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Alltägliches Leben

Im Mai 2021 haben das Bundesseniorenministerium und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) im Rahmen des DigitalPakts Alter die Förderung von 100 digitalen Erfahrungsorten gestartet, die älteren Menschen als niedrigschwellige Lern- und Unterstützungsangebote dienen sollen. Die Förderung geht nun in die zweite Runde.

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Der neue Förderzeitraum läuft von April bis August 2022. Bis zum 18. März 2022 konnten sich noch Initiativen und Vereine bewerben, die älteren Menschen „Erfahrungsorte“ zum Einstieg in die digitale Welt bieten. Auf der Internetseite des DigitalPakts Alter heißt es, dass Akteur*innen für eine Förderung in Frage kommen, „die älteren Menschen bei ihren ersten Schritten mit digitalen Hilfsmitteln oder ins Internet beratend zur Seite stehen und nach Möglichkeit bereits in der Vermittlung digitaler Kompetenzen aktiv sind.“ Nähere Informationen zur Förderung finden Sie hier.

Neben der Fördersumme von 2.000 Euro pro Erfahrungsort stellt die BAGSO den Akteur*innen auch Materialien zur Lernbegleitung zur Verfügung. Außerdem soll es Möglichkeiten der Vernetzung, Weiterbildung und Erfahrungsaustausch der geförderten Projekte durch Online-Veranstaltungen geben.

Der DigitalPakt Alter, in dessen Rahmen die digitalen Erfahrungsorte gefördert werden, wurde 2021 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der BAGSO ins Leben gerufen und ist als Bündnis von Partnerorganisationen aus Bund, Ländern, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft angelegt. Ziel ist die Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe und Engagements älterer Menschen, unter anderem durch die Unterstützung beim Erlernen digitaler Kompetenzen.

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Im Februar hat die Friedrich-Naumann-Stiftung eine Online-Veranstaltung zum Thema Digitalisierung im Alter angeboten. Die Podiumsdiskussion wurde aufgenommen und steht nun jederzeit zum Abruf zur Verfügung.

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Erst kürzlich haben wir auf ein Interview des SPIEGEL mit Dagmar Hirche vom Verein Wege aus der Einsamkeit e.V. hingewiesen, in dem einige Gedanken zum dem Thema Digitalisierung im Alter genannt worden sind. Die Vereinsvorsitzende, die Senior*innen kostenlos im Umgang mit digitalen Endgeräten schult, war auch am 09. Februar Teil des Podiums der Online-Veranstaltung. Mit ihr zusammen bildeten das Podium der digitalpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Maximilian Funke-Kaiser, Nicola Röhricht von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), die dort die Geschäftsstelle Digitalpakt Alter leitet, und Luisa Lamm von der Initiative Digital für alle, die den jährlichen Digitaltag organisiert (mehr dazu hier).

In der Veranstaltungsbeschreibung heißt es: „Immer mehr verlagert sich ins Internet, immer wichtiger wird der Zugang zum WLAN. Allerdings ist bislang höchstens ein Drittel der Alten-Einrichtungen mit WLAN ausgerüstet – und kostenlos ist es fast nirgendwo. Zudem fehlt es an Schulung und Begleitung der Senioren und Seniorinnen. Was fordern sie und ihre Verbände? Wie reagieren Wirtschaft und Politik?“.

Die Podiumsdiskussion fand online über die Videokonferenz-Plattform Zoom statt und wurde aufgezeichnet. Den Mitschnitt finden Sie auf der Internetseite der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung oder direkt hier:

https://youtu.be/8yljcNZf-Ic

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Der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) stellt einen Online-Ratgeber zur Verfügung, der sich mit Besonderheiten von Theaterarbeit mit älteren Menschen auseinandersetzt.

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„Seit einigen Jahren hat sich nun der Begriff des Senior*innentheaters fest in der Theaterlandschaft etabliert und führt zu einer vermehrten Aufmerksamkeit auf Themen wie ‚Soziale Teilhabe‘, ‚Aktivität‘ und ‚Gesundheit‘ im Alter durch Kunst und Kultur“, schreibt der BDAT auf seiner Internetseite. „Durch den demografischen Wandel ist es sehr wahrscheinlich, dass die Theaterarbeit mit Senior*innen noch zunehmen wird.“ Die Kulturgeragogik habe sich daher zum Ziel gesetzt, sich in diesem Bereich zu professionalisieren und Teilhabe, Lebensqualität und Zufriedenheit im Alter zu fördern.

Vor diesem Hintergrund findet sich dort ein Online-Handout, dass nach verschiedenen Stichpunkten unterteilt ist. So finden sich dort Informationen zu „Gründung einer Theatergruppe“, „Förderung beantragen“ oder auch „Senior*innentheatergruppen in Deutschland“.

Der Bund Deutscher Amateurtheater ist Dachverband von 18 Mitgliedsverbänden und rund 2.500 angeschlossenen Theaterbühnen.  „Theater für alle“ ist Leitbild des Verbands, weswegen der BDAT bürgerschaftliches Engagement fördert und sich für kulturelle Bildung durch Amateurtheater einsetzt. Seit mehr als 25 Jahren veranstaltet er auch das Qualifizierungsprogramm „Europäisches Senior*innentheater-Forum“, das auch als Dialogplattform dienen soll. Das 33. dieser Art wird im Oktober online stattfinden. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten sollen im Sommer folgen.

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Kürzlich hat der NDR über einen nordfriesischen Pflegedienst berichtet, der die pflegebedürftigen Menschen auch auf Plattdeutsch betreut. Für viele Ältere sei das eine Erinnerung an die Kindheit und Jugend, in der viele mit Plattdeutsch als Muttersprache aufgewachsen sind.

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Johannes Carstensen ist der Name des ambulanten Pflegedienstes aus Haselund (Kreis Nordfriesland), um den es in einem Videobeitrag des NDR-Regionalprogramms Schleswig-Holstein Magazin geht. Nahezu „alle Mitarbeiter schnacken hier platt“, heißt es in dem zugehörigen Artikel in Bezug auf den Pflegedienst. Der Pflegedienstleiter Marco Wolff erklärt: „Die Kontakte sind alle eingeschränkt und die Leute können nicht mehr das machen, was sie vorher gemacht haben. Das merkt man schon. Deshalb ist es ganz wichtig, dass man sich ein bisschen Zeit nimmt und mal ein bisschen schnackt, sonst bleiben sie auf der Strecke“. Das wäre zwar ebenso auf Hochdeutsch möglich, allerdings sprechen viele der älteren Pflegebedürftigen auch Plattdeutsch – sie sind zum Teil sogar damit aufgewachsen. „Ich höre lieber Plattdeutsch, da kann ich gleich mitschnacken. Das ist nunmal meine Sprache“, wird eine Seniorin in dem Bericht zitiert.

Auch Nina Petersen, stellvertretende Leiterin des Pflegedienstes, schätze es, mit den Senior*innen in niederdeutscher Sprache zu sprechen. „Man hat eine andere Vertrauensbasis, als wenn man auf Hochdeutsch redet“. Für viele ältere Norddeutsche sei das eine Erinnerung an die eigene Kindheit und Jugend. In dieser Sprache zu sprechen steigere ihr Wohlbefinden und nicht zuletzt ihre seelische Gesundheit.

Auch der Landesseniorenrat Schleswig-Holstein setzt sich immer wieder für den Erhalt und die Ausweitung der niederdeutschen Sprache ein. In einem Antrag im Rahmen des 32. Altenparlament (2020) hat sich der Landesseniorenrat beispielsweise für Plattdeutsch in allen Ämtern in Schleswig-Holstein eingesetzt, entsprechende Module sollten Teil der Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte*r werden. Ein Jahr zuvor wurden im 31. Altenparlament mehr feste Sendezeiten für plattdeutsche Sendungen im Fernsehen und auf NDR 1 Welle Nord gefordert – auch als Mittel gegen Vereinsamung, besonders für Ältere, die mit Plattdeutsch als Muttersprache aufgewachsen sind.

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In einem im Februar erschienenen SPIEGEL-Interview spricht Dagmar Hirche, Vorsitzende des Vereins Wege aus der Einsamkeit e.V., über Digitalisierung, Teilhabe im Alter und ihre Forderungen.

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Schon seit Jahren setzt sich Dagmar Hirche für die Digitalisierung des Alters ein. Sie berät und unterstützt Senior*innen mit ihrem Verein Wege aus der Einsamkeit (WadE) im Umgang mit Smartphones oder Tablets, veranstaltet regelmäßige „Versilberer-Runden“ über die Videokonferenz-Plattform Zoom oder veröffentlicht Videos mit Tipps zum sicheren Umgang mit dem Internet. Dabei macht sie immer wieder klar, dass Digitalisierung eine Frage von Teilhabe ist.

In einem Interview mit dem SPIEGEL („Kostenloses WLAN für alle Altenheime“ vom 12.02.2022) sagt sie, dass seit Beginn der Pandemie zurecht viel über den Digitalisierungsbedarf an Schulen gesprochen wird. „Aber warum werden immer die alten Menschen vergessen, wenn es um Digitalisierung geht?“, merkt sie in dem Gespräch kritisch an. „Das ist Altersdiskriminierung.“ Digitalisierung dürfe nicht bei der Generation 60 plus aufhören. „Das muss bei 120 aufhören.“

Das viele ältere Menschen noch zu den „Offlinern“ gehörten, sei problematisch, es gehe schließlich um Teilhabe. Ohne E-Mails, Smartphones oder der Möglichkeit, sich beispielsweise online fürs schwimmen gehen anzumelden – wie im Lockdown teilweise vorausgesetzt wurde – ist es mittlerweile schwierig geworden. Auf die Frage, was die WadE-Vorsitzende denn fordere, antwortet Hirche: „In allen Altenheimen kostenfreies WLAN – und zwar in allen Zimmern.“ Es nütze nichts, Internet nur im Aufenthaltsraum empfangen zu können, wenn man das Zimmer nicht mehr verlassen könne. Außerdem fordert Hirche „Schulungsangebote an jeder Ecke.“ Auch wenn häufig so getan würde, sei es nicht selbstverständlich, den Umgang mit Luca-App, Corona-Warn-App oder der App CovPass auf Anhieb zu verstehen. Hirche und ihre Mitstreiter*innen bieten selbst solche Schulungen an. Die meisten, die diese Unterstützung wahrnehmen, seien zwischen 72 und 88 Jahre alt.

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Anlässlich des weltweiten Aktionstages „Age with rights“ der Global Alliance for the Rights of Older People (GAROP) ist für den 2. März eine Online-Veranstaltung unter dem Titel „Das Recht auf Teilhabe – in jedem Alter“ geplant.

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In der Zeit von 10:00 bis 11:30 Uhr diskutieren an diesem Tag unter anderem Dr. Claudia Mahler, unabhängige UN-Expertin für Menschenrechte Älterer, Martin Amberger aus dem Bundesseniorenministerium und Carolina Brauckmann aus dem Vorstand von Lesben und Alter e.V.. Diskutiert werden soll dabei das Thema Altersdiskriminierung und negative Altersbilder mit der Frage, wie diese die Teilhabe im Alter einschränken. Außerdem „werden Wege aufgezeigt, wie das Recht auf Teilhabe Älterer in Deutschland und weltweit stärker geachtet, geschützt und gewährleistet werden kann“, wie es in dem Flyer zur Veranstaltung heißt.

Bei der GAROP-Kampagne handelt es sich um einen Zusammenschluss aus über 390 zivilgesellschaftlichen Organisation, die auf rund 80 Länder verteilt sind. Eine der zentralen Forderungen der „Global Alliance“ ist die Verabschiedung einer UN-Altenrechtskonvention. Zur Internetseite der GAROP gelangen Sie hier.

Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) ist Teil der internationalen Allianz und veranstaltet und moderiert den Online-Dialog Anfang März. Auch der Geschäftsführer der BAGSO, Dr. Guido Klumpp, wird dem Podium angehören. Die Veranstaltung findet über die Videokonferenz-Plattform Zoom statt, Informationen zur Anmeldung finden Sie im Flyer.

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Am 10. Februar 2022 ist das „Kompetenznetz Einsamkeit“ (KNE) der neuen Bundesregierung durch eine Auftaktveranstaltung gestartet. Das Projekt soll Einsamkeit unabhängig vom Alter bekämpfen und vorbeugen.

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Das neue Kompetenznetz will Wissen zu dem Thema Einsamkeit bündeln und bestehende Wissenslücken schließen. Politische und gesellschaftliche Maßnahmen sollen dann daraus abgeleitet werden. Damit verfolge das Kompetenznetz Einsamkeit auch „das übergeordnete Ziel ein solidarisches Miteinander und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern“, wie es auf der Internetseite des Präventionsprojektes heißt.

Durchgeführt wird das Projekt durch das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V., das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) fördert das KNE mit zunächst rund einer Millionen Euro bis Jahresende. Unter dem Stichwort der Gesundheitsförderung hatten sich SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP bereits im Dezember veröffentlichten Koalitionsvertrag darauf geeinigt, „einen Nationalen Präventionsplan sowie konkrete Maßnahmenpakete z.B. zu den Themen Alterszahngesundheit, Diabetes, Einsamkeit, Suizid, Wiederbelebung und Vorbeugung von klima- und umweltbedingten Gesundheitsschäden“ zu schaffen.

Leiter des neuen Projekts gegen Einsamkeit ist Benjamin Landes, der Direktor des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik. In einer Pressemitteilung sagt er zum neuen Kompetenzzentrum: „Die Arbeit des Kompetenznetz Einsamkeit hat zum Ziel, die Strategien gegen Einsamkeit weiterzuentwickeln. Dazu wird das Thema aus zivilgesellschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Blickwinkeln betrachtet, um diese unterschiedlichen Perspektiven in den Austausch zu bringen. Es sollen Maßnahmen identifiziert werden, die der Vorbeugung und Bekämpfung von Einsamkeit dienen. Dabei legen wir einen Fokus auf die Praxis der sozialen Arbeit sowie auf vulnerable Gruppen, die ein besonderes Einsamkeitsrisiko haben.“

Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) weist darauf hin, dass Einsamkeit keine Frage des Alters sei. Zudem betont sie den Netzwerk-Charakter des Projekts, welches die Ministerin am 10. Februar mit einem Grußwort bei der Auftaktveranstaltung offiziell gestartet hat: „Wir wollen bestehendes Engagement sichtbar machen und diejenigen zusammen­bringen, die sich gegen Einsamkeit einsetzen. Bei diesem offenen Netzwerk sind alle eingeladen, sich einzubringen.“

Erst kürzlich berichteten wir über den vierten Kurzbericht der Hochaltrigkeitsstudie D80+, der sich mit dem Thema Einsamkeit auseinandersetzt. Bei Menschen im Alter von mindestens 80 Jahren habe sich das Einsamkeitsempfinden demnach durch die Corona-Pandemie verdoppelt.

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Der schleswig-holsteinische Landtag befasst sich derzeit unter anderem mit der Situation pflegender Angehöriger. Nach einem im November vorgelegten Bericht der Landesregierung liegt das Thema nun beim Sozialausschuss zur abschließenden Beratung.

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Zahlreiche Stellungnahmen von Organisationen und Verbänden sind in den letzten Wochen beim Sozialausschuss des Landes Schleswig-Holstein eingegangen. Anlass dafür ist die abschließende Beratung, zu der das Thema in den Sozialausschuss überwiesen worden ist. Im November hatte die Landesregierung einen rund 40-seitigen Bericht zur Situation pflegender Angehöriger in Schleswig-Holstein vorgelegt, der im 25.11.2021 in der Plenardebatte diskutiert wurde.

Die Zahl von Menschen, die Angehörige in der Häuslichkeit pflegen, werde statistisch nicht erhoben. Laut Bericht liege die Zahl der Pflegegeldempfänger*innen im nördlichsten Bundesland jedoch bei 63.439. Darunter seien auch rund 7.000 Personen berücksichtigt, die aufgrund des Pflegegrades 1 ausschließlich den Entlastungsbetrag erhalten. Von allen Personen, die Leistungen der Pflegeversicherung in Schleswig-Holstein beziehen, würden rund 70 Prozent zu Hause versorgt. Die Pflege älterer Menschen müsse auch vor dem Hintergrund der Demografie zunehmend als „gesamtgesellschaftliche Verantwortung“ gesehen werden. Das bedeute ein „Ineinandergreifen von familiärer, niedrigschwelliger, semiprofessioneller, professioneller ambulanter und stationärer Versorgung“.

Ein wichtiges pflegepolitisches Ziel – in jedem Kreis und jeder kreisfreier Stadt eine niedrigschwellige Anlauf- und Beratungsstelle zu haben – habe man mit der Eröffnung des Pflegestützpunktes im Kreis Schleswig-Flensburg im Jahr 2020 erreicht. Auch die Zahl der Plätze in Tagespflegeeinrichtungen sei in den vergangenen Jahren gestiegen. Als pflegepolitische Herausforderungen nennt der Bericht unter anderem den Ausbau der Kurzzeitpflege und die Digitalisierung.

Die Bürgerbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein für soziale Angelegenheiten, Samiah El Samadoni, begrüßt den Bericht der Landesregierung. Der Bericht spiegele eine Reihe von Schwierigkeiten, die auch die Bürgerbeauftragte aus ihrer Beratungstätigkeit kenne. Allerdings käme es jetzt darauf an, wie die Situation der pflegenden Angehörigen verbessert werden kann. „Entlastungen von pflegenden Angehörigen können nur durch eine Ausweitung der bestehenden Angebote, Prüfung der Funktionalität der bestehenden Angebote und der Vereinfachung der Nutzung von Leistungen der Pflegeversicherung erreicht werden“, so El Samadoni in ihrer Stellungnahme.

Der BIVA-Pflegeschutzbund bescheinigt dem Land, mit ihren Ansätzen „in die richtige Richtung (zu) gehen“. Gleichwohl sollte der Fokus noch stärker auf „Prävention und Einbettung der Menschen mit Pflegebedarf sowie die pflegenden Angehörigen in die Gesamtgesellschaft“ gelegt werden. Dies sei gerade in den Kommunen durch einen direkteren Zugang möglich, sodass hier Land und Kommunen eng zusammenarbeiten sollten. Zur Stellungnahme von BIVA gelangen Sie hier.

Der Sozialverband VdK Nord kritisiert, dass der Bericht das mit der Pflege von Angehörigen in Zusammenhang stehende Thema Armut vernachlässige. Insbesondere für Frauen, die häufiger Angehörige pflegen als Männer, habe das große finanzielle Folgen, darunter auch Armut im Alter. „Die Einkommensverluste schmälern später die Rente. Nur wenn Pflegende gut abgesichert werden, verhindert das Altersarmut und im schlimmsten Fall den Gang zum Sozialamt“, heißt es in der Stellungnahme des Verbands. „Angehörigenpflege muss deshalb in der Rente den gleichen Stellenwert haben wie Kindererziehung.“

Interessant dürften auch die Ergebnisse einer Studie sein, die durch den Sozialverband VdK zur Situation pflegender Angehöriger in Auftrag gegeben wurde und voraussichtlich im Mai 2022 veröffentlicht werden soll. „Mit der deutschlandweiten Studie soll in Erfahrung gebracht werden, welchen Belastungen Menschen, die zu Hause pflegen und gepflegt werden, tatsächlich ausgesetzt sind und wie ihnen konkret und spürbar geholfen werden kann“, kündigt der Sozialverband an.

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Kürzlich ist mit „Einsamkeit in der Hochaltrigkeit“ der insgesamt 4. Bericht im Rahmen der Studie „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“ erschienen. Demnach fühle sich die Mehrheit der über 80-Jährigen in der Bundesrepublik nicht einsam, durch die Pandemie habe sich Einsamkeit jedoch verdoppelt.

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Im Rahmen der bundesweiten Hochaltrigkeitsstudie wurden zwischen November 2020 und April 2021 mehr als 10.000 Menschen im Alte von mindestens 80 Jahren zu ihrer Lebenssituation befragt. Nach und nach werden die Ergebnisse der schriftlichen Befragung in thematischen Kurzberichten veröffentlicht. Im ersten Bericht ging es um die wahrgenommenen Auswirkungen der Corona-Pandemie, der zweite hatte Einkommen im Alter zum Thema. Die gesundheitliche Lage im hohen Alter war Gegenstand des dritten Kurzberichts.

Der vierte Bericht dieser Art trägt den Titel „Einsamkeit in der Hochaltrigkeit“. Auch, wenn die Befragung schon unter dem Eindruck der Corona-Pandemie stattfand, fühlten sich 87,9 Prozent der Befragten nicht einsam. Mit 12,1 Prozent sei die Zahl der über 80-Jährigen, die unter Einsamkeit leiden, allerdings doppelt so hoch wie vor der Pandemie. Die Ergebnisse zeigten jedoch eine unterschiedliche hohe Einsamkeitsquote nach Altersgruppen innerhalb der mindestens 80 Jahre alten befragten. Während die Quote im Alter zwischen 80 und 84 Jahren noch bei 8,7 Prozent liege, fühlten sich bei den Teilnehmenden im Alter von über 90 Jahren schon über 22 Prozent einsam. Auffällig ist, dass Frauen sich mehr als doppelt so häufig einsam fühlen würden wie Männer. Erstaunlich hoch ist die Quote auch bei Menschen, die in Heimen leben. Hier gebe laut Bericht jede*r dritte Heimbewohner*in an, einsam zu sein.

Menschen mit schlechter subjektiver Gesundheit fühlten sich einsamer als jene, die sich gesund fühlen. Als Schutzfaktor gegen Einsamkeitsempfinden macht die Studie unter anderem Partnerschaften, ein großes soziales Netzwerk sowie einen hohen formalen Bildungsstand aus.

Reaktionen auf den Bericht gibt es auch aus der Bundesregierung. „Als Gesellschaft dürfen wir hier nicht wegschauen“, regiert die neue Bundesseniorenministerin Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) in einer Pressemitteilung auf den Bericht und das Thema Alterseinsamkeit. „Im Koalitionsvertrag haben wir daher vereinbart, die Einsamkeit im Alter überwinden zu helfen.“ Geplant sei beispielsweise, eine Strategie gegen Einsamkeit zu erarbeiten. Außerdem wolle man die rechtliche Institution der „Verantwortungsgemeinschaft“ einführen, was sich auch auf das hohe Alter auswirken würde. „Wenn verwitwete Menschen zusammenleben, tragen sie nicht nur füreinander Verantwortung, sondern beugen auch der Einsamkeit im Alter vor“, so Spiegel.

Die Hochaltrigkeitsstudie D80+ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert und vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) durchgeführt. Bislang gebe es kaum Erkenntnisse über das hohe Alter in Deutschland – und das vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft – was Ausgangspunkt für die Studie war.

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Am 24. Juni 2022  ist es wieder so weit, der dritte bundesweite Digitaltag findet statt. Digitalisierung lebe vom Mitmachen, daher rufen die Veranstalter*innen dazu auf, selbst Aktionen für den Tag einzubringen.

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Zum dritten Mal organisiert die Initiative „Digital für alle“ einen Digitaltag, der digitale Teilhabe in der Gesellschaft fördern soll. Angesetzt ist dieser für den 24. Juni 2022. Das organisierende Bündnis besteht aus mehr als 25 Organisationen, darunter auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO).

„Digitalisierung lebt vom Mitmachen. Deshalb steht der Digitaltag allen offen“, heißt es auf der Internetseite des Digitaltags. In diesem Sinne rufen die Veranstalter*innen dazu auf, eigene Workshops, Beratungsangebote, Tage der offenen Tür oder ähnliche Aktionsformen im Rahmen des Digitaltags anzubieten. Aktionen können entweder an einem Ort in Präsenz (im gesamten Bundesgebiet) oder online stattfinden. Ein Anmeldeformular finden Sie über diesen Link. Dort können auch für Veranstaltungen und Angebote auch bestimmte Zielgruppen (z.B. „Ältere Menschen“) angegeben werden.

Die Nutzungsbedingungen mit einer Beschreibung, welche Aktionsformen zulässig sind, finden Sie hier. Zu einem kurzen Bericht über den vergangenen Digitaltag 2021 gelangen Sie über diesen Link.

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