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Alltägliches Leben

Altersarmut

9. Februar 2018

Auf diesem Portal kann einiges zum Thema Altersarmut nachgelesen werden. Da das Thema nicht an Aktualität verliert, sind im folgenden Beitrag einige aktuelle Informationen zusammengetragen.

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Laut einer Prognose der Bertelsmann-Stiftung soll 2036 20 Prozent der Neurentner/innen von Altersarmut betroffen sein. Die Gründe dafür liegen laut der Stiftung unter anderem in den Rentenreformen der letzten Jahre, in der jeweiligen Arbeitsbiographie und in der Ausweitung von Arbeitsformen wie Leiharbeit, Teilzeitarbeit oder Solo-Selbständigkeit. Mehr zu der Studie finden Sie hier.

Dem Thema Altersarmut widmete sich auch die Sendung "Rentenreport" im Ersten. Diese können Sie sich hier anschauen. Ausführliche Hintergrundinformationen zu der Sendung finden Sie hier.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert Maßnahmen gegen oft unterschätzte Altersarmut, damit Rentner/innen nicht auf Grundsicherung angewiesen sein müssen. Zu den aktuellen Daten liefert der Paritätische eine Kurzexpertise. Bereits im September 2017 lieferte der Wohlfahrtsverband elf Reformvorschläge für das Rentensystem. Die bisherigen Ergebnisse aus den Koalitionsverhandlungen im Bund werden entsprechend skeptisch kommentiert.

Aus Schleswig-Holstein wird eine Bundesratsinitiative erwartet, welche die Anrechnung der Renten auf die Grundsicherung prüfen bzw. abschaffen will.

Als rentenpolitisches Vorbild wird häufig Österreich genannt. Dazu können Sie hier einen Beitrag nachlesen. Einen konkreten Vergleich zwischen dem deutschen und österreichischem Modell finden Sie hier.

Auch das letzte Altenparlament in Schleswig-Holstein beschäftigte sich im Arbeitskreis 2 intensiv mit der Altersarmut.

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Auch Ende 2017 organisierte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) die InternetWoche. Mit diesem jährlich wiederkehrenden Event, aber auch mit Informationsmaterial und politischen Forderungen will die BAGSO die digitale Teilhabe älterer Menschen stärken.

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Aktuelle Veranstaltungen, die denen in der Internetwoche ähneln, können auf dem Bildungsportal wissensdurstig.de eingesehen werden.

Älteren Menschen eine möglichst selbstständige und selbstbestimmte Lebensführung und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, ist eines der wichtigsten Ziele der 1989 gegründeten BAGSO. Das Internet gewinnt dabei eine immer größere Bedeutung. Die BAGSO hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen entwickelt, um älteren Menschen den Einstieg in dieses Medium zu erleichtern und ihre Medienkompetenz zu fördern, etwa durch den Einsatz technikaffiner Lots/innen, die selbst bereits im Senior/innenalter sind. Der Wegweiser durch die digitale Welt erschien im Dezember 2017 in einer 8. Auflage.

Neben der Hilfestellung für ältere Internetnutzer/innen stellt die BAGSO auch Forderungen an Politik und Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnik. So erwartet sie, dass Strategiekonzepte auf Bundes- und Landesebene zur Digitalisierung der Gesellschaft um verbindliche Ziele und konkrete Maßnahmen für die digitale Bildung älterer Menschen ergänzt werden. Diese und weitere Forderungen sind in dem aktuellen Positionspapier Ältere Menschen in der digitalen Welt zusammengefasst.

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Verschiedene Akteure aus der Politik haben sich bereits umfangreich zu den Ergebnissen der Sondierung zwischen CDU, SPD und CSU geäußert. In diesem Beitrag werden einige exemplarische Äußerungen von Verbänden bezüglich möglichen Auswirkungen auf seniorenpolitisch relevante Themen zusammengefasst.

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Laut dem Sozialverband Schleswig-Holstein reichen die Ergebnisse nicht aus, um gegen Altersarmut wirksam zu sein. In einem Gastbeitrag bewertet Ursula Engelen-Kefer die Sondierungsergebnisse und kommt u.a. zu dem Schluss, dass die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, um einen den Lebensstandard zu sichern. Dazu wären mindestens 54 Prozent Rentenniveau notwendig. Auch wird der deregulierte Arbeitsmarkt kritisiert.

Der Verband der Pflegedirektor/innen der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands (VPU) begrüßt prinzipiell die Thematisierung des Personalnotstands in der Pflege, sieht aber durch die verhandelten Maßnahmen keine Verbesserung der Situation der professionell Pflegenden. Der geplante Stellenaufbau würde den notwendigen Bedarf nicht decken.

Der Paritätische kritisiert deutlich das "konservative Weiter so" als "sozialpolitisch unambitioniert". Viele wichtige Themen würden zwar angesprochen, seien aber genau wie im letzten Koalitionsvertrag der Großen Koalition entweder nur unter Finanzierungsvorbehalt oder von vorneherein unterfinanziert. Keine der vorgeschlagenen Renten-Maßnahmen sei geeignet, Altersarmut wirksam zu vermeiden und bekämpfen. Die gesamte Stellungnahme können Sie hier nachlesen.

Laut der Stellungnahme der AWO enthält das Sondierungspapier viele richtige Vorschläge, aber auch Lücken und Unklarheiten. Die Bereiche Rente, Gesundheit und Pflege werde als besondere Herausforderungen genannt. Aus Sicht der AWO müsste das Rentenniveau dauerhaft verbessert werden. Bezüglich der Pflege begrüßt die AWO, dass Arbeitsbedingungen und Bezahlung des Pflegepersonals verbessern werden soll. Es müsste aber sichergestellt werden, dass die Verbesserungen vollständig und dauerhaft aus Mitteln der Pflegeversicherung refinanziert werden und nicht zu Lasten des Eigenanteils der Pflegebedürftigen gehen.

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Viele ältere Migrant/innen der ersten Generation wollen in Deutschland bleiben und ihren Lebensabend verbringen. Wie in der BRD geborene Senior/innen haben sie den Wunsch, möglichst lange in der vertrauten Umgebung zu bleiben, sich selbst versorgen zu können sowie Kontakte und Begegnung mit der Nachbarschaft zu halten.

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Wie sich „interkulturelle Vielfalt im altengerechten Quartier“ für eingewanderte und einheimische Personen gemeinsam gestalten lässt, war Thema eines Fachtages des Landesbüros altengerechte Quartiere.NRW im Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen. 150 Interessierte aus Wissenschaft und Praxis suchten und gaben Impulse für die Quartiersarbeit.

Die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter hob die Notwendigkeit hervor, angesichts des demografischen Wandels altengerechte Strukturveränderungen in den Quartieren vorzunehmen. „Diesen Wandel müssen wir gestalten, nicht einfach auf uns zukommen lassen!“ Dabei gelte es, die Vielfalt der Bedürfnisse zu berücksichtigen und die interkulturelle Öffnung voranzubringen. „Das kann in jedem Quartier anders sein, ein Patentrezept gibt es nicht.“

„Interkulturelle Kompetenz“ als Basis der Verständigung beleuchtete Dr. Mohammed Heidari, Waik-Institut Köln. In der Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Glaubenszugehörigkeit und Sprache müsse statt „starrer Kulturalisierung“ Sensitivität für die Vielfalt entwickelt werden. „Wir müssen die Probleme benennen und lösen. Wenn man die Knackpunkte in der Kommunikation erkennt, stellt man fest, dass sie zum größten Teil auf beiderseitigen Missverständnissen beruhen.“

Ergebnisse aus der Sinusstudie zu den Milieus und Lebenswelten älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte stellte Klaus Gerhards, iD-Agentur-Ruhr vor. Die Migranten-Milieus unterscheiden sich weniger nach Herkunft und sozialer Lage als nach ihren Wertvorstellungen und Lebensstilen. Die hier lebenden älteren Migrant/innen leben zu überdurchschnittlich hohen Anteilen im „traditionellen Arbeitermilieu“ (43%) und „religiös verwurzelten Milieu“ (22%). Die erfolgreiche Etablierung im Aufnahmeland hängt von der Bildung, aber auch von der Herkunftsregion ab – ist diese urbaner, funktioniere die Integration besser.

Beispiele aus der Praxis brachte die Podiumsdiskussion. Denn die Zielgruppe der älteren Migrant/innen ist oft nicht einfach zu erreichen. „Wenn es ums Feiern geht, funktioniert Integration wunderbar“ stellten die Praktiker/innen aus verschiedenen Quartiersentwicklungsprojekten des MGEPA in NRW einhellig fest. Bei Fachthemen wie Wohnen, Mobilität oder Gesundheit wird es schwieriger. Viele Ideen gibt es: Ansprache in der Muttersprache direkt, mit Flyern, in Workshops, Islamunterricht an Schulen, kultursensible Spaziergänge im Quartier. Einig war man sich, dass die Quartiersarbeit „Türöffner“ braucht: Multiplikatoren, die Brücken bauen. Die „Expert/innen vor Ort“ müssen mit ins Boot, auch Wohnungsgesellschaften, Vereine, Sozialarbeiter/innen oder Ärzt/innen können helfen, Türen zu öffnen. Weitere Informationen finden Sie online.

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Die Fraktionen von CDU, Grünen und FDP haben beschlossen, einen Fonds einzurichten, aus dessen Topf Hilfsangebote für die Barrierefreiheit ausgebaut werden können. Übergeordnetes Ziel soll es sein, in möglichst vielen Bereichen Barrierefreiheit zu erreichen. Modellhafte Anstrengungen soll die Landesregierung in besonderem Maße fördern.

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Viele Kommunen fühlten sich finanziell davon überfordert, Barrierefreiheit herzustellen, berichtet der Landesbeauftrage für Menschen mit Behinderung in Schleswig-Holstein. Ihn erreichten immer wieder entsprechende Anfragen und Hilfegesuche. ,,Derzeit existieren zu wenige Fördermittel für die Barrierefreiheit im Land", kritisiert der Landesbeauftragte. ,,Die Kommunen benötigen eine finanzielle Entlastung, zum Beispiel bei der Sanierung von Schulen, Kitas oder anderen öffentlichen Gebäuden", so Hase weiter. Der Landesbeauftragte mahnt jedoch an, dass die Fördermittel nicht für Projekte zur Verfügung gestellt werden sollten, für die es ohnehin eine gesetzliche Verpflichtung gebe.

Weiterhin fordert der Landesbeauftragte, Menschen mit Behinderungen bei der Erarbeitung der Förderkriterien und der Vergabe der Fördergelder zu beteiligen. ,,Menschen mit Behinderungen wissen selbst am besten, wo die entsprechenden Bedarfe sind", so Hase abschließend.

Der beamtenbund und tarifunion begrüßt dieses. Der geplante Fonds soll allerdings nur 10 Millionen Euro umfassen.

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Die hier gelisteten Literaturhinweise befassen sich mit verschiedenen Aspekten der privaten Altersvorsorge. Es werden Verbindungen zum Sparverhalten der betroffenen Menschen beleuchtet aber auch das private Rentenversicherungssystem kritisch hinterfragt. Dieses ist möglicherweise nicht immer eine Notwendigkeit sondern auch Ergebnis der Reduzierung der staatlichen Absicherung und der Förderung der Versicherungswirtschaft.

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Diese Literaturempfehlungen entstammen den Literaturhinweise der Bibliothek des Deutschen Zentrums für Altersfragen. Zunächst können einige direkt online verfügbaren Quellen genannt werden:

Bönke, Timm / Grabka, Markus M. / Schröder, Carsten / Wolff, Edward N. / Zyska, Lennard (2016): The joint distribution of net worth and pension wealth in Germany. SOEPpapers on multidisciplinary panel data research.

Börsch-Supan, Axel / Bucher-Koenen, Tabea / Ferrari, Irene / Kutlu-Koc, Vesile / Rausch, Johannes (2016): The development of the pension gap and German households' saving behavior. MEA discussion papers.

Thiemann, Andreas (2016): How does maternal pension wealth affect family old-age savings in Germany? Discussion papers.


Die folgenden Hinweise umfassen eigenständige Veröffentlichungen sowie Herausgeberbände:

Piggott, John / Woodland, Alan D. (Hrsg., 2016): Handbooks of the economics of population aging.

Pohlmann, Isabell (2016): Finanzplaner 60+. Steuern, Recht und Finanzen für die zweite Lebenshälfte.


Diese Beiträge wurden in Herausgeberbänden bzw. Zeitschriften veröffentlicht:

Götz, Irene / Gajek, Esther / Rau, Alexandra / Schweiger, Petra (2016): Prekärer Ruhestand. Arbeit und Lebensführung von Frauen im Alter. In: Endter, Cordula / Kienitz (Hrsg.): Alter(n) als soziale und kulturelle Praxis, S. 55-80.

Lejeune, Constanze / Romeu Gordo, Laura (2017): Vermögen und Erbschaften. Sicherung des Lebensstandards und Ungleichheit im Alter. In: Mahne, Katharina / Wolff, Julia / Simonson, Julia / Tesch-Römer, Clemens (Hrsg.): Altern im Wandel, S. 111-124.

Zimmermann, Jochen / Schramm, Julian (2016): Arm trotz Sparen? Perspektiven der Ertragsbeteiligung für Lebensversicherte. In: Brömmelmeyer, Christoph / Heiss, Helmut / Meyer, Ulrich / Schwintowski, Hans-Peter / Schwintowski, Hans-Peter / Wallrabenstein, Astrid / Zimmermann, Jochen (Hrsg.): Altersarmut trotz Alterssicherung, S. 9-35.

Bieber, Ulrich / Stegmann, Michael (2016): Alterssicherung und Altersvorsorge in Deutschland. Überblick über die Datenlage. In: Deutsche Rentenversicherung, S. 1-26.

Blank, Florian (2016): Einstieg in den Ausstieg? Die Entwicklung der Förderung der „Riester-Rente“. In: Sozialer Fortschritt, S. 97-102.

Brenke, Karl (2016): Die allermeisten Selbständigen betreiben Altersvorsorge oder haben Vermögen. In: DIW-Wochenbericht, S. 1071-1076.

Flassbeck, Heiner (2016): Eine „kapitalgedeckte“ Rente gibt es nicht. Das Problem der Verzinsung von Ersparnissen fürs Alter. In: Soziale Sicherheit, S. 149-153.

Schneider, Ulrich (2017): Durchgreifende Reformen in der Alterssicherung notwendig. Für eine echte Bürgerversicherung und echte Grundsicherung. In: Soziale Sicherheit, S. 73-78.

Tiefensee, Anita / Grabka, Markus M. (2017): Das Erbvolumen in Deutschland dürfte um gut ein Viertel größer sein als bisher angenommen. In: DIW-Wochenbericht, S. 565-570.

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Am 14.02.2018 bietet das Diakonische Werk Schleswig-Holstein in Rendsburg eine Zukunftskonferenz zum Projekt "Zukunftsszenario Altenhilfe Schleswig-Holstein 2030/2045" an. Dieses Projekt widmet sich der Leitfrage "Wie können wir überall alt werden?".

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Die Veranstaltung ist kostenfrei, beginnt um 9 Uhr und endet gegen 17 Uhr. Mehr zu den einzelnen Programmpunkten finden Sie auf der Seite des Projektes. Der Veranstaltungsort ist das Tagungszentrum Hohes Arsenal am Paradeplatz 11 in 24768 Rendsburg.

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Die Online-Übersicht „Pflegerische Prävention und Rehabilitation“ der Stiftung ZQP stellt wissenschaftlich fundierte Hinweise bezüglich der Wirksamkeit sowie konkrete Empfehlungen für Praxis und Wissenschaft zu einzelnen präventiven, rehabilitativen und gesundheitsfördernden Interventionen der Pflege im Hinblick auf ältere Menschen, inbegriffen dem aktuellen Forschungsstand, bereit. Demnach werden die folgenden Kriterien dargestellt:

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  • wissenschaftliche Beweislage zur Wirksamkeit einzelner Maßnahmen,
  • Studiendesigns und die Qualität der Studien,
  • weiterer Forschungsbedarf,
  • Hinweise für die Praxis der Pflege.

Die Daten sind für die unterschiedlichen Bereiche der Intervention auf ambulanter, stationärer und teilstationärer Ebene zusammenfassend aufbereitet und abrufbar gemacht worden.

Über die Internetseite der Stiftung ZQP können Sie auf die Online-Übersicht zugreifen.

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Den Flyer des Projekts Internet goes Ländle, welches wir Ihnen heute als Leuchtturm-Projekt vorstellen dürfen, ziert auf der Vorderseite eine Seniorin mit einer Computertastatur in Händen: Die ältere Dame sieht lebenslustig und selbstsicher aus: Der Umgang mit dem Internet solle keine Frage des Alters sein. Wie wichtig Internet-Kompetenz für Senior/innen ist und wie sich die Initiative "Internet goes Ländle" dafür einsetzt, erfahren Sie in diesem Beitrag in der Reihe Beispielsweise… Gute Ideen für ein besseres Leben im Alter.

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Alleine schon in Baden-Württemberg bestehen über 50 Senior-Internet-Initiativen, die sich für die Integration von Senior/innen im Bereich Computer und Internet einsetzen. Davon sind 26 aktive Mitglieder am Netzwerk für Senior-Internet-Initiativen Baden-Württemberg e.V. (SII), Träger des Projektes Internet goes Ländle. Ziel des Projektes ist es, das Angebot der zahlreichen Senior-Internet-Initiativen, wie es bereits in Ballungsräumen vorhanden ist, nun auch im ländlichen Raum zugänglich zu machen.

Denn auch hier ist es für Senior/innen wichtig und interessant sich im Internet zurechtfinden zu können. Um Online-Banking nutzen, E-Mails schreiben oder Bestellungen in der Internetapotheke tätigen zu können, oder aber für die Kommunikationsmöglichkeiten, die das Internet und moderne Technik liefern: „Meine Senior-Internet-Helferin hat mir gezeigt, wie ich über Skype kostenlos mit meiner Enkelin in Toronto telefonieren und sie dabei sogar live am Bildschirm sehen kann.“, so eine Teilnehmerin des Projekts.

Die Aufgabe der Helfer/in können von interessierten Senior/innen, auch aber von jeder Person, die sich für die Integration von Senior/innen im Bereich Internet und Innovation einsetzen wollen, übernommen werden. In jedem Fall können die Ehrenamtlichen von Engagierten bereits bestehender Initiativen selbst zur Helfer/in geschult werden.

Das Ziel, solche Angebote nun auch auf ländliche Gebiete auszuweiten, ist auf die Initiative der dortigen Einwohner/innen angewiesen. Der Flyer des Projektes liefert quasi eine Anleitung: Sechs Schritte zur Gründung einer Senior-Internet-Initiative:

  1. Bedarf in der Gemeinde prüfen.
  2. Kooperationsmöglichkeit in der Gemeinde oder Unterstützung von anderen Gemeinden, Institutionen oder Vereinen ermitteln.
  3. Mögliche Ehrenamtliche suchen, zusammenbringen und diese unterstützen.
  4. Fragen zu Räumlichkeiten und Ausstattung klären.
  5. Konkrete Service-Leistungen formulieren (Schulungen, Beratungen etc.).
  6. Senior-Internet-Initiative starten.

Wie unheimlich vereinfacht so eine Gründung runtergebrochen auf sechs Schritte klingen mag kann es aber vielleicht tatsächlich sein. Denn das Netzwerk SII bietet über ihre Kurzanleitung hinaus Beratung und Unterstützung bei einer Neugründung an. „Nehmen Sie mit uns Kontakt auf“, fordern sie auf.

Sollten Sie also Interesse gewonnen haben, sich im Bereich Senior/innen-Integration ins Internet zu engagieren, können Sie sich selbst bei dem Netzwerk melden. Die Kontaktdaten finden sie im Anschluss. Darüber hinaus stellt die SII auf ihrer Webseite Materialien wie Seminarunterlagen und weitere Informationen zur freien Verfügung.

Kontaktdaten:

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Das Altenparlament in Schleswig-Holstein hat sich mit den Anträgen der Arbeitskreise, aus denen sich einige Beschlüsse ergeben haben, beschäftigt. Zu dem Arbeitskreis 1 – Kriminalitätsprävention und Verbraucherschutz, dem Arbeitskreis 2 – Armutsprävention sowie dem Arbeitskreis 3 – Gesundheitsprävention können Sie sich auf der Homepage des Landtages einen Überblick über die einzelnen Anträge verschaffen und diese jeweils als PDF abrufen.

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Nachfolgend werden einige alterspolitisch relevante Beschlüsse skizziert:

Spezielles Opferschutzprogramm für Senior/innen (Arbeitskreis 1): Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert, sich für ein spezielles Programm des Opferschutzes für Senior/innen im Land einzusetzen. Demnach sollen Organisationen wie beispielsweis die Polizei besonders geschulte Ansprechpartner/innen zur Verfügung stellen. Dafür sind die notwendigen Ressourcen auf finanzieller, personeller und sächlicher Ebene sicherzustellen.

Vergrößerte Schriftgröße auf Verpackungen (Arbeitskreis 1): An den Schleswig-Holsteinischen Landtag und die Landesregierung wird die Bitte formuliert, Beschriftungen für Nahrungs- und Genussmittel sowie für Arzneimittel leichter lesbar zu gestalten.

Einsicht in die Patient/innenakte (Arbeitskreis 1): Die Landesregierung Schleswig-Holstein erhält die Aufforderung für einen Einsatz im Bundesrat für die einfache, klare und übersichtlich gestaltete Möglichkeit der Einsicht in die Patient/innenakte. Darüber sollen die Patient/innen mittels eines Flyers informiert werden.


Wirkungsvolle Maßnahmen gegen Armut im Alter (Arbeitskreis 2): Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung erhalten die Aufforderung für einen Einsatz im Bundesrat sowie gegenüber der Bundesregierung hinsichtlich wirkungsvoller Maßnahmen gegen stetig steigende Armut im Alter.

Um Altersarmut zu vermeiden, sei die politische Umsetzung der folgenden Maßnahmen notwendig:

  • ein Arbeitslohn, der zum Leben reicht durch einen deutlichen Ausbau sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse sowie eine zeitnahe Steigerung des Lohnniveaus,
  • eine Beschäftigungspolitik, die einer sozialen Orientierung folgt (z.B. Begrenzung der Leiharbeit),
  • eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns,
  • eine sozialgerechter ausgestaltete Gesetzliche Rentenversicherung, die drastischen Kürzungen des Rentenniveaus rückführen, die Anhebung des Renteneintrittsalters abschaffen
  • eine Altersvorsorge, in der die gesetzlichen Rente wieder eine wesentliche Rolle einnimmt.

Das Deutsche Rentensystem grundlegend überarbeiten (Arbeitskreis 2): Die Landesregierung und der Schleswig-Holsteinische Landtag erhalten die Aufforderung zur nachhaltigen und generationenverträglichen Stärkung des Rentensystems in der Bundesrepublik und zum Start einer Bundesinitiative zur grundlegenden Überarbeitung des Rentensystems mit dem Ziel, allen arbeitenden Personen im Alter eine zur Sicherung des Lebensunterhalts und -standards ausreichende Rente gewährleisten zu können. Gefordert wird eine solidarisch finanzierte Rente, die keiner weiteren staatlichen Unterstützung bedarf.

Erhöhung des Rentenniveaus (Arbeitskreis 2): Die Landesregierung Schleswig-Holstein erhält die Aufforderung für den Einsatz im Bundesrat hinsichtlich einer Novellierung des RV-Nachhaltigkeitsgesetzes. Die Steigerung und künftige Konsistenz des Rentenniveaus auf 55% muss erreicht werden.

Grundfreibetrag (Arbeitskreis 2): Die Landesregierung und der Schleswig-Holsteinische Landtag erhalten die Aufforderung zum Einsatz im Bundesrat für die folgenden Zielsetzungen:

  • ab 2018 ist für alle Steuerzahler/innen der Grundfreibetrag zur Vermeidung eines Rückfalls unter die Armutsgrenze bei Renten- bzw. Lohnerhöhungen neu zu berechnen
  • neues Überdenken der 2005 eingeführten nachgelagerten Besteuerung von Renten unter Berücksichtigung der steigenden prekären Arbeitsverhältnisse und deren Folgen für die künftigen Rentner/innen mit der Agenda 2010

Grundsicherungsfreibetrag (Arbeitskreis 2): Die Landesregierung Schleswig-Holstein erhält die Aufforderung zum Einsatz im Bundesrat für die Einführung eines Freibetrags in der Grundsicherung.

Neuordnung der Pflege- und Krankenversicherung (Arbeitskreis 2): Die gesetzliche Krankenversicherung sollte zur Pflichtversicherung und die bisherige Privatversicherung zur Zusatzversicherung für alle umgestaltet werden. Die Ermöglichung eines Wechsels der Krankenkasse zu jeder Zeit sollte eingeführt werden.

Beitragsbemessungsgrenze bei Renten-, Pflege- und Krankenversicherung abschaffen (Arbeitskreis 2): Zur gerechteren Beteiligung der Besserverdiener/innen an den steigenden Kosten, sollte eine Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenzen bei Renten-, Pflege- und Krankenversicherung stattfinden.

„Seniorentickets“ als Service für alle älteren Bürger/innen Schleswig-Holsteins flächendeckend einführen (Arbeitskreis 2): Die Landesregierung und der Schleswig-Holsteinische Landtag erhalten die Aufforderung zur Schaffung der finanziellen und rechtlichen Voraussetzungen verbilligter Fahrpreise für alle älteren Mitbürger/innen im Rentenalter.


Eine Strategie bezüglich der landesweiten Umsetzung des Präventionsgesetzes erarbeiten (Arbeitskreis 3): Die Landesregierung und der Schleswig-Holsteinische Landtag erhalten die Aufforderung zur Erarbeitung einer landesweiten Umsetzungsstrategie des Präventionsgesetzes sowie zur Erarbeitung und Realisierung von speziellen Präventionsprogrammen für Personen über 70 Jahren auf der Basis der Landesvereinbarung und des neuen Koalitionsvertrages.

Gesundheitsprävention für Senior/innen durch Sport (Arbeitskreis 3): Die Landesregierung und der Schleswig-Holsteinische Landtag erhalten die Aufforderung zur weiteren finanziellen Unterstützung für präventiven Senior/innensport nachdem die bisherigen Projekte diverser Verbände oder Institutionen ausgelaufen sind.

Stärkung der Prävention und Weiterentwicklung des Demenzplans (Arbeitskreis 3): Die Landesregierung Schleswig-Holstein erhält die Aufforderung zur Fokussierung der Prävention in der Weiterentwicklung des Demenzplans mit vor allem folgenden Zielen:

  • flächendeckende Angebote der Beratung über die vorbeugende Wirkung und Bedeutung der Ernährung für das Gehirn und den Körper,
  • umfassende Angebote der Beratung über die vorbeugende Wirkung und Relevanz von sportlichen und bewegungsreichen Aktivitäten sowie die Sicherstellung von flächendeckenden altersgerechten Bewegungs- und Sportangeboten durch mehr Kooperationen mit den Kommunen,
  • flächendeckende Beratung über die vorbeugende Wirkung und Bedeutung sowie diverse Aktivitäten zum Erhalt der geistigen Fitness gewährleisten und fördern,
  • flächendeckende Angebote des sozialen Austauschs und des gemeinschaftlichen Engagements fördern.

7. Altenbericht der Bundesregierung umsetzen (Arbeitskreis 3): Alle Kommunen erhalten die Aufforderung zur Umsetzung der Vorschläge des 7. Altenberichtes.

In der vom Landtag als PDF zur Verfügung gestellten Datei erhalten Sie ausführliche Beschreibungen zu den Beschlüssen des Altenparlaments 2017.

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