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Wir berichteten bereits vergangenen Monat über das sogenannte Entlastungspaket, dass die Ampelkoalition vor dem Hintergrund steigender Energiekosten auf den Weg gebracht hatte. Nun ist das Gesetz durch den Bundestag bestätigt worden. Senior*innenvertretungen wiederholen ihre Kritik: Ältere seien von den Maßnahmen ausgeschlossen.

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Am 13. Mai 2022 wurden die Entlastungspakete der Ampelkoalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP im Parlament verabschiedet. Das erste Paket hatte der Koalitionsausschuss bereits im Februar beschlossen, es beinhaltet unter anderem einen einmaligen Heizkostenzuschuss und den Wegfall der EEG-Umlage. Derzeit noch stärker in der öffentlichen Debatte ist jedoch das zweite Entlastungspaket, dass der Koalitionsausschuss im März beschlossen hatte. Es beinhaltet unter anderem das 9-Euro-Ticket, eine Energiepauschale für einkommenssteuerpflichtigen Erwerbstätigen und Einmalzahlungen für Sozialleistungsbeziehende.

Bereits als die Koalition die Maßnahmen vorgelegt hatte, gab es Kritik – auch und vor allem von Senior*innenverbänden. Von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) als größtem senior*innenpolitischen Dachverband in Deutschland hieß es dazu: „Die Entscheidung, ältere Menschen nicht zu berücksichtigen, ist (…) vollkommen unverständlich und nicht akzeptabel“.

Die Kritik macht sich vor allem daran fest, dass die Energiepauschale nur Erwerbstätigen zugutekomme. Damit würden Rentenbezieher*innen mit den hohen Energiekosten allein gelassen. „Warum soll ein Gutverdiener eine Einmalzahlung von 300 Euro zum Ausgleich für gestiegene Kosten erhalten, die Rentnerin mit Alterseinkünften knapp über Grundsicherungsniveau nicht“, heißt es in einer aktualisierten Pressemitteilung der BAGSO kurz vor der Abstimmung im Bundestag. „Höhere Heiz- und Stromkosten treffen Rentnerinnen und Rentner im Zweifel sogar mehr als Beschäftigte, die tagsüber nicht zu Hause sind. Gerade Menschen mit kleinen Renten sind in der aktuellen Situation auf Unterstützung angewiesen“. Die Anmerkungen seien in Form eines Briefes dem Finanzausschuss übermittelt worden. Die Kritik führte bislang allerdings offensichtlich noch nicht zum Umdenken der Mehrheit der Abgeordneten.

Die Maßnahmen im Einzelnen finden Sie beispielsweise auf der Seite des Bundesfinanzministeriums in einer Übersicht.

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„Einsam. Gesellschaftliche, kirchliche und diakonische Perspektiven“ heißt ein neu erschienenes Buch über das Thema Einsamkeit. Das Buch ist im Auftrag der Diakonie Deutschland entstanden, auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hat ein Kapitel zu der Publikation beigetragen.

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Einsam sei, wer sich einsam fühle. Das betreffe 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, die Corona-Pandemie habe dies noch einmal verstärkt. „Wie entsteht Einsamkeit? Wie hängt Einsamkeit mit Selbstbild, Beziehungskompetenz, Lebenssinn zusammen? Welche theologischen Perspektiven gibt es in Bezug auf Einsamkeit?“ – das sind Fragen, denen sich der Sammelband unter anderem widmet.

Für einen Blick auf Einsamkeit im Alter haben Silke Leicht, stellvertretende Geschäftsführerin der BAGSO und Franz Müntefering, der ehemalige Vorsitzende des Dachverbands, ein Kapitel geschrieben. Sie schildern die Lebenssituation der Älteren und zeigen Strategien gegen soziale Isolation auf. Das Buch ist bei der Evangelischen Verlagsanstalt erschienen. Herausgegeben ist der Sammelband im Auftrag der Diakonie von Astrid Giebel, Daniel Hörsch, Georg Hofmeister und Ulrich Lilie.

Zum Thema Alterseinsamkeit empfehlen wir auch den Kurzbericht der Hochaltrigkeitsstudie D80+, der die Datenlage aufschlüsselt. Demnach habe sich das Einsamkeitsempfinden der Menschen über 80 Jahren tatsächlich im Zuge der Corona-Pandemie verdoppelt. Besonders auffällig sei die Situation in Heimen. Dort gebe nach der Studie etwa jede*r dritte Bewohner*in an, einsam zu sein.

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Unter dem Motto „#Gemeinsam Mehr“ hat Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) Anfang Mai den Bundespreis Mehrgenerationenhaus verliehen. Sechs Mehrgenerationenhäuser wurden für besonderes gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet.

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Am 4. Mai wurde der Bundespreis Mehrgenerationenhaus #Gemeinsam Mehr durch Lisa Paus überreicht, die die vergangenen Monat zurückgetretene Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) im Amt der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ersetzt. Der Preis würdigt „vorbildlichen Einsatz für das Miteinander“, wie es in der Überschrift der Pressemitteilung des Ministeriums heißt. Darin heißt es weiter von Paus wörtlich: „Mit dem Wettbewerb wollen wir den Mehrgenerationenhäusern und ihren haupt- und ehrenamtlich Aktiven Danke sagen. Und wir wollen der breiten Öffentlichkeit zeigen, wie kreativ und vielfältig das Engagement der Mehrgenerationenhäuser ist. Die Mehrgenerationenhäuser stehen für ein spürbares Mehr an Lebensqualität für Jung und Alt. Sie schaffen ein Mehr an Gemeinschaft und Verbundenheit in den Nachbarschaften.“ Gerade jetzt sei dieses Miteinander wichtig, betont die Ministerin vor dem Hintergrund der Herausforderungen durch die Pandemie und den Krieg in der Ukraine.

Es gab insgesamt fünf Kategorien, in denen Mehrgenerationenhäuser ausgezeichnet wurden: Demokratiestärkung, ökologische Nachhaltigkeit, Zusammenhalt, Bildung & Unterstützung und als Sonderpreis unter dem Motto „Gemeinsam stark in Pandemiezeiten“. In der Kategorie Bildung & Unterstützung sind zwei Projekte ausgezeichnet worden.

Die Übersicht über die Preisträger*innen und weitere Informationen finden Sie hier. Der Bundespreis Mehrgenerationenhaus #Gemeinsam Mehr wurde in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Mit dem Mehrgenerationenhauspreis DemografieGestalter gab es allerdings einen Vorgängerpreis, der seit 2018 verliehen wurde. Die Liste der Gewinner*innen des letzten DemografieGestalter-Preises finden Sie hier.

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Nach dem das Bundesinnen- und das Bundesfamilienministerium Ende Februar ein Diskussionspapier zu einem Demokratiefördergesetz vorgelegt hatten, sind rund 170 Stellungnahmen aus Dachverbänden, Fachorganisationen und Wissenschaftler*innen bei der Bundesregierung eingegangen. Das Beteiligungverfahren ist damit abgeschlossen, bis Ende des Jahres wolle man einen Referentenentwurf vorlegen.

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Am 4. Mai ist das Beteiligungsverfahren mit einer Fachkonferenz von Bundesfamilienministerin Nancy Faeser (SPD) und Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Vertreterinnen und Vertretern von Zivilgesellschaft und Wissenschaft zu Ende gegangen. Bis zu diesem Zeitpunkt habe die Bundesregierung etwa 170 Stellungnahmen zu dem Vorhaben erhalten. Über die Chancen und Herausforderungen des Projekts haben die beiden Ministerinnen auf Grundlage von Fragen der zivilgesellschaftlichen Vertreter*innen diskutiert. Hier sehen Sie den presseöffentlichen Teil der Fachkonferenz:

https://youtu.be/TuDZ3w39n3c

 

Die eingegangenen Stellungnahmen – über einige haben wir kürzlich berichtet – beziehen sich auf das Diskussionspapier der beiden Ministerien zu dem geplanten Demokratiefördergesetz. Mit diesem Diskussionspapier wollte man die Verbände und Fachorganisationen mit einbeziehen. Das Beteiligungsverfahren ist nun beendet, die Vorschläge und Hinweise, die sich aus den Stellungnahmen ergeben, sollen nun ausgewertet werden und – soweit rechtlich möglich sei – in einen Gesetzentwurf einfließen.

„Für die sehr engagierte Beteiligung vieler Organisationen und von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bedanke ich mich deshalb sehr herzlich“, reagiert Nancy Faeser auf die eingegangenen Debattenbeiträge. „Ihre Vorschläge werden für uns bei der Erarbeitung des Gesetzentwurfs sehr hilfreich sein.“ Die Ministerien kündigten an, bis Ende des Jahres einen entsprechenden Referentenentwurf ins Kabinett einbringen zu wollen.

Mit einem Demokratiefördergesetz soll zivilgesellschaftliches Engagement gestärkt werden. Dafür wolle man unter anderem einen gesetzlichen Auftrag des Bundes für Demokratieförderung und Extremismusprävention schaffen. Das soll auch dabei helfen, eine angemessene Finanzierung entsprechender Projekte in den jeweiligen Haushaltsgesetzen sicherzustellen.

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Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) will das Engagement von Über-80-Jährigen stärker in die Öffentlichkeit rücken. Vergangenes Jahr gab es bereits einen digitalen Adventskalender, durch den ältere Aktive je Türchen vorgestellt wurden. Nun sollen auch Vereine, Organisationen und Kommunen dabei unterstützt werden, ihre „betagten Ehrenamtler*innen“ in Form eines Kalenders zu würdigen.

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Das Unterstützungsangebot des KDA und ihrer Stiftung ProAlter richtet sich an Fachkräfte, die beispielsweise in Landkreisen, Kommunen, Freiwilligendiensten oder Wohlfahrtsverbänden tätig sind und mit ehrenamtlichen Menschen ab 80 Jahren zusammenarbeiten. Nach der positiven Bilanz, die das Kuratorium aus dem digitalen Adventskalender gezogen hat, sollen nun auch die Vereine und Organisationen selbst dazu eingeladen werden, ihre hochaltrigen Ehrenamtlichen zu würdigen und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die Aufmerksamkeit sei solchen Kalender-Türchen sicher, so das KDA über ihre Erfahrung mit der Idee.

Wer mitwirken möchte erhalte entsprechende Unterstützung in Form einer kostenlosen individuellen Beratung und Informationen zum Aufbau eines solchen Kalenders. Interessierte werden gebeten, sich bis zum 30. Mai an die KDA-Stiftung ProAlter zu wenden. Weitere Informationen zu dem Vorhaben und Kontaktangaben finden Sie hier.

In Deutschland leben rund 6 Millionen Menschen im Alter über 80 Jahren. Viele von ihnen engagieren sich gesellschaftlich. Zum Engagement in der Hochaltrigkeit empfehlen wir auch eine Publikation der Stiftung ProAlter aus dem vergangenen Jahr.

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Im Rahmen des Projekts „Digitale Nachbarschaft“ haben Deutschland sicher im Netz e.V. und das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) in Kooperation mit Aktion Mensch e.V. eine Handreichung zur digitalen Teilhabe veröffentlicht. Das Handbuch richtet sich insbesondere an Aktive in der Vereinsarbeit. Ziel ist, Webinhalte von Vereinen möglichst barrierearm zur Verfügung stellen zu können.

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Einleitend bedient sich die Broschüre eines Vergleichs: An vielen öffentlichen Orten würden wir zu Augenzeug*innen baulicher Maßnahmen, zum Beispiel wie Rampen gebaut werden, um Treppen als Barriere umgehen zu können. Doch die „Treppen“ im digitalen Raum gebe es auch – nur seien die Barrieren oft nicht sichtbar. „Du und Dein Verein tut gut daran, die eigenen Angebote und Arbeitsweisen auf Kriterien digitaler Teilhabe zu überprüfen“, heißt es daher in der Handreichung. „Das Vereinswesen ist so bunt und vielfältig wie seine Mitglieder selbst. Diese Vielfalt gilt es mitzudenken. Lassen wir die digitalen Treppen links liegen und verwandeln sie in Fahrstühle.“

Die Broschüre will sensibilisieren, informieren und konkrete Beispiele vorstellen, unter anderem wie Leichte Sprache benutzt werden kann. Zunächst werden Grundbegriffe des digitalen Zeitalters erklärt und die derzeitige Chancengerechtigkeit diskutiert. Im zweiten Kapitel geht es dann um Möglichkeiten barrierearmer Webinhalte. Beispiele dafür sind die Verwendung eines „Screenreaders“, der Bildschirminhalte akustisch wiedergeben kann, das Nutzen von hohen Kontrasten zur besseren Lesbarkeit oder die Vermeidung von störenden Inhalten wie automatisch startende Animationen.

„Wenngleich ein langer Weg vor Dir liegt, kannst Du Deine Vereinsarbeit bereits mit einfachen Mitteln optimieren und damit aktiv zu einer gerechteren und inklusiveren Gesellschaft beitragen“, ermutigen die Autor*innen die Leser*innen. „Wichtig ist es, sich immer wieder mit Menschen auszutauschen, die entweder direkt betroffen sind oder sich mit Barrieren im Netz auskennen. Jeder Schritt hin zu mehr Barrierefreiheit ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

Das Handbuch kann hier kostenlos gelesen und heruntergeladen werden. Mehr aus dem Projekt Digitale Nachbarschaft erfahren Sie hier.

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Der Krieg in der Ukraine beschäftigt auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der ­Seniorenorganisationen (BAGSO). In einer kurzen Befragung möchte die BAGSO einen Überblick über die Bedarfe der geflüchteten Menschen aus der Ukraine und die vorhandenen Angebote gewinnen.

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Aus der BAGSO heißt es dazu: "[...] der Krieg in der Ukraine erschüttert Europa und die Welt. Alle Menschen in der Ukraine sind dem Geschehen vor Ort ausgeliefert, viele Menschen haben das Land bereits verlassen. Als Seniorenorganisation gilt unsere Sorge vor allem den Menschen, die häufig besonders verletzlich sind: den Kindern, den Kranken wie auch den Alten.

Viele haben Ideen entwickelt, wie sie Menschen, die aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet sind, unterstützen können. Diese kurze Befragung dient dazu, einen Überblick über die Bedarfe und vorhandenen Angebote zu gewinnen. Die gesammelten Informationen möchten wir Engagierten und auch der Politik zur Verfügung zu stellen."

Es wird darum gebeten, die Befragung bis zum 29.05.2022 zu beantworten.

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Im Rahmen des Nachbarschafts-Wettbewerbs „Klimaschutz nebenan“ können noch bis zum 15. Mai 2022 Beiträge eingereicht werden. Gesucht werden Ideen, wie Sie und andere in der Nachbarschaft zum Klimaschutz beitragen können. Ein Preisgeld soll die Umsetzung der besten Ideen ermöglichen.

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Bis zu 3.000 Euro gibt es für die Ideen, die nach einer Online-Abstimmung die meisten Stimmen bekommen. Die zehn besten Vorschläge erhalten dabei jeweils 1.000 Euro, eine Fachjury wählt aus diesen anschließend noch einmal fünf aus, die weitere 2.000 Euro erhalten sollen. Das Geld ist als Startkapital gedacht, um die Ideen bei der Umsetzung zu unterstützen. „Klimaschutz geht uns alle an. Und wie bei vielen anderen Herausforderungen sind es auch hier oft lokale Aktivitäten, die einen wichtigen Lösungsbeitrag leisten“, so Esra Kücük vom Vorstand der Allianz Umweltstiftung. Sie ist zudem Teil der Fachjury für die Ausschreibung. „Genau diese Aktivitäten oder Ideen wollen wir im Rahmen des Wettbewerbes finden und einer größeren Öffentlichkeit bekannt machen. Wir freuen uns auf möglichst viele kreative Wettbewerbsbeiträge und Klimaschutz-Ideen.“

Denkbar sind beispielsweise Ideen wie gemeinsames Müllsammeln im Viertel, eine Fahrradwerkstatt oder andere „Repair-Cafés“ zur Stärkung der Nachhaltigkeit von Produkten. Weitere Anregungen und Informationen zur Teilnahme finden Sie auf der Internetseite zum Wettbewerb.

Veranstaltet wird der Wettbewerb auf Initiative der Stiftung nebenan.de.

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Am 5. Mai 2022 war europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Die Selbsthilfevereinigung Pro Retina hat dieses Datum zum Anlass genommen, darauf hinzuweisen, dass der Abbau einiger Barrieren für seheingeschränkte und blinde Menschen schon mit geringem Aufwand möglich wäre.

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Drei einfache Maßnahmen seien es, die die Teilhabe von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen und Blinden verbessern würden:

  1. kontrastreiche Markierungen von Stufenvorderkanten,
  2. Ampeln mit Zusatzeinrichtung für seheingeschränkte und blinde Menschen,
  3. freier Zutritt für Assistenzhunde bei Behörden, in Supermärkten, Kliniken, bei Ärzt*innen und anderen Einrichtungen des täglichen Lebens.

Die Mobilität würde durch diese Maßnahmen verbessert werden und das Risiko zu verunfallen gesenkt. Das gebe auch ein Stück Lebensqualität.

Die Forderungen richtet der Verein an Städte und Gemeinden und politische Entscheidungsträger*innen, aber auch an Leitungen von Einrichtungen und Unternehmen. „Mit kleinen Veränderungen können Sie viel erreichen“, appelliert Dario Madani, Vorsitzender von PRO RETINA Deutschland e. V., in einer Pressemitteilung. „Zögern Sie nicht länger und setzen Sie ein Zeichen – für die Teilhabe aller Menschen, auch derjenigen mit unsichtbarer Behinderung“.

Von einer unsichtbaren Behinderung spricht die gemeinnützige Patientenvereinigung deshalb, da die Beeinträchtigung in der Regel nicht von außen zu erkennen ist. Somit würde die Umwelt häufig mit Unverständnis reagieren, wenn sehbeeinträchtigte und blinde Menschen zum Beispiel an Ampeln unsicher sind oder sich nicht zurechtfinden. Doch die Unsichtbarkeit habe im Sinne einer „doppelten Herausforderung“ noch eine weitere Komponente: Auch die Barrieren im Alltag seheingeschränkter Menschen seien für viele unsichtbar, da normal Sehende diese nicht als Barrieren erkennen würden.

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Vor rund einem Jahr haben wir über die Erscheinung des Buches „Das ist alles unsere Lebenszeit“ berichtet, in dem ältere Schwule und Lesben zu ihren Erfahrungen mit der Corona-Krise interviewt wurden. Die Autorin hat noch einmal mit einigen der Interviewpartner*innen gesprochen, auch die Folgepublikation ist nun verfügbar.

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Die im Frühjahr 2021 erschiene Gesprächsreihe wurde durch den Verein rubicon veröffentlicht, der selbst schwule, lesbische und queere Menschen berät. Der Verein hat nun auch eine Folgebroschüre herausgegeben. „‚Wir haben uns verändert, die Welt hat sich verändert‘. Ältere Lesben und Schwule nach zwei Jahren Corona-Krise“ heißt die aktuelle Publikation, in der die Autorin Vera Ruhrus mit vier der ursprünglichen zehn Gesprächspartner*innen erneut gesprochen hat.

Eine der Geprächspartner*innen von damals, die nun auch wieder interviewt wurde, ist die 71-Jährige Betty. „Die Nachricht von der Omikron-Welle im Herbst 21 hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen“, erklärt sie nun in dem zweiten Gespräch. Betty überlege nun zweimal, ob sie derzeit in Räume gehe, in denen sich viele Menschen aufhalten. So gehe sie nicht mehr ins Kino, obwohl sie das gerne wollte. Da sei sie einer Gefahr ausgesetzt. „An allen Ecken und Enden fühle ich mich ausgebremst“, empfindet die 71-Jährige die Situation. Sie ergänzt aber auch: „Ich kann aber nicht immer nur pessimistisch in die Gegend schauen. Daher gucke ich immer wieder: Was ist momentan möglich, was ist vertretbar? Und mache es dann.“ Die Alternative – unter der eigenen „Käseglocke“ zu bleiben – gehe schließlich auch nicht.

In den Gesprächen spielen vor allem die Entwicklungen seit dem letzten Aufeinandertreffen zwischen Autorin und Interviewpartner*innen eine Rolle. Das die Pandemie so lange anhalte, damit hätte man bei den Gesprächen der ersten Runde nicht gerechnet. Vera Ruhrus erklärt im Fazit selbst, mit der damaligen Ankündigung eines Impfstoffes von einem baldigen Ende der pandemischen Situation ausgegangen zu sein. „Je häufiger eine Welle der Pandemie mit Lockdown und Teillockdown der anderen folgte, umso mehr waren auch die Widerstandskräfte und biographisch erworbenen Ressourcen der älteren Lesben und Schwulen gefragt. Die Erzählungen spiegeln dies wider“, heißt es im Fazit.

Das Buch ist kostenfrei als PDF unter diesem verfügbar.

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