Logo DISW

Seite

Mitarbeitende in Betrieben lernen voneinander - dazu können gerade ältere KollegInnen großes Erfahrungswissen beisteuern. Dies kann im Unternehmen durch interne Weiterbildungsmaßnahmen gefördert werden. Im ersten Kapitel wurden bereits wichtige Begriffe in diesem Kontext erläutert. Im zweiten Kapitel bekommen Sie nun einen Überblick über betriebliche interne Weiterbildungsmaßnahmen, in der ein voneinander lernen (auch Wissensmanagement genannt) denkbar ist.

Weiterlesen

Als Literaturhinweis nutzen Sie bitte für diesen Artikel: Kiani, Iman / Kiani, Henning (2016): Wie Mitarbeitende in sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen voneinander lernen, Kapitel 2.


2 Ausgewählte Formen interner Weiterbildung

Externe Weiterbildungsformen haben nicht Wissensmanagement in einem Betrieb als Ziel, da sie sich nicht an Angehörige nur eines Betriebes richten. Daher wird in dieser Ausarbeitung ausschließlich auf die interne betriebliche Weiterbildung eingegangen. Diese kann in vielen Formen durchgeführt werden. Eine Aufzählung aller Formen würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Eine methodische Differenzierung soll eine Auswahl bringen, welche hilft, die Fragestellung zu beantworten. So werden nur jene Weiterbildungsformen untersucht, die mindestens zwei Teilnehmende erfordern. Bei diesen Formen ist ein gegenseitiges Lernen denkbar. Auf Weiterbildungsformen, die den Fokus auf das Individuum legen, ohne dass andere Teilnehmende beteiligt sind, wird nicht eingegangen.1

Im Folgenden werden häufig genutzte Weiterbildungsformen bzw. Methoden kurz beschrieben. Zur besseren Übersicht wird zunächst eine Kategorisierung aus Sicht der Berufsbahn des Mitarbeitenden vorgenommen: Die Maßnahme kann in den Arbeitsplatz einführen (2.1) oder die Arbeit begleiten (2.2). Die arbeitsbegleitenden Maßnahmen können genauer unterteilt werden: Es wird gefragt, ob die Maßnahme am Arbeitsplatz (2.2.1), im Umfeld des Arbeitsplatzes (2.2.2) oder außerhalb des Arbeitsplatzes (2.2.3) stattfindet. Es findet auch Weiterbildung Erwähnung, welche aus dem Arbeitsplatz hinausführt.2 Diese sei Teil der Personalentwicklung, denn es stehe "[...] die individuelle berufliche Entwicklung der Mitarbeiter im Mittelpunkt der Überlegungen."3 Dieser Weiterbildung wird die Outplacement-Beratung bzw. das Trennungsmanagement zugeordnet.4 Die VerfasserInnen der vorliegenden Arbeit sehen in dieser zuletzt genannten Form der Weiterbildung einen Widerspruch zu der herausgearbeiteten Begriffsbestimmung von Weiterbildung: Die Wissenserweiterung der Teilnehmenden und damit verbundene Anpassung oder Erweiterung der beruflichen Handlungsfähigkeit ist kein oder ein nur untergeordnetes Ziel. Outplacement-Beratung oder Trennungsmanagement wird daher nicht in der folgenden Auflistung berücksichtigt.

Die Auswahl an Weiterbildungsformen ist groß, daher werden die aufgeführten Formen auf eine mögliche Zielsetzung des voneinander Lernens hin überprüft. Innerhalb der aufgeführten Kategorien werden die Maßnahmen dadurch ein letztes Mal unterteilt: Es werden zuerst diejenigen aufgeführt, welche nicht das voneinander Lernen als Ziel verfolgen, es folgen die Weiterbildungsformen, welche dieses Ziel haben.


2.1 Weiterbildungsformen, die in den Arbeitsplatz einführen

Durch die Einführung der neuen Mitarbeitenden soll "[...] die Arbeitskraft des Neuen [...] möglichst schnell und umfassend genutzt werden."5 Dieses vorrangige Ziel lässt den beidseitige Wissenstransfer meist in den Hintergrund treten. Es ist jedoch möglich, dass Unternehmen Neuzugänge wünschen, um aktuelles Fachwissen und kritische Sichtweisen zu erlangen. In diesen Fällen scheint ein Wissensaustausch wahrscheinlicher.6 Der Begriff der scheinbar homogenen Gruppe von neuen Mitarbeitenden ist ungenau, dies sollte bei der Lektüre aller aufgeführten Methoden bedacht werden. So können "Berufsanfänger, Berufswechsler, Firmenwechsler [oder] innerbetriebliche Stellenwechsler"7 gemeint sein, welche jeweils verschiedene Lern- und Lehrpotentiale mitbringen. Es folgen zunächst die Weiterbildungsformen, welche das voneinander Lernen nicht als Ziel haben.

Im Assessment Center wird das Verhalten der TeilnehmerIn in einer Laborsituation durch Leitungspersonen oder PersonalerInnen beobachtet und beurteilt, externe SpezialistInnen können hinzugezogen werden.8 Die Beurteilungskriterien sind vorher festgelegt. Die Methode wird zur Personalauswahl und zur Analyse des Potentials eingesetzt.9 Durch den Testcharakter der Übungen10 scheint ein gegenseitiges Lernen der Teilnehmenden unwahrscheinlich.

Im Beobachtungslernen, oder auch Lernen am Vorbild, begleitet die lernende Person "[…] einen erfahrenen Kollegen, der über die gewünschte Fähigkeit, Kompetenz oder Qualifikation verfügt. Die erfahrene Person sollte bereit und in der Lage sein, ihre Strategie zu erläutern und gemeinsam mit der zu fördernden Person zu diskutieren."11 Da das anschließende Ausprobieren durch die TeilnehmerIn die Beobachtung zur Übung macht, spricht man von einem handlungsorientiertem Ansatz,12 der Transfer wird dadurch schon während der Weiterbildungsmaßnahme geleistet. Die Übung wird häufig bei der Unterweisung13 bzw. Einweisung gewählt und bildet das letzte Glied einer strukturierten "[...] Anleitung zur Ausführung einer neuen Aufgabe oder zur Nutzung neuer Arbeitsgräte."14 Mit den Schritten des Nachmachens und Übens der Tätigkeit geht Handlungswissen nun auf eine weitere Person über.15 Die einweisende MitarbeiterIn ist in ihrer Rolle als ExpertIn jedoch möglicherweise wenig selbstkritisch. Der Wissenstransfer ist nicht beidseitig ausgelegt.16

Einführungsprogramme fügen der arbeitsplatznahen Einarbeitung in Form mehrerer Einweisungen Informationsveranstaltungen hinzu, welche auch außerhalb des Arbeitsplatzes stattfinden können. Dadurch soll das neue Betriebsmitglied die neue Arbeitsstätte und die Gegebenheiten des Arbeitsumfeldes kennenlernen.17 Der Wissenstransfer findet demnach nur einseitig, vom Betrieb zur neuen KollegIn, statt.

Nun folgen die Weiterbildungsformen der Einarbeitungsphase, welche das voneinander Lernen als Ziel haben können.

Erfolgt Job Rotation als Methode zur Nachwuchsschulung, wird das meist neue Unternehmensmitglied in nacheinander verschiedenen Tätigkeiten und Positionen des Betriebes beschäftigt. Der Transfer von Wissen in beide Richtungen zwischen neuem Betriebsmitglied und Mitgliedern mit mehr Betriebserfahrung ist ein Ziel.18 Die Rotation zwischen den Betriebsmitgliedern kann aus drei Dimensionen betrachtet werden. Diese sind erstens die der Funktion bzw. der übernommenen Aufgabe, zweitens die der hierarchischen Position und drittens die des Standortes. Man spricht von Job-Rotation, wenn in mindestens einer der drei Dimensionen ein Tausch geschieht.19 Der gegenseitige Arbeitswechsel wird aber auch zwischen erfahrenen Betriebsmitgliedern praktiziert, vordergründig um deren Flexibilität und größere Einsetzbarkeit im Unternehmen zu sichern. Das Mittel, diesen Zweck zu erreichen, ist das gegenseitige Lernen durch den Arbeitsplatztausch.20

Im Praktikum werden Arbeitsvorgänge ganzheitlich erlernt und ausgeführt, es werden sowohl methodische als auch soziale Kompetenzen erworben. Es soll im Idealfall in die Arbeit einführen, PraktikantInnen werden aber auch als kostenlose oder billige Arbeitskräfte missbraucht. Die Arbeitsplätze müssen für die PraktikantIn bereitstehen, Qualifizierungen für innovative Tätigkeiten sind mit einem Praktikum meist nicht möglich.21 Wird das Praktikum nicht als kostengünstiger Arbeitsplatz wahrgenommen, ist Wissensaustausch möglich.


2.2 Arbeitsbegleitende Weiterbildungsformen

Arbeitsbegleitenden Weiterbildungsformen, welche die laufende Arbeit unterstützen und verbessern, sind in dieser Kategorisierung die am häufigsten genannten, daher macht die weitere Unterteilung Sinn. Sie misst die Nähe der Maßnahme zur tatsächlichen Arbeit, beginnend mit starker Arbeitsplatznähe, in der Literatur auch häufig "on the job" genannt. Es folgt darauf eine Entfernung vom Arbeitsplatz, die aber eine thematische Nähe oder Konkretheit zur tatsächlichen Arbeit beibehält, sie bewegt sich also im Umfeld, "near the job". Schließlich kann sich die Maßnahme auch "off the job" befinden, ist also sowohl thematisch als auch physisch weiter von der tatsächlichen täglichen Arbeit entfernt.22


2.2.1 am Arbeitsplatz

Weiterbildungsmaßnahmen am Arbeitsplatz beschreiben eine zeitliche, räumliche und inhaltliche Nähe zur Arbeit. Sie folgen der Ansicht, dass Lernen nur mit einer engen Verzahnung der Tätigkeit am Arbeitsplatz erfolgreich sein kann.23 Zunächst werden wieder die Formen aufgeführt, welche den gegenseitigen Wissenstransfer nicht als Ziel haben.

Feedback sind "(kurze und prägnante) Rückmeldungen zum eigenen Verhalten von Vorgesetzten, KollegInnen und/oder Mitarbeitern in offener oder anonymisierter Form."24

In einer Lernstatt erwerben die TeilnehmerInnen "[…] arbeitsplatznah neues Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, häufig produktionsnah eingesetzt."25 Der Wissenszuwachs und die Förderung sozialer Kompetenzen wird durch eine ModeratorInnenrunde vermittelt.26

Es folgen zwei Weiterbildungsformen aus der arbeitsplatznahen Weiterbildung, welche den Wissensaustausch ermöglichen.

Action Learning formt einen "Sammelbegriff für das selbständige Bearbeiten einer (realen) Problemstellung zumeist in einer Gruppe unter Begleitung eines Personalentwicklers. Sowohl das Vorgehen als auch die Ergebnisse werden unter Fördergesichtspunkten diskutiert."27 Dies erstreckt sich meist über mehrere Monate, das Wechseln der Perspektive und die Problemlösung real existierender Probleme geschieht über einen intensiven Erfahrungsaustausch.28 Wissenstransfer zwischen den Beteiligten ist also Bestandteil dieser Methode.

Der Cross-Exchange ist eine Sonderform der Job Rotation, dabei tauschen zwei Mitarbeitende die Aufgabenbereiche für einen festgelegten Zeitraum.29


2.2.2 im Umfeld des Arbeitsplatzes

Aus dem Umfeld des Arbeitsplatzes werden nun die Weiterbildungsformen beschrieben, welche den Wissensaustausch nicht als Ziel gesetzt haben.

Ein Coaching sollte ganzheitlich orientiert sein, Ziele sind Beleuchtung des Erlebten, Erlangen neuer Handlungsimpulse und im Falle eines emotionalen Coachings das Reflektieren der eigenen Gefühle. Im Coaching werden Fragen gestellt, welche nicht immer beantwortet werden können, aber Impulse zur Reflexion setzen können.30 Erfolge im Coaching können "[...] die Potenziale und Ressourcen einer Organisation optimal bündeln und zur Entfaltung [...]"31 bringen. Diese Methode kann als Gruppen-Coaching in Teams eingesetzt werden,32 welches die Zusammenarbeit im Team verbessern soll.33 Aufgaben des Einzel- oder Gruppencoachings, wie Beratung oder Hilfe zur Selbsthilfe, sollte von der vorgesetzten Person durchgeführt werden, nur in Ausnahmefällen ist ein Coaching durch eine externe Person nötig. Trotz der möglichen Interaktionen wird der Austausch von Wissen nicht als Ziel oder mögliche Konsequenz genannt.34

Ein "moderierter Prozess, um offene oder verdeckte Konflikte zu schlichten und zu bewältigen"35 wird Mediation genannt.

"Eine erfahrene Führungskraft (Mentor) betreut und berät einen jüngeren Mitarbeiter (Mentee). Der Zeitraum des Mentoring sollte vor dem Start definiert werden. Es können Fachwissen und Erfahrung weitergegeben werden."36 Parallele zum Coaching ist die beratende Tätigkeit von einzelnen Mitarbeitenden oder Gruppen durch ein erfahreneres Betriebsmitglied. Anders als das Coaching ist das Mentoring zielorientierter, die BeraterIn ist üblicherweise nicht die direkte vorgesetzte Person, sie agiert als FürsprecherIn und Vorbildes des Mentees. Die MentorIn hat dabei aber auch vordringlich das Ziel des Unternehmens im Blick. Es ist nicht nur, aber meistens auf Gruppen bezogen, die Gemeinsamkeiten besitzen, vornehmlich neue Betriebsmitglieder oder Mitarbeitende mit Potenialen. Ziel ist vor allem das Erweitern der gewünschten Fähigkeiten der Mitarbeitenden, um diese in der Karriere des Unternehmens zu begleiten. Wissensaustausch zwischen Mentees wird nicht genutzt oder angestrebt.37 MentorInnen sind zwar nicht direkte Vorgesetzte, stammen aber meist aus einer höheren Hierarchieebene als die Mentees. Anders verhält es sich bei PatInnen, sie entstammen der gleichen Hierarchieebene. Zielsetzung ist auch hier einseitige Wissensweitergabe in Richtung einer neuen MitarbeiterIn, das Patenkonzept wird zusätzlich wegen fehlenden Kompetenzen und möglichen Hierarchiekonflikten kritisiert.38

Werden "Veränderungsprozesse (Umstrukturierungen, Unternehmensübernahmen, -zusammenschlüsse) [...] in Form von Einzelgesprächen, Workshops und Sitzungsmoderation durch eine nicht zum System gehörende Person unterstützt"39, spricht man von Prozessbegleitung. Ziel ist die erfolgreiche Umstrukturierung oder Zusammenführung im Change Management,40 Kündigungen werden nicht ausgeschlossen.41

Das Training erweitert das Verhaltensspektrum zu einem bestimmten Thema. Der Wissensvermittlung folgen Übung und Reflexion. Dabei sollen vorher festgelegte Kommunikations- oder Arbeitstechniken erlernt werden, die die TeilnehmerInnen noch nicht besitzen.42 Durch diese Vorgabe ist der Wissensaustausch nicht als Ziel erkennbar. Wenn die Trainings im Rahmen von Unternehmensakademien stattfinden, trainieren Mitarbeitende mit einem bestimmten Fachwissen andere Mitarbeitende ohne entsprechendes Wissen. Wissenstransfer geschieht in dieser Situation von der erfahrenen TrainerIn zur unerfahrenen KollegIn, jedoch nicht in beide Richtungen.43

Nun folgen Weiterbildungsformen im Umfeld des Arbeitsplatzes, in denen der Wissensaustausch als Ziel identifiziert wird.

In einer Supervision werden "In einer Gruppe von Personen mit vergleichbaren Aufgaben und Positionen in der Unternehmenshierarchie [...] Praxisfälle vorgestellt. In einem moderierten Prozess werden hierzu Erfahrungen ausgetauscht und Problemlösungen erarbeitet."44 Als Sonderform ist die Peer-Supervision zu nennen, in der sich Mitarbeitende auf gleicher Hierarchieebene gegenseitig unterstützen.45 "Gewissermaßen 'von Kollege zu Kollege' werden Wissen und Erfahrung ausgetauscht."46 Wissenstransfer ist also klares Ziel. Als Synonym der Peer-Supervision gilt die Kollegiale Beratung.47

In einem Workshop tauscht eine Gruppe von Teilnehmenden "[…] in einem moderierten Prozess zu einem spezifischen Thema Erfahrungen aus und erarbeitet gemeinsam Problemlösungsansätze."48 Der Wissensaustausch und das Nutzen der vorhandenen Fähigkeiten sind als Ziel genannt.49


2.2.3 außerhalb des Arbeitsplatzes

Weiterbildungsformen, die sich außerhalb des Arbeitsplatzes abspielen, können andere Ziele als das gegenseitige Lernen haben. Diese werden zuerst aufgeführt.

Im Zentrum des Rollenspieles steht eine simulierte Spielphase, die eine Aufgabenerfüllung vorgibt.50 Dazu wird die Spielsituation und ihre Zielsetzung zunächst erläutert, die verschiedenen Rollencharaktere beschrieben und die Rollen durch die Teilnehmenden erarbeitet. Nach der Durchführung des Rollenspieles findet eine Auswertung statt.51 Es kann zur Verhaltensschulung eingesetzt werden. Dabei werden durch die Teilnehmenden oft ungewohnte Rollen eingenommen, um diese vor allem auf der Gefühlsebene besser nachzuvollziehen. Rollenspiele sind wegen des emotionalen Schwerpunktes für das Vermitteln von Wissen weniger geeignet.52

Während des Outdoor-Trainings werden die Teilnehmenden in meist freier Natur mit ungewohnten Aufgaben konfrontiert und ihren dabei gewonnen Erfahrungen reflektiert. Die gemeinsamen Erlebnisse schweißen das Team zusammen, eine Überforderung oder ein Verletzung der Privatsphäre Einzelner sind mögliche Nachteile des Trainings.53 Die Bindung im Team, und damit die Bindung der Mitarbeitenden an den Betrieb, dient dem voneinander Lernen langfristig. Der Austausch von Wissen ist jedoch nicht das Ziel oder ein unmittelbares Ergebnis des Outdoor-Trainings, es werden persönliches Wachstum und Teambildung angestrebt.54

Szenario-Technik oder Zukunftswerkstatt beschreibt eine Methode, die mit kreativen Techniken zu einem vorher festgelegten Thema Zukunftsprojektionen erarbeitet. Ziel ist die Horizonterweiterung, nicht der Austausch von bereits vorhandenem Wissen.55 Der Planungsspielraum der Teilnehmenden ist dabei sehr groß, die Nähe zu Themen eines Unternehmens ist sehr schwierig auszumachen, dadurch erscheint der betriebsinterne Einsatz wenig praktikabel.56

"Teamteaching ist ein Lehrgespräch mit mehreren Spezialisten, die ihr Fachwissen unter einem fachübergreifenden Thema anteilig vermitteln."57 In der Anfangsphase sollen zwar an vorhandene Erfahrungen der Teammitglieder angeknüpft werden, dies dient jedoch mehr der Motivation. Ziel ist nicht der Wissensaustausch, sondern das gemeinsame Erarbeiten einer vorher festgelegten und vorstrukturierten Sachthematik.58

Wird ein Vortrag gehalten, so sollte dieser höchstens 20 Minuten andauern. Die Vortragenden können den Lernerfolg durch verwendete Medien, einfache Sprache, gute Gliederung und didaktische Fähigkeiten erhöhen.59 Die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden kann schnell abschweifen, dies kann teilweise durch Zwischenfragen aufgefangen werden. Der Vortrag ist für einen Austausch zwischen den Teilnehmenden durch deren generelle Passivität nicht geeignet.60

Nun folgen die Weiterbildungsformen außerhalb des Arbeitsplatzes, bei denen der Wissensaustausch als Ziel identifiziert wurde.

Erfahrungsaustauschgruppen, auch Fördergruppen oder Förderkreis61 genannt, geben "[...] den Teilnehmern in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen Gelegenheit [...], Erfahrungen und Meinungen auszutauschen über bestimmte, alle interessierende Probleme."62 Sie verfügen im Gegensatz zu vielen anderen aufgeführten Formen nicht über ein spezielles pädagogisches Konzept, können aber andere Methoden nutzen. Der namensgebene Erfahrungsaustausch wird durch Meinungsvielfalt und Verständnis für andere Positionen unterstützt.63 Der gemeinschaftliche Aspekt wird durch die ebenfalls verwendete Bezeichnung Communities of Practice verdeutlicht.64 Gesundheits- oder Qualitätszirkel können als besondere Form der Erfahrungsaustauschgruppe bezeichnet werden. Es werden, häufig unter Moderation, Vorschläge zur Qualitätsverbesserung, zum Beispiel für das Thema Gesundheit, erarbeitet.65 "Vorrangiges Ziel beim Einsatz von Qualitätszirkeln ist die Steigerung der Leistungsfähigkeit eines Unternehmens durch gezielten Einsatz des Problemlösungpotentials der Mitarbeiter […]."66 Dieses Potential wird eingesetzt, aber es ist nicht das Ziel, dieses unter den Mitarbeitenden weiterzugeben. Als weiteres Ziel der Qualitätszirkel werden Verbesserung der Atmosphäre und der Motivation genannt.67 Der Wissensaustausch ist, gegenüber den Erfahrungsaustauschgruppen also höchstens nachrangig.

Exkursionen haben Messen oder andere Betriebe als Ziel, dort soll vor allem ein Erfahrungsaustausch geschehen. Dazu ist sowohl Vorinformation über das Besuchsziel als auch eine Nachbereitung der neuen Erfahrungen empfehlenswert.68 Ziel ist das Verbessern des eigenen Arbeitsbereiches aufgrund der offenbarten Erfahrungen des anderen Betriebes.69

In der Fallmethode werden an einem fiktiven Beispiel Problemlösungen oder neue Aufgaben erprobt.70 Die Teilnehmenden treffen Entscheidungen, dessen Auswirkungen projiziert werden. Der Erkenntnisgewinn durch die gezwungene aktive Teilnahme aller TeilnehmerInnen führt zum Wissensaustausch. Das Unternehmensplanspiel erweitert die Simulation auf die Führung eines Unternehmens71 und ermöglicht eine dynamischere Lösung komplexerer Problemstellungen.72

Das Lernprojekt bearbeitet "[...] eine Lernaufgabe, die der Berufspraxis entnommen ist."73 Diese "[...]Sonderaufgabe wird über einen längeren Zeitraum von einem in der Regel interdisziplinär zusammengesetzten Team bearbeitet."74 Die Lernenden arbeiten in einer Gruppe zusammen und steuern den Lernprozess weitgehend selbst, anschließend wird die Lernerfahrung pädagogisch geführt ausgewertet, der Erkenntnisgewinn, nicht das Ergebnis des Projektes, steht damit im Vordergrund.75

Die Moderationsmethode unterstützt den Prozess der Zielerreichung bei den Teilnehmenden durch Techniken zur Ideenfindung, Systematisierung und Entscheidungsfindung.76 Das Ziel ist zwar das Erarbeiten einer Thematik, wie diese im Ergebnis aussieht, wird von den Teilnehmenden beeinflusst und teilweise gesteuert. Die häufig visualisierenden Techniken machen den Prozess nachvollziehbar. Dies bewirkt den Wissensaustausch zwischen den Teilnehmenden, vor allem Teilnehmende, die im Berufsalltag nicht zu den Meinungsführenden gehören, können so ihre Sichtweise einbringen.77

Open Space ist eine "Technik der Großgruppenmoderation. Unter einem Leitthema werden in Teilgruppen auf abwechslungsreiche Weise Ergebnisse erarbeitet, häufig umrahmt durch ein unterhaltsames Begleitprogramm."78 Die Ähnlichkeit zur Moderation macht den Wissensaustausch möglich.

Die Projektgruppe ähnelt dem Lernprojekt, jedoch wird ein Ergebnis erarbeitet, welches später in der Arbeitswirklichkeit eingesetzt werden soll. Dies lässt die Lernerfahrung möglicherweise hinter die Ergebnisorientierung zurücktreten, bietet aber durch die folgende Umsetzung eine bessere Überprüfbarkeit des Gelernten. Da Mitglieder aus verschiedenen Betriebsbereichen zusammenkommen, lässt sich der Wissenstransfer zwischen diesen Bereichen als weiteres Ziel ausmachen.79

"Zu einem spezifischen Thema wird in einer lernförderlichen Atmosphäre Wissen vermittelt [...]. Seminare finden für ein bestimmtes Unternehmen (firmenspezifisch) oder mit einem Teilnehmerkreis aus unterschiedlichen Unternehmen (offen) statt."80 Sie haben eine Dauer von einem Tag bis zu zwei Wochen und finden dabei ausschließlich statt oder über einen längeren Zeitraum neben der Arbeitszeit wenige Stunden pro Woche.81


1Eine Aufzählung möglicher Formen der internen Weiterbildung, welche sich auf das Individuum fokussieren, finden sich in Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 63.

2Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 64.

3Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 167.

4Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 166 f.

5Lohaus / Habermann: (2011): Weiterbildung im Mittelstand, S. 96.

6Vgl. Lohaus / Habermann: (2011): Weiterbildung im Mittelstand, S. 99.

7Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 375.

8Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 98.

9Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 53.

10Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 100 - 102.

11Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 54.

12Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 183.

13Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 187.

14Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 55.

15Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 185 f.

16Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 54.

17Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 200.

18Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 189 f.

19Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 474 f.

20Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 240.

21Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 195 f.

22Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 64.

23Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 175 f.

24Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 56.

25Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 57.

26Vgl. Becker (2013): Personalentwicklung, S. 757.

27Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 53.

28Vgl. Becker (2013): Personalentwicklung, S. 402.

29Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 191.

30Vgl. Arnold (2008): Führen mit Gefühl, S. 5.

31Arnold (2008): Führen mit Gefühl, S. 6.

32Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 162.

33Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 54 f.

34Vgl. Becker (2013): Personalentwicklung, S. 658 - 666.

35Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 58.

36Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 58.

37Vgl. Becker (2013): Personalentwicklung, S. 667 - 677.

38Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 383 f.

39Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 60.

40Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 83 - 91.

41Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 60.

42Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 62.

43Vgl. Lohaus / Habermann: (2011): Weiterbildung im Mittelstand, S. 124.

44Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 61.

45Vgl. Becker (2013): Personalentwicklung, S. 682.

46Becker (2013): Personalentwicklung, S. 682.

47Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 57.

48Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 62.

49Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 62 f.

50Vgl. Becker (2013): Personalentwicklung, S. 400.

51Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 211 f.

52Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 210.

53Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 59.

54Vgl. Becker (2013): Personalentwicklung, S. 405.

55Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 62.

56Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 238 f.

57Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 203.

58Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 203 f.

59Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 171 f.

60Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 201 f.

61Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 56.

62Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 213.

63Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 213.

64Vgl. Becker (2013): Personalentwicklung, S. 761 f.

65Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 60.

66Becker (2013): Personalentwicklung, S. 758.

67Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 229 f.

68Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 196 f.

69Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, 55 f.

70Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 56.

71Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 211 f.

72Vgl. Becker (2013): Personalentwicklung, S. 401.

73Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 200.

74Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 59.

75Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 200.

76Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 58.

77Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 205 - 209.

78Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 59.

79Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 199.

80Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 61.

81Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 167.

Schließen


Der Deutsche Alterssurvey, eine wichtige Langzeitstudie zum Altern in Deutschland, ist mit Datenmaterial aus dem Jahr 2014 erschienen. Er wird vom Deutschen Zentrum für Altersfragen herausgegeben. Lesen Sie hier einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse.

Weiterlesen

Bei der Vorstellung des Alterssurveys betonte die Bundesfamilienministerin die Aktivität und die Zufriedenheit der Menschen zwischen 40 und 85. Sie ging aber auch auf zu beseitigende Ungleichheiten ein, wie die ungleiche Einkommensverteilung in Ost und West sowie zwischen Männern und Frauen. Die wichtigsten Ergebnisse des Deutschen Alterssurveys 2014 sind hier zusammengefasst:


Erwerbstätigkeit und Rentenübergang:

  • Der Anteil der Erwerbstätigen im Alter von 54 bis 65 Jahren hat seit 1996 deutlich zugenommen.
  • Im Ruhestand gehen immer mehr Menschen einer Erwerbstätigkeit nach.
  • 81,2 Prozent der älteren Erwerbstätigen fühlen sich weder über- noch unterfordert.
  • Belastungen im Arbeitsleben haben zugenommen. 47,4 Prozent sind nervlich belastet, 31,2 körperlich belastet.
  • Immer weniger älteren Erwerbstätigen gelingt ein nahtloser Übergang in die Altersrente.

Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf:

  • Trotz steigender Erwerbsbeteiligung tragen Frauen weiterhin die Hauptlast bei der Hausarbeit.
  • Erwerbsarbeit und die Pflege von Angehörigen werden häufiger kombiniert - ebenfalls insbesondere von Frauen.
  • Großeltern betreuen wieder zu einem größeren Anteil ihre Enkelkinder und sind auch immer häufiger gleichzeitig erwerbstätig.

Familienbeziehungen und soziale Kontakte:

  • Waren 1996 noch 74 Prozent der 40- bis 85-Jährigen verheiratet, sind es 2014 nur noch knapp 68 Prozent; andere Lebensformen nehmen zu.
  • Die Wohnentfernung zwischen Eltern und erwachsenen Kindern wächst stetig, die Beziehungen bleiben jedoch sehr stabil.
  • Materielle Transfers von Älteren an Jüngere finden häufiger statt, praktische Hilfen von Jüngere an Ältere nehmen ab.
  • Außerfamiliäre Kontakte gewinnen an Bedeutung.

Einkommen und materiellen Lage:

  • Einkommensunterschiede existieren nach wie vor zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Erwerbstätigen in Ost- und Westdeutschland.
  • Ältere sind nicht häufiger von Armut betroffen als Menschen mittleren Alters.
  • Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund sind in Bezug auf die materielle Lage schlechter gestellt als Personen ohne Migrationshintergund
  • die laufenden Kosten für das Wohnen beanspruchen einen steigenden Anteil des monatlichen Einkommens.

Gesundheit und Freizeitverhalten:

  • Gut zwei Drittel der Menschen in der zweiten Lebenshälfte sind körperlich kaum eingeschränkt. Knapp 40 Prozent berichten über keine oder eine Erkrankung.
  • Die 40- bis 85-Jährigen treiben häufiger Sport als noch 1996 - besonders deutlich zeigt sich dieser Trend bei den über 60-Jährigen.

Online können Sie den gesamten Bericht und die verwendeten Daten einsehen.

Schließen


Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) präsentiert sich vom 11. bis zum 19.06.2016 mit verschiedenen Angeboten zum Themengebiet Engagement in Bad Schwartau, Reinbek und Lübeck.

Weiterlesen

Die AWO sieht Engagement als tief in ihrer Tradition verwurzelt, in Schleswig-Holstein sind laut eigenen Angaben 17500 Ehrenamtliche AWO-Mitglied. Diese sind  für Unterstützungsangebote dringend notwendig. Die Aktionswoche läuft bundesweit, auch in Schleswig-Holstein wird es Impulstagungen, Workshops, Picknicks und andere Veranstaltungen geben, um das Angebot der AWO Schleswig-Holstein vorzustellen und über zahlreiche soziale Themen zu informieren.

Integration und Betreuung von geflüchteten Menschen ist bei der Arbeiterwohlfahrt ein zentrales Thema:

Der Ortsverein Bad Schwartau bietet einen Workshop zum Thema „Begegnung mit dem Fremden – das Unvertraute vertraut machen“ an.  Gemeinsam mit der Sozialpädagogin Claudia Rabe, die seit 20 Jahren in der Menschenrechtsarbeit und in der sozialen Arbeit mit MigrantInnen tätig ist, werden mit den TeilnehmerInnen in kleinen Gruppen Ideen und Strategien entwickelt, um Lösungen für die schwierigen Momente des Helfens zu finden. Der Workshop findet am 18.06.2016 von 10 bis 14 Uhr in AWO Begegnungsstätte, Auguststr. 34a, Bad Schwartau statt. Kontakt: Hannelore Witt, Tel. 0451 29 61 822, E-Mail: mwitt@t-online.de

Eine ähnliche Impulstagung gibt es auch in Zusammenarbeit mit dem Ortsverein Reinbek mit dem Titel „Zwischen Belehrung und Begegnung“. Sie findet am 18.06. von 9:30 bis 16:00 in der BeGe Neuschönningstedt, Querweg 13, Reinbek statt. Kontakt: Katharina Wulf, Tel. 0176 20 71 58 77, E-Mail: katharina.wulf@awo-sh.de

Das Familienzentrum Willy Brandt in Lübeck organisiert am 18.06. ab 12 Uhr ein interkulturelles Picknick im Drägerpark, um ein Zeichen für eine multikulturelle Gemeinschaft zu setzen. Weitere Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer 0451 20 35 703.

Im Rahmen der Aktionswoche laden verschiedene Einrichtungen Interessierte ein, sich ein Bild von den Angeboten der Arbeiterwohlfahrt zu machen.

Schließen


Aus aktuellen Anlass widmet sich die Bibliothek des Deutschen Zentrums für Altersfragen dem Entwurf des Pflegeberufereformgesetzes, welches im März zum ersten Mal im Bundestag beraten wurde. Dem Entwurf ging eine jahrelange Diskussion über die Zusammenfassung der Pflegeberufe voraus. Diesmal sind in den Literaturempfehlungen nicht nur wissenschaftliche Texte, sondern auch Stellungnahmen von Verbänden aufgelistet.

Weiterlesen

Zunächst zahlreiche Dokumente, die Sie online abrufen können:

Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege (Hrsg.): Generalistik jetzt! Unterlagen für die Pressekonferenz vom 25.2.2016.

bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (Hrsg.): 2016 beginnt nicht gut für die Altenpflege" - bpa zur heutigen Kabinettsentscheidung zum Pflegeberufsgesetz. Pressemitteilung vom 13.1.2016.

bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (Hrsg.): Ministerin Steffens: Bund setzt pflegerische Versorgung in NRW aufs Spiel. Pressemitteilung vom 19.1.2016.

Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) und Kassenärztliche Bundesvereinigung. (Hrsg.): Pflegeberufsgesetz: Opposition und Ärzte fordern Moratorium. Pressemitteilung vom 10.2.2016.

Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.): Ergebnisbericht: Forschungsgutachten zur Finanzierung eines neuen Pflegeberufegesetzes. Stand: Oktober 2013.

Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.): Pflegeberufsgesetz. Stand 2016.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (Hrsg.): Generalistische Ausbildung in der Pflege. Stand: 2014.

Deutscher Bundestag (Hrsg.): Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Pflegeberufe (Pflegeberufereformgesetz – PflBRefG). Drucksache 18/7823 vom 9.3.2016.

Deutscher Pflegerat (Hrsg.): Reform der Pflegeberufe nicht fahrlässig gefährden. Der Deutsche Pflegerat steht zur generalistischen Pflegeausbildung. Pressemitteilung vom 12.2.2016.

Deutscher Verband der Leitungskräfte von Alten- und Behinderteneinrichtungen (Hrsg.): Bundesrat mahnt Verschiebung der Generalistik an. Pressemitteilung vom 28.2.2016.

Deutscher Verband der Leitungskräfte von Alten- und Behinderteneinrichtungen (Hrsg.): Moratorium: Zwischenbilanz der Initiatorin. Stand: 1.3.2016.

Dielmann / Gembus / Pommier / Wehrheim / Verdi (Hrsg.) (2016): Ausbildungsreport Pflegeberufe 2015.

Finanzen.de (Hrsg.): Pflegeberufegesetz: Einmalige Chance oder katastrophale Entwicklung? Nachrichten vom 25.2.2016.

Kapellmann Rechtsanwälte: Rechtsgutachten zur Verfassungsmäßigkeit des Pflegeberufegesetzes. Stand: 18.2.2016.

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Alter, Pflege: Ministerin Steffens: Geplante Reform der Pflegeberufe in wesentlichen Teilen verfassungswidrig. Pressemitteilung vom 25.2.2016.

Springer Medizin Verlag (Hrsg.): Ausbildung in der Pflege. Grüne pochen auf mehr Zeit für Reform. Pressemitteilung vom 10.2.2016.

Pro Pflege Selbsthilfenetzwerk (Hrsg.): Ministerin Steffens: Geplante Reform der Pflegeberufe in wesentlichen Teilen verfassungswidrig. Pressemitteilung vom 25.2.2016.

Rechtsdepesche (Hrsg.): Geplantes Pflegeberufsgesetz: Deutscher Pflegerat lehnt Moratorium ab. Pressemitteilung 16.2.2016.

Vincentz Network (Hrsg.): Generalistik. Die Kommunalen erneuern Kritik am Pflegeberufegesetz. Pressemitteilung vom 17.12.2015.

Vincentz Network (Hrsg.): Zusammenlegung der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflegeausbildungen. Steffens: Pflegeberufegesetz in Teilen verfassungswidrig. Pressemitteilung vom 25.2.2016.

Wallet: Die Pflegenden stehen hinter der Reform. Stuttgarter Nachrichten vom 24.2.2016.


Nun die Monografien und Sammelwerke:

Becker (2006): Empirische Begründung, theoretische Fundierung und praktische Umsetzung der "dualisierten" Ausbildungen für Altenpflege und Gesundheits- und Krankenpflege.

Becker / Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.) (1995): Integrierte Ausbildung von Altenpflegerinnen und Erzieherinnen. Qualifikationskonzept und Ausbildungsrahmenplan eines Modells.

Becker (2006): Die Materialien zur Ausbildung. Ausbildungsrahmenpläne, Rahmenlehrpläne, Lernsituationen und Erläuterungen zur praktischen Ausbildung der "dualisierten" Ausbildungen für Altenpflege und Gesundheits- und Krankenpflege.

Becker / Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.) (Hrsg.) (2002): Gesundheits- und Sozialberufe - wissen wir genug, um über berufliche Reformen reden zu können?

Becker / Meifort (2002): Gesundheitsberufe: Alles "Pflege" - oder was? Personenbezogene Dienstleistungsberufe - Qualifikationsentwicklungen, Strukturveränderungen, Paradigmenwechsel.

Görres (2006): Pflegeausbildung von morgen - Zukunftslösungen heute. Das Modellprojekt "Integrierte Pflegeausbildung in Bremen" im Diskurs - wissenschaftliche Beiträge und praktische Erfahrungen.

Kühn-Hempe / Thiel (2013): Die generalistische Pflegeausbildung in Modulen. Berufspädagogische Überlegungen.

Oppenländer (2009): Aspekte der gegenwärtigen Pflegeausbildung.


Folgende Beiträge finden sich in Jacobs (2016): Schwerpunkt: Die Pflegenden im Fokus:

Igl: Rechtsfragen der Kooperation und Koordination der Berufe im Kontext der Langzeitpflege, S. 229-243.

Kälble / Pundt: Pflege und Pflegebildung im Wandel - der Pflegeberuf zwischen generalistischer Ausbildung und Akademisierung, S. 37-50.


Weitere Beiträge in Sammelwerken:

Huber / Stöcker (2002): Situation der Ausbildungen in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. In: Stöcker (Hrsg.): Bildung und Pflege: eine berufs- und bildungspolitische Standortbestimmung, S. 95-131.

Schoska / Schwanke (2009): Kompetenzerfassung in der Pflegeausbildung am Beispiel des Berliner Modells - Generalistische Pflegeausbildung an der Wannsee-Schule. In: Walkenhorst, Ursula (Hrsg.): Kompetenzentwicklung im Gesundheits- und Sozialbereich, S. 109-118.


Folgende Beiträge finden sich im Nachrichtendienst des Deutschen Vereins für Öffentliche und Private Fürsorge:

Funk, Eberhard (2014): Der (lange) Weg zu einer generalistischen Pflegeausbildung. Von den Empfehlungen des Deutschen Vereins für eine integrierte Pflegeausbildung zu einem Pflegeberufegesetz, S. 299-302.

Funk, Eberhard (2015): Neues vom bevorstehenden Pflegeberufsgesetz, S. 501-502.


Diese Beiträge finden sich in der Zeitschrift Dr. med. Mabuse:

Dielmann (2010): Achtung Baustelle. Ausbildungsreformen in den Gesundheitsberufen, S. 24-27.

Hörmann (2010): Lernen im Betrieb. Die gemeinsame Pflegeausbildung braucht den Lernort Praxis, S. 35-37.

Meifort (2001): Eliten brauchen Heloten. Heiteres Berufebasteln in der Krankenpflege, S. 40-44.

Oppel / Zinik / Konrad / Jogerst-Ratzka (2016): Wohin soll es gehen? Pflege - Ausbildung - Generalistik, S. 14-15.


Diese Beiträge sind in der Fachzeitschrift Altenpflege veröffentlicht:

Bischoff-Wanner (2002): Zwischen Gewinn und Verlust. Eine gemeinsame Ausbildung für Alten- und Krankenpflege muss für die Altenpflege nicht von Nachteil sein, S. 26-28.

Hoppe (2009): Aller guten Dinge sind drei. Titelthema Ausbildung, S. 24-26.

Swoboda (2015): Aus drei mach eins. Generalistik, S. 19-28.

Westerfellhaus / Gaier (2015): "Eine Aufwertung aller Pflegeberufe". Generalistik; Interview, S. 38-39.


Artikel in der Zeitschrift Pflegewissenschaft, welche bis 2007 unter dem Namen PrInterNet erschien:

Adolphi / Bonse-Rohmann / Rommel (2011): Didaktische und curriculare Konsequenzen der Evaluation des Modellversuchs "PFLEGE - LEBEN: Eine generalistische Pflegeausbildung" für die Schulentwicklung der Freien Krankenpflegeschule an der Filterklinik, S. 162-175.

Holoch (2007): Integrative Pflegeausbildung. Das Stuttgarter Modell, S. 379-386.

Kutschke (2010): Aktuelle Erkenntnisse zur Schulentwicklung von Pflegebildungseinrichtungen, S. 197-211.

Oelke (2007): Gemeinsamkeiten in den pflege- und gesundheitsberuflichen Ausbildungen. Ein Vergleich der Ausbildungsrichtlinien für Kranken- und Kinderkrankenpflege-, Hebammen-, Logopädie- und Physiotherapieschulen in Nordrhein-Westfalen, S. 152-166.

Reibnitz (2006): Integrierte Versorgungsformen stellen neue Anforderungen an die Pflegeausbildung, S. 151-156.

Schmitt / Bomball (2006): Kompetenzerfassung im Rahmen der Evaluation des Berliner Modellversuches "Generalistische Pflegeausbildung", S. 691-696.

Schmitt / Stöver / Görres (2010): Kompetenzmessung zur Sicherung zukunftsfähiger Ausbildungsstrukturen im Rahmen der Integrativen Pflegeausbildung. Das Stuttgarter Modell. Externe Evaluationsergebnisse des zweiten Modellkurses, S. 69-74.

Stöver / Schmitt / Görres (2008): Relevanz und Tragweite der Integrativen Pflegeausbildung: das Stuttgarter Modell. Ergebnisse der externen Evaluation, S. 325-331.

Twenhöfel (2014): Die Vernachlässigung der Langzeitpflege in Vorschlägen zur generalistischen Ausbildungsreform als normatives Defizit. Gesichtspunkte für eine Öffnung der Diskussion vor ihrer Schließung, S. 178-193.

Windfelder / Wittneben (2007): Schulinterne Curriculumentwicklung nach dem Lernfeldkonzept. Implementationsschritte und Evalutationsergebnisse (Teil 2), S. 387-397.


Im Themenheft "Schwerpunkt generalistische Pflegeausbildung" der Zeitschrift Padua (2014):

Ammende: Die Generalistische Pflegeausbildung. Ein notwendiger Schritt zur internationalen Anschlussfähigkeit, S. 27-31.

Quernheim: Praxisanleitung. Zur Situation der praktischen Pflegeausbildung, S. 33-35.

Roes: Auf dem Weg der Generalistischen Pflegeausbildung. Generalistische Pflegeausbildung - Pro und Contra, S. 4-18.

Sahmel: Kritische Debatte zur Generalistischen Pflegeausbildung. Einspruch gegen den Versuch, eine grundlegende und kritische Debatte über die "Generalistische Pflegeausbildung" zu unterbinden, S. 19-26.


Diese Artikel können Sie in der Pflegezeitschrift lesen:

Heyelmann (2016): Pflegeberufereformgesetz - Wer arbeitet zukünftig in der Altenpflege? Was sie werden, oder wo ich sie sehe? S. 207-212.

Sahmel (2015): Getrennte Wege nach einer gemeinsamen Grundausbildung. Die generalistische Pflegeausbildung ist nach wie vor heftig umstritten. Der Hochschullehrer Prof. Karl-Heinz Sahmel plädiert für einen Kompromiss, S. 646-651.


Weitere Artikel aus Fachzeitschriften:

Dangel / Korporal (2016): Die novellierte berufsgesetzliche Regelung der Pflege. Struktur und mögliche Wirkungen. In: Gesundheits- und Sozialpolitik, S. 8-18.

Dibelius (1996): Kooperationsfähigkeit - erlernbar und vermittelbar? Ein integratives Ausbildungskonzept für die Altenpflege. In: Pflegepädagogik, S. 16-18.

Grieshaber (1996): Pflege braucht vor allem Innovation. Generalistischer Studiengang an der Evangelischen Fachhochschule Bochum. In: Forum Sozialstation, S. 14-17.

Hofschulz / Lenninger / Sieger /Baumgärtner (2000): Weg von der Medizin, aber wohin? Expertengespräch. In: Diakonie, S. 28-32.

Richter (2001): Schlüsselfrage Ausbildung. Pflege. In: Gesundheit und Gesellschaft, S. 28-30-33.

Vogler (2013): Gelebter Alltag. Der erfolgreiche Weg zur Generalistik. In: Heilberufe. 65, 6, S. 42-44.

Von Germeten-Ortmann (2015): Die Pflege von Menschen in allen Lebensphasen ist das Ziel. In: Neue Caritas, S. 20-23.

Zopfy (2000): Warum brauchen wir die generalistische Ausbildung für die Pflege? In: Pflege aktuell, S. 276-278.

Schließen


In dem im April gestarteten Projekt werden soziale Ungleichheiten bezüglich des Renteneintrittsalters untersucht. Es sollen Vorschläge erarbeitet werden, um diese sozialen Ungleichheiten zu vermindern.

Weiterlesen

Die Aufmerksamkeit richtet sich nicht nur auf die Angestellten und Betriebe sondern auch auf den rechtlichen und politischen Rahmen. Das Projekt des Instituts Arbeit und Technik läuft bis zum 30.09.2018. Weitere Informationen können Sie auf der Projektseite erhalten.

Schließen


In der Untersuchung wurden Lebensverläufe und Altersvorsorgebiographien rekonstruiert und analysiert. Durch Typenbildungen soll aufgezeigt werden, wie und wo die Wege in die Altersarmut verlaufen - und durch welche politischen Maßnahmen Altersarmut in Zukunft verhindert werden kann. Die Ergebnisse und sozialpolitischen Vorschläge sind unter dem Titel "Lebenswege in die Altersarmut. Biografische Analysen und sozialpolitische Perspektiven" erschienen.

Weiterlesen

Die AutorInnen Antonio Brettschneider und Ute Klammer beschreiben die Studie auf über 400 Seiten in acht Kapiteln:

1 Grundsicherung und Grundsicherungsbedürftigkeit im Alter
2 Biografische Determinanten der Grundsicherungsbedürftigkeit im Alter: Ausgewählte Ergebnisse der Forschung
3 Daten und Methoden
4 Empirische Ergebnisse (I): Risiken und Risikodimensionen
5 Empirische Ergebnisse (II): Zentrale Risikogruppen
6 Grundsicherungsbedürftigkeit im Alter: Gegenwart und Zukunft
7 »Altersarmut« als Gegenstand der aktuellen Alterssicherungspolitik
8 Konsequenzen und Handlungsempfehlungen

Zentrale Ergebnisse und einen Überblick über die Studie haben die AutorInnen in einer Präsentation zusammengefasst.

Schließen


Mitarbeitende in Betrieben lernen voneinander indem sie ihr Wissen austauschen. Menschen mit unterschiedlichen Lebens- und Arbeitserfahrungen, also vor allem ältere KollegInnen, können dazu viel beisteuern. Davon profitiert nicht nur der Betrieb, sondern auch die einzelne MitarbeiterIn. Der Betrieb kann dies durch betriebsinterne Weiterbildungen organisieren und so den gegenseitigen Gewinn sichern. Mit welchen Mitteln dies gelingen kann, stellt diese Ausarbeitung in drei Kapiteln vor. Dabei wird sich auf soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen konzentriert, viele Weiterbildungsformen und Erkenntnisse sind jedoch auf andere Betriebe übertragbar. Im ersten Kapitel werden die begrifflichen Grundlagen, von der Dienstleistungsorganisation bis zum Wissensmanagement, geklärt.

Weiterlesen

In den nächsten Wochen werden die beiden fortführenden Kapitel veröffentlicht. Als Literaturhinweis nutzen Sie bitte für diesen Artikel: Kiani, Iman / Kiani, Henning (2016): Wie Mitarbeitende in sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen voneinander lernen, Kapitel 1.


Professionalisierung in der sozialen Arbeit ist auch abhängig von vorhandenem Wissen und ständiger Erweiterung des eigenen Wissens. Arbeitet die professionelle Person in einem Betrieb, wird sie ihr Wissen nicht ausschließlich, aber vermutlich vornehmlich im Rahmen der Arbeit aktualisieren oder erweitern. Dabei kann sie vom vorhandenen Wissen in dem Betrieb profitieren: "Die Entwicklung der Arbeitenden ist nicht unabhängig zu sehen vom Entwicklungsstand und der Entwicklungsdynamik des Arbeitssystems, in dem sie arbeiten; Arbeitende und Arbeitssystem sind hinsichtlich ihrer Entwicklung strukturell verkoppelt."1 Hier spricht die Literatur von organisationalem Wissen. "Die leichteste, aber am häufigsten unterschätzte Art und Weise, neues organisationales Wissen zu generieren, ist die bessere Nutzung vorhandener interner Wissenspotentiale."2 Ein Instrument, dies zu erreichen, ist das voneinander Lernen der KollegInnen in der betriebsinternen Weiterbildung. Dieses Instrument konnten die AutorInnen bereits häufig in ihrem Berufsleben erleben. Auffällig scheint, dass die Umsetzung in vielen Varianten stattfinden kann, genauso wie die Lernerfolge und -erfahrungen von Weiterbildung zu Weiterbildung stark variieren können. Die Ursache kann in den Fähigkeiten und Tagesverfassungen der DozentInnen oder TeilnehmerInnen, diverser Rahmenbedingungen oder der gewählten Form der internen Weiterbildung liegen. In der vorliegenden Arbeit wird sich aus Gründen der Übersichtlichkeit auf die gewählte Form der Weiterbildung konzentriert, die VerfasserInnen erlauben sich aber Seitenblicke an Stellen, wo dies thematisch und zum besseren Verständnis nötig scheint. Um zu erfassen, in welchen Formen das voneinander Lernen möglichst zielgerichtet geschehen kann, benötigt es einen genaueren Blick auf die besondere Situation von sozialen Organisationen und ihren Angestellten. Denn die Entwicklung von Menschen in einem Betrieb erfolgt nicht isoliert, "[...]sie ist strukturell verkoppelt mit der Entwicklung der kooperierenden Arbeitskollegen und -kolleginnen."3

Ausgehend von der Fragestellung, welche gegenseitigen Lernmöglichkeiten die betriebsinterne Weiterbildung einer sozialen Organisation den Mitarbeitenden bietet, soll also ein Beitrag dazu geleistet werden, die Professionalisierung in der sozialen Arbeit voranzubringen. Im ersten Kapitel wird sich der Thematik schrittweise angenähert: Der Blick fällt zunächst auf Organisation und Management, um dann auf die allgemeine Bedeutung von Weiterbildung, über die beteiligten Mitarbeitenden bis hin zum Lernprozess zu schauen. Im zweiten Kapitel wird ein strukturierter, bereits selektierter Überblick über Weiterbildungsformen geboten und auf die Möglichkeit des voneinander Lernens gefiltert. Im dritten Kapitel wird diese Auswahl und ihre Lernchancen detaillierter beschrieben.


Kapitel 1: Relevante Begriffe zur Beantwortung der Fragestellung

Im Folgenden werden einige für diese Ausarbeitung wichtige Begriffe umschrieben. Zur Klärung der Grundlagen geschieht dies in den einzelnen Abschnitten zunächst aus allgemeiner gesamtwirtschaftlicher Perspektive. Da Betriebe, die soziale personenbezogene Dienstleistungen anbieten, oftmals andere Schwerpunkte setzen, wird diese besondere Situation in den einzelnen Abschnitten ebenfalls beleuchtet. Der Thematik der vorliegenden Arbeit wird sich dabei im Laufe des Kapitels immer weiter angenähert. Im letzten Abschnitt dieses Kapitels wird der Prozess des voneinander Lernens mit Hilfe zweier verknüpfbarer Begriffe genauer behandelt.


Kapitel 1.1: Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisation

"Der dominante Aufgabenbezug von sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen ist das Individuum in unterschiedlichen Situationen und Problemlagen."4 Die Kernaktivitäten sind auf Personen ausgerichtet, diese können als "[...] Patienten (Krankenhäuser, Pflegeheime, Psychiatrische Kliniken), Klienten (Sozialarbeit), Studenten (Universitäten), Schüler (Schulen) etc."5 bezeichnet werden. Die Aufgabe dieser Organisationen kann als Veränderung der Person oder ihrem Verhalten verstanden werden. Ziele und Zwecke sind häufig mehrdeutig und umkämpft,6 sie "[...] agieren in vielschichtigen und komplexen Umwelten, in denen verschiedene Anspruchsgruppen ihre Interessen und Wertansprüche an die Organisationen richten."7

Eine soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisation ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Nonprofit Organisation. Ziel ist nicht wie bei gewinnorientierten Unternehmen der Profit sondern ein gesetztes Ziel,8 im Fall der sozialen Organisation aus dem sozialen Bereich. "Im Sozialbereich bieten soziale Organisationen Leistungen in der Jugend-, Familien-, Sozial-, Alten-, Behinderten- und Gesundheitshilfe an."9 Da die Finanzierung oft über öffentliche Gelder erfolgt, können sozialpolitische und ökonomische Rahmenbedingungen große Einflüsse auf diese Organisationen haben.10 Nonprofit-Unternehmen sind nicht unbedingt humanere Arbeitgeber, auch wenn sie wenig kompetente MitarbeiterInnen auf allen Ebenen in der Regel nicht entlassen, was in profitorientierten Betrieben bei mangelnder Kompetenz und Leistungsfähigkeit der Fall ist.11


Kapitel 1.2: Personalmanagement

"Das Management von Personal ist die systematische Analyse, Bewertung und Gestaltung aller Personalaspekte eines Unternehmens wie Personalbestände und -bedarfe, Qualifikationen, Kostenkalkulierungen, rechtlichen Bedingungen des Personaleinsatzes, der Beurteilung und Führung von Mitarbeitern oder anderen gesellschaftlichen Gesichtspunkten."12

Die erfolgskritische Ressource eines Unternehmens ist heute das Personal. In diesem Sinn wird der Unternehmenswert durch die Qualität des beschäftigten Personals beurteilt und die Unternehmensstrategien umsetzbar. Daher kommt dem systematischen Management von Personal eine strategisch wichtige Bedeutung zu und ist für das Unternehmen überlebenswichtig. Diese Bedeutung verstärkt sich bei der Prüfung der Kosten eines Unternehmens, die sich aus dem Personalmanagement ergibt. Man gibt sich Mühe, die Turbulenzkosten, die durch fehlende Struktur und Ordnung entstehen, zu verringern. Neben den Kostenperspektiven spielt auch die gesellschaftliche Verantwortung für das Unternehmens eine besondere Rolle. Die Rahmenbedingungen des Personalmanagements sind heutzutage vielfältig, sie werden durch die MitarbeiterInnen und die Unternehmens- sowie gesellschaftliche Entwicklung beeinflusst.13

Die Mitarbeitenden wirken durch ihre Werte, Einstellungen, Ziele, Qualifikationen und Bildungsprozesse auf den Arbeitsplatz und das Arbeitsumfeld ein, es werden also auch die Bedürfnisse der MitarbeiterInnen betrachtet. Die Unternehmensentwicklung zeigt sich in Organisation, Qualitätspolitik, Zielen und der Kultur des Betriebes. Die gesellschaftliche Entwicklung kann durch neue Technologien, Internationalisierung und Globalisierung auf das Unternehmen Einfluss nehmen. Hier ist zu beachten, dass sich die Unternehmen auf Grund ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verantwortung dauerhaft entwickeln müssen. Diese Entwicklung bezieht sich nicht nur auf ein inneres System, z. B. auf das Personalmanagement eines Betriebes, sondern auch auf externe Systeme, z. B. auf die Zusammenarbeit zwischen Betrieben. Das Personalmanagement soll über die wichtigen Aspekte bezüglich des Umfeldes, also Märkte, Konkurrenzbeziehungen, Tarifpolitik, gesellschaftliche Veränderungen und den Arbeitsmarkt, informiert sein. Hier müssen die Unternehmen höhere Flexibilität zeigen.14 Im Rahmen der Internationalisierung wird für Personalmanagement auch der Begriff Human Ressource Management verwendet.15 Das Personalmanagement wird laut einer Studie unter 80 teilnehmenden Unternehmen16 mehrheitlich als strategischer Prozess wahrgenommen, eine Minderheit von 16 Prozent führt Personalmanagement adhoc oder ohne Strategie aus.17

Ein Vergleich zwischen Personalmanagement in sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen mit nicht sozialen Betrieben zeigt, dass verschiedene Ressourcen zur Verfügung stehen, um die angestrebten Ziele zu realisieren. Die ausführende Arbeit von Sozialorganisationen findet in dem Kontakt mit den KlientInnen statt, bei dem die Beziehung zwischen KlientInnen und MitarbeiterInnen bedeutsam ist. Diese Beziehung ist jedoch nicht immer klar zwischen zwei Polen, den Hilfsangeboten für die Bedürfnisse der KlientInnen und der Kontrolle für ein gesellschaftskonformes Verhalten, einzuordnen. Insofern ist Personalmanagement im sozialen Bereich auf die Mitteilung und Informationen der MitarbeiterInnen angewiesen.18 Dabei sollte berücksichtigt werden, dass sich die Sozialarbeit im Sinne einer neuen Fachlichkeit und im Bezug auf die Interessen der KlientInnen professionalisiert.19 Der Professionalisierung kann die Arbeit von ehrenamtlich Tätigen entgegenstehen, die in sozialen Organisationen anzutreffen sind. Die Aufgabe des Personalmanagements ist dann weniger die Motivationsarbeit, da diese aufgrund der freiwilligen Arbeit erwartet wird. Das Management kann jedoch auch weniger Einfluss auf den Verbleib der Ehrenamtlichen nehmen, da die Motivation über das Entgelt entfällt. Herausfordernd ist jedoch das Nebeneinander der ehrenamtlich und der entgeltlich Tätigen.20

Durch den Bildungsprozess findet zwischen Personalmanagement und Weiterbildung tatsächlich eine Verknüpfung statt. Das Personalmanagement achtet darauf, dass die MitarbeiterInnen für ihre Aufgaben qualifiziert sind. Für eine erfolgreiche Durchführung des Prozesses benötigen die Unternehmen eine Strategie, die bei der Personalentwicklung beschrieben wird.21


Kapitel 1.3 Personalentwicklung

Die Personalentwicklung entstand erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ca. 1970 wurde sie in den USA als "Human Ressource Development"22 eingeführt.23 In der Literatur wird von der wachsenden Bedeutung der Personalentwicklung gesprochen, die als strategischer Erfolgsfaktor bezeichnet wird. Personalentwicklung hat eine wichtige Schlüsselfunktion in der Beschäftigungsfähigkeit und dem lebenslangen Lernen. Sie ist schwierig zu definieren und ist in Literatur und Praxis eng mit der Bildung verbunden.24 Personalentwicklung ist eine Disziplin, die alle Maßnahmen der systematischen Förderung der beruflichen Handlungskompetenz von Unternehmensangehörigen beschreibt. Sie schließt die Interessen des Unternehmens an der Weiterbildung mit ein und beschäftigt sich daher mit den Schritten der Planung, Organisation, Dokumentation und Evaluation.25

Die Aufgaben der Personalentwicklung finden sich in verschiedenen Funktionsbereichen. Die berufliche Erstausbildung ist noch mehrheitlich durch die Vermittlung von fachlichen Qualifikationen gekennzeichnet. Die hohe Dynamik der globalisierten Gesellschaft und der Unternehmen ist ein Grund für das Veralten des fachlichen Wissens. Daher müssen die MitarbeiterInnen befähigt werden, sich in der veränderungsreichen Welt der Arbeit zurechtzufinden. Es wird also immer weiterer Bedarf bestehen, neue Maßnahmen der Bildung, Förderung und Organisationsentwicklung zu realisieren.26

Ganz allgemein kann man den Inhalt der Personalentwicklung in drei Ebenen beschreiben. Erstens beschäftigt sich die Organisationsentwicklung mit z. B. Teamentwicklung, Projektarbeit, Gruppenarbeit, Veranstaltungen und Netzwerken. Zweitens Förderung, wie z. B. Auswahl und Einarbeitung, Arbeitsplatzwechsel, Karriereplanung, Mitarbeitergespräche und Beratungen. Drittens wird von Bildung gesprochen, die sich mit Themen wie Berufsausbildung, Weiterbildung, Führungsbildung, Anlernen und Umschulung beschäftigt. Die Bildung ist dabei Personalentwicklung im engsten Sinn, der Begriff kann aber bis zur Organisationsentwicklung erweitert werden.27

Mit anderen Worten kann man sagen, dass die Personalentwicklung eine Summe von Tätigkeiten ist, die für das Personal nach einem einheitlichen Konzept systematisch vollzogen wird. Sie hat vielfältige Gegenstände, wie die Hierarchieebenen einzelner MitarbeiterInnen in einem Betrieb, Veränderung ihrer Qualifikationen und Leistungen durch Bildung, Karriereplanung und Arbeitsstruktur. Sie realisiert sich unter Berücksichtigung des Arbeitskontextes und durch betriebliche sowie persönliche Ziele,28 wobei die Ziele allen Beteiligten klar sein sollten. Mögliche Konflikte sind dabei nicht ausgeschlossen.29 Sie wirkt auf das Qualifikationspotenzial ein, um das potentielle Arbeitsvermögen einer jeden Mitarbeitenden zu verstehen. Personalentwicklung ist immer auf Verhaltensentwicklung abgezielt, weil individuelle Qualifikationen gleichzeitig die Bestimmung des menschlichen Leistungsverhalten ist.30

Die dringlichste Aufgabe der Personalentwicklung ist es, die bestehenden Fähigkeiten und Neigungen der Mitarbeiter zu erkennen, zu entwickeln und sie mit den jeweiligen Bedürfnissen der Arbeitsplätze in Übereinstimmung zu bringen. In diesem Sinn versucht die Personalentwicklung, eine systematische Förderung und Weiterbildung der Mitarbeiter zu realisieren. Daher hat die Personalentwicklung eine gute Möglichkeit, die Übereinstimmung zwischen den gegebenen Anlagen und Fähigkeiten der Mitarbeitenden und den Anforderungen der Arbeitsplätze zu erkennen oder herzustellen. Es ist weiterhin für die Personalentwicklung wichtig, die individuellen Erwartungen der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Außerdem hat sie die notwendigen Förder- und Bildungsangebote anzubieten und in Abstimmung mit den Betroffenen festzulegen. Diese Aufgaben zeigen, dass, obwohl sich der Bereich der Personalentwicklung mit vielen verschiedene Bereichen befasst, Bildung und Förderung eine wichtige Rolle als Hauptinhalt spielt.31

In sozialen Dienstleistungsorganisationen sind viele Elemente lose gekoppelt. Ein Element in dem hier verwendeten Sinn ist eine Einheit in einem Unternehmen, die mit einer anderen auf irgendeine Art verbunden ist, also z. B. die in der Organisation verknüpfte Personalentwicklung. Eine lose Kopplung zwischen den Elementen bedeutet, dass die gegenseitigen Auswirkungen "[...] wenig intensiv sind (statt bedeutsam), plötzlich (statt kontinuierlich) und unregelmäßig (statt konstant) eintreten, auf Umwegen und über Zwischenschritte (statt direkt) erfolgen und zeitverzögert (statt unmittelbar) einsetzen."32 Hierarchische Systeme verhindern dabei eine zu enge Verknüpfung, Ereignisse auf einer Ebene haben durch die Hierarchien keine unmittelbare Wirkung auf andere Ebenen, das gesamte System bleibt wenig störanfällig.33 Methoden, die Elemente enger über Organigramme, "[...] Auflaufpläne, Arbeitsplatzbeschreibungen, Mitarbeitergespräche, Qualitätshandbücher [...]"34 und Zielvereinbarungen verknüpfen, widersprechen der Realität personenbezogener sozialer Dienstleistungsorganisationen und können diese in der Effizienz beeinträchtigen.35

Personalentwicklung im sozialen Bereich sollte vor allem in den Einarbeitungstagen die demographische Entwicklung und damit die sich veränderten Werthaltungen der Nachwuchskräfte beachten. Die Förderung der MitarbeiterInnen realisiert sich durch ihre Befähigung und Vorbereitung auf die Übernahme neuer oder anspruchsvollerer Organisationsrollen. Es kann aber passieren, dass sich die MitarbeiterInnen auf Grund unpassender neuer Aufgaben überfordert fühlen, so dass sich eine interne Beförderung als demotivierend darstellt und eine schlechtere Arbeitsleistung zur Folge hat.36 In sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen kann die Personalentwicklung den "[...] Konflikt zwischen Sozialarbeitern und Verwaltungskräften sowie Juristen und Betriebswirten in der Organisation so weit verringern, dass die Arbeitsfähigkeit nicht in Gefahr gerät."37 Die in der Wirtschaft entwickelten Konzepte können sich auch in der sozialen Arbeit bewähren.38

Personalentwicklung lässt sich auf verschiedene Arten differenzieren. Man könnte sie nach stellenvorbereitender, stellenbegleitender und stellenverändernden Gesichtspunkten unterscheiden, also der Zielrichtung.39 Damit lässt sich der Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit nur ungenau abgrenzen, da alle drei Gesichtspunkte nicht nur den Weiterbildungsbereich berühren können. Klarer wird die Betrachtung aus Sicht der Aufgaben der Personalentwicklung, die in Bildung, Arbeitsstrukturierung und Vernetzung bzw. Karriereplanung unterteilt werden können.40 Für die vorliegende Arbeit ist der Aufgabenbereich der Bildung einschlägig, welcher wiederum in "personenbezogene Bildung; Eltern- und Familienbildung; freizeitorientierte und kreativitätsfördernde Bildung; politische Bildung; wissenschaftliche Bildung; nichtberufliche Bildung, abschlussbezogene Bildung [und] berufliche Bildung"41 unterteilbar ist. Der Aufgabenbereich der Bildung wird im folgenden Kapitel als Weiterbildung beleuchtet, anschließend folgt eine nähere Betrachtung der beruflichen Bildung, welche auch als betriebliche Weiterbildung bezeichnet wird.


Kapitel 1.4 Weiterbildung

Die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verändern sich schnell, der strukturelle Wandel sorgt für einen ständigen Anstieg des Ausbildungsniveaus der Arbeitskräfte. In den meisten Betrieben nimmt das Qualifikationsniveau der Beschäftigten eine größere Bedeutung ein.42 "Hinsichtlich der Relevanz der Weiterbildung für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und ganzen Volkswirtschaften herrscht eine weitgehende Einmütigkeit, welche die Weiterbildung als entscheidenden Faktor der Standortsicherung anerkennt."43 Der Arbeitsprozess verbindet schließlich Wissenschaft und Produktion, das in der Weiterbildung vermittelte Wissen wird für die täglichen Arbeitsvorgänge genutzt. Durch den steigenden Bedarf der Wirtschaft an höher qualifizierten Arbeitskräften wird Weiterbildung für diejenigen, die im Arbeitsprozess stehen, immer wichtiger.44

In Literatur und Praxis wird Weiterbildung nicht einheitlich definiert. In mancher Literatur unterscheidet man zwischen Weiterbildung und Fortbildung. "Fortbildung wird als Vertiefung und Modernisierung von Wissen und Können nach abgeschlossener Berufsausbildung verstanden, die auf der gleichen beruflichen Ebene einzuordnen ist."45 Weiterbildung zielt auf "[…] Anpassung, Veränderung und Neuorientierung."46 Neben dieser differenzierenden Definition gibt es auch Definitionen, welche diese Formen zusammenführen. So kann Fort- und Weiterbildung als Fortsetzung oder Wiederaufnahme intentionaler organisierter Bildung verstanden werden, welche nach dem Ende, nicht zwingend dem qualifizierenden Abschluss, einer ersten Bildungsphase stattfindet. Mit dem Bezug auf die Intention, es ist also kein spontanes Lernen miteinbezogen, und dem Aspekt der Organisation, welche einige arbeitsplatznahe Weiterbildungsformen ausgrenzt, erntet diese Definition Kritik.47 Denn Weiterbildung kann z. B. auch arbeitsintegriert stattfinden, manche Formen der Weiterbildung nutzen Arbeitsnähe gezielt. Während der Arbeit werden vor allem soziale Fähigkeiten trainiert48, welche für Tätigkeiten vor allem in sozialen Dienstleistungsorganisationen entscheidend sein können. Die gezeigten Argumente machen deutlich, dass manche Abgrenzungen zwischen Fort-, Weiter- und Berufsausbildung jeweils Weiterbildungsformen ausgrenzen können. Um eine Definition zu finden, die möglichst ohne Ausgrenzung funktioniert, lohnt es sich, das Berufsbildungsgesetz (BBiG) anzuschauen: "[...] die Berufsausbildungsvorbereitung, die Berufsausbildung, die berufliche Fortbildung und die berufliche Umschulung"49 formt die Berufsbildung, man spricht auch von berufsvorbereitender, berufsbegleitender und berufsverändernder Personalentwicklung.50 Weiterbildung im Sinne der vorliegenden Arbeit wird als berufliche Fortbildung bezeichnet, welche es ermöglichen soll, "[...] berufliche Handlungsfähigkeit zu erhalten und anzupassen oder zu erweitern und beruflich aufzusteigen."51 Damit geschieht eine Abgrenzung zur beruflichen Ausbildung, die nicht ausschließlich in Betrieben geschieht. Die Begriffe Fort- und Weiterbildung werden jedoch, nach dem Vorbild einiger aktueller Werke52, nicht getrennt, um keine Weiterbildungsformen auszuschließen.

Damit organisierte Weiterbildung stattfindet und erfolgreich durchgeführt wird, sollten diese Schwerpunkte beachtet werden: Ziele definieren, strategisch planen, zentral steuern, Lernsysteme einführen und Wissen archivieren. Weiterbildung ist erfolgreich, wenn die Bedürfnisse, Ideen und Wünsche der MitarbeiterInnen erfragt werden, um individuelle Entwicklungsziele festzulegen. Als Folge der Individualisierung sind die MitarbeiterInnen positiv motiviert und nehmen aktiv teil. Um dies zu erreichen, sind die Ausgangspunkte bzw. die wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens und die vorhandenen Qualifikationen zu klären. Auf der Geschäftsführungsebene wird der übergeordnete Weiterbildungsbedarf definiert, der dann auf der Abteilungsebene konkretisiert und umgesetzt werden muss.53

Die Ermittlung des Weiterbildungsbedarfes spielt eine wichtige Rolle, weil die anspruchsvollen Personalentwicklungsmaßnahmen den größtmöglichen Nutzen bringen sollen. Daher ist es notwendig, dass sich die Maßnahme am tatsächlichen Entwicklungsbedarf orientiert.54 Es wird zwischen klassischer und strategischer Bedarfsermittlung unterschieden. Die klassische Bedarfsermittlung wird vor allem bei großen Unternehmen mit einem hohen Weiterbildungsbudget praktiziert. Sie betrachtet die Anforderungen, die die MitarbeiterInnen erfüllen müssen, um die Tätigkeit erfolgreich ausführen zu können. Es wird sich am einzelnen Arbeitsplatz orientiert, die Kompetenzen des Inhabers werden ständig mit den Anforderungen des Arbeitsplatzes verglichen. Durch dieses Vergleichssystem wird festgestellt, welche Fähigkeiten fehlen oder ersetzt werden müssen.55 Die Anforderungen des Arbeitsplatzes können durch verschiedene Verfahren von Arbeitsplatzanalysen und -prognosen ermittelt werden.56 Die strategische Bedarfsermittlung wird auch für kleinere und mittlere Unternehmen empfohlen und orientiert sich an den strategischen Zielen des Betriebes. Die Bedarfsanalyse erfolgt in drei Schritten. Erstens werden in der Organisationsanalyse die mittel- und möglicherweise langfristigen Ziele des Unternehmens aufgestellt. Die Aufgabenanalyse formt den zweiten Schritt: Sie beantwortet die Frage, welche Anforderungen erfüllt werden müssen, um die Ziele zu erreichen.57 Drittens die Personalanalyse: Sie zeigt auf, welche Fähigkeiten der MitarbeiterInnen den formulierten Anforderungen gerecht werden. Es erfolgt eine Einschätzung, inwiefern MitarbeiterInnen nötige Fähigkeiten erlernen können.58

In der strategischen Planung wird also darauf geachtet, ob das vermittelte Wissen für die MitarbeiterInnen bzw. ihre Arbeitsstelle relevant ist oder nicht. Damit Weiterbildungsmaßnahmen einen höheren Effekt haben können, müssen sie von zentraler Stelle aus koordiniert werden. In einer wachsenden Zahl von Unternehmen übernehmen PersonalentwicklerInnen diese Aufgabe. Sie stimmen den Weiterbildungsbedarf mit dem Management ab, definieren in regelmäßigen Abständen die Entwicklungsziele und unterstützen die Mitarbeitenden in ihrer individuellen Entwicklung. Der Überblick in einer solch zentralen Steuerung hilft, eine effiziente Weiterbildung zu strukturieren. Unternehmen können nur Schritt halten, wenn sie Weiterbildung gezielt planen, Prozesse strukturieren und Inhalte zentral verwalten und bereitstellen. Es ist ein Fehler, dass in den meisten Unternehmen vergessen wird, Weiterbildungsunterlagen und Lerninhalte zu archivieren oder anderem Personal zur Verfügung zu stellen. Denn MitarbeiterInnen, die eine Schulung oder ein Training absolviert haben, können ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die KollegInnen weitergeben.59 Dieses Thema wird im Kapitel 2.7.2 der vorliegenden Ausarbeitung vertieft.

Die Probleme, mit denen die soziale Arbeit zu tun hat, verändern sich laufend. Daher spielt, wie in den meisten Berufen, Weiterbildung eine wichtige Rolle. Was einmal im Studium gelernt und möglicherweise bereits den Erfordernissen der Praxis angepasst wurde, reicht nicht für ein Berufsleben.60 Weiterbildung ist für soziale Organisationen besonders wichtig, "[...] whose work enviroments reflect constantly challenging and changing demands."61

Die Weiterbildungsdiskussion im sozialen Bereich schenkt der Professionalität bzw. deren Verbesserung viel Aufmerksamkeit und macht sie so zu einem wichtigen Thema. Das heißt, dass die MitarbeiterInnen auf ihre KlientInnen und deren Bedürfnisse achten sollten.62 Die Grundlage der Professionalität entwickelt sich durch "Wissenskomplexe existentiell relevante Probleme individueller [...]"63 KlientInnen, die bearbeiten werden müssen.64


Kapitel 1.5 Betriebliche Weiterbildung

"Betriebliche Weiterbildung erfolgt in organisierter Form und hat die Aufgabe, die personale Leistungsfähigkeit zu erhalten und weiterzuentwickeln."65 Geplante betriebliche Weiterbildung ist eine Form der zielgerichteten Beeinflussung menschlichen Verhaltens durch Erweiterung, Vertiefung oder Vermittlung neuer Qualifikationen. Sie stellt damit grundsätzlich einen Kern der Personalentwicklung dar, welche dem Betrieb die Möglichkeit gibt, strategisch mit dem Thema Mitarbeiterqualifikation umzugehen.66

Betriebliche Weiterbildung grenzt sich in drei Aspekten von nichtbetrieblicher Weiterbildung ab. Erstens sind Unterschiede im Inhalt erkennbar: Betriebliche Weiterbildung deckt den Bedarf an Qualifikationen, welcher von der Wirtschaft nachgefragt wird, der jedoch durch die Aus- und Weiterbildung des öffentlichen Bildungssystems mit ihren staatlichen Abschlüssen nicht beantwortet werden kann. Dies bedeutet eine höhere Individualisierung und die Ausrichtung auf Erweiterung, Vertiefung oder Anpassung von Wissen, es fehlen dabei allgemeinbildende Inhalte.67 Diesem Aspekt liegt der Gedanke des Humankapitals zugrunde, auf den später eingegangen wird. Der zweite Aspekt umfasst die Grenzen und Möglichkeiten im Rahmen der Organisationsentwicklung. Betriebliche Weiterbildung kann, muss aber nicht das geeignete Mittel sein, um Veränderungen in der Organisation zu erreichen. Die Eignung wird dabei hinsichtlich der Variablen Zielsetzung, Struktur, Technologie und Personal betrachtet. Im dritten Aspekt, der Andragonik, rücken Interesse, Motivation und Psyche der Mitarbeitenden in den Mittelpunkt. Dies hat Konfliktpotential mit den vorigen, wirtschaftlichen Aspekten.68

Betriebliche Weiterbildung lässt sich nach Anbietern in interne und externe Weiterbildungsmaßnahmen unterscheiden.


Kapitel 1.5.1 Externe Weiterbildung

Betriebe zeichnen sich oftmals durch die unterschiedlichen Weiterbildungsbedürfnisse ihrer Mitarbeitenden aus. Sie können diese Bedürfnisse zum Teil durch berufsbezogene Weiterbildung bei externen Anbietern, also externer Weiterbildung, befriedigen. Es können Zertifikate erworben werden, die für die Arbeit der Mitarbeitenden im Rahmen der Qualitätssicherung vorgeschrieben sind. Auf diese Zertifikate und die Anerkennung der Weiterbildungsanbieter im Markt legen die Unternehmen großen Wert. Die Schulung bringt große Vorteile für Mitarbeitende, um Qualitätsstandard zu erreichen. Außerdem können sie mit Fachleuten aus anderen Betrieben zusammen kommen und den Austausch pflegen.69 Dieser Erfahrungsaustausch lässt soziale Kompetenzen zum Einsatz kommen. Eine bewusste Wahrnehmung der Weiterbildung kann durch die Einblicke in andere Unternehmensstrukturen und der Unterbrechung des täglichen Arbeitstrotts erreicht werden.70 Vorteilhaft ist nicht nur "[...] der überbetriebliche Erfahrungsaustausch, [sondern auch] das freiere Lernklima und der Wegfall von Störungen während der Veranstaltung."71 Es wird empfohlen, den MitarbeiterInnen der Sozialbranche neben interner Weiterbildung mindestens jedes zweite Jahr die Möglichkeit zur Teilnahme an einer externe Weiterbildung geben. Um die Professionalisierung zu erreichen, liegen Kostenübernahme und Freistellung im Interesse des Arbeitgebers.72

"Die externe Weiterbildung umfasst den Besuch von Kursen, Seminaren, Kongressen und Tagungen, die von verschiedenen Veranstaltern im In- und Ausland organisiert und durchgeführt werden [...]."73 Unter externer Weiterbildung können aber auch weitere Weiterbildungsformen zusammengefasst werden, wie z. B. "[...] Lesen von Fachartikeln, Betriebsbesichtigungen bei Kunden oder Lieferanten, Besuch von Ausstellungen und Fachmessen, Schulung durch Lieferanten, Dokumentationszentren, Erfahrungsaustauschgruppen [und] E-Learning."74 Diese exemplarische Auswahl lässt das unterschiedliche Verständnis des Begriffes erahnen.

Die vorliegende Arbeit grenzt den Begriff der externen Weiterbildung von der internen unter folgendem Gesichtspunkt ab: Als extern werden Veranstaltungen verstanden, die von den Veranstaltern auf dem freien Markt erfolgen. Auf die Zielsetzung der Maßnahmen haben die TeilnehmerInnen keinen direkten Einfluss. Über alle Fragen bezüglich der Planung, Koordination und Durchführung der Veranstaltungen entscheiden die externen Bildungsträger. Entsendende Unternehmen können höchstens die Behandlungen bestimmter Problemstellungen anstoßen.75


Kapitel 1.5.2: Interne Weiterbildung

"Interne Weiterbildung findet unternehmensintern (Inhouse-Schulungen) statt und kann entweder von eigenem Fachpersonal oder von externen Dozenten durchgeführt werden."76 Sie umfassen damit alle Veranstaltungen, bei denen die Verantwortung für die Zielsetzung, Planung und Durchführung vom Betrieb selbst übernommen wird. Die Räumlichkeiten können auch außerhalb des Betriebes liegen.77 Die weiterzubildenden KollegInnen sind im selben Betrieb tätig. Intern bedeutet demnach, dass das Weiterbildungsprogramm, der angestrebte Lernerfolg und die Effektivität an den speziellen Bedarf der Zielgruppe angepasst sind, die neuen Informationen bleiben also im Betrieb.78

Die Teilnehmenden erhalten den gleichen Wissensstand, da der Betrieb in der Regel eine Anzahl der Teilnehmenden weiterbildet, die denselben Fortbildungsbedarf haben. Außerdem wird der Termin der Weiterbildung vom Betrieb selbst bestimmt. So muss sich niemand nach den vorgegebenen Schulungsterminen externer Anbieter richten.79 "Bei einer internen Evaluierung erfolgt die Bewertung der Maßnahme von derselben Organisation, die auch die Bildungsmaßnahme durchgeführt hat. Dies kann das Unternehmen selbst oder ein externer Veranstalter sein."80

Der Nachteil dieser Weiterbildungsform ist, dass es keinen Wissens- und Erfahrungsaustausch mit anderen Firmen gibt, so dass die berühmte Betriebsblindheit trotz Weiterbildung auftreten kann.81

"Spezifische Vorteile [bei der internen Weiterbildung] sind die einfachere Berücksichtigung firmenspezifischer Bedürfnisse bis hin zur inhaltlich-didaktischen 'Maßschneiderung', bei entsprechender Teilnehmerzahl niedrigere Kosten, die Förderung der innerbetrieblichen Kommunikation sowie die Möglichkeit der Bearbeitung sensitiver betrieblicher Themen."82

In der vorliegenden Arbeit wird von interner Weiterbildung gesprochen, wenn das Unternehmen, dem die Teilnehmenden der Weiterbildungsmaßnahme angehören, "[...] die Gesamtverantwortung für die Veranstaltung trägt."83 Auf verschiedene Formen der internen Weiterbildung wird im dritten Kapitel eingegangen.


Kapitel 1.6: MitarbeiterInnen

Jede Organisation als soziales Gebilde ist Teil einer Kultur und entwickelt seine eigene Kultur. Teil dieser Kultur, die die Erwartungen, Überzeugungen und Werte beeinflussen, ist die Kommunikation. Eine erfolgreiche Kommunikation, die die Motivation der Mitarbeitenden bewegt, ist das klare Ziel jedes Personalentwicklungsprozesses.84

"Das erfordert darüber hinaus auch die Bereitstellung von und den Zugang zu Informationen. Die Mitarbeiter müssen folglich in der Lage sein, Informationen aufzunehmen, zu sichten, auszuwerten und solche herausfiltern zu können, die sowohl die Gesamtsituation zu erfassen helfen, als auch Entscheidungen zwecks Kooperationen oder Koordinationen treffen zu können. Es [...] sind [...] Kompetenzen wie Offenheit, Flexibilität, Leistungsbereitschaft und -fähigkeit, Disziplin, Optimismus, Kreativität, Verantwortungsübernahmefähigkeit und Konfliktfähigkeit erforderlich [...]."85

Diese Schwerpunkte werden zwar auch zu den Managementfähigkeiten gezählt, aber es sollten alle MitarbeiterInnen versuchen, diese Schwerpunkte zu beherrschen.86

SozialarbeiterInnen wählen ihren Beruf, "[...] um 'mit Menschen zu arbeiten', 'zu helfen', 'zur sozialen Veränderung beizutragen' oder 'um sich selbst zu bestätigen'."87 Diese Motivation und besondere Haltung gegenüber den KlientInnen und anderen Professionen behindert die MitarbeiterInnen im sozialen Bereich auf ihrem Weg zur Professionalisierung. MitarbeiterInnen in der Sozialbranche können eine bis ins krankhafte gehende Helfermentalität zeigen, Selbstopfer bringen und dabei ein schlechtes Gewissen besitzen.88 Dies kann auch an einem nicht sichtbaren Konflikt liegen: In den vielfältigen Situationen der sozialen personenbezogener Dienstleistungsorganisationen gibt es Momente, in denen die MitarbeiterInnen mit den individualistischen, hierarchischen oder egalitären Wirklichkeiten nicht mehr zurechtkommen.89

Betrachtet man das Lebensalter, altert die Mitarbeiterschaft durch "Fertillity below replacement, Longer life expectancy [and] Limited immigration", verbunden mit "Later entry into labor force [and] Early retirement"90. Aufgrund des demografischen Wandels in der Mitarbeiterschaft und in der westlichen Gesellschaft stehen sowohl ältere als auch jüngere Beschäftigte im Fokus. Ziel ist weniger Aufstieg in der Betriebshierarchie, sondern bessere Leistungsfähigkeit bei sich verändernden Aufgaben und steigenden Anforderungen.91 Dass ältere Mitarbeitende weniger Lernmotivation und -fähigkeiten besitzen würden ist ein unzutreffendes Vorurteil.92

MitarbeiterInnen unterscheiden sich auch in der Dauer der Berufserfahrung voneinander. Von Berufserfahrung wird gesprochen, wenn durch die Arbeitstätigkeit Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt wurden. Durch die Dauer, die jemand in einer bestimmten Tätigkeit, einer Position oder einem Unternehmen verbracht hat, wirkt die Berufserfahrung auf den beruflichen Erfolg. Die weiteren Faktoren, die Berufserfahrenen dem beruflichen Erfolg näher bringen, sind ein vielfältiges Konstrukt aus Anzahl, Zeit und Art bisheriger Tätigkeiten und dem Spezifitätsniveau, also den unterschiedlichen Organisationen, Jobs und Aufgaben in der beruflichen Laufbahn.93 In der Sozialen Arbeit wird davon gesprochen, dass die MitarbeiterInnen sich bemühen, Bedürfnisse und Interessen der KlientInnen zu eruieren, damit die MitarbeiterInnen ihre Arbeit besser daran orientieren können. Die Berufserfahrung zeigt den MitarbeiterInnen, wie sie am besten nach Wünschen der KlientInnen fragen, aktiv zuhören und ihre Ziele ernst nehmen.94 Berufserfahrung gibt den MitarbeiterInnen auch Selbstmanagement im Alltag, damit sie in jeder Situation ihre Erfahrung bzw. ihr Wissen abrufen können. Das setzt voraus, dass die MitarbeiterInnen für den Umgang mit ihren KlientInnen und anderen MitarbeiterInnen Kenntnisse sammeln. Sie müssen auch wissen und immer wieder lernen, wie sie Erfahrung und Wissen anwenden können. Dazu sollten die MitarbeiterInnen flexibel bleiben, sich auf Relevantes konzentrieren und ihre Erfahrung in wechselnden Umgebungen neu fassen.95

Unabhängig von Lebensalter und Berufserfahrung kann die Verweildauer der Mitarbeitenden im Betrieb unterschiedlich sein. Die Betriebserfahrung hat zwar auf die Arbeit Auswirkungen, die beziehungsorientierte, interaktive Arbeit in sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen lässt sich "[...] aufgrund ihres prozesshaften und damit prinzipiell offenen Charakters [...]" schwierig "[...] durch die Einführung von verbindlichen Handlungsregeln [...]"96 kontrollieren, ist also nicht so sehr durch den Betrieb geprägt.97 Folglich ist die Erfahrung der MitarbeiterInnen mit den AdressatInnen zu untersuchen, welche man auch als Erfahrung im Fachbereich betrachten kann. Wer seinen Arbeitsplatz lange Zeit nicht gewechselt hat, ist durch die Betriebserfahrung nicht automatisch auf neue Herausforderungen vorbereitet. Dies kann z. B. Themen wie Aids oder Schulden durch Kredite berühren.98 Erfahrung im Fachbereich kann betriebsübergreifend sein, sie kann also in mehreren Betrieben angewandt werden. Ist eine Organisation in mehreren Fachbereichen tätig, kann diese Erfahrung nicht ohne Anpassung auf andere Fachbereiche der selben Organisation übertragen werden. Die Kerntätigkeit der MitarbeiterInnen läuft über interaktive Beziehungen mit ihren KlientInnen,99 welche durch Vertrauen aufgebaut wird.


Kapitel 1.7: Voneinander Lernen

"Aus lernpsychologischer Sicht wird Lernen als ein Prozess der Veränderung des Verhaltens, Denkens und Fühlens aufgrund von Erfahrung verstanden."100 Die Persönlichkeiten der Menschen haben einen großen Einfluss auf Art und Umfang des voneinander Lernens. Um besser voneinander zu lernen, sollte Gedankenarbeit vor Gefühlsarbeit stattfinden. Menschen sind die Gesamtheit ihrer emotionalen Erfahrungen und nur mit Anstrengung in der Lage, losgelöst oder gegen ihre emotionalen Stellungnahmen zu denken und zu handeln. Im Leben lernen Menschen, ihren spontanen Tendenzen zu misstrauen und oftmals die Gefühle zu rationalisieren. So droht die Gefahr, dass Beurteilungen nicht so wichtig genommen werden und nicht aus ihnen heraus gehandelt wird. Gedankenarbeit versucht, diesen Einfluss zu beseitigen und Orientierung an dem zu geben, was wirklich ist bzw. was gegenüber der denkenden Person tatsächlich gesagt oder gezeigt werden soll.101

Gedanken- und Gefühlsarbeit ermöglichen dem Menschen einen neuen Entwicklungs- bzw. Lernschritt. Lernen führt zur mittel- und langfristigen Anpassung eines Organismus an seine Umwelt. Man unterscheidet zwischen assoziativem und nicht assoziativem Lernen. Zum nicht assoziativem Lernen gehören Habituation und Sensitivierung, sie sorgen für das Überleben und Zurechtfinden in der natürlichen und sozialen Welt. Assoziatives Lernen dagegen umfasst die klassische Konditionierung oder instrumentelle Konditionierung in ihren verschiedenen Ausprägungen.102 Bezüglich der Lernformen ist sich die Wissenschaft nahezu einig, dass beim Menschen und auch bei manchen Tieren die Imitation als allgemeine Lernform existiert: Lernen durch Zuschauen, Lernen durch Einsicht oder Lernen durch Funktion.103 Dieses Lernen läuft nicht unabhängig voneinander ab, es gelingt am besten im Kontakt zu anderen Menschen. Das macht Lernen zu einem sozialen Prozess, der möglichst in der Gruppe stattfinden sollte. Höhere Lernmotivation bedeutet effizienteres Lernen, die Zusammengehörigkeit schult, in sozialen Tätigkeitsfeldern sicherlich nicht nur außerfachliche, Kompetenzen. Vor allem aber profitieren in der Gruppe lernende Menschen von dem Erfahrungsschatz und dem Wissen der anderen Teilnehmenden.104 Diese Erfahrungen haben dem Menschen beigebracht, dass sie in der Gruppe Zeit sparen und Erfolg haben können. Voneinander zu lernen bedeutet einen besseren Weg und eine bessere Motivation, um neue Erlebnisse zu schaffen. Für MitarbeiterInnen eines Betriebes ist diese Strategie ein sicherer Weg, auf dem sie von ihren KollegInnen Hilfe bekommen und ihnen Hilfe anbieten können.105 Eine längere Betriebsangehörigkeit ermöglicht es den Mitarbeitenden, länger voneinander lernen.

Die dazu nötige Mitarbeiterbindung, auch Retention genannt106, ist ein relativ junges Objekt der Personalmanagementdiskussion. Es handelt sich um den Erhalt der Bleibemotivation der MitarbeiterInnen und eine emotionale Verbundenheit von MitarbeiterInnen mit dem Betrieb. Die an den Betrieb gebundenen Arbeitskräfte leisten bessere Arbeit und fühlen sich mit den KollegInnen verbunden. Durch dieses Gefühl der Zugehörigkeit arbeiten die MitarbeiterInnen sicherer und motivierter.107 Die Verbundenheit bietet den MitarbeiterInnen die Möglichkeit, Fehler zu vermeiden, miteinander zu kommunizieren und voneinander zu lernen. Es ist die Aufgabe des Betriebes im Sinne eines Bindungsmanagements, die Mitarbeiterbindung mit Hilfe verschiedene Maßnahmen positiv zu beeinflussen.108 Dies kann zum Beispiel über individuell ausgerichtete Weiterbildungen passieren.109

Voneinander lernen hat im Arbeitskontext eines Betriebes, der soziale personenbezogene Dienstleistungen anbietet, eine weitere wichtige Bedeutung: Fallen KollegInnen z.B. krankheitsbedingt aus, so muss deren Arbeit meist von anderen Unternehmensangehörigen übernommen werden. Denn die Personen sind oftmals abhängig von den angebotenen Dienstleistungen und können auf diese schwerlich über einen längeren oder kürzeren Zeitraum verzichten. Um diese Arbeit übernehmen zu können, müssen die Unternehmensangehörigen die jeweilige Arbeit kennen und ebenfalls erlernt haben.110 Aus diesen Überlegungen wird deutlich, wie wichtig die Mitarbeitenden gerade für einen sozialen Betrieb sind. Man kann also geneigt sein, sie als wichtigste Ressource solch eines Betriebes zu betrachten.111


Kapitel 1.7.1: Betrachtung der MitarbeiterInnen als Humanressource

Personalmanagement wird als Human Ressource Management bezeichnet, Personalentwicklung als Human Ressource Development, die Mitarbeitenden werden damit zur Human Ressource. Dieser Begriff ist umstritten: Er objektiviert den Menschen, die Unternehmenskommunikation kann durch die negative Besetzung des Wortes leiden. Er beschreibt aber aus betriebswirtschaftlicher Sicht gut den Fakt, dass die Menschen im Betrieb eine wichtige Ressource darstellen, der Betrieb durch die angestellten Menschen also ein Kapital besitzt.112

Die Humanressource kann aus zwei Perspektiven betrachtet werden, dies ist zunächst "Die spezifische Ressource der Qualifikation der Mitarbeiter mit den Merkmalen Einzigartigkeit, geringer Substituierbarkeit und dauerhaftem Zugriff [...]"113. Der Betrieb zieht seinen Erfolg aus den Human Ressources, die Strategien bauen auf den Fähigkeiten der Mitarbeiterschaft auf.114 "Das Know-how des Personal-Managements, diese spezifische Ressource selbst nutzen zu können [...]"115 formt die zweite Perspektive: Die PersonalerInnen übernehmen permanent die Verantwortung, erfolgversprechende Human Ressources zu gewinnen, zu binden und zu motivieren.116

In diese Ressource wird investiert, so blieb trotz schwieriger ökonomischer Lage 2008 die Investition in die Bildung der Mitarbeitenden "[…] strong from both a financial and operational standpoint."117 Die Zahl der Betriebe in Deutschland, die Weiterbildungsmaßnahmen durchführen, ist zwischen 2004 und 2008 gestiegen, die Menge der Mitarbeitenden, in die dadurch investiert wurde, stagnierte jedoch im selben Zeitraum. Es wurde weniger in Mitarbeitende investiert, die in befristetem Arbeitsverhältnis stehen oder vor allem als Leiharbeitende oder geringfügig Beschäftigte angestellt sind.118 Nimmt man die Erwerbstätigen als Basis, war die Beteiligung an betrieblicher Weiterbildung zwischen 2007 und 2010 in Deutschland insgesamt rückläufig.119 Die Mitarbeitenden werden vom Management auch nicht immer als wichtigste Stakeholder gesehen, so zeigt die bereits zitierte Studie, dass im Durchschnitt Aktionäre etwas wichtiger und Kunden als viel wichtigere Stakeholder gesehen werden.120 Diese Werte sind wegen der meist fehlenden Aktionäre und des schwierigen Kundenbegriffes121 nicht ohne Weiteres auf Betriebe des sozialen Bereiches übertragbar.

Die sogenannten Human Ressources erwirtschaften das Humankapital. Es wird "[...] aus betriebswirtschaftlicher Perspektive als der von den Mitarbeitern geleistete Wertbeschaffungsbeitrag des Unternehmens definiert."122 Es wird die Meinung vertreten, dass im Rahmen von Weiterbildungen nicht genügend in dieses Humankapital investiert wird.123 Eine entsprechend höhere Investition kann dem Betrieb einen Human Capital Advantage gegenüber anderen Betrieben bringen.124 Es wird damit nicht allein aus einer humanitären Sichtweise heraus eine erfolgreiche Entwicklung der MitarbeiterInnen in einem Betrieb forciert, das längerfristig gemeinsame Agieren bedeutet auch eine ökonomischere Nutzung des Personals für den Betrieb,125 die bereits angesprochene Mitarbeiterbindung liegt somit auch im wirtschaftlichen Interesse des Unternehmens. Um dies zu unterstreichen, wird Mitarbeiterbindung auch Wissensbindung genannt.126 VerfechterInnen des Humankapitalansatzes vertreten weiter die Meinung, dass Mitarbeitende sich ebenfalls aus wirtschaftlichen Interessen für oder gegen eine Weiterbildung entscheiden. Andere Gründe werden nicht erwähnt oder als nachrangig bezeichnet.127 Indikation durch technologischen Fortschritt und die primär oder ausschließliche monetäre Motivation durch ArbeitgeberIn und -nehmerIn nähren, vor allem für den sozialen Dienstleistungsbereich, Zweifel an der Realitätsnähe dieses Ansatzes. Ein wichtiger Aspekt sollte aber nicht aus den Augen verloren werden: Die Mitarbeitenden sind mit dem Ressourcenbegriff aufgewertet, sie verschaffen dem Unternehmen einen Vorteil. Mit ihren Fähigkeiten und Wissensbeständen besitzen sie Kapital. Dieses Kapital in Form von Wissen gilt es zu managen.


Kapitel 1.7.2: Wissensmanagement

Ein Kerngedanke des Wissensmanagements ist, dass dem Betrieb durch das Wissen der Mitarbeitenden ein größeres Wissen zur Verfügung steht, als dem Betrieb bekannt ist. Diese Wissensressource ist in einer Dienstleistungsgesellschaft besonders wertvoll und soll mit Hilfe des Wissensmanagements erschlossen, gemehrt und erhalten werden.128 Um dies zu erreichen, versucht das Wissensmanagements, Lernbarrieren aus der Zeit der Industriegesellschaft zu durchbrechen. Diese Barrieren bedeuten, dass Qualifikation und Kompetenz als zu erwerbende Eigenschaften unter Steuerungsaspekten aus Sicht des Arbeitsmarktes betrachtet werden und weniger unter dem Aspekt, was der Betrieb und die individuellen MitarbeiterInnen benötigen, um innovativ zu bleiben. Die geringe Akzeptanz von Wissen oder ein geringer Stellenwert von Wissen im Betrieb ist in diesem Prozess also eine Wissensbarriere. Das Ziel des Wissensmanagements ist es, den MitarbeiterInnen Möglichkeiten zum Austausch zu geben und damit den Wissenstransfer im Betrieb zu fördern. Im Rahmen dieser Entwicklung werden die MitarbeiterInnen von Nachfragenden für Qualifikationen und Kompetenzen zu TrägerInnen von Ideen und Expertise, deren funktionierendes Zusammenspiel über Wissensmanagement organisationale Lernfähigkeit und Innovationskompetenz generiert. Gegenseitiges Vertrauen und eine Balance zwischen Wissensgebenden und Wissensnehmenden kann diesen Prozess unterstützen. In der Konsequenz ist eine größere Partizipation der Belegschaft in der Organisation des Betriebs empfehlenswert.129 Diesem Zusammenspiel der MitarbeiterInnen stehen aber weitere mögliche Barrieren gegenüber. Der WissensträgerIn kann die Bedeutung des Wissens für die Organisation nicht bewusst sein. Es kann die Fähigkeit oder Motivation fehlen, das Wissen anschaulich weiterzugeben. Machtempfinden oder Angst vor Ersetzbarkeit kann dazu führen, dass Wissen verzehrt oder nicht dargestellt wird.130 Im sozialen Bereich kann die tatsächliche oder empfundene Verschwiegenheitsverpflichtung gegenüber KlientInnen eine weiterer Barriere darstellen.131 Als zentrale Voraussetzung für ein gelingendes Wissensmanagement gilt eine erfolgreiche Mitarbeiterbindung.132

Zum Wissen gehören Erfahrung und Kompetenz der Individuen. Produkte und Dienstleistungen werden als ableitbares Wissen dazu gezählt.133 Wird das Wissen als Ressource wahrgenommen, rücken Kommunikations- und Interaktionsprozesse in den Vordergrund. Die Betriebe können mit der Unterstützung des Managements potentielle Gemeinschaften identifizieren, welche ihre Erfahrung austauschen können. Dies kann Probleme lösen und die fachlichen Fähigkeiten von MitarbeiterInnen verbessern. Die Unterstützungsleistungen des Managements können noch durch verschiedene Methoden forciert werden, z.B. solche zur Identifizierung potentieller MitarbeiterInnen und deren anschließende Bindung an das Unternehmen. Um diese Prozesse strukturell voranzutreiben, werden sozialwissenschaftliche Methoden unumgänglich, um Prozesse des Humanressourceneinsatzes mit Daten und Informationen zu unterfüttern und effektiv zu nutzen.134 Der Ressourcenbegriff hat auch seine Grenzen. Denn Wissen wächst "[…] durch Gebrauch, statt abzunutzen. Wissen ist eine unternehmerische Ressource, die dem Mitarbeiter gehört, nicht dem Unternehmen."135 Dieses Besitzverhältnis kann zur bereits erwähnten möglicher Wissensbarriere des Machtfaktors führen und von den Mitarbeitenden dazu genutzt werden, im Betrieb nicht ersetzt werden zu können.136

Insofern fokussiert das Wissensmanagement die Steuerung komplexer Kommunikations-, Kooperations-, und Interaktionsprozesse der WissensträgerInnen zur Optimierung der Wissensprozesse im Betrieb.137 "Als interne Leistung einer wissensbasierten Organisation zielt Wissensmanagement auf den Aufbau einer organisationalen Intelligenz als Rahmen für Wissensarbeit durch den Einbau eigenständiger Expertise in die anonymisierten, transpersonalen Regelsysteme des Betriebes."138 Moderne Wissensarbeit ergibt sich erst, wenn sowohl MitarbeiterInnen als auch der Betrieb in komplementärer Weise Wissen generieren, nutzen und gegenseitig zur Verfügung stellen.139 Mit den Techniken des Web 2.0, wie z. B. durch NutzerInnen erstellte und gepflegte Wikieinträge, kann dies realisiert werden.140 Da der Wissenstransfer innerhalb einer Organisation stattfindet, spricht man auch vom organisationellem Wissen. Zu dem Lernprozess in der Organisation gibt es das Modell der Wissensspirale. In vier, sich wiederholenden Schritten wird Wissen generiert und weitergegeben. Im ersten Schritt ist das Wissen noch im Menschen sozialisiert und internalisiert. Anschließend wird es durch Kommunikation und passende Weiterbildungsformen externalisiert, diese Umwandlung kann nur teilweise geschehen. Von verschiedenen Menschen externalisiertes Wissen wird im dritten Schritt zusammengeführt, das muss nicht unbedingt im persönlichen Kontakt geschehen. Das kombinierte externalisierte Wissen internalisiert sich im vierten Schritt wieder bei Mitgliedern des Betriebes, die Wissensspirale kann nun wieder bei dem ersten Schritt beginnen.141 Die im zweiten Schritt beschriebene Externalisierung kann in zwei Formen geschehen. Dies kann eine ungesteuerte Sozialisation durch gemeinsames Arbeiten sein oder ein gesteuerter Transfer durch Weiterbildungen.142 Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf den gesteuerten Transfer durch Weiterbildung, welcher auch als ein Aufgabenbereich des Wissensmanagements beschrieben wird.143

Dieser Prozess erfolgt mindestens zum Teil in Gruppen, "[...] Teams mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten [sind] deutlich dynamischer und kreativer als homogene Teams."144 Untersuchungen von Gruppenzusammensetzungen in Weiterbildungen bestätigen diese Überlegung: So sind heterogene Gruppen in der Anfangsphase weniger arbeitsfähig als homogene Gruppen, im weiteren Verlauf zeigen sie sich aber kreativer und kooperativer als homogene Gruppen. Lernleistung und Zufriedenheit der TeilnehmerInnen ist in heterogenen Gruppen höher.145 Allerdings kann man solche Untersuchungsergebnisse kritisch betrachten: Hetero- bzw. Homogenität wird je nach Untersuchung anders definiert, ob sich Menschen in Fähigkeiten oder Eigenschaften unterscheiden oder gleichen kann, je nach Definition und Auswahl der Merkmale, verschieden beantwortet werden.146 Wird das Wissen im Unternehmen weitergegeben, so ist in der Praxis oft ein Multiplikatoren-Prinzip anzutreffen: Trainierte Mitarbeitende, sogenannte Multiplikatoren, sollen ihr in den Weiterbildungen erlangtes Wissen an die nicht trainierten KollegInnen weitergeben. Dies kann kritisch betrachtet werden, weil der Lernerfolg durch falsch verstandene Informationen oder fehlende didaktisch-methodische Ausbildung der Multiplikatoren gefährdet ist. Auch erfolgt die Wissensweitergabe in diesem Fall oft zusätzlich zur Arbeitszeit und verursacht damit Stress bei den Beteiligten.147

Wissensmanagement in sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen ist beeinflusst von Faktoren der Wissensgesellschaft, wie z. B. Ausbildungsqualitäten und Qualitätsforschung. Die für diese Gesellschaft dominierende Form der Arbeit wird die Wissensarbeit sein. MitarbeiterInnen sind dann zu einem überwiegenden Teil damit beschäftigt, neues Wissen zu entwickeln, abzuspeichern, zu transferieren und das neue Wissen anzuwenden.148

Um diese Bedingungen zu realisieren, ist kontinuierliche Kommunikation zwischen MitarbeiterInnen ein wichtiger Punkt. Es ist eine Aufgabe des Wissensmanagements, das Gedächtnis der Organisation und somit der MitarbeiterInnen zu pflegen, indem Daten kontextgebunden abspeichert werden. Der Kontext kann mit der Betriebskultur gleichgesetzt werden, in der auch die Betriebsgeschichte oder andere Begleitumstände enthalten sind. Werden diese Daten zu umfangreich, können sie Mitarbeitende überfordern. Die Daten können ihnen auch ein Vorbild geben, an dem sie sich orientieren.149 Eine Tatsache in sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen ist die hohe Menge an individuellen Situationen.

Deshalb sollte sich Wissensmanagement "[...] darauf konzentrieren, ein möglichst schöpferisches Verhalten seiner Mitarbeiter zu ermöglichen. Sie sollen nicht nur 'mitmachen', sondern interaktiv ihr eigene Tätigkeit weiterentwickeln, nicht nur Anweisungen folgen, sondern Könnerschaft, persönliche Meisterschaft erlangen, nicht bloß routiniertes Verhalten fortsetzen, sondern zu improvisieren wissen - und zwar im Zusammenspiel von Partnern in der Organisation und über sie hinaus. Sie setzen die Dynamik ihrer Umgebung in ihrem Lernverhalten fort."150

Die MitarbeiterInnen sind dann selbst an der Transformation den Erfahrungen, Kenntnissen und Fähigkeiten aktiv beteiligt.151

Das voneinander Lernen in der internen Weiterbildung kann man als Wissensmanagement in der internen Weiterbildung bezeichnen. Aus den vorangegangen Ausführungen wurde deutlich, dass Wissensmanagement weit mehr sein kann. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird sich aber auf die Möglichkeiten des Wissensmanagements in dem Prozess des voneinander Lernens in der betriebsinternen Weiterbildung beschränkt. Daher folgt im folgenden Kapitel zunächst ein Blick auf verschiedene Formen der internen Weiterbildung.


1Baitsch (2003): Zur Integration von Arbeit und Lernen, S. 101. In allen wörtlichen Zitaten der vorliegenden Arbeit wurde auf die Übernahme von Hervorhebungen der AutorInnen verzichtet.

2Güldenberg / Meyer (2007): Wissensmanagement und Lernen in NPOs, S. 457.

3Baitsch (2003): Zur Integration von Arbeit und Lernen, S. 101.

4Drepper (2010): Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen aus neoinstitutionalistischer Perspektive, S. 143.

5Drepper (2010): Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen aus neoinstitutionalistischer Perspektive, S. 143.

6Vgl. Drepper (2010): Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen aus neoinstitutionalistischer Perspektive, S. 143 f.

7Drepper (2010): Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen aus neoinstitutionalistischer Perspektive, S. 144.

8Vgl. von Eckardstein (2007): Personalmanagement in NPOs, S. 274.

9Puch / Westermeyer (1999): Managementkonzepte, S. 23.

10Vgl. Puch / Westermeyer (1999): Managementkonzepte, S. 24 f.

11Vgl. Gehrmann / Müller (2006): Management in sozialen Organisationen, S. 50.

12Springer (2005): Personalmanagement, S. 3.

13Vgl. Schlick (2005): Personalmanagement, S. 3 f.

14Vgl. Schlick (2005): Personalmanagement, S. 5 - 7.

15Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 21.

16Vgl. Clasen / Kern (2010): HR-Barometer 2009, S. 25.

17Vgl. Clasen / Kern (2010): HR-Barometer 2009, S. 9.

18Vgl. Klatetzki (2010): Zur Einführung: Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisation als Typus, S. 16 f.

19Vgl. Gehrmann / Müller (2006): Management in sozialen Organisationen, S. 16.

20Vgl. von Eckardstein (2007): Personalmanagement in NPOs, S. 274 f.

21Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 21.

22Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 13.

23Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 13.

24Vgl. Becker (2013): Personalentwicklung, S. 2.

25Vgl. Lohaus / Habermann (2011): Weiterbildung im Mittelstand, S. 3.

26Vgl. Becker (2013): Personalentwicklung, S. 3.

27Vgl. Becker (2013): Personalentwicklung, S. 4 f.

28Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 414 f.

29Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 9 - 12.

30Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 414 f.

31Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 2.

32Wolff (2010): Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen als lose gekoppelte Systeme und organisierte Anarchien, S. 288.

33Vgl. Wolff (2010): Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen als lose gekoppelte Systeme und organisierte Anarchien, S. 288 f.

34Wolff (2010): Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen als lose gekoppelte Systeme und organisierte Anarchien, S. 290.

35Vgl. Wolff (2010): Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen als lose gekoppelte Systeme und organisierte Anarchien, S. 290 f.

36Vgl. Gehrmann / Müller (2006): Management in sozialen Organisationen, S. 51.

37Gehrmann / Müller (2006): Management in sozialen Organisationen, S. 52.

38Vgl. Gehrmann / Müller (2006): Management in sozialen Organisationen, S. 52.

39Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 448.

40Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 448 f.

41Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 449.

42Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 12.

43Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 12.

44Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 11 f.

45Becker (2013): Personalentwicklung, S. 307.

46Becker (2013): Personalentwicklung, S. 307.

47Vgl. Behringer (2003): Zur Selektivität der Teilnahme an beruflicher Weiterbildung, S. 66 f.

48Vgl. Baitsch (2003): Zur Integration von Arbeit und Lernen, S. 90 - 92.

49§1 I Berufsbildungsgesetz.

50Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 7-9.

51§1 IV Berufsbildungsgesetz.

52Vgl. z.B. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 456 oder von Eckardstein (2007): Personalmanagement in NPOs (2007), S. 285.

53Vgl. Schuler (2013): Interne Weiterbildung.

54Vgl. Lohaus / Habermann (2011): Weiterbildung im Mittelstand, S. 60.

55Vgl. Lohaus / Habermann (2011): Weiterbildung im Mittelstand, S. 61.

56Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 248 - 257.

57Vgl. Lohaus / Habermann (2011): Weiterbildung im Mittelstand.,S. 61 - 63.

58Vgl. Lohaus / Habermann (2011): Weiterbildung im Mittelstand, S. 69.

59Vgl. Schuler (2013): Interne Weiterbildung.

60Vgl. Gehrmann / Müller (2006): Management in sozialen Organisationen, S. 61.

61Hopkins (2009): Supervision, Development and Training for Staff and Volunteers, S. 286.

62Vgl. Tacke (2005): Schulreform als aktive Deprofessionalisierung? S. 169 f.

63Tacke (2005): Schulreform als aktive Deprofessionalisierung? S. 169.

64Vgl. Tacke (2005): Schulreform als aktive Deprofessionalisierung? S. 169 f.

65Becker (2013): Personalentwicklung. S. 307.

66Vgl. Howe (2005): Auswahl und Steuerung externer Trainer in der betrieblichen Weiterbildung, S. 5 f.

67Vgl. Howe (2005): Auswahl und Steuerung externer Trainer in der betrieblichen Weiterbildung, S. 9-11.

68Vgl. Howe (2005): Auswahl und Steuerung externer Trainer in der betrieblichen Weiterbildung, S. 9-11.

69Vgl. Barmettler (o.J.): Leitfaden für Weiterbildung. Externe Schulungen.

70Vgl. Bildungsweb Media GmbH (2013): Seminarangebote Inhouse vs. Extern.

71Bhagwati (2013): Fort- und Weiterbildung.

72Vgl. Gehrmann / Müller (2006): Management in sozialen Organisationen, S. 61.

73Autonome Provinz Bozen - Südtirol, Abteilung Personal (2013): Externe Weiterbildung.

74Barmettler (o.J.): Leitfaden für Weiterbildung. Interne und externe Weiterbildung.

75Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 222.

76Becker (2013): Personalentwicklung, S. 307.

77Vgl. Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 221.

78Vgl. Bildungsweb Media GmbH (2013): Seminarangebote Inhouse vs. Extern.

79Vgl. Bildungsweb Media GmbH (2013): Seminarangebote Inhouse vs. Extern.

80Hoss (o.J): Personalentwicklung – Evaluation von off-the-job-Maßnahmen der betrieblichen Weiterbildung, S. 19.

81Vgl. Bildungsweb Media GmbH (2013): Seminarangebote Inhouse vs. Extern.

82Bhagwati (2013): Fort- und Weiterbildung.

83Mentzel (2008): Personalentwicklung, S. 222.

84Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 206.

85Peters / Wahlstab / Dengler (2003): Perspektivenvielfalt betrieblicher Weiterbildung in der Wissensgesellschaft, S. 23.

86Vgl. Peters / Wahlstab / Dengler (2003): Perspektivenvielfalt betrieblicher Weiterbildung in der Wissensgesellschaft, S. 23.

87Gehrmann / Müller (2006): Management in sozialen Organisationen, S. 57.

88Vgl. Gehrmann / Müller (2006): Management in sozialen Organisationen, S. 57 f.

89Vgl. Klatetzki (2010): Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen als

soziokulturelle Solidaritäten, S. 218 - 222.

90Addeco Institute (2010): Talent, talent, talent. Finding it. Developing it. Keeping it, S. 10.

91Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 8.

92Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 113.

93Vgl. Geithner / Moser (2007): Berufserfahrung und beruflicher Erfolg, S. 1

94Vgl. Gehrmann / Müller (2006): Management in sozialen Organisationen, S. 128.

95Vgl. Wendt (1998): Soziales Wissensmanagement, S. 87.

96Klatetzki (2010): Zur Einführung: Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisation als Typus, S. 16.

97Vgl. Klatetzki (2010): Zur Einführung: Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisation als Typus, S. 16.

98Vgl. Gehrmann / Müller (2006): Management in sozialen Organisationen, S. 61.

99Vgl. Drepper (2010): Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen aus neoinstitutionalistischer Perspektive, S. 144.

100Becker (2013): Personalentwicklung, S. 139.

101Vgl. Arnold (2009): Seit wann haben sie das? S. 32 - 34.

102Vgl. Roth (2011): Bildung braucht Persönlichkeit, S. 92 - 95.

103Vgl. Roth (2011): Bildung braucht Persönlichkeit, S. 100.

104Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 254 f.

105Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 741 f.

106Vgl. Ringshausen (2003): Betriebliche Personalarbeit zwischen Retention, Resilience und Employability, S. 212.

107Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 741 f.

108Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 745.

109Vgl. Ringshausen (2003): Betriebliche Personalarbeit zwischen Retention, Resilience und Employability, S. 213.

110Vgl. von Eckardstein (2007): Personalmanagement in NPOs, S. 282

111Vgl. Vinokur-Kaplan (2009): Motivating Work Performance in Human Services Organizations, S. 209.

112Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 11.

113Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 731.

114Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 731.

115Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 731.

116Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 731.

117Paradise (2010): State of the Industry Report 2008, S. 7.

118Vgl. Kistler (2008): Alternsgerechte Erwerbsarbeit, S. 60 f.

119Vgl. Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (2012): Bildung in Deutschland 2012, S. 142 f.

120Vgl. Clasen / Kern (2010): HR-Barometer 2009, S. 53.

121Vgl. Bauer (2001): Personenbezogene Soziale Dienstleistungen, S. 120 - 124.

122Becker (2013): Personalentwicklung, S. 321.

123Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 21.

124Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 23.

125Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 731.

126Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 744 f.

127Vgl. Behringer (2003): Zur Selektivität der Teilnahme an beruflicher Weiterbildung, S. 69 - 71.

128Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 217.

129Vgl. Peters / Wahlstab / Dengler (2003): Perspektivenvielfalt betrieblicher Weiterbildung in der Wissensgesellschaft, S. 17 - 25.

130Vgl. Güldenberg / Meyer (2007): Wissensmanagement und Lernen in NPOs, S. 457.

131Vgl. Güldenberg / Meyer (2007): Wissensmanagement und Lernen in NPOs, S. 461.

132Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 220.

133Vgl. Krämer (2007): Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, S. 217.

134Vgl. Peters / Wahlstab / Dengler (2003): Perspektivenvielfalt betrieblicher Weiterbildung in der Wissensgesellschaft, S. 19.

135Becker (2013): Personalentwicklung, S. 891.

136Vgl. Güldenberg / Meyer (2007): Wissensmanagement und Lernen in NPOs, S. 452 f.

137Vgl. Peters / Wahlstab / Dengler (2003): Perspektivenvielfalt betrieblicher Weiterbildung in der Wissensgesellschaft, S. 21.

138Peters / Wahlstab / Dengler (2003): Perspektivenvielfalt betrieblicher Weiterbildung in der Wissensgesellschaft, S. 21.

139Vgl. Peters / Wahlstab / Dengler (2003): Perspektivenvielfalt betrieblicher Weiterbildung in der Wissensgesellschaft, S. 21.

140Vgl. Becker (2013): Personalentwicklung, S. 894 - 896.

141Vgl. Osterloh (2003): Wissens- und Motivationsmanagement, S. 57 f.

142Vgl. Güldenberg / Meyer (2007): Wissensmanagement und Lernen in NPOs, S. 459.

143Vgl. Puch / Westermeyer (1999): Managementkonzepte, S. 188.

144Altmann / Wuddel (2010): Innovationsfähigkeit als Basis für Innovation, S. 6.

145Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 110

146Vgl. Berthel / Becker (2013): Personalmanagement, S. 131 - 133.

147Vgl. Petersen (2000): Handbuch zur beruflichen Weiterbildung, S. 109.

148Vgl. Güldenberg / Meyer (2007): Wissensmanagement und Lernen in NPOs, S. 449.

149Vgl. Wendt (1998): Soziales Wissensmanagement, S. 98.

150Wendt (1998): Soziales Wissensmanagement, S. 99.

151Vgl. Wendt (1998): Soziales Wissensmanagement, S. 99.

Schließen


Technische Innovationen können den Alltag von Menschen erleichtern. Teilhabe wird in Bereichen ermöglicht, die möglicherweise durch Einschränkungen im Alter verloren gegangen ist. Die Möglichkeiten sind zahlreich, ein Überblick zu unterstützender Technik kann also Ideen für konkrete Umsetzungen liefern.

Weiterlesen

Bei Bedarf können Ihnen die Bücher und Artikel mehr Informationen zu der konkreten technischen Lösung bieten. Die Literaturempfehlungen werden von der Bibliothek des Deutschen Zentrums für Altersfragen bereitgestellt. Zunächst eine Übersicht der Sammelwerke und Monographien:

Domínguez-Rué / Nierling (Hrsg., 2016): Ageing and technology. Perspectives from the social sciences.

Honekamp / Preißler (Hrsg., 2015): Assistenz für höhere Lebensqualität im Alter.

Kempter / Ritter (Hrsg., 2014): Assistenztechnik für betreutes Wohnen. Beiträge zum Usability Day XII, 16. Mai 2014.

Marquardt (2016): MATI. Mensch - Architektur - Technik - Interaktion für demografische Nachhaltigkeit.

Pelizäus-Hoffmeister (2013): Zur Bedeutung von Technik im Alltag Älterer. Theorie und Empirie aus soziologischer Perspektive.

Prendergast (Hrsg., 2015): Aging and the digital life course.

Sixsmith / Gutman (Hrsg., 2013): Technologies for active aging.

Zhou / Salvendy (Hrsg., 2015): Design for everyday life.


Mehrere Beiträge finden sich im Sammelwerk von Kempter / Ritter (Hrsg., 2014): Assistenztechnik für betreutes Wohnen:

Hellmich / Freitag / Panovsky: Smart Homes - oder doch die "gute alte Stubn"? Technische Innovation für und mit älteren Menschen. S. 241-245.
Panek / Dangl / Hlauschek: Ein ambientes Assistenzsystem im Alltagseinsatz - Erfahrungen und Ausblick. S. 68-77.
Schauber / Nedopil / Glende: Technik für Senioren mit Senioren entwickeln. User-Centered Design am Beispiel von Smart Homes. S. 50-58.


Einzelne Beiträge in Sammelwerken:

Claßen / Schmidt / Wahl (2013): Technology and ageing: potential for European societies. In: Phellas (Hrsg.): Aging in European societies: healthy aging in Europe, S. 33-46.

Künemund / Tanschus (2013): Gero-technology. Old age in the electronic jungle. In: Komp / Aartsen (Hrsg.): Old age in Europe: a textbook of gerontology, S. 97-112.

Meyer / Huffziger (2015): Einsatz technischer Assistenzsysteme in ambulanten Wohngemeinschaften. Ein Mehrwert für Bewohner, Mitarbeiter und Unternehmen. In: Becher / Hölscher (Hrsg.): Wohnen und die Pflege von Senioren, S. 284-294.

Schmidt (2015): Brille, Rollstuhl, Kunstgebiss: Erfindungen des 20. Jahrhunderts? Ein Blick auf Alter und Technik in der Geschichte. In: Weber / Frommeld / Manzeschke / Fangereau (Hrsg.): Technisierung des Alltags: Beitrag für ein gutes Leben? S. 67-77.

Timmins / Macdonald / Maganaris (2014): Design for living in later life. In: The new science of ageing, S. 209-239.


Beiträge in Fachzeitschriften:

Elsbernd / Lehmeyer / Schilling: Technik sinnvoll integrieren. Pro Alter, 47 (2015), Nr. 5, S. 50-52.

Gebert: Gut beraten und technisch unterstützt. Neue Caritas, 116 (2015), Nr. 19, S. 17-18.

Klie: Zwischen Verheißung und Schreckens-Szenario. Über Technik für ein selbständiges Leben im Alter. Dr. med. Mabuse, 39 (2014), Nr. 207, S. 30-33.

Künemund / Tanschus: The technology acceptance puzzle. Results of a representative survey in Lower Saxony. Zeitschrift für Gerontologie + Geriatrie, 47 (2014), Nr. 8, S. 641-647.

Meiland / Hattink / Overmars-Marx: Participation of end users in the design of assistive technology for people with mild to severe cognitive problems; the European Rossetta project. International psychogeriatrics, 26 (2014), Nr. 5, S. 769-779.

Mortenson / Sixsmith / Woolrych: The power(s) of observation. Theoretical prspectives on surveillance technologies and older people. Ageing and society, 35 (2015), Nr. 3, S. 512-530.

Schmal: Serviceroboter in der Pflege - eher Assistent als Freund. Ambient Assisted Living. Heilberufe, 67 (2015), Nr. 4, S. 44-46.

Sellemann: Technikunterstütztes Wohnen. Neue Technologien für den Haushalt kranker, behinderter und alter Menschen. Blätter der Wohlfahrtspflege, 160 (2013), Nr. 2, S. 50-53.

Sellers / Stafford Markham: Raising awareness of assistive technology in older adults through a community-based, cooperative extension program. Gerontology & geriatrics education, 33 (2013), Nr. 3, S. 287-301.


Online können Sie die Publikation Koglin (2015): Demografie und Mobilität in Berlin: Wie Technik unterstützen kann abrufen.

Schließen


Das Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein berichtet über freie Plätze in zwei anstehenden Fortbildungen. Am 17.06. können Sie in Plön eine Fortbildung bezüglich Schmerzen bei Menschen mit Demenz besuchen. In Malente findet vom 24. bis zum 26.06. eine Schulung für Ehrenamtliche statt.

Weiterlesen

Am 17.06. klärt Meike Schwermann von der Fachhochschule Münster, Fachbereich Pflege und Gesundheit, über Schmerzmanagement für demenziell erkrankte Menschen auf. Die Tagesfortbildung beachtet die physiologischen, psychologischen und sozialen Dimensionen von Schmerz. Schmerzzustände bei kommunikationseingeschränkten Menschen zu erkennen, ist für Pflege- und Begleitpersonen häufig sehr schwer. Um angemessen reagieren zu können, ist es insbesondere erforderlich, die nonverbalen Ausdrucksformen der Schmerzen sowie besondere Verhaltensauffälligkeiten zu beobachten und zu dokumentieren. Durch diese systematische Erfassung wird eine zielgerichtete Linderung der Schmerzen auch in Kooperation mit anderen Berufsgruppen ermöglicht.

Die Fortbildung findet von 10.00 – 16.30 Uhr in der akademie am see.Koppelsberg in Plön statt. Sie kostet 85,– (ermäßigt 50,– Euro), inkl. Mittagsimbiss und Pausengetränke.


Ein ganzes Wochenende können sich vom 24. bis zum 26.06. in Bad Malente ehrenamtliche Helfer zur Begleitung von Menschen mit Demenz im Rahmen niedrigschwelliger Betreuungsangebote (laut §45 SGB XI) oder auch Nachbarschaftshilfen mit einer gesetzlich geforderten 20h-Schulung für ihre Aufgabe fit machen. Durch die Schulung leiten Ines Hundsdörfer und Antje Holst vom Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein.

Behandelt werden neben dem Krankheitsbild Demenz, u.a. die Auswirkungen der Krankheit auf das Verhalten und Erleben der Betroffenen, ihrer Familien und das weitere Umfeld, Kommunikation und Beschäftigung, hilfreiche Reaktionsweisen in problematischen Situationen und rechtliche Aspekte. Zum Abschluss gibt es ein Zertifikat.

Anreise am 24.06. ist bis 11:00 möglich, die Abreise am 26.06. gegen 14:00. Die  Gustav Heinemann Bildungsstätte finden Sie in der Schweizer Straße 58, 23714 Malente.

Die Kosten beinhalten 90 Euro für Unterkunft und Verpflegung (2 Übernachtungen mit Frühstück, Tagungsgetränke, 3 Mittagessen mit Salatbuffet und Nachtisch, 2 Nachmittagskaffee. Die Unterbringung erfolgt, wenn nicht anders gewünscht und bei Anmeldung verabredet, in Einzelzimmern. Auf 120 Euro belaufen sich die Seminarkosten, die in der Regel nach SGB XI §45 von der jeweiligen Krankenkasse der TeilnehmerIn erstattet werden. Das Kompetenzzentrum Demenz bietet seine Unterstützung bei Schwierigkeiten ab.


Für beide Veranstaltungen ist eine verbindliche Anmeldung ist über das Kompetenzzentrum Demenz notwendig. Dies kann per Post (Alter Kirchenweg 33-41, 22844 Norderstedt), Telefon (040/609 26 420), Fax (040/308 57 986), email (info@demenz-sh.de) oder im Online-Formular geschehenen.

Schließen


Für den Datenreport 2016 analysierten Dr. Elke Hoffmann und Dr. Laura Romeu Gordo des Deutschen Zentrums für Altersfragen die Lebenssituation älterer Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund. Damit soll ein Beitrag zur Sozialberichterstattung über die demografische und soziale Lage der MigrantInnen in Deutschland geleistet werden. Berücksichtigt wurden dabei Daten des Mikrozensus, des Deutschen Alterssurveys und des Sozio-Oekonomischen Panels.

Weiterlesen

Mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren ist die Bevölkerung mit sogenanntem Migrationshintergrund in Deutschland deutlich jünger als die Vergleichsgruppe ohne Migrationshintergrund mit durchschnittlich 47 Jahren. Auch unter den heutigen Asylsuchenden befinden sich nur 0,5 Prozent, die 65 Jahre und älter sind, über zwei Drittel sind unter 30 Jahre alt.

Ein großer Teil der in den 1960er bis 1980er Jahren angeworbenen ArbeitsmigrantInnen hat bereits das Ruhestandsalter erreicht. Zunehmend resultiert aus den praktischen Erfordernissen einer adäquaten gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung dieser Menschen gesellschaftspolitisches und wissenschaftliches Interesse an ihrer Lebenssituation in Deutschland.

Die Generation der älteren MigrantInnen (50+) wird von den Autorinnen in zwei Hauptgruppen unterteilt. Zur ersten Gruppe zählt Dr. Hoffmann (Spät-)AussiedlerInnen aus Regionen Mittel- und Osteuropas. Zur zweiten Gruppen werden ArbeitsmigrantInnen, die nach 1956 auf der Grundlage der Anwerbeabkommen aus den Mittelmeerländern nach Deutschland kamen, gezählt. Diese beiden Gruppen unterscheiden sich sowohl hinsichtlich demografischer wie auch sozialer Merkmale. Ursache sind im Wesentlichen spezifische Migrationsbiografien und -erfahrungen.

Beispielsweise haben 67 Prozent der zwischen 1956 und 1973 als ArbeitsmigrantInnen nach Deutschland zugezogenen Personen, die heute 65 Jahre und älter sind, keinen berufsqualifizierenden Abschluss. Unter den (Spät-)AussiedlerInnen derselben Altersgruppe trifft das auf 45 Prozent zu.

Ähnliche Differenzierungen zeigen sich bei der finanziellen Situation. Die Ökonomin Laura Romeu Gordo erläutert das für die Altersgruppe ab 65 Jahren im Jahr 2013: „Während für die Personen ohne Migrationshintergrund eine Armutsgefährdungsquote von 12,5 Prozent gemessen wird, sind es bei den (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedlern 27,5 Prozent und bei den Arbeitsmigrantinnen und -migranten sogar 36,5 Prozent.“

Der Datenreport 2016, herausgegeben vom Statistischen Bundesamt (Destatis), dem Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und dem Sozio-Oekonomischen Panel (SOEP), wurde am 03. Mai der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Beschreibung von Lebenssituationen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland verknüpft er statistische Daten und sozialwissenschaftliche Analysen.

Den gesamten Beitrag „Lebenssituation älterer Menschen mit Migrationshintergrund“ können Sie online nachlesen.

Schließen


seniorenpolitik-aktuell.de
Datenschutzübersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Erfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Erkennen von Ihnen, wenn Sie zu unserer Website zurückkehren, und helfen unserer Redaktion zu verstehen, welche Bereiche der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.

.moove-gdpr-branding-cnt,.moove-gdpr-company-logo-holder {display: none;} #moove_gdpr_cookie_info_bar p{text-shadow: none;}