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Gesundes Leben

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) lädt zur Fachtagung „Lebensqualität älterer Menschen in Kommunen sichern – ausgewogene Mahlzeiten ermöglichen“ am 09.03.2017 in Berlin ein.

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Die Tagung richtet sich an

  • Verantwortliche in der Kommunalverwaltung
  • Verantwortliche und Akteure in der Seniorenarbeit
  • Träger der Seniorenarbeit
  • Anbieter/innen, Organisator/innen oder Träger von Mittagstischen

Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Franz Müntefering, Vorsitzender der BAGSO, sowie Gerd Landsberg vom Deutschen Städte- und Gemeindebund legen ihre Sichtweisen zur „Sicherung der Lebensqualität älterer Menschen in Stadt und Land“ dar und stellen sich den Fragen des Publikums.

Ursula Lehr, stellvertretende Vorsitzende der BAGSO, spricht über die Bedeutung der Förderung der Gesundheit älterer Menschen. Ulrike Arens-Azevedo, Professorin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, zeigt die Herausforderungen auf, denen sich die Anbieter/innen ausgewogener Mahlzeiten für ältere Menschen stellen müssen.

Gemeinsam mit erfahrenen Mittagstisch-Anbieter/innen erörtern die Teilnehmenden in Arbeitsgruppen, auf welche Weise organisierte Mittagstische einen Beitrag zur Versorgung und Gesundheitsförderung älterer Menschen leisten können. Ein neues Praxis-Handbuch für Organisatoren von Mittagstisch-Angeboten sowie die Dokumentation der IN FORM Mittagstischstartwoche werden vorgestellt.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Tagung findet in der Neuen Mälzerei, Friedenstraße 91, 10249 Berlin statt. Hier finden sie den Anmeldebogen sowie die Einladung.

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Im Beschluss des Bundesgerichtshofes (BGH) mit dem Aktenzeichen XII ZB 61/16 geht es um die Formulierung von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten. Konkreter wurde der Abbruch der künstlichen Ernährung verhandelt.

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Die Situation des Abbruches muss laut dem BGH in einer Patientenverfügung präzise beschrieben werden, z.B. kann dies durch die Benennung von ärztlichen Maßnahmen oder einer bestimmten Behandlungssituation erfolgen.

Sind die Angaben nicht konkret genug, kann es auf die durch die Vorsorgevollmacht ermächtigte Person ankommen, wenn eine Gefahr für Gesundheit und Leben der Patient/in vorliegt. Aber auch in der Vollmacht muss die Entscheidungskompetenz klar beschrieben sein.

Online können Sie eine Zusammenfassung des Beschlusses sowie den entsprechenden Volltext nachlesen.

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Nach einem längeren politischen Prozess wurde im vergangenem Jahr in Neumünster die schleswig-holsteinische Pflegeberufekammer - auch Pflegekammer genannt - eröffnet. Wir berichteten bereits mehrfach über die je nach Bundesland verschiedenen Situationen. Die Pflegeberufekammer in Schleswig-Holstein nimmt ihre Arbeit voraussichtlich Anfang 2018 auf.

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Sobald die Kammer ihre Arbeit aufnimmt, können professionell Pflegende in Schleswig-Holstein die Kammer als politische Vertretung nutzen. Die Pflichtbeiträge müssen entrichten werden. Vorher können sich die Kammermitglieder bereits an den anstehenden Wahlen bzw. der Organisation der Kammer selbst beteiligen.

Pflichtmitglied wird - ab voraussichtlich der ersten Jahreshälfte 2018 - jede Pflegefachperson, die in Schleswig-Holstein als solche arbeitet. Darunter fallen Altenpfleger/-innen, Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-innen.

Weitere Informationen sowie Neuigkeiten finden Sie auf der Homepage der Pflegeberufekammer.

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Arbeitsbelastungen in der Pflege sind nicht nur für die Mitarbeiter/innen, sondern auch für die Klient/innen von Bedeutung. So geht es nicht nur um Belastungen an einem oft unzureichend vergüteten Arbeitsplatz sondern auch um die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen. Die Literaturempfehlungen hat die Bibliothek des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) zusammengestellt.

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Mehrere Veröffentlichungen zum Thema Pflege finden sich auch auf den Seiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Auch auf diesem Portal sind zahlreiche Beiträge zum Thema nachzulesen, im letzten Jahr besonders in den Diskussionen um das Pflegeberufegesetz oder den Pflegenotstand. In dem Kontext sind auch die Literaturhinweise zur Ethik in der Pflege empfehlenswert sowie die Ausgabe 4/2016 der Zeitschrift "Forschung Aktuell" des Instituts Arbeit und Technik.

Der Artikel Ingebretsen / Sagbakken (2016): Hospice nurses emotional challenges in their encounters with the dying in der Zeitschrift "International Journal of Qualitative Studies on Health and Well-being" kann ebenfalls kostenlos online heruntergeladen werden.


Zunächst einige Sammel- bzw. Einzelwerke:

Belan / Schiller (2016): Helfen ohne zu heilen. Berufsbedingte Belastungen und Bewältigungsstrategien von Palliativpflegekräften.

Bomball / Niebuhr (2016): Was hält Pflegende gesund? Der Beitrag personaler Kompetenz zur Gesunderhaltung von Pflegenden : eine salutogenetische Analyse.

Günther (2015): Arbeit darf nicht krank machen! Psychische Belastungen in Pflegeberufen; eine ressourcenorientierte Gesundheitsförderung durch die betriebliche Sozialarbeit.

Lange (2015) Betriebliche Gesundheitsförderung in der stationären Pflege.

Oldenburger (2015): Untersuchung der Arbeitsbelastungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Pflegekräfte unter besonderer Berücksichtigung des Migrationshintergrundes.

Schmidt (2015): Burnout in der Pflege. Risikofaktoren - Hintergründe - Selbsteinschätzung.


Einzelne Beiträge aus Sammelwerken beschäftigen sich ebenfalls mit den Arbeitsbelastungen in der Pflege:

Beckmann (2016): Nicht unterkriegen lassen. In: Vincentz Network (Hrsg.): Stark gegen Stress: Belastung reduzieren, Widerstandskraft stärken: Wie Sie es schaffen, im Gleichgewicht zu bleiben (Altenpflege / Dossier), S. 26-31.

Buruck (2015): Evaluation von Gesundheitspräventionen in der stationären Altenpflege. In: Badura / Ducki / Schröder / Klose /  Meyer (Hrsg.): Fehlzeiten-Report 2015, S. 85-95.

Heger (2016): Anerkennung und Missachtung in der Pflege. Korreferat zu Felix Krause. In: Dabrowski / Wolf (Hrsg.): Menschenwürde und Gerechtigkeit in der Pflege, S. 45-52.

Hinding / Bhering-Soares (2015): Stressbewältigung und Burnoutprävention. In: Hinding / Kastner (Hrsg.): Innovativität als Erfolgsfaktor im demografischen Wandel: Trainingsmodule zur ganzheitlichen Förderung der Innovationskompetenzen von Beschäftigten in der Pflege und in der Sozialen Arbeit, S. 41-86.

Höhmann / Lautenschläger / Schwarz (2016): Belastungen im Pflegeberuf. Bedingungsfaktoren, Folgen und Desiderate. In: Jacobs (et al, Hrsg.): Schwerpunkt: Die Pflegenden im Fokus (Pflege-Report 2016), S. 73-89.


Auch in Fachzeitschriften wurde sich dem Thema gewidmet, so z.B. in der NOVAcura:

Dhaini / Simon, / Zúñiga (2016): Wenn das Personal krank ist, leidet die Pflegequalität, S. 29-31.

Dhaini / Zúñiga / Simon (2016): Rückenschmerzen, erschöpft, krank bei der Arbeit?. Wie Arbeitsumgebung und die Gesundheit von Pflege- und Betreuungspersonal zusammenhängen, S. 33-35.

Heim (2016): Eine Sprache die verbindet ... . Gewaltfreie Kommunikation im Alltag von Alters- und Pflegeheimen, S. 20-22.

Kubillus (2015): "Die Schattenwandler". Pflegende im Nachtdienst, S. 14-16.


Pflegezeitschrift:

Ganter (2016): Die EL.IPS-Studie. Entscheidungen am Lebensende auf Intensivstationen, S. 662-666.

Mantz (2016): Keine Zeit - Wenn Druck und Stress das Denken, Sprechen und Handeln Pflegender mehr und mehr dominieren. Die Bedeutung von Sprachkompetenz in der Pflegepraxis, S. 265-267.

Schanz (2015): Die Pflege braucht Kraft. Resilienz als Kompetenz bei der Bewältigung hoher Arbeitsbelastungen, S. 88-92.

Schuster / Kohrst (2016): Belastung und ihre Bewältigung. Strategien für Pflegekräfte, S. 447-449.


Weitere Artikel:

Bassel (et al, 2016): Relationship between emotions, emotion regulation and well-being of professional caregivers of people with dementia. Research on Aging, S. 477-503.

Heinemann / Teigeler (2015): "Wieder spüren, was ich selbst brauche". Burnout-Prävention. Die Schwester, der Pfleger, S. 16-19.

Knape / Teubner / Jager (2016): Prozessoptimierung in der Langzeitpflege durch die Implementierung der stationären Tourenplanung im Bezug zur Entlastung von Pflegepersonal. Heilberufe, S. 161-165.

Woodheid / Northrop / Edelstein (2016): Stress, social support, and burnout among long-term care nursing staff. Journal of Applied Gerontology, S. 84-105.

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Das Informationsportal www.pflegeguete.de ist ein Projekt der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V. (BIVA). Es soll einen differenzierten Einblick in die Qualität von Pflegeangeboten in Deutschland liefern. In Schleswig-Holstein können z.B. Bewertungen von 1.182 Angeboten eingesehen werden.

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Auf dem Internetportal Pflegegüte können Angebote nach Region, Ort, Umkreis, Art sowie Namen gefiltert werden. Je Pflegeangebot können Noten bzw. Erreichungsgrade angezeigt werden lassen. Diese Zahlen sind unterteilt in fünf Qualitätsbereiche:

  • Pflege & medizinischen Betreuung
  • Umgang mit demenzkranken Bewohner/innen
  • Soziale Betreuung & Alltagsgestaltung
  • Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft & Hygiene
  • Befragung der Bewohner/innen

Die Qualitätsbereiche sind wiederum in Indizes untergliedert, welche sich je Angebot unterscheiden. Denn stationäre Leistungen sind aufgrund ihrer Leistungsart anders als ambulante Angebote zu bewerten.

Das Portal wird durch die Stiftung Stark im Alter gefördert.

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Wir informierten Sie in den vergangenen Jahren regelmäßig über die Diskussionen und Hintergründe der sogenannten Pflegestärkungsgesetze. Die Änderungen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG 2 oder PSG II) gelten ab 01.01.2017. Zu diesem Anlass hat unter anderem der Sozialverband Deutschland (SoVD) die wichtigsten Informationen in einem Flyer zusammen gestellt.

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Neben den Informationen finden sich dort auch einige Kritikpunkte bzw. Forderungen, die sich auch in den Diskussionen rund um die Pflegestärkungsgesetze wiederfinden. Der Flyer, den Sie online herunterladen können, wurde gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt erstellt.

Auch die Jedermann Gruppe bietet eine Übersicht zu den neuen Pflegegraden an.

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In unserer Reihe Beispielsweise... Gute Ideen für ein besseres Leben im Alter stellen wir Ihnen dieses Mal das Plöner Modell der Senioren-Assistenz vor. Unsere Fragen zu diesem innovativen Ansatz beantwortete die Projektgründerin, Ute Büchmann.

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In diesem Beitrag werden die Senioren-Assistent/innen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet:

  • Einerseits ist es möglich, sich zur Senioren-Assistent/in ausbilden zu lassen. Hier geht es um Senioren-Assistenz als Ausbildung und Beruf.
  • Andererseits können Senior/innen das Angebot der Assistent/innen nutzen, um eine Lücke zwischen medizinisch-pflegerischer und nachbarschaftlicher Hilfe zu schließen.
  • Das Plöner Modell wurde durch Ute Büchmann initiiert. Möchten Bürger/innen vor Ort ein vergleichbares Projekt umsetzen, können sie aus Frau Büchmanns Erfahrungen großen Nutzen ziehen.

Im Vergleich zu dem Projekt, welches im vorigen Beitrag dieser Reihe vorgestellt wurde, fällt auf: Beide Projekte, sowohl die Senioren-Assistenz als auch die Mitfahrbank, sind Reaktionen auf Lücken in der Versorgung von älteren Menschen, auch wenn sie den Staat nicht aus der Verantwortung nehmen oder ersetzen können. Mitfahrbänke können einen gut ausgestatteten öffentlichen Nahverkehr nicht ersetzen. Die Senioren-Assistent/innen können sich arme oder von Armut bedrohte Menschen möglicherweise nicht leisten, hier fehlt es noch an staatlicher Unterstützung.


Senioren-Assistenz als Ausbildung und Beruf

Professionelle Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben bietet die Dienstleistung „Senioren-Assistenz“, die von Ute Büchmann vor rund zehn Jahren im Kreis Plön in Schleswig-Holstein konzipiert und als Qualifizierung im Rahmen eines Modellprojektes 2006 mit europäischen Mitteln gefördert wurde. Der Kreis der Teilnehmer/innen, bislang zu 90 Prozent Frauen, wird darin geschult, alte Menschen zu unterstützen, die meist nicht mehr rüstig genug sind, um ihren Alltag alleine zu meistern. Jährlich finden rund zehn Seminare an den Standorten Kiel, Hamburg, Berlin und Nürnberg statt. Rund 1000 Senioren-Assistent/innen wurden bislang bundesweit ausgebildet.

Die Ausbildung nach dem Plöner Modell umfasst ein Gesamtkonzept aus Unterricht (120 Stunden) und Nachbetreuung. Das nötige Knowhow erhalten die Teilnehmer/innen in verschiedenen Modulen. So erwerben sie Grundwissen auch in rechtlichen Fragen, beispielsweise, worauf die Verfasser/innen einer Patient/innenverfügung oder eines Testaments achten sollten. Ebenso spielen psychologische Aspekte eine Rolle, wie der Umgang mit Verlust und Trauer. Zudem gehören alltagspraktische Fragen der Ernährung, der Freizeitgestaltung, der körperlichen und geistigen Fitness zum Programm. Zugleich vermittelt die Weiterbildung das nötige Wissen, um ein eigenes Unternehmen zu gründen – denn nach der Ausbildung sind die Teilnehmer/innen in der Regel selbstständig tätig.  Auch nach Ausbildungsabschluss werden die Teilnehmenden, die meist den Sprung in die Selbstständigkeit wagen, nicht allein gelassen. Büchmann Seminare

  • bietet pro Jahr zwei eintägige Netzwerk- und Weiterbildungstreffen an, die dem Austausch, Kontakt, dem Ausloten von Kooperationsmöglichkeiten unter den Senioren-Assistent/innen und dem fachlichen Input dienen,
  • stellt das Logo des inzwischen bundesweiten Netzwerks zur Verfügung,
  • bietet den Assistent/innen die Möglichkeit, sich in das kosten- und zugangsfreie Vermittlungsportal einzutragen und auf dieser Seite einen eigenen kleinen Web-Auftritt mit eigener Profiladresse zu erhalten,
  • hält weitere ehrenamtlich arbeitende Ansprechpartner/innen im Netzwerk bereit, welche auch bei Fragen nach Ausbildungsabschluss beraten.

Die Kosten der Ausbildung einschließlich Nachbetreuung am Standort Schwentinental bei Kiel liegen bei rund 1.650 Euro. In Schleswig-Holstein erhalten die Teilnehmenden gegebenenfalls eine Förderung über den Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein und können so 50 Prozent der Kosten sparen.

Die Idee zu diesem innovativen Ausbildungszweig hat mit Büchmanns eigener Lebenserfahrung zu tun: „Als meine Mutter starb, fiel mein Vater in ein tiefes Loch. Ich habe daraufhin nach einer qualifizierten Person gesucht, die ihn regelmäßig besucht und sich mit ihm über Politik und Sport unterhält.“ Aber sie fand niemanden, der diese Tätigkeit qualifiziert ausübte. Mit ihrem 2007 gegründeten Weiterbildungsunternehmen möchte sie Senior/innen mehr Lebensqualität ermöglichen. „Senioren egal welchen Alters wollen Zukunft haben, eine Lebensqualität, die über ‚satt und sauber’ hinausgeht“, sagt die Seminaranbieterin.

Die meisten Teilnehmer/innen steigen aus anderen Berufsbereichen um. Lebenserfahrene Menschen, die sich entweder ein zweites Standbein aufbauen wollen, oder Lust haben, soziales Engagement mit einer sinnvollen Tätigkeit im sozialen Bereich zu verbinden und damit auch Geld zu verdienen. Häufig fällt in Vorgesprächen der Satz: „Ich möchte nicht mehr mit Zahlen und Bürokram zu tun haben, sondern mit Menschen." Aber auch andere Beweggründe führen dazu, dass Interessierte Kenntnisse im Bereich der Betreuung von Senior/innen erwerben wollen: So nutzen Teilnehmende, die häufig ältere Kund/innen haben, diese Weiterbildung dazu, ihre Kundenkompetenz zu vertiefen. Andere wiederum verbinden bereits vorhandene Kompetenzen oder einen Erstberuf mit Senioren-Assistenz.

Ihre Aufgabe sehen die professionellen Seniorenbetreuer/innen darin, ältere Menschen zu begleiten, ihnen Wertschätzung und Anerkennung entgegen zu bringen und sich um die vielen kleinen Dinge des Alltags zu kümmern, die die älteren Menschen nicht mehr machen können oder wollen und für die Pflegedienste keine Zeit haben. Im Fokus steht immer das Ziel, Senior/innen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und einen Umzug ins Heim zu verhindern oder zumindest lange hinaus zu schieben. „Senioren-Assistenten erledigen all das, was nicht zur pflegerischen Betreuung zählt“, erklärt Büchmann. Die Assistent/innen bieten ein paar Stunden pro Woche punktuelle Unterstützung, indem sie die Älteren bei Behördengängen, zu Arztterminen, beim Einkaufen oder auf den Friedhof begleiten, mit ihnen ihr Gedächtnis und ihre Fitness trainieren oder ganz einfach Gesprächspartner/in sind.

Die meisten Senioren-Assistent/innen machen sich selbstständig und arbeiten in Voll- oder Teilzeit. Andere streben ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis an. Sie arbeiten in Seniorenresidenzen, bei Wohnungsbaugenossenschaften, bei Wohlfahrtsverbänden, in Einrichtungen des Betreuten Wohnens oder städtischen Seniorentreffs. Durch die Ausbildung verbessern sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Im Laufe der Zeit hat Frau Büchmann, und mit ihr das entstandene Familienunternehmen Büchmann Seminare KG, die Erfahrung gemacht, dass die wichtigsten Eigenschaften der Senioren-Assistent/innen Kommunikationsfähigkeit, Empathie und ein gutes Allgemeinwissen sein sollten. Kommunikation  ist das Handwerkszeug, denn häufig geht es darum, insbesondere allein lebenden älteren Menschen wieder Lebensmut zu geben und für Lebensqualität in ihrem Alltag zu sorgen. Wer diese Fähigkeit nicht hat, sollte nicht in diesem Bereich arbeiten. Wer diese Eigenschaften besitzt und zudem einen guten Zugang zu Senior/innen hat, für den könnte die Tätigkeit in der Senioren-Assistenz eine Berufung sein.

Viele Senioren-Assistent/innen erzählen, wie befriedigend es ist, einen Job ganz nah am Menschen auszuüben und zu einer wichtigen (manchmal der wichtigsten) Bezugsperson im Alltag der Älteren zu werden. Insofern ist die Senioren-Assistenz nicht nur eine berufliche und finanzielle Chance für lebenserfahrene Menschen, sondern auch eine Möglichkeit, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen.

„Im Zuge der demographischen Entwicklung hat das Interesse der Kunden an stundenweiser Unterstützung enorm zugenommen“, sagt Büchmann. In einer Großstadt wie Hamburg sind viele Senioren-Assistent/innen so ausgelastet, dass sie keine Kund/innen mehr annehmen können. In Schleswig-Holstein läuft es in Städten ab 10.000 Einwohner/innen gut. Lediglich auf dem Land, wo die nachbarschaftlichen Unterstützungsstrukturen noch stärker greifen, gibt es manchmal Schwierigkeiten, die Preise für die Dienstleistung durchzusetzen, die selbstständig tätige Senioren-Assistent/innen veranschlagen. Aber auch hier ändert sich in letzter Zeit etwas. Senior/innen und/oder Angehörige rechnen genau aus, was der Aufenthalt in einer Senioreneinrichtung kostet und wie teuer eine stundenweise Unterstützungsleistung ist, die zudem den Charme hat, dass der ältere Mensch im eigenen Zuhause wohnen bleiben kann und der Umzug in eine Einrichtung zumindest hinausgezögert wird.

Der durchschnittliche Stundensatz einer Senioren-Assistenz ist bundesweit sehr unterschiedlich. In Schleswig-Holstein liegt er bei mindestens 25 Euro. In München beispielsweise bei rund 40 Euro. „Doch das Wohnen im eigenen Zuhause unter Nutzung der Dienstleistung Senioren-Assistenz ist nicht teurer als das Wohnen in einer Einrichtung“, erklärt Büchmann. Inklusive staatlicher Förderung (§ 35a EStG) koste die Betreuung durch eine Senioren-Assistenz bei fünf Stunden pro Woche zwischen 350 und 450 Euro monatlich.


Senioren-Assistenz als Angebot und Dienstleistung

Nur wenige Senior/innen benötigen eine Vollversorgung. Senioren-Assistent/innen leisten stundenweise und nach Bedarf Individualbetreuung in Privathaushalten oder Senioreneinrichtungen. Diese Betreuung ist im Sinne einer „aktivierenden Begleitung“ darauf ausgerichtet, verloren geglaubte Potenziale älterer Menschen wieder zu aktivieren. Ziel ist es, dass Ältere mit Unterstützung im eigenen Zuhause wohnen bleiben können und ein Aufenthalt in einer Einrichtung verhindert, aber zumindest hinausgezögert wird. Aus dem Netzwerk der Senioren-Assistent/innen können wir mögliche Leistungsbeispiele zeigen:

  • Zeit zum Zuhören und für Unterhaltungen
  • Wecken und Festhalten von Erinnerungen
  • Vorlesen, Spiele spielen, Gedächtnisunterstützung
  • Hilfe im Alltag bei
    • Einkauf, Kochen für oder mit den älteren Menschen
    • Behördenangelegenheiten und Schriftwechsel
    • Übergang von Krankenhaus-Aufenthalten ins Zuhause
    • Umgang mit moderner Technik
  • Begleitung zu
    • Arzt oder zur Therapie
    • Spaziergang oder ins Lieblingslokal
    • Konzerten
    • Ausflügen und Reisen
  • Informationen über
    • Vorsorge, Vollmachten und Testament
    • Wohnraumanpassung und Pflegethemen
  • Geachtet wird auf

    • gute Ernährung, Bewegung und Gesundheit
    • Haus und Haustier, wenn der/die Senior/in verhindert ist
  • Organisation von
    • Festlichkeiten und sozialen Kontakte
    • Tagesausflügen oder Reisen
  • Liebevolle Sorge um Personen mit Demenz

Zielgruppe der Senioren-Assistent/innen sind Senior/innen ab ca. 70 Jahre und deren Angehörige. Diese Senior/innen oder ihre Angehörigen verfügen über ein mindestens durchschnittliches bis überdurchschnittliches Einkommen. Kund/innen der Senioren-Assistent/innen sind in der Regel Menschen, die

  • alleine wohnen,
  • über eine eingeschränkte Mobilität verfügen,
  • sich einsam fühlen und Gespräche suchen,
  • qualifizierte Alltagsunterstützung und Koordination benötigen,
  • mehr vom Leben wollen und keinesfalls ins Heim wollen.

Insbesondere da, wo Angehörige nicht vor Ort wohnen und wenig ehrenamtliche oder nachbarschaftliche Unterstützung gegeben ist, gibt es einen Markt für die Dienstleistung Senioren-Assistenz. Das betrifft vor allem Städte ab 10.000 Einwohner/innen und dort insbesondere in den exklusiveren Stadtteilen. Dabei liegt der individuelle Bedarf für die Kund/innen meist zwischen fünf und acht Stunden pro Woche. Häufig brauchen viele Ältere nur punktuelle Unterstützung (beispielsweise an drei Tagen in der Woche für jeweils zwei Stunden). Es sollte aber jemand da sein, dem man vertrauen kann, der kompetente Hilfe leistet und die Dinge des Alltags koordiniert. Bereits eine solche zeitlich wenig aufwändige Unterstützung reicht häufig aus, einen Aufenthalt in einer stationären Einrichtung zu vermeiden.

Die Kontaktaufnahme zu Senioren-Assistent/innen erfolgt in der Regel über das Vermittlungsportal der Senioren-Assistent/innen. Dieses ist kostenfrei.

Aber Senioren-Assistent/innen pflegen nicht und können die Pflege  nicht ersetzen. Sie koordinieren den Alltag der Senior/innen und wenn eine Pflegestufe nötig ist, können sie Senior/innen und deren Angehörige bei der Antragstellung beraten und später einen ambulanten Pflegedienst engagieren.


Ute Büchmann berichtet aus ihren Erfahrungen als Projektinitiatorin

Zur Motivation: "Zwei Ereignisse trafen im Jahr 2006 zusammen. Ich war städtische Frauenbeauftragte in Preetz/Kreis Plön und hatte viele Begegnungen mit Frauen mittleren Alters, die wissbegierig, aktiv, aber häufig im beruflichen Umbruch oder nach längerer Familienpause noch ohne Beschäftigung waren. Dieses brachliegende Potential wurde staatlich nur unzureichend gefördert. Mein hochbetagter Vater vermisste in seinen letzten Lebensjahren einen Gesprächspartner, mit dem er seine Erlebnisse aus seinem erfüllten Leben teilen konnte. Zwar beanspruchte er verschiedene technische Pflegeleistungen, fühlte sich aber gesellschaftlich abgehängt.

Nach meiner damaligen Recherche gab es noch keine und schon gar keine staatlich unterstützten Angebote zur mentalen Seniorenbegleitung. Die Lücke, die das Fehlen dieser Betreuung bildete, war noch gar nicht entdeckt. So fügte ich das Interesse der Älteren mit den Interessen meiner Frauen-Klientel zusammen und kreierte erstmals im Jahr 2006 die Senioren-Assistenz, die es bis dahin nicht gab.

Noch als Frauenbeauftragte warb ich Europäische Gelder ein und führte zunächst modellhaft eine Qualifizierung mit Frauen aus dem Kreis Plön durch. Denn mir war klar, wer helfen will, muss auch wissen wie. Das 'Plöner Modell' war geboren. 2007 machte ich mich zunächst in Nebentätigkeit selbstständig, 2009 kündigte ich meinen Job im öffentlichen Dienst."

Zu den Voraussetzungen: "Ich hatte es mit zwei Zielgruppen zu tun: mit den Frauen, die nach einem sinnvollen Job suchten und mit den Senioren, die es noch galt, als Kunden zu gewinnen. Mein Vorteil war, dass ich bereits mehrere Seminare für Frauen organisiert hatte (z.B. 12-tägiges Existenzgründungsseminar, 12-tägige Tagesmütterqualifizierung). Zum anderen war mir die Zielgruppe Frauen durch meine Arbeit als Frauenbeauftragte gut bekannt. Die Kenntnisse über die Zielgruppe Senioren eignete ich mir durch Gespräche mit Referenten, älteren Menschen und Netzwerkpartnern an. Darüber hinaus war das Studium geeigneter Fachlektüre ein Muss."

Frau Büchmann gibt Tipps für die Realisierung vergleichbarer Modellprojekte:

  • "Sie sollten sich ausführlich mit der Frage beschäftigen, welchen Nutzen die Dienstleistung für die Zielgruppe tatsächlich hat.
  • Wo immer es möglich ist, sollte ein intensiver Austausch mit Bündnispartnern erfolgen. Es reicht nicht, wenn man nur selbst das Projekt gut findet
  • Gerade im Bildungsbereich ist es wichtig, sehr gute Dozenten zu haben. Die findet man eher selten über Internetportale, sondern eher über Kontakte und Empfehlungen. Für wichtig halte ich auch, die guten Dozenten auch gut zu bezahlen."

Diese Hinweise gibt Frau Büchmann für die Jahre nach Gründung eines Weiterbildungsunternehmens:

  • "Viele Weiterbildungsanbieter beschränken sich auf das Unterrichtsangebot. Nach Erhalt des Zertifikats werden die Teilnehmenden dann allein gelassen. Wer als Weiterbildungsunternehmen für die Selbstständigkeit ausbildet, sollte dafür sorgen, dass die Teilnehmenden auch nach der Weiterbildung Kontakt halten. Das erleichtert den Schritt in die Selbstständigkeit enorm. Mit Netzwerktreffen, Ansprechpartnern aus dem Pool der ausgebildeten Senioren-Assistenten und dem kostenlosen Vermittlungsportal sind wir hier auf einem guten Weg. Das ist zwar sehr zeit-, kosten- und personalintensiv, lohnt sich aber langfristig und zeichnet ein Unternehmen als seriös und als 'Kümmerer' aus.
  • Sofern Sie sich dann tatsächlich selbstständig machen wollen, denken Sie auch über eine Teilzeitgründung nach und versuchen Sie ihren sozialversicherungspflichtigen Job weiter zu führen.  Wenn die Gründung dann gut angelaufen  ist, können Sie sich immer noch voll selbstständig machen.
  • Sollte Ihr Unternehmen dann 'Fahrt aufnehmen', denken Sie über eine Zertifizierung nach. Diese hat zwei Vorteile: Zum einen lassen Sie ihren Laden einmal von externer Seite gutachterlich überprüfen. Eine gute Möglichkeit, einer 'Betriebsblindheit' vorzubeugen oder auch entgegen zu wirken. Zum anderen gelten Weiterbildungsträger, die zertifiziert sind, nach außen hin als seriös."

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Bei dem Stichwort Ethik denken viele Menschen möglicherweise an Themen wie Patientverfügungen. Im Berufsalltag sind Pflegende jedoch häufig mit ethischen Fragestellungen konfrontiert. Es müssen z.B. Entscheidungen getroffen werden, bei denen ethischen Aspekte nicht außer Acht gelassen werden können.

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Beispiele für diese Situationen aus dem Berufsalltag kann Umgang mit herausforderndem Verhalten, der Schutz der Intimsphäre der zu pflegenden Menschen oder der Einsatz der PEG-Sonde zur künstlichen Ernährung sein. Eine Einführung bietet das Dossier auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung Riedel, A. (2014): Pflegerische Ethik. Vertiefen können Sie die Lektüre mit folgenden Monografien und Sammelwerken:

Coors, M. / Simon, A. / Stiemerling, M. (2015): Ethikberatung in Pflege und ambulanter Versorgung. Modelle und theoretische Grundlagen.

Dabrowski, M. / Wolf, J. (2016): Menschenwürde und Gerechtigkeit in der Pflege.

Dallmann, H.-U. / Schiff, A. (2016): Ethische Orientierung in der Pflege.

Niederschlag, H. / Proft, I.: Würde bis zuletzt. Medizinische, pflegerische und ethische Herausforderungen am Lebensende.

Schweizerische Gesellschaft für Gerontologie (2015): Ethische Entscheidfindung in der ambulanten und stationären Langzeitpflege. Eine Handreichung für alle Interessierten, insbesondere für Mitarbeitende in Institutionen und in Langzeitpflegesituationen zu Hause, Angehörige von alten Menschen in abhängigen Lebenssituationen, Freiwillige, die alte, auf Unterstützung angewiesene Menschen begleiten.


Folgende Beiträge finden sich in Sammelwerken:

Kohlen, H. (2015): Welche Ethik? Eine Skizze zur Entwicklung ethischer Fragen in der Pflege. In: Brandenburg, H. / Güther, H. / Proft, I. (Hrsg.): Kosten kontra Menschlichkeit: Herausforderungen an eine gute Pflege im Alter, S. 131-137.

Kostka, U. (2015): Medizinische und pflegerische Leistungen für alte Menschen - ethische (An-)Forderungen an das Gesundheitswesen. In: Geiger, G. (et al, Hrsg.): Menschenrechte und Alter: ein sozialpolitischer und gesellschaftlicher Diskurs, S. 147-162.

Matolycz, E. (2016): Menschenbild und Pflegeverständnis in der Pflege älterer Menschen. In: Matolycz, E. (Hrsg.): Pflege von alten Menschen, S. 55-59.

Riedel, A. (2015): Ethische Reflexion in der Gerontologischen Pflege. In: Brandenburg, H.; Güther, H. (Hrsg.): Gerontologische Pflege, S. 149-162.


In Fachzeitschriften können Sie folgende Artikel nachlesen:

PADUA, Fachzeitschrift für Pflegepädagogik, Patientenedukation und -bildung:
Brodehl, R. (2016): Ethische Bildung in der Altenpflege, S. 253-258.
Riedel, A. (2015): Vertiefung von Ethik-Kompetenzen. Die Entwicklung einer Ethik-Leitlinie als methodisch-didaktische und strukturierende Rahmung, S. 321-327.

Zeitschrift für Gerontologie und Ethik (2016):
Holthoff, K.: Ethikberatung in der Altenhilfe - ein Plädoyer, S. 20-40.
Kemmer, D.; Manzeschke, A.: Verständigung wagen - Ethik organisieren. Ein dialogisch-ganzheitlicher Ansatz für ethische Fallbesprechungen, S. 41-52.

Barnes, M. / Henwood, F. / Smith, N. (2016): Information and care. A relational approach. In Dementia, S. 510-525.

Friedmann, R. (2014): Alte Denkmuster infrage stellen. Die ethische Fallbesprechung hilft dem Team, schwierige Situationen im Pflegealltag zu reflektieren und Lösungen zu finden. In Pflegezeitschrift, S. 498-502.

Maio, G. (2016): PEG-Sonde - Ja oder Nein? Ethik in der Pflege. Die Schwester, der Pfleger, S. 22-26.

Rüegger, H. (2016): Ethische Fragen zur Technikanwendung im Kontext der Betreuung und Pflege alter Menschen. Angewandte Gerontologie appliquée, S. 15-17.

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In der Zeitschrift Forschung Aktuell, Ausgabe 10/2016, des Instituts Arbeit und Technik (IAT) wird unterstützende Technik für ältere Menschen betrachtet. In Fokusgruppen-Gesprächen wurden Senior/innen zu ihrer Meinung bezüglich technischen Assistenzsystemen befragt.

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Smartphones bieten Möglichkeiten, wie z.B. Gesundheitsmonitoring über die Ansammlung gesundheitsbezogener Daten oder die Verfolgung von Gesundheitsaktivitäten. Jedoch sind Menschen, die im Alter auf Hilfe angewiesen wären und die durch die Technik im Alltag unterstützt werden könnten, selten unter den Nutzer/innen. Das kann an einer Reihe von Missverständnissen liegen, es wurden Ängste und Informationsdefizite bei den befragten Personen ausgemacht. Daher müssten Beratung, Service, Ausstattung und Bedienung der Geräte besser auf die Bedürfnisse und Wünsche von älteren Menschen angepasst werden. Das IAT empfiehlt, die Zielgruppe dafür in den Entwicklungsprozess einzubinden.

Die gesamte Ausgabe können Sie online nachlesen.

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Mit der Forschungsförderung 2016 unterstützt die Deutsche  Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) zwei Projekte, deren Erkenntnisse dazu beitragen können, die Versorgung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen mit einem sogenannten Migrationshintergrund zu verbessern.

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Als Ausgangslage wird angenommen, dass für Menschen mit einem sogenannten Migrationshintergrund sprachliche und kulturelle Barrieren existieren sollen, die einen Zugang zu Diagnose, Therapie, ambulanten Angeboten und Selbsthilfe erschwerten. Der Gesamtbetrag der Förderung beträgt gut 250.000 €.

Die Forschungsförderung der DAlzG wird alle zwei Jahre vergeben, die Mittel stammen jeweils aus zweckgebundenen Spenden und sollen die Forschung zur Versorgung von demenzkrankten Menschen und ihren Angehörigen unterstützen.


Das Projekt „Selbsthilfe Aktiv – (Inter-)aktive Selbsthilfe für türkeistämmige pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz“ wurde eingereicht von Prof. Dr. Oliver Razum, Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin und Medlin Kurt von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Hierbei geht es offensichtlich nicht um alle Menschen, die auf eine Migrationserfahrung zurückblicken können, sondern nur um sogenannte türkeistämmige Menschen. Es dürfte mit Spannung zu beobachten sein, wie die Forschenden die Untersuchungsgruppe beschreiben, ohne auf allgemeine Begriffe wie "Kultur" oder "Abstammung" zurückzugreifen.

Belegt sei, dass pflegende Angehörige in sogenannten türkischen Familien starken Belastungen ausgesetzt seien, kaum ambulante und stationäre Hilfen in Anspruch nehmen würden und gesundheitliche Selbsthilfe in der türkischen Kultur nicht geläufig sei. Gleichzeitig seien sie häufig sozial isoliert, weil Demenz innerhalb der sogenannten Bevölkerungsgruppe noch sehr stigmatisiert sei. Eine Vernetzung der Angehörigen soll durch eine WhatsApp-Gruppe geschehen. Die flexible Kommunikation über Smartphones erlaubt es Informationen auszutauschen und Treffen und Aktivitäten zu vereinbaren. Im Rahmen des Projekts wird das Konzept ausgearbeitet, Interviews mit "türkeistämmigen" pflegenden Angehörigen geführt und die Umsetzung evaluiert. Das Projekt wird mit einem Betrag von 95.883 € gefördert.


Das Projekt „Barriereabbau in der hausärztlichen Demenzdiagnostik für Menschen mit Migrationshintergrund (BaDeMi)“ wurde eingereicht von Dr. med Johannes Just, Rieke Schnakenberg, Prof. Dr. oec troph Eva Münster und Prof. Dr. med Klaus Weckbecker vom Institut für Hausarztmedizin der Universität Bonn. Das Ziel des Projekts ist es, durch eine wissenschaftlich fundierte und praktisch bedeutsame Informationsintervention bei Hausärzten/innen, medizinischen Fachangestellten, Patient/innen und deren Angehörigen Barrieren in der Demenzdiagnostik und Demenzversorgung abzubauen. In den Hausarztpraxen soll das Bewusstsein für eine mögliche Demenzerkrankung bei Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund geschärft werden und zum Gespräch über einen Demenzverdacht motiviert werden, um eine frühe Diagnosestellung zu erreichen. Dazu werden Informationsmaterialien sowohl für Ärzt/innen und Fachangestellte, wie auch für Patient/innen entwickelt, Interviews geführt und eine Evaluation erstellt. Das Projekt wird mit einem Betrag von 154.326 € gefördert.

In diesem Projekt wird die Zielgruppe als "Menschen mit Migrationshintergrund" umrissen. Auch hier dürfte es interessant sein, wie die Forschenden diese Gruppe erfassen bzw. eingrenzen. Denn die angeblich im Hintergrund wahrnehmbare Migration kann in dem letzten Jahrhundert in und um Europa eine Vielzahl von Erfahrungen zusammenfassen, nahezu jedem Mensch könnte ein Migrationshintergrund zugeschrieben werden.

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