studie mit dem Titel „Erwerbsarbeit im Ruhestand hat vielfältige Gründe – nicht nur finanzielle“ kann hier heruntergeladen werden.

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Am 14. Juni lädt das Kompetenznetz Einsamkeit zusammen mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zur Konferenz „Gemeinsam gegen Einsamkeit“ ein. Ziel ist, dass Thema Einsamkeit politisch und wissenschaftlich stärker zu beleuchten und den Diskurs zu Gegenstrategien voranzutreiben.

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„Einsamkeit ist ein negatives Gefühl, das nicht erst seit der Corona-Pandemie im Leben vieler Menschen eine Rolle spielt“, heißt es einleitend in der Veranstaltungsbeschreibung auf der Internetseite des Kompetenznetz Einsamkeit. „Chronische Einsamkeit senkt die Lebensqualität und kann sich negativ sowohl auf die körperliche und psychische Gesundheit als auch auf das Denken, Verhalten und Erleben eines Menschen auswirken.“

Es handle sich demnach um ein vielschichtiges Problem, das bereits von Akteur*innen im bürgerschaftlichen Engagement, in der Sozialen Arbeit und in Forschung und Politik thematisiert werde. Die Konferenz, die von 10:00 bis 17:00 Uhr im Humboldt Carré in Berlin stattfinden soll, will das Thema Einsamkeit aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und ein gemeinsames Verständnis des Begriffs entwickeln. Die Konferenz soll zur Sensibilisierung beitragen und Strategien zur Bekämpfung und Vorbeugung von Einsamkeit diskutieren.

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Engagierte, an Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Politiker*innen, Forschende und Vertreter*innen von Wohlfahrtsverbänden und anderen Organisationen. Mehr zur Veranstaltung sowie Informationen rund um die Anmeldung finden Sie unter diesem Link.

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Wir berichteten bereits vergangenen Monat über das sogenannte Entlastungspaket, dass die Ampelkoalition vor dem Hintergrund steigender Energiekosten auf den Weg gebracht hatte. Nun ist das Gesetz durch den Bundestag bestätigt worden. Senior*innenvertretungen wiederholen ihre Kritik: Ältere seien von den Maßnahmen ausgeschlossen.

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Am 13. Mai 2022 wurden die Entlastungspakete der Ampelkoalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP im Parlament verabschiedet. Das erste Paket hatte der Koalitionsausschuss bereits im Februar beschlossen, es beinhaltet unter anderem einen einmaligen Heizkostenzuschuss und den Wegfall der EEG-Umlage. Derzeit noch stärker in der öffentlichen Debatte ist jedoch das zweite Entlastungspaket, dass der Koalitionsausschuss im März beschlossen hatte. Es beinhaltet unter anderem das 9-Euro-Ticket, eine Energiepauschale für einkommenssteuerpflichtigen Erwerbstätigen und Einmalzahlungen für Sozialleistungsbeziehende.

Bereits als die Koalition die Maßnahmen vorgelegt hatte, gab es Kritik – auch und vor allem von Senior*innenverbänden. Von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) als größtem senior*innenpolitischen Dachverband in Deutschland hieß es dazu: „Die Entscheidung, ältere Menschen nicht zu berücksichtigen, ist (…) vollkommen unverständlich und nicht akzeptabel“.

Die Kritik macht sich vor allem daran fest, dass die Energiepauschale nur Erwerbstätigen zugutekomme. Damit würden Rentenbezieher*innen mit den hohen Energiekosten allein gelassen. „Warum soll ein Gutverdiener eine Einmalzahlung von 300 Euro zum Ausgleich für gestiegene Kosten erhalten, die Rentnerin mit Alterseinkünften knapp über Grundsicherungsniveau nicht“, heißt es in einer aktualisierten Pressemitteilung der BAGSO kurz vor der Abstimmung im Bundestag. „Höhere Heiz- und Stromkosten treffen Rentnerinnen und Rentner im Zweifel sogar mehr als Beschäftigte, die tagsüber nicht zu Hause sind. Gerade Menschen mit kleinen Renten sind in der aktuellen Situation auf Unterstützung angewiesen“. Die Anmerkungen seien in Form eines Briefes dem Finanzausschuss übermittelt worden. Die Kritik führte bislang allerdings offensichtlich noch nicht zum Umdenken der Mehrheit der Abgeordneten.

Die Maßnahmen im Einzelnen finden Sie beispielsweise auf der Seite des Bundesfinanzministeriums in einer Übersicht.

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„Einsam. Gesellschaftliche, kirchliche und diakonische Perspektiven“ heißt ein neu erschienenes Buch über das Thema Einsamkeit. Das Buch ist im Auftrag der Diakonie Deutschland entstanden, auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hat ein Kapitel zu der Publikation beigetragen.

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Einsam sei, wer sich einsam fühle. Das betreffe 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, die Corona-Pandemie habe dies noch einmal verstärkt. „Wie entsteht Einsamkeit? Wie hängt Einsamkeit mit Selbstbild, Beziehungskompetenz, Lebenssinn zusammen? Welche theologischen Perspektiven gibt es in Bezug auf Einsamkeit?“ – das sind Fragen, denen sich der Sammelband unter anderem widmet.

Für einen Blick auf Einsamkeit im Alter haben Silke Leicht, stellvertretende Geschäftsführerin der BAGSO und Franz Müntefering, der ehemalige Vorsitzende des Dachverbands, ein Kapitel geschrieben. Sie schildern die Lebenssituation der Älteren und zeigen Strategien gegen soziale Isolation auf. Das Buch ist bei der Evangelischen Verlagsanstalt erschienen. Herausgegeben ist der Sammelband im Auftrag der Diakonie von Astrid Giebel, Daniel Hörsch, Georg Hofmeister und Ulrich Lilie.

Zum Thema Alterseinsamkeit empfehlen wir auch den Kurzbericht der Hochaltrigkeitsstudie D80+, der die Datenlage aufschlüsselt. Demnach habe sich das Einsamkeitsempfinden der Menschen über 80 Jahren tatsächlich im Zuge der Corona-Pandemie verdoppelt. Besonders auffällig sei die Situation in Heimen. Dort gebe nach der Studie etwa jede*r dritte Bewohner*in an, einsam zu sein.

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Unter dem Motto „#Gemeinsam Mehr“ hat Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) Anfang Mai den Bundespreis Mehrgenerationenhaus verliehen. Sechs Mehrgenerationenhäuser wurden für besonderes gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet.

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Am 4. Mai wurde der Bundespreis Mehrgenerationenhaus #Gemeinsam Mehr durch Lisa Paus überreicht, die die vergangenen Monat zurückgetretene Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) im Amt der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ersetzt. Der Preis würdigt „vorbildlichen Einsatz für das Miteinander“, wie es in der Überschrift der Pressemitteilung des Ministeriums heißt. Darin heißt es weiter von Paus wörtlich: „Mit dem Wettbewerb wollen wir den Mehrgenerationenhäusern und ihren haupt- und ehrenamtlich Aktiven Danke sagen. Und wir wollen der breiten Öffentlichkeit zeigen, wie kreativ und vielfältig das Engagement der Mehrgenerationenhäuser ist. Die Mehrgenerationenhäuser stehen für ein spürbares Mehr an Lebensqualität für Jung und Alt. Sie schaffen ein Mehr an Gemeinschaft und Verbundenheit in den Nachbarschaften.“ Gerade jetzt sei dieses Miteinander wichtig, betont die Ministerin vor dem Hintergrund der Herausforderungen durch die Pandemie und den Krieg in der Ukraine.

Es gab insgesamt fünf Kategorien, in denen Mehrgenerationenhäuser ausgezeichnet wurden: Demokratiestärkung, ökologische Nachhaltigkeit, Zusammenhalt, Bildung & Unterstützung und als Sonderpreis unter dem Motto „Gemeinsam stark in Pandemiezeiten“. In der Kategorie Bildung & Unterstützung sind zwei Projekte ausgezeichnet worden.

Die Übersicht über die Preisträger*innen und weitere Informationen finden Sie hier. Der Bundespreis Mehrgenerationenhaus #Gemeinsam Mehr wurde in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Mit dem Mehrgenerationenhauspreis DemografieGestalter gab es allerdings einen Vorgängerpreis, der seit 2018 verliehen wurde. Die Liste der Gewinner*innen des letzten DemografieGestalter-Preises finden Sie hier.

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Im Rahmen des Projekts „Digitale Nachbarschaft“ haben Deutschland sicher im Netz e.V. und das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) in Kooperation mit Aktion Mensch e.V. eine Handreichung zur digitalen Teilhabe veröffentlicht. Das Handbuch richtet sich insbesondere an Aktive in der Vereinsarbeit. Ziel ist, Webinhalte von Vereinen möglichst barrierearm zur Verfügung stellen zu können.

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Einleitend bedient sich die Broschüre eines Vergleichs: An vielen öffentlichen Orten würden wir zu Augenzeug*innen baulicher Maßnahmen, zum Beispiel wie Rampen gebaut werden, um Treppen als Barriere umgehen zu können. Doch die „Treppen“ im digitalen Raum gebe es auch – nur seien die Barrieren oft nicht sichtbar. „Du und Dein Verein tut gut daran, die eigenen Angebote und Arbeitsweisen auf Kriterien digitaler Teilhabe zu überprüfen“, heißt es daher in der Handreichung. „Das Vereinswesen ist so bunt und vielfältig wie seine Mitglieder selbst. Diese Vielfalt gilt es mitzudenken. Lassen wir die digitalen Treppen links liegen und verwandeln sie in Fahrstühle.“

Die Broschüre will sensibilisieren, informieren und konkrete Beispiele vorstellen, unter anderem wie Leichte Sprache benutzt werden kann. Zunächst werden Grundbegriffe des digitalen Zeitalters erklärt und die derzeitige Chancengerechtigkeit diskutiert. Im zweiten Kapitel geht es dann um Möglichkeiten barrierearmer Webinhalte. Beispiele dafür sind die Verwendung eines „Screenreaders“, der Bildschirminhalte akustisch wiedergeben kann, das Nutzen von hohen Kontrasten zur besseren Lesbarkeit oder die Vermeidung von störenden Inhalten wie automatisch startende Animationen.

„Wenngleich ein langer Weg vor Dir liegt, kannst Du Deine Vereinsarbeit bereits mit einfachen Mitteln optimieren und damit aktiv zu einer gerechteren und inklusiveren Gesellschaft beitragen“, ermutigen die Autor*innen die Leser*innen. „Wichtig ist es, sich immer wieder mit Menschen auszutauschen, die entweder direkt betroffen sind oder sich mit Barrieren im Netz auskennen. Jeder Schritt hin zu mehr Barrierefreiheit ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

Das Handbuch kann hier kostenlos gelesen und heruntergeladen werden. Mehr aus dem Projekt Digitale Nachbarschaft erfahren Sie hier.

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