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Gesundes Leben

Bisher steht für 2,9 Millionen Menschen, die als pflegebedürftig anerkannt sind, eine unzureichende öffentliche Pflegeinfrastruktur zur Verfügung. Die tatsächliche Versorgung oder informelle Unterstützung erfolgt meist im privaten Kontext, die durch die Pflegeversicherung erstatteten Kosten sind oft nicht ausreichend. Betroffene bzw. deren Angehörige weichen in dieser Situation mitunter auf Pflegekräfte aus, deren Arbeitgeber/innen nicht in der BRD ansässig ist.

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In dieser komplexen Situation ist nicht nur das Sozialrecht bzgl. der deutschen Pflegeversicherung, sondern auch andere Bereiche - wie z.B. das europäische Arbeitsrecht - wirksam. Es lohnt sich also, einen tieferen Blick in dieses arbeits- und sozialrechtliche Feld zu werfen. Dies hat die Bibliothek des Deutschen Zentrums für Altersfragen mit den Literaturhinweisen zu diesem Thema geleistet.

Zunächst liegen einzelner Werke bzw. Herausgeberbände zu dem Thema vor:

Arend, Stefan / Klie, Thomas (2017): Wer pflegt Deutschland? Transnationale Pflegekräfte. Analysen, Erfahrungen, Konzepte.

Hitzemann, Andrea (2012): Pflege und Migration in Europa. Transnationale Perspektiven aus der Praxis.

Kniejska, Patrycja (2016): Migrant Care Workers aus Polen in der häuslichen Pflege. Zwischen familiärer Nähe und beruflicher Distanz.

Krawietz, Johanna (2014): Pflege grenzüberschreitend organisieren. Eine Studie zur transnationalen Vermittlung von Care-Arbeit.


Folgende Beiträge in können in Sammelwerken gefunden werden:

Dauwalder, Bettina / Michel, Christine / Moretti, Mauro (2013): Würdig altern. Würdig arbeiten in Pflege und Betreuung. In: Baumann, Hans (Hg.): Care statt Crash, S. 33-40.

Dilger, Gerda (2015): Solidarität mit Pflegehelferinnen aus Osteuropa. In: Deutscher Caritasverband (Hg.): Caritas Jahrbuch 2016, S. 31-33.

Heger, Dörte (2016): Anerkennung und Missachtung in der Pflege. In: Dabrowski, Martin / Wolf, Judith (Hg.): Menschenwürde und Gerechtigkeit in der Pflege, S. 45-52.

Krause, Felix (2016): „Vulnerabilitätsrisiken“ in der Pflege. Eine sozialethische Analyse. In: Dabrowski, Martin / Wolf, Judith (Hg.): Menschenwürde und Gerechtigkeit in der Pflege, S. 9-44.

Krawietz, Johanna / Visel, Stefanie (2016): The perceived differences in the recognition of migrant care workers' credentials in Germany. In: Karl, Ute / Torres, Sandra (Hg.): Ageing in contexts of migration, S. 187-197.

Krawietz, Johanna / Visel, Stefanie (2014): „Care at work“. Unterstützung für transnational Sorgende. In: Bähr, Christiane / Homfeldt, Hans Günther / Schröder, Christian / Schröer, Wolfgang / Schweppe, Cornelia (Hg.): Weltatlas Soziale Arbeit, S. 429-442.

Lutz, Helma / Palenga-Möllenbeck, Ewa (2015): Care-Arbeit, Gender und Migration. Überlegungen zu einer Theorie der transnationalen Migration im Haushaltsarbeitssektor in Europa: Meier-Gräwe, Ute (Hg.): Die Arbeit des Alltags. Gesellschaftliche Organisation und Umverteilung. Wiesbaden: Springer VS, S. 181-199.

Schneiders, Katrin (2013): Die Internationalisierung des Pflegesektors: Innovationsschub oder Qualitätsverlust? In: Soeffner, Hans-Georg / Kursawe, Kathy (Hg.): Transnationale Vergesellschaftungen, S. 1-12.

Senghaas-Knobloch, Eva (2016): Lücken und Krisen in Betreuung und Pflege - Ist transnationale Arbeitsteilung die richtige Antwort? Überlegungen in der Perspektive einer nachhaltigen Gesellschaftsentwicklung. In: Ernst, Stephan (Hg.): Alter und Altern, S. 201-217.

Soom Ammann, Eva / Van Holten, Karin / Baghdadi, Nadia (2013): Familiale Unterstützungs- und Pflegearrangements im transnationalern Kontext. Eine Zweigenerationen-Perspektive. In: Geisen, Thomas / Studer, Tobias / Yildiz, Erol (Hg.): Migration, Familie und soziale Lage, S. 273-293.


Folgende Aufsätze sind Fachzeitschriften veröffentlicht:

Isfort, Michael (2016): Gradmesser für die Pflege. In: Häusliche Pflege, Heft 10, S. 38-41.

Bischofberger, Iren / Otto, Ulrich / Franke, Annette / Schnepp, Wilfried (2017): Pflegebedürftige Angehörige über Landesgrenzen hinweg unterstützen. Erkenntnisse aus zwei Fallstudien. In: Pflege & Gesellschaft, S. 84-93.

Neukirch, Sabine / Nebauer, Flavia / Krewer, Ann Marie (2015): Zwischen Nähe und Distanz. Immer mehr Familien greifen auf ausländische Betreuungskräfte zurück. In: Pro Alter; Heft 3, S. 50-53.

Rossow, Verena / Leiber, Simone (2017): Zwischen Vermarktlichung und Europäisierung. Die wachsende Bedeutung transnational agierender Vermittlungsagenturen in der häuslichen Pflege in Deutschland. In: Sozialer Fortschritt. Heft 3/4, S. 285-302.

Schirilla, Nausikaa / Kiekert, Jasmin (2016): Osteuropäische Betreuungskräfte: Ende des Pflegenotstandes? In: Neue Caritas, Heft 3, S. 23-25.

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Ein Großteil der Pflege in Deutschland geschieht informell: Dies bedeutet, dass ca. 73 Prozent der Deutschen, die eine andere Person täglich pflegen, nicht bezahlte Pflegefachkräfte, sondern Angehörige sind. Für die zeitintensive häusliche Pflege müssten viele Angehörige ihren Beruf aufgeben, Pflegekosten selbst aufbringen und Überlastung auf sich nehmen. Dabei bildeten sie „die tragende Säule der Pflege“ – diese könne allerdings bald „ins Wanken geraten“.

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Das Magazin „impu!se“ für Gesundheitsförderung berichtet: Finanzielle Belastung, Gesundheitliche Einschränkungen durch Überlastungen psychischer und körperlicher Art und soziale Isolation prägen den Alltag pflegender Angehöriger in Deutschland. Der Grund dafür sei fehlende Kompensation von Seiten des Staates, findet eine Pflegende aus Berlin: „Ich habe als pflegende Angehörige der Gemeinschaft über 11 Jahre mindestens 450.000 Euro an Aufwendungen erspart, muss jetzt aber von einer minimalen Rente leben.“

Sogar nach Ost- und Westdeutschland werde in der Berechnung des pflegebedingten Rentenanspruchs diskriminiert – bei ‚Ost‘ sei dieser noch geringer. Über die finanzielle Last hinaus leide jedoch auch die Gesundheit und das Sozialleben pflegender Angehöriger: Oftmals kämen ihre eigenen Bedürfnisse zu kurz, was zu Krankheit und psychischer Überlastung führe. Die Einsamkeit, die durch die ständige Pflegeverantwortung entstünde, wirke hierbei nur unterstützend.

„impu!se“-Autor Sebastian Fischer führt deswegen das Konzept digitaler Selbsthilfeangebote auf – es sei wichtig, sich mit Gleichgesinnten austauschen, und schnellen Zugang zu Informationen haben zu können. Auf Seite 14 in Ausgabe 99 des Magazins finden Sie den vollständigen Artikel mit weiteren Informationen zu der Thematik.

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Gesundheit, Leistung und Wohlbefinden würden von der Ernährung beeinflusst. Besonders Senior/innen betreffe dies, denn das Thema Gesundheit gewinne im Alter meist an Bedeutung. Um sich durch bewusste Ernährung so fit wie möglich zu halten müsse man laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bestimmten Regeln folgen.

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„Auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse“ hat die DGE solche Regeln formuliert: Zehn Richtlinien sollen dabei helfen, gesunde Ernährung im Alltag umsetzen zu können.

  1. Lebensmittelvielfalt genießen: abwechslungsreich und vor allem pflanzliche Lebensmittel essen.
  2. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“: täglich mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst.
  3. Vollkorn wählen: statt Weißbrot (auch bei Nudeln, Reis, Mehl).
  4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen: Milchprodukte und Fisch regelmäßig in Maßen, Fleisch jedoch maximal 300 bis 600 Gramm wöchentlich.
  5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen: pflanzliche statt tierische Fette, außerdem Vermeidung „versteckter“ Fette in verarbeiteten Lebensmitteln (Wurst, Fertigware, Fastfood).  
  6. Zucker und Salz einsparen: sparsamer Einsatz von Salz und Zucker bei der Zubereitung von Essen, außerdem reduzierten Konsum salz- und zuckerreicher Lebensmittel.  
  7. Am besten Wasser trinken: mindestens 1,5 Liter täglich. Ungesüßter Tee statt Softdrinks, alkoholische Getränke als Ausnahme.
  8. Schonend zubereiten: wenig Fett beim Braten und verbrannte Lebensmittel nicht (!) essen.
  9. Achtsam essen und genießen: Zeit zum Essen nehmen und bewusst genießen.
  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben: regelmäßiger Sport und ein aktiver Alltag (zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren statt PKW).

Hier finden Sie nicht nur ausführliche Erklärungen der Regeln, sondern auch Tipps für eine nachhaltige Ernährung und Literatur zum Weiterlesen.

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Die Stiftung "Zentrum für Qualität in der Pflege" (ZQP) hat eine Studie durchgeführt, um zu zeigen, wie digitale Anwendungen in der Pflege eingeschätzt werden. Eine Befragung von 1.000 Personen hat ergeben, dass knapp zwei Drittel der Befragten eher Chancen als Probleme in der Nutzung digitaler Techniken für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen sehen würden.

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Die Nutzung von digitalen Technologien könne laut der Stiftung zukünftig eine wichtige Rolle spielen, um gute Pflege sicherzustellen und Pflegende zu entlasten. Mit der Entwicklung entsprechender digitaler Anwendungen sei jedoch unter anderem die Frage verbunden, wie die Akzeptanz eines solchen Technikeinsatzes ist. Demnach scheint die Bevölkerung für den Einsatz von digitaler Technik im Kontext Pflege mehrheitlich offen zu sein. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten erkennen darin eher Chancen, für ein Viertel (25 Prozent) überwiegen die Risiken. 84 Prozent halten zudem digitale Anwendungen für sinnvoll, um Pflegenden die Arbeit zu erleichtern, und immerhin 74 Prozent glauben, Pflegebedürftige könnten durch technische Unterstützungssysteme unter Umständen ein selbstbestimmteres Leben führen.

Dafür, wie konkrete Einsatzmöglichkeiten von digitalen Anwendungen in der Pflege im Detail beurteilt werden, gibt die Studie ebenfalls Hinweise. So reichen im Einsatzfeld „technische Anwendungen in der Wohnumgebung“ die Zustimmungswerte von 74 Prozent für ein videobasiertes Kommunikationssystem, mit dem Pflegebedürftige ihre Helfer kontaktieren können, bis zu 93 Prozent für einen Rauchmelder mit Herdabschaltung. Auch die Unterstützung von Pflegenden durch „Telepflege-Angebote“ wird mehrheitlich befürwortet: 74 Prozent sprechen sich tendenziell für mögliche Schulungen von Angehörigen zur Pflege über eine Videoverbindung sowie eine Abstimmung aller an einer Pflegesituation Beteiligten per Videokonferenz aus.

17 Prozent nutzen bereits eine Gesundheits-App. Im Pflegekontext reicht die Zustimmung der Teilnehmer von 58 Prozent für die Bewegungsförderung in der Pflege durch Smartphone- oder Tablet-Anwendungen bis hin zu 68 Prozent zur Schulung pflegender Angehöriger.

Es werden auch Bedenken in Bezug auf eine digital unterstützte Pflege geäußert: So stimmen 43 Prozent der Studienteilnehmer „voll und ganz“ und weitere 32 Prozent „eher“ der Aussage zu, dass sie Bedenken bezüglich des Umgangs mit persönlichen bzw. sensiblen Daten haben. 54 Prozent bereitet Sorgen, ob die Technik wirklich verlässlich ist.

Alle Ergebnisse der Befragung können hier nachgelesen werden.

Die recht hohe Akzeptanz der digitalen Unterstützung in der Pflege kann in Zukunft noch herausgefordert werden. So zeigte eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung, dass digitale Produkte in Kliniken häufig ohne Beteiligung der Pflegenden entwickelt und ausgewählt wurden.

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Die vielleicht größte der Herausforderungen, mit denen Andreas Westerfellhaus, Pflegebeauftragter der Bundesregierung, in seinem Fachgebiet konfrontiert wird, ist der Fachkräftemangel in der Pflege. Demografisch gesehen bedürfe es eigentlich immer mehr Pflegepersonal; tatsächlich aber streben den Beruf immer weniger Personen an. Westerfellhaus hat nun verschiedene Vorschläge vorgelegt, diese Problematik zu bewältigen.

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Dazu gehören unter anderem Geldprämien im Pflegeberuf: Zurückkehrende Pflegekräfte oder solche, die ihre Arbeitszeit bei Teilzeit erhöhen, sollen bis zu 5.000 Euro steuerfrei erhalten können, so ein Positionspapier des Pflegebeauftragten. Auch beim direkten Dienstantritt einer festen Anstellung nach der Ausbildung könnten Beschäftigte eine Prämie von 3.000 Euro bekommen. Damit solle die Attraktivität und damit auch Anerkennung des Berufs gesteigert werden.

Diese Vorschläge erfassen jedoch nur einmalige Zahlungen, die wenig an der schlechten monatlichen Einkommenssituation der Beschäftigten in Pflegeberufen ändern würden.

Westerfellhaus halte es in diesem Zuge auch für wichtig, dass die Aufgaben zwischen den Gesundheitsberufen neu verteilt würden: Pflegekräfte sollten die sonst ‚typisch‘-ärztlichen Aufgaben, zu denen auch sie ausgebildet werden, übernehmen, und nicht länger als „Handlager anderer Professionen“ wahrgenommen werden. Ein umstrittener Schritt, den der Pflegebeauftragte gehen will, ist es Partnerschaften mit ausländischen Ausbildungsstätten zu schließen, um „schon während der Ausbildungsphase im Heimatland eine Qualifizierung mit Blick auf eine mögliche Tätigkeit in Deutschland anzubieten“, sagte Westerfellhaus dem Handelsblatt. Für die Arbeitsaufnahme im Ausland ausgebildeter Pflegekräfte seien die bürokratischen Hürden zu groß. Sprach- und Qualifikationsanforderungen dürften dabei nicht gesenkt werden, außerdem Personalmangel in anderen Ländern nicht verschlimmert werden. Er könne sich jedoch eine „Win-win-Situation“ vorstellen, bei denen Qualifizierungswege, Erfahrungswerte und Kompetenzen ausgetauscht würden.

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In Düsseldorf bietet ein bundesweit einzigartiges Pflegequalifizierungsprojekt der Akademie für Pflegeberufe und Management geflüchteten Menschen eine berufliche Perspektive, die sie mitten unter die Gesellschaft bringe.

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Im Rahmen des Programms „Care for Integration“, frei übersetzt „Pflege für Integration“ oder auch "kümmern um Integration", würden derzeit an sieben Standorten in Nordrhein-Westfahlen 122 geflüchtete Personen zu Helfenden für Altenpflegekräfte ausgebildet. In zweieinhalb Jahren erwerben Teilnehmende die benötigten Sprachkenntnisse und bei Bedarf einen Hauptschulabschluss, daneben würden ihnen Einsätze in der Praxis ermöglicht. „Eine gute Ausbildung ist eine wichtige Voraussetzung für den Start ins Berufsleben – und damit letztlich auch für gesellschaftliche Teilhabe und Integration“, dazu der Landesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales Karl-Josef Laumann (CDU). Außerdem würden nicht nur die Auszubildenden selbst, sondern auch die Menschen in Nordrhein-Westfalen profitieren, da es immer mehr Menschen brauche, die sich um die stetig steigende Zahl von Pflegebedürftigen kümmerten. Zugewanderte könnten dabei einen wertvollen Beitrag leisten.

Die Erwartungen an "Care for Integration" hätten sich bislang mehr als erfüllt – angesichts des großen Personalbedarfs in der Pflegebranche würden die Ausgebildeten sofort gefragte Mitarbeitende sein. Deswegen soll die Qualifizierungsmaßnahme auch weiterhin, nun dauerhaft, durch die APM Nordrhein-Westfalen angeboten werden. Entwickelt wurde die Bildungsmaßnahme gemeinsam mit dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., die Finanzierung des Projekts geht aus Beiträgen der NRW-Landesregierung, der Bundesagentur für Arbeit und Europäischen Sozialfonds hervor.

Zu betonen bleibt, dass es sich bei Altenpflegehelfer/innen um gering bezahlte und für einen überschaubaren Bereich qualifizierte Mitarbeiter/innen handelt, die eine oft belastende Arbeit im sozialen Bereich ausführen. Mit den Maßnahmen werden zwar Hilfskräfte ausgebildet, der Fachkräftemangel aber wenig angegangen. Warum ähnliche Initiativen nicht für Qualifikationen im Bereich der Krankenpflege oder im Studienkontext angeboten werden, bleibt offen. Auch wird mit diesen Maßnahmen möglicherweise die unzureichende Entlohnung eher stabilisiert als verbessert.

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Die Kosten für einen Platz in einer stationären Pflegeeinrichtung variieren nach Region: Dabei übersteigen die Kosten in fast der Hälfte aller Städte und Kreise das durchschnittliche Haushaltsbudget über 80jähriger. Zum Teil könnten sich Senior/innen eine Versorgung in einer stationären Einrichtung selbst schlichtweg nicht leisten.

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Dies hat eine Studie der Bertelsmann Stiftung gezeigt, welche die (regionale) Finanzkraft hochbetagter Menschen untersuchte. Dabei ergab sich, dass vor allem in süd-westlichen Bundesländern (Nordrhein-Westfahlen, Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern), Senior/innen durchschnittlich nur zehn Monate stationären Aufenthalt finanzieren könnten. Demzufolge müssten Angehörige oft mit ihrem Privatkapital unterstützen oder Sozialleistungen beantragt werden – 2013 waren es laut Studie 41% aller Pflegebedürftigen, die diese in Anspruch nahmen.

Insbesondere weil die Personalkosten in der Pflege in der nord-östlichen Region des Bundes niedriger seien, fielen die Kosten hier geringer aus: Daraus ergäben sich Unterschiede von fast 100% – 2013 habe die Spanne des Bruttoentgeltes zwischen 1714 und 3192 Euro gelegen. Deswegen fiel es in bestimmten Regionen leichter, einen Platz zu finanzieren. Da dies jedoch auch keine Lösung sei, prangert die Bertelsmann Stiftung an, dass die Politik einen Weg finden müsse, professionelle Altenpflegekräfte leistungsgerecht zu bezahlen, ohne dabei Bedürftige und deren Familien finanziell zu überfordern.

Hier finden Sie die vollständige Studie zum Download.

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Pflegeberufe müssten attraktiver gestaltet werden, um dem vermehrten Fachkräfte vorzubeugen. Dazu gehöre es Arbeitsbelastung zu reduzieren und Versorgungsprozesse zu verändern: Neue Modelle der Arbeitsorganisation müssten entwickelt werden, dazu sei es notwendig, die Gestaltung von Gesundheitsberufen zum wirtschaftspolitischen Schwerpunkt zu machen.

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Das Ärzteblatt berichtet: Im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen hat das Institut Arbeit und Technik spezifische Herausforderungen der Gesundheits-, Kranken und Altenpflege, daneben allerdings auch die Therapieberufe Physio-, Ergo- und Logopädie, untersucht.

Das Ergebnis der Studie begründet eine „Gestaltungsoffensive der Gesundheitsberufe“, um Arbeitsorganisation, -Bedingungen und Qualifizierung in Zukunft zu optimieren. Die Forschenden empfehlen dazu eine sogenannte „Kümmerer-Instanz“, welche zwischen Industrie, Technik und Gesundheit vernetzen und Innovation vorantreiben solle – man müsse die Entwicklung des Sektors politisch stärker fördern. Eine eigene Instanz solle Akteure und Unternehmen der Gesundheitswirtschaft darin vereinen, sich um einzelne Schwerpunktfelder zu kümmern: Die Qualifizierungslandschaft, Personalbemessung, sozial-integrative Konzepte und besonders Innovationslabore zur Umsetzung digital gestützter Arbeitszusammenhänge – also die Digitalisierung der Pflege.

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Weder an der Entwicklung technischer Lösungen, noch der Auswahl digitaler Produkte oder der Bewertung neuer Technik seien Klinikbeschäftigte 2017 beteiligt worden. Dies Ergab eine Analyse im Rahmen der Hans-Böckler-Stiftung, welche untersuchte, wie Technik die Pflege stärken könne.

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Diese ergab, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen öfter ohne Mitbestimmung erfolge – wie moderne Technologien die Arbeit in Pflegeberufe verändere würde dabei außeracht gelassen. Die Forschenden betonen daher die Wichtigkeit, durch neue Technologien Arbeitsbedingungen und Qualität in der Pflege zu verbessern – diese könnten nämlich keine menschliche Zuwendung ersetzen, jedoch unterstützend wirken, um für mehr Zeit und damit eine bessere Versorgungsqualität zu sorgen. Technikpotentiale sollten systematisch ausgelotet und genutzt werden, so die Forschenden. Der Einsatz von Technik in Pflegeberufen bedürfe klarer Regeln, um Patient/innen und Pflegekräften zu nutzen – so haben die Wissenschaftler/innen ein Leitbild entworfen, welches als Richtschnur dienen könne.

  • Drängende Probleme des Arbeitsalltags: Technik müsse sich nahtlos einfügen; sie dürfe nicht zusätzliche Probleme schaffen, noch durch einen erhöhten Bedienungsaufwand die für die Pflegebedürftigen wertvolle Zeit reduzieren.
  • Mehr Wert auf Qualifizierung: Bei der Aus- und Weiterbildung kämen technikunterstützte Lösungen bislang kaum vor; nur wenn Beschäftigte sich kompetent in der Handhabung technischer Systeme fühlen, seien sie in der Lage sie im Arbeitsalltag als Entlastung zu empfinden und zu nutzen.
  • Mitbestimmung stärken: Das Praxiswissen Beschäftigter sei zentral für nachhaltige Modernisierungsstrategien, sie könnten am besten einschätzen, an welcher Stelle die Technik sinnvoll eingesetzt werden könne.
  • Arbeit aufwerten und Kompetenzen erweitern: Bei erhöhtem Technikeinsatz würde der Anspruch an professionelle Kompetenzen noch größer als schon ohnehin – dies verdiene mehr Anerkennung und bessere Bezahlung, was zur Fachkräftegewinnung beitragen könne.
  • Auf überbetrieblicher Ebene aktiv werden: Neue digitale Technologien betreffen das gesamte Gesundheitswesen und sollten daher auch auf überbetrieblicher Ebene betrachtet werden – so ließen sich arbeitspolitische Forderungen formulieren und in den politischen Prozess einbringen.

Erfahren sie in diesem Bericht genaueres zu der Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

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Trotz der finanziellen Leistungsanpassungen der Pflegeversicherung im Rahmen der Pflegereform 2016 und 2017 tragen Pflegebedürftige und deren Angehörige noch einen hohen Eigenanteil der Pflegekosten – im ambulanten und stationären Bereich liegt dieser bei fast 50%. Die Reformen scheinen nicht ausgereicht zu haben, die Kaufkraft der Pflegebedürftigen sinke stetig.

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Pflegestärkungsgesetz II

ab 01.01.2016

  • der Anspruch auf persönliche Beratung
  • der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff: Pflegeanspruch unabhängig von Natur der Erkrankung (physisch/psychisch)
  • die Anpassung der Rahmenverträge ihrer Leistungen: unter anderem die Ausstattung des Personals
  • eine Neuerung im Bereich Pflegeschlüssel und Personalsätze

ab 01.01.2017

  • neues System zur Einstufung der Pflegebedürftigkeit: (Alte) Pflegestufen I, II und III wurden durch fünf Pflegegrade ersetzt

Zum Pflegestärkungsgesetz II finden Sie auf diesem Portal mehrere Beiträge. Es sind online auch weitere Übersichten zu finden, wie diese.

Während das Gesetz laut Bundesgesundheitsministerium Bedürftige, Angehörige und Angestellte entlastet hat, ist das Ergebnis für die Interessenverbände der Pflegebedürftigen noch nicht zufriedenstellend. Sie fordern eine jährlich-automatische Anpassung der Pflegeleistungen – eine Dynamisierung – da sich auch die Pflegekosten jedes Jahr änderten beziehungsweise anstiegen. Dies liege vor Allem an der positiven Lohnentwicklung für Pflegekräfte, welche aber im Rückschluss die Kaufkraft Pflegebedürftiger mindere: Diese müssten die zusätzlichen Kosten selbst tragen. Laut Barmer Pflegereport 2017 können sich diese für stationäre Leistungen zusammen mit Verpflegung und Investitionskosten auf durchschnittlich über 27.000 Euro im Jahr belaufen. „Das Risiko der Pflegebedürftigkeit darf nicht privatisiert werden“, sagt Olaf Christen, Sprecher der Pflegebedürftigen-Verbände. „Deswegen fordern wir, dass Pflege wieder bezahlbar wird“.

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