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Immer mehr Kommunikation und Dinge des alltäglichen Lebens, wie Termine vereinbaren oder einkaufen, finden digital statt. Doch viele ältere Menschen fühlen sich im Umgang mit Smartphone, Tablet und den dazugehörigen Apps nicht sicher. Deshalb setzt Schleswig-Holstein seit einiger Zeit auf sogenannte Digitale Gesandte des Sozialverbandes.

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Diese sind speziell geschulte Ehrenamtliche, die Senior*innen im Alltag begleiten und ihnen den Zugang zur digitalen Welt erleichtern. Die rund 80 Digitalen Gesandt*innen sind seit etwa einem halben Jahr in Kiel und Dithmarschen aktiv. Sie bieten kostenlose, alltagsnahe Unterstützung, etwa beim Einrichten eines Smartphones, beim sicheren Umgang mit Messengern wie WhatsApp oder beim Erkennen von Betrugsmaschen. Die Unterstützung findet unter anderem im Rahmen von Stammtischtreffen statt, die bewusst offen und niedrigschwellig gehalten werden. Es geht darum, ohne Scham Fragen stellen und gemeinsam Dinge ausprobieren zu können. Aber auch zu Hause können Senior*innen Hilfe erhalten.

Da das Projekt gut angenommen wird und große Wirkung zeigt, soll es nun auf ganz Schleswig-Holstein ausgeweitet werden, damit in Zukunft noch mehr Menschen Unterstützung erhalten können. Wo genau das Angebot als Nächstes umgesetzt wird, möchte der Verband laut NDR im Herbst entscheiden. Die Resonanz bei den Senior*innen sei durchweg positiv und von viel Dankbarkeit geprägt.

Wer in Kiel oder Dithmarschen wohnt, kann telefonisch (Kiel: 0431/659594-29, Dithmarschen: 0481/123704-69) montags und dienstags zwischen 9 und 11 Uhr sowie mittwochs und donnerstags zwischen 15 und 17 Uhr Informationen einholen und sich gegebenenfalls für einen Termin anmelden. Per E-Mail an digitale-gesandte@sovd-sh.de ist dies unter Angabe der Modellregion (Kiel oder Dithmarschen) ebenfalls möglich. Auf der Webseite des Sozialverbandes ist zudem ein Flyer mit weiteren Informationen hinterlegt.

Das Projekt lebt von der Unterstützung Ehrenamtlicher. Auf der Webseite können sich Interessierte ebenfalls darüber informieren, wie sie selbst Digitaler Gesandter oder Digitale Gesandtin werden können.

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Die derzeitige Bundesregierung plädiert dafür, das Renteneintrittsalter an die gestiegene Lebenserwartung zu koppeln und den Zugang zur „Rente mit 63“ zu erschweren, sodass die Deutschen im Schnitt später in Rente gehen. Eine klare Mehrheit der Bevölkerung spricht sich allerdings dagegen aus. Auch Expert*innen aus dem Gesundheitsbereich bewerten die Pläne der Regierung äußerst kritisch, so das Deutsche Ärzteblatt in einem Artikel vom 4. August.

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Ab dem Jahr 2032 soll das Renteneintrittsalter schrittweise angehoben werden. Erste wissenschaftliche Studien und Forschungen zeigen jedoch bereits, dass eine Rente mit 70 oder noch später dazu führen könnte, dass zahlreiche Fachkräfte trotz altersbedingter Erkrankungen weiterarbeiten müssten. Beispielsweise befasste sich ein Forschungsteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit der Frage, ob eine Erhöhung des Renteneintrittsalters aus gesundheitlicher Sicht zumutbar sei.

Hierfür wurde auf Grundlage von Daten des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP) untersucht, mit wie vielen gesunden Jahren eine durchschnittliche Person in Deutschland rechnen kann, wobei zwischen sozial privilegierten und sozial benachteiligten Gruppen unterschieden wurde. Dabei stellte sich heraus, dass insbesondere Menschen mit einer geringeren Qualifikation und einem eher niedrigen Einkommen häufig bereits vor Erreichen des Renteneintrittsalters keine gesunden Jahre mehr vor sich haben. Sie müssten also trotz erheblicher gesundheitlicher Beschwerden einer Beschäftigung nachgehen, um abschlagsfrei in Rente gehen zu können. Dasselbe gilt für Beschäftigte aus Branchen mit einer besonders hohen körperlichen und/oder psychischen Belastung.

Zudem fanden die Forscher*innen heraus, dass unter jungen Menschen zwischen 18 und 44 Jahren die Zahl gesundheitlicher Beschwerden steigt. Zwei der Ursachen hierfür sind der Anstieg von Adipositasfällen und die zunehmende psychische Belastung. Auch Erkrankungen der Muskulatur und Knochen treten hierzulande in der jungen Generation immer häufiger auf.

Eine Anhebung des Renteneintrittsalters berücksichtigt somit nicht die ungleich verteilten Ressourcen und Arbeitsbelastungen der Deutschen. Personen, die unter ungünstigen Bedingungen leben und arbeiten, droht bereits weit vor Erreichen des Renteneintrittsalters eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit. Dies würde wiederum den Gesundheitssektor stärker belasten.

Unter den Ministerpräsident*innen der Länder herrscht Uneinigkeit über den Umgang mit der „Rente mit 63“. Die Regierungen der ostdeutschen Bundesländer sowie Stimmen aus der SPD sprechen sich tendenziell dafür aus, diese Regelung beizubehalten. Konservative und arbeitgebernahe Politiker*innen fordern hingegen die Abschaffung der Regelung, um die durchschnittliche Anzahl geleisteter Beitragsjahre zu erhöhen.

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Nicht nur pflegende Angehörige, sondern auch ausgebildete Pflegefachkräfte stoßen im Umgang mit Patient*innen manchmal auf Situationen, die Hilflosigkeit, Scham oder Überforderung auslösen können. Erschwerte Herausforderungen ergeben sich zum Teil auch aus den individuellen Bedürfnissen der Pflegebedürftigen. In solchen Momenten können verständlich aufbereitete Informationen und praktische Handlungsempfehlungen Orientierung geben und Sicherheit im Pflegealltag vermitteln.

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Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) bietet kostenlose, online verfügbare Übersichten zu verschiedenen Themenfeldern der Pflege an. Die zwölf Ratgeber und neun Kurzratgeber Ratgeber im PDF-Format wurden auf Grundlage eines Methodenstandards entwickelt, in den die Expertise verschiedener Professionen eingeflossen ist. So soll sichergestellt werden, dass die Inhalte sowohl wissenschaftlich fundiert als auch leicht verständlich und praxisnah sind. Laut ZQP richten sie sich an alle Personen, die für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen verantwortlich sind, und können sowohl im privaten als auch im professionellen Pflegekontext genutzt werden.

Die Ratgeber befassen sich mit häufig auftretenden Fragen und Herausforderungen im Pflegealltag. Behandelt werden unter anderem Themen wie Körper- und Mundpflege, Ernährung und Scham. Darüber hinaus geben sie Hinweise zum Umgang mit Pflegehilfsmitteln sowie zur Medikamenteneinnahme. Ziel ist es, Pflegende zu sensibilisieren, Berührungsängste abzubauen und praxisnahe Informationen rund um die Pflege bereitzustellen.

Das ZQP wurde im Jahr 2009 vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) gegründet. Es handelt sich um eine in Berlin ansässige, unabhängige, gemeinnützige und operativ tätige Fachstiftung. Die Mitarbeitenden des ZQP bringen Expertise aus verschiedenen Fachrichtungen ein und verfolgen das Ziel, Pflegenden Hinweise und Empfehlungen für eine möglichst gute Versorgung pflegebedürftiger Menschen zur Verfügung zu stellen. Damit sollen sowohl das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen als auch die körperliche und psychische Entlastung der Pflegenden gestärkt werden.

Neben den Ratgebern veröffentlicht das ZQP auch Studien, Artikel und Videos zu pflegerelevanten Themen. Auf diese Weise wird insbesondere pflegenden Angehörigen ein niedrigschwelliger Zugang zu fundierten Informationen ermöglicht. Auf der Webseite des ZQP können Ratgeber, Magazine, Flyer und Poster zu verschiedenen Praxisthemen kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden. Zudem lassen sich über die Beratungsdatenbank innerhalb weniger Sekunden wohnortnahe Beratungsstellen zum Thema Pflege finden.

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Im April hatte seniorenpolitik-aktuell.de auf den von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) initiierten Wettbewerb „Wer zuletzt lacht“ aufmerksam gemacht. Interessierte wurden aufgerufen, bis Ende Juni eine Karikatur einzureichen, die das Thema Ageismus humorvoll und gleichzeitig (gesellschafts-)kritisch aufgreift. Die BAGSO erhielt insgesamt 565 Karikaturen von knapp 200 Personen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.

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Der Wettbewerb wurde im vergangenen Frühjahr ausgerufen, um die Diversität des Alterns zu betonen und ein Zeichen gegen Altersdiskriminierung zu setzen. Die Teilnehmer*innen konnten dabei ihre Kreativität und ihr künstlerisches Talent nutzen, um Stereotype über ältere Menschen überspitzt darzustellen und auf die Missstände hinzuweisen, mit denen viele Senior*innen leben müssen. Dadurch sollen wiederum neue Altersbilder geschaffen werden.

Alle eingereichten Karikaturen sind nun öffentlich auf der Website der BAGSO einsehbar. Sie sind alphabetisch nach den Namen der Zeichner*innen sortiert und können nach den vier Kategorien gefiltert werden:

  • Zwischen ewiger Jugend und Verletzlichkeit
  • Zwischen Kreuzfahrt und knapp bei Kasse
  • Zwischen Boomern und Generation Z
  • Zwischen Smartwatch und Wählscheibe

Bereits unmittelbar nach Einreichungsschluss wählte eine siebenköpfige Jury aus jeder Kategorie jeweils drei Sieger*innen aus. Die insgesamt zwölf Preisträger*innen werden allerdings erst bei der Preisverleihung am 8. Oktober in Berlin bekannt gegeben und erhalten dort persönlich ihr Preisgeld.

Der Karikaturenwettbewerb folgte dem Grundgedanken, dass sich viele politische und gesellschaftliche Problemlagen der Gegenwart durch Satire besser vermitteln lassen. Dennoch handelt es sich im Kern um ein ernstes Thema, da Ageismus als Form der Diskriminierung älteren Menschen erheblich zusetzen kann. Aufgrund des Alters ungerecht behandelt oder körperlich und/oder verbal angegriffen zu werden, widerspricht der Menschenwürde.

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Hitze ist eine Form extremen Wetters und wird sich aufgrund des Klimawandels immer häufiger zu einer ernsthaften Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung entwickeln. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt, dass bereits in diesem Jahr insgesamt über 5.000 Menschen aufgrund extremer Hitze ihr Leben verloren haben. Über 90 % der Hitzetoten sind älter als 65 Jahre.

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) befasst sich derzeit mit der Entwicklung eines neuen Projekts, das ältere, (chronisch) kranke und pflegebedürftige Menschen nachhaltig und zukunftsorientiert besser auf kommende Hitzewellen vorbereiten soll. Es trägt den Titel „Gemeinsam für Pflege & Planetare Gesundheit“ und wird durch die BARMER gefördert. Kooperationspartner sind die Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) sowie der Bundesverband Volkssolidarität. Letzterer führt das Projekt bereits in sechs ausgewählten Pflegeeinrichtungen in Ostdeutschland durch.

Das Pilotprojekt verfolgt das Ziel, den Schutz der Gesundheit von Senior*innen mit umweltschützenden Maßnahmen zu verbinden. Gemäß dem Prinzip der Planetaren Gesundheit, das sich bereits im Projektnamen wiederfindet, wird davon ausgegangen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen einem gesundheitsfördernden Lebensstil und einer nachhaltigen, umweltschonenden Lebensweise besteht. Beispielsweise profitieren sowohl Menschen als auch die Umwelt von sauberer Luft und einer lärmarmen Umgebung.

Vor einer möglichen bundesweiten Umsetzung soll das Projekt ab September zunächst punktuell getestet werden. Hierfür wurden folgende Kommunen ausgewählt:

  • Kreis Berchtesgadener Land (Bayern)
  • Kreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz)
  • Stadt Wolfenbüttel (Niedersachsen)
  • Stadt Neu-Isenburg (Hessen)
  • Gemeinde Horgenzell (Baden-Württemberg)

Im ersten Schritt werden gemeinsam mit Politiker*innen sowie Fachkräften aus den Bereichen Pflege, Gesundheit und Senior*innenarbeit bestehende Defizite im Bereich der Planetaren Gesundheit vor Ort ermittelt. Auf dieser Grundlage sollen lokale Akteur*innen in den nächsten zwei Jahren an entsprechenden Weiterbildungsangeboten der BAGSO teilnehmen. Diese Schulungen sollen den Kommunen neue Ansätze für eine präventive und langfristig nachhaltige Gestaltung der Infrastruktur vermitteln.

Dabei geht es nicht nur um Hitzeschutz, sondern auch um Themen wie Ernährung, psychische Gesundheit und Mobilität. Senior*innen, aber auch andere gegenüber extremer Hitze vulnerable Gruppen, sollen durch ökologisch sensible Maßnahmen auch bei hohen Temperaturen mehr Sicherheit und Lebensqualität erfahren, sodass trotz zunehmender Hitzewellen künftig weniger Menschen infolge extremer Hitze sterben.

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Der Eintritt in den Ruhestand fällt nicht allen Senior*innen leicht, da es sich um eine umfassende Veränderung der Lebensumstände handelt. Wer zum ersten Mal Rente bezieht, muss sich zunächst mit der damit einhergehenden Bürokratie zurechtfinden und leidet möglicherweise auch an psychischen Belastungen, beispielsweise aufgrund von Einsamkeit oder Schwierigkeiten bei der Strukturierung des neuen Alltags.

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Damit Rentner*innen zu Beginn ihres Ruhestands mehr Sicherheit und Orientierung erleben können, sollen die rund 300, überwiegend in Nordrhein-Westfalen aktiven ZWAR-Netzwerke Menschen, die an der Schwelle zum Renteneintritt stehen, zusammenführen. Ende der 1970er Jahre in Dortmund gegründet, sind mittlerweile über 15.000 Menschen in einem solchen Netzwerk tätig. Die Abkürzung ZWAR steht für „Zwischen Arbeit und Ruhestand“. Das Konzept ist auf Selbstorganisation ausgelegt und soll bewusst möglichst niedrigschwellig gehalten werden.

Die ZWAR-Netzwerke sollen ältere Menschen vor Ort unterstützen und stehen diesbezüglich im Austausch mit Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft. Dabei bieten sie Projekte zu Themen wie Digitalisierung und Gesundheitsprävention an und beraten sowie coachen Interessierte und Bedürftige, aber auch Mitarbeitende und ehrenamtlich Tätige, zur eigenständigen Partizipation sowie zur Quartiersentwicklung. Langfristiges Ziel ist die Wahrung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, die die individuellen Ressourcen berücksichtigt.

ZWAR e. V. richtet regelmäßig abwechslungsreiche und interaktive Veranstaltungen für Senior*innen aus. Die Workshops, Kurse, Diskussionsrunden und Feierlichkeiten sollen primär dem Erleben von Gemeinschaft in einer unterhaltsamen Atmosphäre sowie der Aneignung neuer Kenntnisse und Fähigkeiten dienen. Für ihre langjährige erfolgreiche Arbeit wurde erst kürzlich eines der ZWAR-Netzwerke mit einem lokalen Ehrenamtspreis ausgezeichnet.

Auch Seminare zur Netzwerkarbeit werden seitens ZWAR e. V. angeboten, die sich sowohl an die Mitglieder selbst als auch an anderweitig Tätige in der Arbeit mit älteren Menschen richten. Der nächste Termin für ein solches Seminar ist der 01. Oktober und findet in Dortmund statt.

Seminarleiterin Ute Schünemann-Flake ist Diplom-Pädagogin, Psychologische Beraterin und Mastercoach und wird von 09:00 Uhr bis 16:30 Uhr den Teilnehmenden zentrale Elemente des ZWAR-Konzepts näherbringen. Dies schließt die Organisation wie auch die Umsetzung von Netzwerktreffen auf kommunaler Ebene ein. Der aus theoretischen und praxisnahen Aspekten bestehende Seminarblock soll die Teilnehmer*innen für die Komplexität der Rolle einer Gruppenleitung entsprechender Netzwerke sensibilisieren.

Noch bis zum 25. September ist eine Anmeldung für 150 Euro Teilnahmegebühr per E-Mail an ut.schuenemann@zwar.org möglich.

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Ab dem 01.01.2027 soll das neue Altersvorsorgedepot in Kraft treten. Es bildet einen wichtigen Baustein der aktuellen Altersvorsorgepolitik und soll die private Altersvorsorge transparenter und kostengünstiger gestalten. Bürger*innen soll die Möglichkeit gegeben werden, langfristig Vermögen aufzubauen, um neben der gesetzlichen Rentenversicherung einen weiteren, ebenfalls staatlich geförderten Stützpfeiler der Altersvorsorge zu schaffen. Es ist als Weiterentwicklung der Riester-Rente mit besseren Renditemöglichkeiten und einer einfacheren Förderung vorgesehen.

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Wie das neue Altersvorsorgedepot im Detail ausgestaltet sein wird, steht derzeit noch nicht fest. Dies wird sich mit der Einführung entsprechender Angebote auf dem Markt zeigen. Voraussichtlich wird eine Anlage in verschiedene Fonds, Anleihen oder vergleichbare Anlageformen möglich sein. Der Staat wird die ersten 360 Euro im Jahr mit 50 % fördern, darüber hinaus Einzahlungen bis zu 1.800 Euro mit 25 %. Maximal sind somit Förderungen von 540 Euro pro Jahr möglich. Für Eltern wird es zusätzliche Zuschüsse geben, für unter 25-Jährige zudem einen einmaligen Bonus.

Der Mindestbetrag der Einzahlung soll bei 10 Euro im Monat liegen. Vorgesehen ist außerdem ein Standarddepot, das insbesondere für Einsteiger*innen geeignet ist. Dieses soll so ausgestaltet werden, dass es auch digital und ohne Beratung abgeschlossen werden kann. Der Staat möchte neben privaten Anbietern wie Banken oder Lebensversicherungen ebenfalls ein eigenes Angebot schaffen. Während der Ansparphase sollen laut Gesetzentwurf keine Steuern auf Vorabpauschalen anfallen. Außerdem sollen Fondswechsel steuerfrei möglich sein.

Mit dem Altersvorsorgedepot erhalten erstmals auch Selbstständige Zugang zu einer staatlich geförderten Altersvorsorge, die nicht an die gesetzliche Rentenversicherung gekoppelt ist.

Im Vergleich zu einem herkömmlichen Depot, das frei gestaltet werden kann und bei dem Depotinhaber*innen jederzeit Geld entnehmen können, wird das Altersvorsorgedepot ab Renteneintritt in Raten ausgezahlt, sodass das verbleibende Vermögen weiterhin angelegt bleibt. Zu Beginn soll es möglich sein, 30 % des angesparten Vermögens zu entnehmen.

Trotz der Vorteile gibt es Aspekte, die kritisch betrachtet werden können. So unterliegen Fondsanlagen Kursschwankungen und sind daher anfällig für kurzfristige Verluste. Zudem setzt die Nutzung des Altersvorsorgedepots ein gewisses Verständnis für Geldanlagen und Fonds voraus, das nicht jede*r mitbringt. Unterstützung dabei, Chancen und Risiken besser einschätzen zu können, könnte daher sinnvoll sein. Darüber hinaus ließe sich argumentieren, dass Menschen mit geringem Einkommen benachteiligt werden, da sie weniger einzahlen können und somit auch weniger Förderung erhalten. Eine gezieltere Ausgestaltung der Fördermechanismen wäre hier denkbar.

Genauere Informationen zum Altersvorsorgedepot finden sich auf Finanztip.de. Auf Finanzen.net steht zudem ein Rechner zur Verfügung, mit dem sich die mögliche Förderung berechnen lässt.

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Einsamkeit kann erhebliche Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit haben. Gerade ältere Menschen sind aufgrund von Verwitwung, Krankheit oder eingeschränkter Mobilität häufiger von sozialer Isolation betroffen. In den vergangenen Jahren sind deshalb zahlreiche Angebote entstanden, die Einsamkeit entgegenwirken sollen. Wie wirksam diese tatsächlich sind, wurde bislang jedoch nur selten wissenschaftlich untersucht.

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Ein niedrigschwelliges Angebot gegen Einsamkeit ist die von Ehrenamtlichen betriebene Hotline von Silbernetz e.V., die täglich unter der Telefonnummer 0800 4 70 80 90 erreichbar ist. Über die Silbernetz-Hotline haben wir bereits berichtet. Es bietet älteren Menschen die Möglichkeit, anonym über ihre Sorgen zu sprechen und das Gefühl zu erleben, dass ihnen jemand zuhört. Das Angebot richtet sich insbesondere an einsame Menschen im höheren Alter, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen oder anderer Lebensumstände nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Nun wurden erstmals die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Evaluation veröffentlicht, die die Reichweite und Wirkung des Angebots untersucht. Dazu führte das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) das Evaluationsprojekt „Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline (ReWiSil)“ durch. Das vom Bundesministerium für Bilderung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) geförderte Projekt betrachtete, welche Menschen das Angebot nutzen und welchen Einfluss die Gespräche auf ihr Einsamkeitserleben haben. Dafür wurden ausgewählte Anrufer*innen sowohl kurz nach ihrem ersten Anruf als auch drei Monate später befragt. Neben dem Einsamkeitserleben wurden unter anderem das soziale Umfeld und die Einstellung zum eigenen Älterwerden erfasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass bereits ein einzelnes Telefongespräch – auch wenn es meist nicht länger als 30 Minuten dauert – zu einer Verringerung des Einsamkeitserlebens beitragen kann. Die Befragten berichteten zudem von mehr wahrgenommenen persönlichen Ressourcen und einem optimistischeren Blick in die Zukunft. Gleichzeitig zeigte sich, dass vor allem Menschen mit geringer sozialer Teilhabe und hoher Einsamkeitsbelastung das Angebot nutzen.

Am 24. Juni 2026 stellte das DZA die Ergebnisse im Rahmen einer Fachtagung vor. Neben Vertreter*innen des DZA, des BMBFSFJ und von Silbernetz e. V. nahm auch Sebahat Atli, seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, an der Veranstaltung teil.

Nach einer Einführung in die Arbeit von Silbernetz standen zunächst die gesellschaftliche Bedeutung chronischer Einsamkeit sowie Aufbau und Methodik der Evaluation im Mittelpunkt. Anschließend wurden die Ergebnisse vorgestellt. Diese zeigen unter anderem, dass sich Erstanrufer*innen deutlich einsamer fühlten als der Bevölkerungsdurchschnitt und häufiger den Eindruck hatten, gesellschaftlich ausgeschlossen zu sein. Im Fazit der Studie heißt es: „Die Gespräche können erste Entlastung schaffen und wichtige Impulse setzen, auch wenn die Erstanrufenden nach drei Monaten weiterhin deutlich belastet bleiben.“

Die gut zweistündige Abschlusstagung wurde auf YouTube übertragen und ist dort weiterhin aufrufbar.

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Das Zentrum für Niederdeutsch in Holstein hat seinen Sitz in Mölln. Die Einrichtung widmet sich der Pflege, Erforschung und Vermittlung der niederdeutschen Sprache, auch Plattdeutsch genannt. Für viele Menschen im Norden – insbesondere ältere Generationen – ist Plattdeutsch weit mehr als eine Sprache. Es ist Teil ihrer Identität, ihrer Biografie und ihres Heimatgefühls. Seit 1999 steht Niederdeutsch unter dem Schutz der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Das Zentrum für Niederdeutsch in Holstein trägt dazu bei, diesen Auftrag umzusetzen und die Sprache sichtbar zu halten.

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Das Zentrum versteht sich als Ansprechpartner für Politik, Kultur, Medien und Bildungseinrichtungen. Es organisiert Lesungen, Vorträge und Konzerte – allein oder gemeinsam mit Kooperationspartner*innen. Darüber hinaus übernimmt es Vernetzungsaufgaben und leistet Öffentlichkeitsarbeit rund um die niederdeutsche Sprache.

So findet beispielsweise vom 3. bis 11. Oktober 2026 die Plattdeutsche Woche unter dem Motto „Rut mit de Spraak“ im Kreis Rendsburg-Eckernförde statt. Darüber hinaus hat das Zentrum gemeinsam mit den „Plattdeutsch Kindern von Lüttheid“ einen plattdeutschen Dreiteiler produziert. Dieser wurde bei WestküsteFM ausgestrahlt und kann weiterhin in der Mediathek nachgehört werden. Am 27. Juni 2026 findet zudem der Workshop „Schauspielen – op Platt?!“ bei der Niederdeutschen Volksbühne statt. Eingeladen sind Menschen zwischen 14 und 99 Jahren – auch ohne Vorkenntnisse der plattdeutschen Sprache.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Bildungsarbeit. Seit 2014 betreut das Zentrum die inzwischen rund 53 plattdeutschen Modellschulen in Schleswig-Holstein. Ziel ist es, Kindern vom Schuleintritt bis zum Ende der Sekundarstufe die Möglichkeit zu geben, Plattdeutsch kennenzulernen und zu erlernen. Mittlerweile gibt es dafür sogar die Lehrbuchreihe „Paul und Emma“.

Über die Webseite des Zentrums für Niederdeutsch in Holstein können aktuelle Nachrichten, Veranstaltungen und weitere Informationen abgerufen werden. Zudem stehen ein Kontaktformular und ein Newsletter zur Verfügung.

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Bei der Parkinson-Krankheit handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, bei der im Gehirn nach und nach Nervenzellen absterben. Sie äußert sich unter anderem durch Bewegungsverlangsamung, Gangunsicherheit und Muskelzittern, den sogenannten Tremor. Viele Betroffene sind über 60 Jahre alt und in ihrem Alltag durch die Erkrankung eingeschränkt. Damit gehört Parkinson zu den gesundheitlichen Herausforderungen, die mit einer alternden Gesellschaft aus seniorenpolitischer Sicht zunehmend an Bedeutung gewinnen.

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Der Verein Silbernetz e.V.,, über dessen Einsatz gegen Einsamkeit im Alter wir bereits mehrfach berichtet haben, bietet nun auch eine Hotline für Menschen mit Parkinson an. Da hohe Temperaturen die Symptome der Erkrankung verstärken können und der Sommer bevorsteht, macht Silbernetz gezielt auf das Parkinson-HilfeTelefon aufmerksam. Wie die bekannte Silbernetz-Hotline (0800 4 70 80 90) ist auch dieses Angebot kostenfrei, anonym und vertraulich.

Menschen mit Parkinson können dort anrufen, wenn sie über Ängste, Sorgen und Herausforderungen im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung sprechen möchten. Darüber hinaus erhalten sie Unterstützung bei Fragen zu Beruf, Familie oder Freizeitgestaltung. Die Mitarbeitenden hören zu, beraten und übernehmen bei Bedarf auch kleinere Rechercheaufträge.

Das Parkinson-HilfeTelefon ist ein Projekt der Jens-Hibbe-Stiftung. Sie wurde nach dem Unternehmer Jens Hibbe benannt, der bereits Anfang 50 verstarb. Sein langjähriger Freund Helge-Werner Benke gründete die Stiftung auf Wunsch von Hibbes Mutter, die selbst an Parkinson erkrankt war. Um Betroffene besser unterstützen zu können, ging die Stiftung eine Partnerschaft mit Silbernetz e. V. ein. Ein Grund dafür ist, dass Menschen mit Parkinson häufig auch von Einsamkeit betroffen sind.

Unter der Nummer 030 544 533 0 600 ist das Parkinson-HilfeTelefon montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr erreichbar.

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