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Alltägliches Leben

Im Mai hat die Jury des Deutschen Amateurtheaterpreises „amarena“ vier Inszenierungen ausgezeichnet. Unter den Preisträger/innen ist auch ein Tanzensemble in der Kategorie „Senior*innentheater“.

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In den vier Kategorien „Schauspiel“, „Kinder- und/oder Jugendtheater“, „Senior*innentheater“ und „Inszenierung im ländlichen Raum“ hat die Jury des amarena-Preises jeweils eine Inszenierung gewürdigt, die exemplarisch für die besondere Qualität des Amateurtheaters stünden. Die Kategorie „Senior*innentheater“ gewann dabei das Altentanztheater Ensemble „Zartbitter“ aus Ludwigsburg mit der Inszenierung „Jetzt machen wir erstmal nichts. Und dann warten wir ab.“

Das Stück, welches sich mit dem Thema „Warten“ auseinandersetzt, besteht aus zwölf Darsteller/innen im Alter zwischen 60 und 78 Jahren. „Der persönliche Zugang, insbesondere die intensiven Einblicke in die eigene Auseinandersetzung mit dem Thema werden von der Spielleitung behutsam gerahmt“, erklärt die Jury ihre Wahl auf der Internetseite des Amateurtheaterpreises. „Hohe Spielfreude und die sehr pointierte Musikauswahl hieven diese Inszenierung nicht zuletzt auf ein hohes künstlerisches Niveau, das beispielhaft für ein Engagement im Senior*innentheater sein sollte“, heißt es dort weiter.

Geehrt werden sollen alle Preisträger/innen bei einem Online-Festival vom 10. bis zum 13.09.2020. Dabei wird ein fünftes Projekt ausgezeichnet, welches jedoch durch die Zuschauer/innen gewählt werden soll. Die Preisgelder des Deutschen Amateurtheaterpreises belaufen sich auf insgesamt 10.000 Euro.

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Seit Jahrzehnten engagiert sich der Verein „Freunde alter Menschen“ dafür, Einsamkeit im Alter zu überwinden. Wie der Verein auf die Corona-Pandemie reagiert oder was es mit dem aktuellen Projekt „Generation Nachbarschaft“ in Hamburg auf sich hat, erklärt uns Simone Sukstorf vom Verein in einem Gespräch.

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Der Verein „Freunde alter Menschen“ hat 1991 in Berlin den ersten Standort eröffnet, mittlerweile gibt es nicht nur mehrere Büros in Berlin, auch Hamburg, Köln und Frankfurt sind als Standorte dazu gekommen. Ziel des Vereins ist es, Einsamkeit im Alter zu überwinden. Dabei geht es vor allem um Menschen über 75 Jahre, bei denen das Alleinsein häufiger eine große Rolle spiele. Als ein Mittel, um der sozialen Isolation entgegenzuwirken, organisiert und vermittelt „Freunde alter Menschen“ Besuchspartnerschaften und Veranstaltungen.

Dabei gibt es rund 500 Freiwillige, die regelmäßig und möglichst nachhaltig den Kontakt zu einer oder mehreren Älteren pflegen und sich austauschen. „Das sind oft Menschen am Beginn ihres Berufslebens, die sich bei uns engagieren, weil sie vielleicht auch den Kontakt zu ihren Großeltern gerne gepflegt haben und vermissen“, erklärt uns Simone Sukstorf von „Freunde alter Menschen“. Betreut werden derzeit etwa 700 ältere Menschen, die in der derzeitigen Pandemie durch die COVID-19-Erkrankung jedoch als Risikogruppe gelten. Das hat Auswirkungen auf die Besuche, die aus Sicherheitsgründen so zurzeit nicht stattfinden können.

„Für viele waren die regelmäßigen Besuche der Ehrenamtlichen oft der einzige soziale Kontakt. Dass auch das gerade wegfällt, trifft diese Menschen besonders hart. Das versuchen wir aber so gut es geht durch Telefonate und 14-tägliche Mutmachbriefe zu kompensieren“, so Sukstorf weiter. Die 6-seitigen Briefe sind aus Texten, Bildern, Gedichten, Rezepten und so weiter zusammengesetzt. „Die Briefe kamen sehr gut an, die Rückmeldungen waren durchweg positiv“, erklärt Simone Sukstorf. Außerdem wurden Blumensträußen und Leckereien an Ostern verteilt, ein Telefonquiz befindet sich gerade im Aufbau.

In Hamburg hat der Verein ein Projekt mit dem Titel „Generation Nachbarschaft“ ins Leben gerufen, in dem Ehrenamtliche noch niedrigschwelliger aktiv sein können. Bei dem Projekt geht es darum, „nachbarschaftliche generationsübergreifende Beziehungen aufzubauen“, wie es auf der Internetseite des Projekts heißt. „Wer kennt denn heutzutage in der Großstadt noch wirklich seine Nachbarn?“, bedauert Simone Sukstorf. „Die Älteren sagen oft, früher sei alles gemeinschaftlicher gewesen und auch die Jüngeren wünschen sich immer öfter einen stärkeren Austausch und Zusammenhalt in der Nachbarschaft. Nachbarschaftliche Kontakte können auch eine Grundlage dafür sein, Einsamkeit im Alter vorzubeugen.“ Dafür will „Generation Nachbarschaft“ eine Plattform bieten, über die sich jüngere und ältere Menschen melden können.  Gerade jetzt gebe es einen großen Zulauf von Freiwilligen.

Auch Einkaufshilfen habe man angeboten, hier sei die Nachfrage aber bislang eher gering gewesen. Grundsätzlich sei bei allen Projekten und Angeboten in der Krise aber auch wichtig, dass diese eine nachhaltige Wirkung haben. „Es gibt viele Angebote in der Corona-Pandemie, doch was ist davon nachhaltig? Unser Anspruch ist es, nachhaltig auch über die Krise hinaus Strukturen zu schaffen, um der Einsamkeit alter Menschen dauerhaft vorzubeugen“, so die Vereinsaktive abschließend.

Kontaktmöglichkeiten und weiterführende Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Vereins „Freunde alter Menschen e.V.“ oder auf der Seite des Projekts „Generation Nachbarschaft“ . Eine Übersicht über Beiträge zum Thema Einsamkeit im Alter, die auf seniorenpolitik-aktuell bisher erschienen sind, finden Sie über diesen Link .

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Seit März gelten aufgrund der Covid-19-Pandemie Besuchsverbote in Pflegeheimen und andere Einschränkungen, die sich auf die Arbeit der Beiräte in stationären Einrichtungen auswirken. Der BIVA Pflegeschutzbund hat dazu eine kleine Artikelserie unter dem Titel „Beiratsarbeit in Zeiten von Corona“ gestartet.

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Bislang sind zwei Teile der aktuellen Reihe „Beiratsarbeit in Zeiten von Corona“ erschienen, die die Bundesinteressenvertretung Alter und pflegebetroffene Menschen (kurz: BIVA Pflegeschutzbund) veröffentlicht hat. „Auch und gerade in diesen Zeiten ist der Beirat als Bewohnervertretung gefragt, um bei der Gestaltung des Lebens in der Einrichtung mitzuwirken“, heißt es in dem zweiten Artikel auch im Hinblick auf die ersten Lockerungen der strikten Besuchsverbote.

Das wichtigste für die Beiratsarbeit in diesen Zeiten sei grundsätzlich, dass die Beiräte die jeweiligen Regelungen ihrer Bundesländer kennen, die sich derzeit schnell ändern können.  Die geltenden Maßnahmen definieren auch den Rahmen und die Möglichkeiten, die die Beiräte haben. Hier bietet die BIVA auch Hilfe an und informiert auf ihrer Internetseite über Änderungen. Außerdem können Sie sich in den E-Mail-Newsletter des Pflegeschutzbundes eintragen, der für aktuelle Informationen zur Corona-Situation eingerichtet wurde.

Im Rahmen der (gesetzlichen) Möglichkeiten sollte die Beiratsarbeit auf Empfehlung des BIVA Pflegeschutzbundes auch in dieser Phase fortgesetzt werden. „In dieser neuen Situation können und sollten Sie sich einbringen. Das ergibt sich aus Ihren vom Gesetz übertragenen Mitwirkungsaufgaben. Dabei geht es auch um die Übersicht, ob Pflege und Betreuung qualitativ angemessen gewährleistet sind, aber vor allem um Ideen, die Situation für alle leichter zu machen“, heißt es dazu im Artikel. So könne beispielsweise überlegt werden, inwieweit Geschenke abgegeben werden können, ob es Balkone gibt, über die man sich zu einer bestimmten Uhrzeit verabreden kann oder wie mit Bewohner/innen verfahren werden kann, die keine digitalen Hilfsmittel zur Verfügung haben. Beispiele zeigen, dass es geht: „Mitglieder berichten uns von Gottesdiensten und Konzerten von ehrenamtlich engagierten Künstlern via Hausanlage, ‚Frischluft-Programmen‘ mit Betreuungskräften, gemeinsamem Singen über die Balkone etc. Solange die Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden, sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.“

Den ersten Artikel der Serie „Beiratsarbeit in Zeiten von Corona“ finden Sie hier . Kürzlich berichteten wir auch über Anregungen der BIVA, wie Regeln für Heimbeiräte aufgestellt werden könnten. Zu dem Artikel gelangen Sie hier .

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Das Kompetenzzentrum Demenz hat für Schleswig-Holstein einen neuen Online-Wegweiser bereit gestellt, auf dem Hilfsangebote für Menschen mit Demenz gesammelt sind.

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Menschen in Schleswig-Holstein können nun auf der Internetseite demenzwegweiser-sh Hilfsangebote für Menschen mit Demenz finden. Über die Suchleiste können die Angebote regional eingegrenzt werden. Der Online-Wegweiser ist eine Weiterentwicklung vorheriger Datenbanken zu den Angeboten, die zum Beispiel für bestimmte Regionen bislang nur in gedruckter Version vorlag. Außerdem sind mit der Weiterentwicklung auch neue Gebiete gelistet, zu denen es vorher noch keine vergleichbare Datenbank gegeben hatte. „Ob Informationen zur Pflegeversicherung, zur rechtlichen Betreuung, zu ausgewählten nichtmedikamentösen Therapien, allgemeine Informationen zum Thema Demenz und vor allem einen Leitfaden, anhand dessen Sie nachvollziehen können, wie sie strukturiert vorgehen, wenn der Verdacht auf eine Demenz besteht“ – das alles können Sie nun mit Hilfe des Demenzwegweisers finden.

„Menschen, die demenziell erkrankt sind, benötigen die Zuwendung und menschliche Wärme ihrer Angehörigen sowie professionelle Hilfe und Unterstützung. Sie sind auf Hilfe im Alltag angewiesen“, unterstreicht auch Schleswig-Holsteins Sozialminister Dr. Heiner Garg (FDP) die Wichtigkeit von entsprechenden Angeboten, die mit dem Wegweiser nun besser gefunden werden sollen. In einem Grußwort zur Online-Schaltung der Seite im März begrüßt Garg den Demenzwegweiser: „Vor allem Menschen in ländlichen Regionen unseres Bundeslandes erhalten so einen schnellen Zugriff auf Informationen und Hilfsangebote.“

Das Kompetenzzentrum Demenz ist ein Projekt der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein. Im nördlichsten Bundesland leben derzeit etwa 60.000 Menschen mit einer Demenzerkrankung .  Weitere hier erschienene Beiträge zum Thema Demenz finden Sie hier.

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In stationären Pflegeeinrichtungen gilt aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der derzeitigen Corona-Pandemie noch bis zu diesem Wochenende in vielen Bundesländern ein Besuchsverbot für Angehörige. Doch die Forderung nach einer Lockerung des Verbots wurden lauter. Die Bundesländer gehen verschiedene Wege, diesen Forderungen zu begegnen.

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Bereits Ende April berichteten wir in einem Beitrag über eine Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), die forderte, die soziale Isolation von Menschen in Pflegeheimen zu beenden. Bereits seit Mitte März gilt das Besuchsverbot für Angehörige, was für viele Heimbewohner/innen besonders hart sei.

Auch weitere Organisationen und Interessenvertretungen drängten auf Lockerungen. „Für Menschen mit Demenz bedeutet die Trennung von ihren Angehörigen über einen so langen Zeitraum eine Gefährdung ihrer Gesundheit, verbunden mit einem beschleunigten Voranschreiten ihrer Erkrankung“, äußert sich beispielsweise Monika Kaus, 1.Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) in einem Positionspapier. „Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen können nicht warten, bis ein Impfstoff entwickelt ist“, so Kaus weiter. Die DAlzG-Vorsitzende gibt in dem Papier auch Einblicke in die derzeitige Praxis der Alzheimer Gesellschaft: „Am Alzheimer-Telefon hören wir Tag für Tag Berichte von Angehörigen, die in großer Sorge um ihre Lieben im Heim sind. Menschen mit fortgeschrittener Demenz verstehen nicht, warum die Besuche ausbleiben.“  Technische Lösungen wie beispielsweise Video-Anrufe seien kein adäquater Ersatz. Häufig funktioniere diese Möglichkeit auch gar nicht.

Auch der BIVA-Pflegeschutzbund sieht die Besuchsverbote als „unverhältnismäßige Härte, die die seelische Gesundheit gefährdet“ an. Das schreibt der Pflegeschutzbund in einer Petition zum Thema. „Hunderte von Angehörigen, die vom Kontaktverbot betroffen sind, haben in den letzten Wochen Rat beim BIVA-Pflegeschutzbund gesucht“, heißt es in der Petition weiter, die ein Ende der Besuchsverbote fordert. „Sie berichten von Depressionen, mangelndem Lebensmut, Vereinsamung und Vernachlässigung ihrer Familienmitglieder.“ Statt generellen Verboten solle in erster Linie an effektiven Schutzmaßnahmen gearbeitet werden.

Den aktuellen Stand der Betretungs- oder Besuchsverbote bzw. Besuchseinschränkungen in stationären Pflegeeinrichtungen können - nach Bundesländern aufgeteilt - auf der Seite der BIVA eingesehen werden.

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In Vrees, einer Gemeinde im niedersächsischen Emsland, gibt es den Verein „Wir für euch – Altwerden in Vrees“. Dieser setzt sich durch Unterstützung der Altenhilfe und bürgerschaftlichen Engagements dafür ein, alle Bewohner/innen möglichst ein Leben lang in der Dorfgemeinschaft zu behalten.

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Bereits 2008 hatte sich in Vrees der Arbeitskreis „Altwerden in Vrees“ gegründet, um den rund 1.700 Einwohner/innen ein möglichst langes Leben im gewohnten Umfeld zu ermöglichen. Um das Projekt langfristig abzusichern, ist der Arbeitskreis 2018 in einen eingetragenen Verein übergegangen. „Wir haben uns gesagt: Es kann nicht sein, dass diejenigen, die hier jahrzehntelang unser Gemeinschaftsleben mitgestaltet haben, raus müssen in ein Heim, wenn sie die Hilfe der Dorfgemeinschaft brauchen“, wird beispielsweise Bürgermeister Heribert Kleene in einem aktuellen Beitrag der Netzwerkstelle „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ zitiert. Das Projekt besteht aus mehreren Teilen: Den 40 geschulten ehrenamtlich Aktiven, einem neuen Bürgerhaus und fünf barrierefreien Wohnungen. Diese wurden für Menschen gebaut, die nicht zu Hause gepflegt werden können. Gerade im Bau befinde sich zusätzlich ein Pflegehaus mit zwei Wohngemeinschaften, in denen nach Fertigstellung auch Menschen mit Demenz leben sollen.

Der Verein formuliert seine Ziele und Aufgabenbereiche in einem Flyer (hier online einsehbar)genauer. Dort werden unter anderem folgende Punkte genannt:

  • Unterstützung der Tagesbetreuung im Bürgerhaus Vrees
  • Entwicklung eines Bewegungskonzeptes, um Kurse in der neuen Turnhalle anzubieten
  • Hilfestellung und Unterstützung für ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden
  • Anschaffung eines Bürgerbusses für Fahrten zum Arzt, Einkaufen usw.
  • Schaffung von Freizeitmöglichkeiten für Senioren und Seniorinnen

Das Projekt ist längst über die Gemeinde hinaus bekannt und hat Modellcharakter. Gefördert wurden die Neubauten daher mit 100.000 Euro aus dem niedersächsischen Förderprogramm Wohnen und Pflege im Alter.  In diesem Zusammenhang hat auch Landessozialministerin Dr. Carola Reimann (SPD) 2018 das Modellprojekt besucht. Auch die Bundesregierung hatte im Februar mit einem Online-Beitrag auf das Projekt aufmerksam gemacht. Dort finden Sie weitere Einblicke in das Projekt, zum Beispiel einen kurzen Audiobeitrag mit Bürgermeister Kleene. Auch die Bundesregierung betont den beispielhaften Modellcharakter des Projekts. „Die Erfahrungen der Vreeser werden auch anderen Gemeinden zugutekommen“, heißt es in dem Artikel.

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Eigentlich gilt die Grundrente als beschlossene Sache, nachdem die Große Koalition vergangenen Herbst zu einer Einigung kam. Aufgrund der aktuellen Situation wurde das Thema nun jedoch verschoben, die Union stellt nun sogar wieder die Finanzierbarkeit infrage.

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Im April sollte der Bundestag nach Willen der SPD eigentlich über die Grundrente beraten, doch die Union will die Grundrenten-Debatte um ein weiteres Jahr verschieben. CDU und CSU stellen das Projekt teilweise wieder ganz infrage, sie zweifeln an der Finanzierbarkeit.

Nach langer Diskussion hatte die Große Koalition aus CDU, CSU und SPD erst vergangenen Herbst eine Einigung erzielt. Die SPD kritisiert die Verzögerung ihres Projekts scharf. "In der Union sehen manche in der Krise offenbar die Chance zum Sozialabbau, stellen sogar die vereinbarte Grundrente infrage“, äußerte sich beispielsweise der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich kürzlich in einem Spiegel Interview . „Die Grundrente betrifft aber gerade die jetzt als systemrelevant erkannten Berufsgruppen, die viele Jahre schlecht bezahlt wurden“, so der SPD-Politiker weiter. Es sei „zynisch“, das Projekt jetzt zu verschieben.

Auch Linke und Grüne drängen auf die Einführung Grundrente. „Die Koalition muss ihr Versprechen halten. Die Grundrente muss kommen“, wird beispielsweise Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt in der Augsburger Allgemeinen zitiert. Die Regierungsparteien sollten sich „am Riemen reißen, anstatt einen bereits beigelegten Streit wieder neu aufzumachen und damit Vertrauen zu schwächen“, mahnt Göring-Eckardt. Aus der FDP hingegen wird Unmut über die Grundrente geäußert. Sie ruft die Regierung dazu auf, auf das Projekt ganz zu verzichten.

Kommen sollte die Grundrente eigentlich 2021. Wie realistisch eine baldige Umsetzung des Projekts nach der erneuten Diskussion und Verzögerung noch ist, bleibt unklar. Von der Grundrente sollen insbesondere Personen mit geringen Einkommen profitieren.

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Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat eine längere Stellungnahme zur Corona-Krise veröffentlicht, in der es gerade auch in dieser Situation für eine Stärkung der Rechte älterer oder eingeschränkter Menschen plädiert. Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) appelliert, die soziale Isolation von Menschen in Pflegeeinrichtungen zu beenden.

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Erst kürzlich berichteten wir auf diesem Portal über der Ernennung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Instituts zur unabhängigen UN-Expertin für die Rechte älterer Menschen. Im April hat die Organisation nun ein elfseitiges Papier vorgelegt, in dem sich für den Schutz der Menschenrechte Älterer in der aktuellen Corona-Krise eingesetzt wird.

Eine zentrale Forderung ist beispielsweise das Recht auf Informationen. So müsse die Politik gewährleisten, dass notwendige Informationen rund um das Virus (z.B. Ansteckungsrisiken) transparent, leicht verständlich und für alle zugänglich verbreitet werden. Zum Thema der digitalen Barrierefreiheit im Allgemeinen empfehlen wir auch einen Beitrag, den wir im Februar veröffentlicht haben.

Ein weiteres Thema der Stellungnahme ist das Ermöglichen sozialer Teilhabe. Gerade ältere Menschen, die häufig weniger technische Hilfsmittel benutzen als jüngere Altersgruppen, könnten sehr unter einer sozialen Isolation leiden. Angesichts der Schwere der Folgen solcher Isolationen seien Bund und Länder „menschenrechtlich verpflichtet, sich für Abmilderungsmaßnahmen zu entscheiden, die eine baldige Wirkung versprechen, und deren Finanzierung sicherzustellen.“ Hierfür schlägt das Deutsche Institut für Menschenrechte zum Beispiel mehr Personal und Finanzmittel für Kommunen, Wohlfahrtspflege oder andere Initiativen vor, die die Folgen der Kontaktbeschränkungen abmildern könnten.

„Die Corona-Krise zeigt, dass der Schutz der Rechte älterer Menschen noch besser ausgebaut werden muss. Hierfür würden spezifische Regelungen eine Hilfestellung bieten. Eine verbindliche Konvention zum Schutz der Menschenrechte Älterer könnte gerade das leisten“, bekräftigt das Menschenrechtsinstitut seine  Forderung nach einer entsprechenden Konvention in den Schlussbemerkungen des Dokuments.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte wird vom Deutschen Bundestag finanziert und ist eine unabhängige Menschenrechtsorganisation. Die Aufgaben des Instituts liegen nach eigenen Angaben in der Politikberatung, Menschenrechtsbildung, Information und Dokumentation, anwendungsorientierte Forschung zu menschenrechtlichen Themen und der Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen.


Die BAGSO geht in ihrer Stellungnahme vor allem auf die soziale Isolation älterer Menschen vor allem in Pflegeeinrichtungen ein. Es wird an Bund und Länder appelliert, den Beschluss vom 15.04.2020 so schnell wie möglich umzusetzen und die soziale Isolation von Menschen in Pflegeeinrichtungen zu beenden. Die seit sechs Wochen geltenden Besuchs- und Ausgehverbote seien mit Abstand der schwerste Eingriff in die Grundrechte in der aktuellen Corona-Situation. Die verzweifelte Lage der Betroffenen fasst ein 92-Jähriger in die Worte: „Man hat uns vergessen.“

„Die Zeit drängt. Viele Menschen in Pflegeeinrichtungen leiden massiv unter der erzwungenen Einsamkeit“, sagt der BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering.

In der Stellungnahme, die auch den verantwortlichen Politiker/innen und Politikern übermittelt wurde, benennt die BAGSO die zehn dringendsten Maßnahmen. So muss ein gewisses Maß an persönlichen Kontakten nicht nur zu den Mitbewohner/innen, sondern auch zu den nächsten Angehörigen gewährleistet werden. In der Phase des Sterbens müsse eine Begleitung durch Angehörige in allen Pflegeeinrichtungen möglich sein.

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Das Programm „Engagierte Städte“ geht ab Juli 2020 in die dritte Phase. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) setzt die Förderung mit 1,65 Millionen Euro fort.

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Im 2015 ins Leben gerufene Netzwerkprogramm „Engagierte Städte“ fördert das Bundesfamilienministerium zusammen mit weiteren Stiftungen bürgerschaftliches Engagement in derzeit 50 Städten. Als Leitbild des Programms gilt ein „Gemeinwesen, in dem Engagement und Beteiligung für alle möglich sind und in dem stabile Strukturen für Engagement vorhanden sind“. Dementsprechend ist das Netzwerkprogramm vor allem auf die Stärkung von Kooperationen ausgerichtet und weniger auf die einfache Förderung einzelner Organisationen. „Wie wichtig diese Netzwerke aus Engagierten sind, wird derzeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie deutlich“, lobt Familienministerin Franziska Giffey (SPD) das Programm auch aus aktuellem Anlass.

„Die Städte und Gemeinden können rasch und effizient ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mobilisieren – zum Beispiel für Hilfe in der Nachbarschaft oder für ältere Menschen“, so die Ministerin in der Pressemitteilung weiter. Mit einer weiteren Förderung von 1,65 Millionen Euro setzt das Ministerium das Programm ab 01.07.2020 in der dritten Phase fort.

Bis 2023 soll das Programm von bisherigen 50 Städten auf 100 anwachsen. Teilnehmen können Städte, Gemeinden und Quartiere mit Einwohner/innen zwischen 100.000 und 250.000. „Ich ermutige alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, sich für die dritte Phase des Programms zu bewerben“, ruft Giffey zur Teilnahme auf. „Profitieren Sie als Stadt oder Gemeinde von den vielfältigen Erfahrungen der Engagierten Städte und den Angeboten des Programms. Es lohnt sich.“

Zur Internetseite des Netzwerkprogramms mit weiterführenden Informationen gelangen Sie hier.

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Im Zuge der Ausbreitung des Covid 19-Virus ist immer wieder eine Smartphone-App (Handyanwendung) in der Diskussion, die bei der Eindämmung der Pandemie helfen soll. Thematisiert wird dabei vor allem die Frage des Datenschutzes.

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Eine erste Version der freiwilligen App, über die seit Beginn der Corona-Krise debattiert wird, soll es nun wohl im Mai geben. „Aus heutiger Sicht sind es eher vier Wochen als zwei Wochen, bis wir tatsächlich dann eine haben, die auch alle Anforderungen voll erfüllt“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) laut Ärzteblatt am 17.04.2020. Diese Anforderungen bestehen vor allem im Hinblick auf den Schutz sensibler Daten, da die App über die Bluetooth-Funktechnik Smartphones in unmittelbarer Nähe erkennen soll.

Sollten Personen in Ihrer Nähe gewesen sein, die in ihre Corona-App eingeben, positiv getestet worden zu sein oder als Kontaktperson gelten, würden Sie eine Nachricht auf Ihr Smartphone bekommen. Dadurch könnten Infektionsketten gestoppt werden. Zuvor wurde auch das sogenannte „Tracking“, also die Erstellung individueller Bewegungsprofile zum Beispiel über Funkzellenabfragen oder GPS-Daten, als Möglichkeit diskutiert. Dieses Vorhaben stieß jedoch auf reichlich Kritik, da es sich dabei um einen weitgehenden Eingriff in die Grundrechte handele. Unumstritten ist die weitgehend anonyme Funk-Variante über Bluetooth jedoch auch nicht.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das datenschutzkonform machen lässt“, sagte beispielsweise die netzpolitische Sprecherin und Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion, Anke Domscheit-Berg, vergangenen Monat in einem SPIEGEL-Interview. „Dazu kommt, dass dieser Dienst nur funktioniert, wenn Bluetooth immer angeschaltet ist. Bluetooth kann aber wie alle Schnittstellen angegriffen werden. Erst 2017 gab es eine Schwachstelle, die fünf Milliarden Bluetooth-Geräte betraf, mit deren Ausnutzung man das ganze Handy hätte ausschnüffeln können“, so die Netzpolitikerin weiter. Grundsätzlich ist Die Linke jedoch offen für eine freiwillige Corona-App, wenn ein entsprechender Schutz der Daten gewährleitet ist. Unter diesen Bedingungen befürworten auch die Grünen eine solche Anwendung. „Wenn das berücksichtigt ist, erwarte ich auch eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung“, äußert sich beispielsweise Fraktionsvorsitzende Katrin-Göring Eckardt auf der Fraktionsseite im Internet.

In vielen Ländern werden solche digitalen Möglichkeiten bereits genutzt. Herangezogen werden als Beispiele immer wieder asiatische Staaten, die Infektionswege per Handy-Tracking nachvollziehen. Auch in anderen europäischen Ländern werden derzeit nationale Apps zur Corona-Eindämmung vorbereitet oder schon genutzt. Wann und in welcher Form diese in Deutschland genau verfügbar sein werden, ist noch unklar.

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