Union pocht auf Einigung zur abschlagsfreien Rente
23. Oktober 2026Weiterlesen Nach dem Vorschlag der CDU/CSU-Fraktion soll die abschlagsfreie Rente grundsätzlich weiterhin möglich sein. Allerdings sollen Zeiten der Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen künftig nicht mehr auf die erforderlichen 45 Versicherungsjahre angerechnet werden. Dies würde insbesondere Frauen betreffen, die im Durchschnitt mehr unbezahlte Sorgearbeit leisten als Männer. Der Sozialverband VdK Deutschland hatte bereits eine vollständige Abschaffung der abschlagsfreien Rente abgelehnt und zeigt sich nun auch gegenüber dem neuen Vorschlag der Union skeptisch. Zum einen könnte der Wegfall der Anrechnungszeiten für Kindererziehung und Angehörigenpflege das Risiko von Altersarmut erhöhen. Zum anderen herrsche große Unsicherheit darüber, welcher Jahrgang unter welchen Voraussetzungen in Rente gehen könne. Ursprünglich hatte die Bundesregierung eine Abschaffung der Rente mit 63 erwogen, um einem befürchteten Anstieg vorzeitiger Renteneintritte entgegenzuwirken. Allerdings hat sich der Anteil der Menschen, die vorzeitig in Rente gehen, innerhalb der vergangenen 15 Jahre beinahe halbiert. Im vergangenen Jahr lag er bei nur noch 16 Prozent der Renteneintritte. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Erwerbstätigen, die über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten, im selben Zeitraum mehr als verdreifacht. Zudem weist der VdK in einer Meldung vom 9. Oktober darauf hin, dass viele Beschäftigte bereits vor Erreichen des Renteneintrittsalters aufgrund arbeitsbedingter körperlicher Beschwerden ihre Tätigkeit nur noch eingeschränkt ausüben können oder arbeitsunfähig werden. Daher stelle sich die Frage, inwieweit eine Anhebung des Renteneintrittsalters mit der Gesundheit älterer Arbeitnehmer*innen vereinbar sei. „Längeres Arbeiten darf nicht einfach erzwungen werden“, warnt VdK-Präsidentin Verena Bentele. Gleichzeitig fordert sie, stärker in Rehabilitationsmaßnahmen zu investieren, damit Arbeitnehmer*innen auch im höheren Alter körperlich und psychisch gesund bleiben. Darüber hinaus müsse die Arbeitswelt insgesamt so gestaltet werden, dass längeres Arbeiten möglich bleibt. Mehr Flexibilität und eine bessere Gesundheitsvorsorge könnten hierbei wichtige Grundlagen darstellen.










