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Digitalisierung

Als Teil unserer Reihe Beispielsweise... Gute Ideen für ein besseres Leben im Alter stellen Ihnen das Senioren-Beratungsnetz Hildesheim vor. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie und warum durch regionale Akteure und Bürger/innen Informationen für ältere Menschen zusammengestellt werden.

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Im ersten Teil können Sie einiges über das Angebot des Beratungsnetzes erfahren. Im zweiten Teil erwarten Sie Hintergrundinformationen über die Projektumsetzung sowie -aufrechterhaltung.


Teil 1: Informationen zum Angebot

Zunächst ist festzustellen, dass immer mehr Seniorinnen und Senioren über Internetkenntnisse verfügen und nach der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie fast 30 Prozent der Altersgruppe ab 60 Jahren das Internet täglich nutzt. Das Internet bietet nicht nur Alltagserleichterung, sondern auch Alter(n)serleichterung.

Das Internetportal bietet ein transparentes regionales Angebot zu seniorenrelevanten Themen. Die Nutzer/innen der Internetseite können schnell und bequem von zu Hause aus die für sie wichtigen Informationen mit Verlinkungen sowie Adressen von Ansprechpartner/innen abrufen. Das Angebot ist nützlich und hilfreich, da es vielen Menschen aufgrund des Alters oder fehlender Mobilität insbesondere im ländlichen Raum schwer fällt, sich über Hilfs- und Unterstützungsangebote zu informieren und dazu die oft weit entfernten Beratungsstellen aufzusuchen.

Nach Auswertung über ein Statistikprogramm können die Betreiber/innen des Portals folgende Aussagen zur Nutzung zwischen dem 01.01.2016 und 28.02.2017 machen:

  • 4.129 Besucher, davon 93 Prozent aus Deutschland
  • 952 Downloads (Herunterladen von Informationsmaterialien)

Ein weiterer Hinweis auf die Nutzung sind die gelegentlichen Kommentare bei Telefonaten oder persönlichen Kontakten, dass Erstinformationen aus dem Senioren-Beratungsnetz gezogen wurden.

Das Netzwerk, welches die Informationen zur Verfügung stellt, besteht einerseits aus Gruppen von Seniorinnen und Senioren aus der Region Hildesheim (z. B. Mitglieder des Seniorenbeirates der Stadt Hildesheim, VHS-Club Hi-senior) als Nutzer/innen von online-Angeboten, andererseits aus Vertreter/innen von Kommunen (Stadt und Landkreis Hildesheim) sowie weiteren Organisationen und Einrichtungen in sozialer und kirchlicher Trägerschaft. Jährlich finden zwei Netzwerktreffen statt. Alle Netzwerkakteure werden als gleichberechtigt betrachtet.

Das Senioren-Beratungsnetz Hildesheim ist online unter senioren-beratungsnetz-hildesheim.de zu finden.


Teil 2: Informationen zur Projektumsetzung

Die Ursprungsidee für das Beratungsnetz hatte die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim. Das vom Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) finanzierte Forschungsprojekt „Für SeniorInnen on- und offline Beratungsangebote arrangieren“ (SooBa) wurde vom 01.09.2012 – 31.10.2015 an der HAWK durchgeführt. Im Rahmen des Projektes wurden Themen und Beratungsverläufe sowie Möglichkeiten und Grenzen der online-Beratung analysiert. Hierauf aufbauend wurde ein Konzept für den Einsatz von online-Beratung ergänzend zur offline-Beratung für einen regionalen Kontext partizipativ entwickelt und in der Region Hildesheim modellhaft erprobt.

Vor Projektablauf bat die HAWK um Prüfung, ob die entstandene Informations- und Beratungsplattform in die öffentlichen Strukturen des Landkreises Hildesheim überführt und weitergeführt werden kann.

Der Landkreis hat sich zur Übernahme der zukunftsweisende Informations- und Beratungsplattform für ältere Menschen für einen Projektzeitraum vom 01.01.2016 – 31.12.2017 entschieden. Die Übernahme und Weiterentwicklung der Homepage wird angesichts der wachsenden Zahl der älteren Menschen als eine wichtige Investition für die Zukunft und als ein weiterer Baustein für eine umfassende kommunale seniorenpolitische Beratungsstruktur angesehen. Interesse des Landkreises ist es zudem, die Internetplattform in Zusammenarbeit mit den bisherigen Kooperationspartner/innen als ein nachhaltiges, regionales Informationsportal und Wegweiser für seniorenrelevante Themen zu nutzen und auszubauen.

Vor Projektablauf wird eine Evaluation vorgenommen und über eine Fortsetzung entschieden.

Im Verlauf des Projektes gab es keine nennenswerte Stolpersteine oder Probleme. Die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit einer zukunftsweisenden Informations- und Beratungsplattform für ältere Menschen wurde von keinen der Beteiligten in Frage gestellt.

Hilfreich ist laut Manuel Stender, im Landkreis zuständig für seniorenspezifische Strukturplanung, eine vorherige Bedarfs- und Bestandsanalyse bezüglich eines regionalen Online-Angebotes. Zudem sollten mögliche Kooperations- oder Netzwerkpartner angesprochen werden, um das Projekt gemeinsam und auf einer breiten Basis umzusetzen. Letztlich sollten die finanziellen und personellen Rahmenbedingungen geklärt sein.

Im Landkreis Hildesheim konnten die Beteiligten von dem Forschungsprojekt der HAWK profitieren und waren dort schon als Kooperationspartner/innen bei der Umsetzung eingebunden. Für die erfolgreiche Planung und Umsetzung eines gleichartigen Projektes sollten laut Herrn Stender jedoch folgende Faktoren beachtet werden:

  • Das Projekt sollte zur Sache der Chef/in gemacht werden, z.B. in Person der Bürgermeister/in, evtl. Landrat/Landrätin
  • Politik, Verwaltung, örtliche Verbände und Akteure sollten sensibilisiert werden
  • Notwendig ist die Beteiligung und Mitgestaltung durch Bürger/innen und seniorenrelevante Akteure
  • Auch sollte auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen geachtet werden
  • es sollte klare Strukturen geschaffen und eine aktive Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden
  • Eine nachhaltige Unterstützung der Kommune ist hilfreich
  • Gegebenenfalls müssen Fördermittel beantragt oder Sponsoring betrieben werden

Bezüglich der Aufrechterhaltung des Netzwerkes erzählt Herr Stender:

"Vor der Übernahme durch den Landkreis Hildesheim erklärten sich alle bisherigen Kooperationspartner bereit auch in einem künftigen Netzwerk aktiv mitzuwirken. Im Mai und November 2016 trafen sich die Kooperationspartner im Kreishaus, um über die Weiterentwicklung zu beraten. Neben der Überarbeitung und Aktualisierung von Texten stand die Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit im Fokus. Um den Bekanntheitsgrad und die Nutzerzahl noch zu steigern wurde vereinbart, dass alle Kooperationspartner eine gut sichtbare Verlinkung vornehmen und das Senioren-Beratungsnetz-Hildesheim aktiv bewerben. Zudem wurde Anfang 2017 Informationsflyer an alle Hausarztpraxen im Landkreis Hildesheim verteilt.

Das Senioren-Beratungsnetz-Hildesheim wird von den Mitarbeitern des Senioren- und Pflegestützpunktes Niedersachsen im Landkreis Hildesheim (SPN) bearbeitet, gepflegt weiterentwickelt und beworben. Der Personaleinsatz ist mit ca. 4 Stunden pro Woche geplant. Neben den Personalkosten fallen Kosten für die Domain, Schulungen, Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit in Höhe von jährlich ca. 2.000 Euro an."

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Mit ressortübergreifenden Fachinformationen soll das Portal zum demografischen Wandel in der Arbeitswelt - kurz demowanda - einen Überblick über aktuelle Entwicklungen bzgl. der Arbeitswelt geben.

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Das Portal - an dem nun auch das Deutsche Zentrum für Altersfragen beteiligt ist - gliedert sich in die sechs Themenbereiche Bevölkerung, Bildung, Arbeitsmarkt, Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Arbeit im Alter. Sie sollen den arbeitsweltbezogenen Kontext des demografischen Wandels in seiner Komplexität deutlich machen. Ziel ist es, Akteur/innen aus Politik und Praxis differenzierte Hintergrundinformationen zu geben, um die Rahmenbedingungen gesunder und produktiver Arbeit anzupassen und weiterzuentwickeln.

Das Portal ist unter der Adresse demowanda.de erreichbar.

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Die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA) setzt sich nicht nur für die Interessen Pflegebedürftiger ein, sie berät auch und stellt Informationen im Kontext Pflege und Wohnen zur Verfügung.

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Auf den Seiten der BIVA können Sie einen Überblick über Wohnformen im Alter erhalten. Zu einzelnen Wohnformen und weiteren verwandten Themen sind weitere Artikel auf der Homepage zu finden. So z.B. ein Beitrag zu Wohngemeinschaften für schwerst pflegebedürftige Menschen.

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Auf dem Portal Senioren-Lernen-Online werden verschiedenen Online-Kurse angeboten. Weiterhin hat das Team hinter dem Portal in den vergangenen Jahren an verschiedenen Projekten teilgenommen.

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Durch das Portal senioren-lernen-online.de können Angebote - wie Kunstsurfen, Workshops zum Thema Sicherheit im Internet, der Stammtisch "Wie geht das?",  einen Workshop zum Thema Soziale Netzwerke, der Kurs "Deutsch mit Finnland", der Stammtisch Englisch online oder der Stammtisch Mobiles Web - wahrgenommen werden.

Eine Übersicht über die Teilnahme an europäische Projekte kann ebenfalls auf der Homepage eingesehen werden.

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In unserer fortlaufenden Reihe Beispielsweise... Gute Ideen für ein besseres Leben im Alter stellen wir Ihnen den Verein "Wege aus der Einsamkeit" vor. Sie lesen in diesem Beitrag mehr zu der Arbeit des Vereins und einem fortlaufenden Projekt zur Nutzung digitaler Medien. Außerdem können Sie Einblick in die Erfahrungen der Projektinitiator/innen nehmen.

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Der Beitrag teilte sich in eben drei Bereiche. Zunächst können Sie einige Informationen zum Verein sowie die verfolgten Strategien und Methoden erhalten. Im zweiten Teil wird die Aktion "Wir versilbern das Netz" genauer vorgestellt. Drittens können Leser/innen, die sich für die Umsetzung eines ähnlichen Projektes interessieren, Erfahrungen und Tipps der Initiator/innen nachlesen.


Verein "Wege aus der Einsamkeit"

Die Initiator/innen und Vorstandsvorsitzenden Dagmar Hirche und Jan Kurz wollen die Schattenseiten des Alterns und Alt-Seins in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rücken. Der eingetragene Verein "Wege aus der Einsamkeit" (kurz Wade e.V.) will die Sicht auf das Alter positiver gestalten. Zugleich versteht sich der Verein auch als Ansprechpartner für die Medien und als Forum für Betroffene, Engagierte und Interessierte.

Übergeordnetes Ziel von Wege aus der Einsamkeit e. V. ist es, dass sich alte wie junge Menschen in Deutschland auf eine lange Lebenszeit freuen können und die Möglichkeit haben, ihr Leben dauerhaft selbstbestimmt zu gestalten. Altersbilder befinden sich im Umbruch – allerdings nicht schnell genug. Gesellschaftliche Bilder hinken den biologischen Entwicklungen hinterher. Statt starrem Denken in den Kategorien Alt und Jung soll das Lebensgefühl jedes/jeder Einzelnen in den Vordergrund gerückt werden. Wade e.V. engagiert sich für ein lebenswertes Leben im Alter durch:

  • Unterstützung von Initiativen, die alten Menschen zugutekommen.
  • Bundesweite Zusammenarbeit mit erfahrenen Organisationen, die es sich zum Ziel gemacht haben, alte Menschen zu unterstützen oder Not im Alter vorzubeugen.
  • Bilden einer starken Gemeinschaft aus Förderern und Mitgliedern.
  • Bieten eines Forums für Betroffene, Interessierte und engagierte Menschen, die sich zu allen Aspekten des Alters informieren oder austauschen möchten.

Um die Selbständigkeit und soziale Inklusion der Senior/innen zu fördern, unterstützt der Verein Initiativen, die alten Menschen, ihren Angehörigen und Pflegenden zugutekommen. Daneben initiiert der Verein eigene Projekte und Wettbewerbe, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für die Aspekte des Alterns zu wecken und dieses Thema im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern. Folgende Punkte fassen das Selbstverständnis des Vereins zusammen:

  • Glaube an die positiven Aspekte des Alters, ohne die Ängste und Gefahren des Alt-Seins zu beschönigen.
  • Ernstnehmen der alten Menschen und ihrer Angehörigen sowie gezieltes Eingehen auf ihre Bedürfnisse in Gegenwart und Zukunft.
  • Alter ist ein Thema mit hoher gesellschaftlicher Brisanz. Die Vereinsmitglieder wollen bewusst hinschauen und den demographischen Wandel als Herausforderung verstehen.
  • Es gebe keine Zeit zum Abwarten, da es bereits eine Vielzahl erfolgversprechender und innovativer Projekte gibt.
  • Überzeugung, dass Alter eine Zukunft hat und es viele „Wege aus der Einsamkeit“ gibt.

Die Projekte des Wade e.V. finanzieren sich durch den Erlös von Spenden, Mitgliedsbeiträgen und durch das Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen, Kooperationspartner/innen und Fürsprecher/innen. Wade e.V. ...

  • wurde  2007 gegründet.
  • setzt sich bundesweit für die Verbesserung der Lebensumstände alter Menschen und ihre Stellung in der Gesellschaft ein.
  • hat sich vorgenommen, positive Projekte rund um das Alter bekannter zu machen und nutzt dazu die sozialen Netzwerke Facebook, Twitter, Google+ und Pinterest.
  • will dem Alter ein positiveres Gesicht verschaffen.
  • will dem Alter Mut machen, mitzumachen.
  • unterstützt bundesweit Konzepte, die sich mit Themen rund ums Altern beschäftigen.
  • schreibt bundesweit Wettbewerbe zum Thema Alter aus, um so Ideen und Projekte bekannt zu machen und zu unterstützen.
  • will das Alter verstärkt mit in die digitale Welt nehmen.
  • bietet verschiedene Gesprächsrunden an, mehr dazu im zweiten Abschnitt dieses Beitrages.
  • ist die Vernetzung von Vereinen, Projektträgern und Aktiven untereinander, die sich mit dem Thema Alter auseinandersetzen, wichtig.
  • hat den Leitsatz: "Ein langes Leben soll Glück sein, keine Last!"
  • setzt sich für ein Miteinander der Generationen ein.

Die Vereinsvorsitzende Dagmar Hirche erhielt die 2011 den Preis "Goldenes Bild der Frau", der Verein gewann 2015 den Smart Hero Award für das Projekt „Wir versilbern das Netz“. 2016 kam der Verein unter die Finalisten bei der Google Impact Challenge und erhielt den Marie Simon Pflegepreis.


Aktion „Wir versilbern das Netz“

Vereinsmitglieder des Wade e.V. stellen sich die Frage, wie Menschen ab 65 Lebensjahren mitgenommen werden, die nicht im Netz sind und dies auch zukünftig nicht sein werden oder/und wollen.

Es gibt eine große Anzahl von älteren Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mit der digitalen Welt vernetzt sind. Diese Menschen werden noch viele Jahre Teil der Gesellschaft sein. Mitglieder des Wade e.V. befürchten, dass - wenn keine Lösung gefunden wird - immer mehr Informationen, Hilfestellungen und Wissenswertes verloren gehen. Es findet eine immer größere Isolation statt, dies kann dazu führen, dass diese Menschen ihre eigenen vier Wände früher verlassen müssen als gewünscht. Neben dem entstehenden wirtschaftlichen Schaden geht auch Generationsverständnis verloren, da ältere Menschen nicht mehr im direkten Umfeld leben.

Anwendungen - auch Applikationen (Apps) genannt - wie Smarthome und EHealth können durch Unkenntnis nicht genutzt werden obwohl diese eine große Hilfe im Alter bedeuten können. Auch für Menschen die auf dem Land mit abnehmender Nahversorgung leben - also Ärzte nicht mehr in der Nähe sind oder Bankfilialen schließen - können Internet-Anwendungen sehr hilfreich sein. Verlieren Menschen durch Krankheit oder Alter an Mobilität, können Sie sich durch die Nutzung des Internets die Welt nach Hause holen.

Aber auch Hörbücher ermöglichen es, trotz Nachlassen der Sehfähigkeit Freude an Büchern zu haben. Von den Vereinsmitgliedern werden viele Nutzungsmöglichkeiten als selbstverständlich wahrgenommen, sie sehen es daher als ihre Aufgabe an, ältere Menschen mit in diese Welt zu nehmen.

Als Lösungsweg bietet der Verein seit Ende 2014 kostenfreie Gesprächsrunden an:

  • „Wir versilbern das Netz. Das 1x1 der Smartphones und Tablets für Menschen 65+“
  • „Versilberer Cafés“
  • neu ist das Angebot „1x1 des OnlineBankings für Menschen 65+“ in Kooperation mit der Hamburger Sparkasse (Haspa)

Frau Hirche erklärt den Ablauf der Gesprächsrunden so: "Für erste Schritte braucht es immer ein wenig Mut, den wollen wir Menschen 65+ geben. In kleinen Gesprächsrunden mit maximal sechs Personen tauchen wir mit ihnen zusammen in die, für sie neue Welt der Smartphone und/oder  Tablets ein. Erst gibt es ca. eine Stunde Theorie, in der wir viele Begriffe erklären und dann werden an eigenen oder Geräten, die wir zur Verfügung stellen, geübt. WLAN-Anmeldungen werden geübt, die Homepages der Bahn und vom Hamburger Verkehrsverbund (HVV) werden aufgerufen, Verbindungen gesucht sowie je nach Wünschen üben wir andere praktischen Anwendungen. Die einzige Teilnahmebedingung ist, dass die Teilnehmer/innen 65 Jahre oder älter sein müssen."

Zur Annahme des Angebotes führt Frau Hirche aus: "Das Interesse an den Gesprächsrunden ist riesig und wir haben in 2,5 Jahren mit knapp 1.000 Senior/innen zwischen 66 und 94 Jahren erste Schritte gewagt, viele Teilnehmer/innen wünschen sich weitere Gesprächsrunden."

In den Versilberer Cafés treffen sich Senior/innen offline mit ihren Smartphones oder Tablets, üben sowie unterstützen sich gegenseitig. Der Verein bietet Begleitung bei dem Café an. Diese neue Form muss aber noch vom Verein und den Senior/innen geübt werden. Frau Hirche berichtet von humorvollen Runden, auch beim Anwendungswissen sind große Fortschritte zu beobachten.

Bei großer Nachfrage werden auch Seniorenwohnanlagen besucht und Bewohner/innen vor Ort geschult. Dazu berichtet Frau Hirche: "Auch dort regen wir an, regelmäßige Stammtische anzubieten, damit sich die Bewohner/innen beim Umgang mit den Smartphones/Tablets austauschen. Toll wäre es wenn Pflegeheime einige ihrer Aktivitäten auch online anbieten, sodass auch Bewohner/innen mitmachen können, die ihr Zimmer zwar nicht mehr verlassen, aber ein Tablet benutzen können. Holland wäre ein Beispiel, dort wird es bereits oft umgesetzt."

Zielgruppe für die Angebote sind Menschen 65+, die lernen wollen, mit dem Tablet oder Smartphone umzugehen, um so an vielen Aktivitäten und Kommunikation teilnehmen zu können. Aber auch, um die Technik - die sich im Smarthome und EHealth Bereich entwickelt und bald massentauglich sein wird - nutzen zu können.

Die Zielgruppe wird vor allem durch Presseberichte angesprochen. Es gibt sehr gute Erfahrungen mit den Wochenblättern und regionalen Zeitungen. Zweitens werden Senior/innen auf Straßenfesten, regionalen Messen und Seniorentagen erreicht. Drittens werden Verantwortliche in Seniorenwohnanlagen oder Pflegeeinrichtungen kontaktiert. Häufiger werden auch Erstkontakte über die Weiterempfehlung von Teilnehmer/innen aufgebaut.

Die Hürde für eine Teilnahme ist sehr klein: Interessierte rufen an, geben ihren Vor-und Nachnamen, die Telefonnummer, den Stadtteil, ihr Alter und ob sie ein Gerät besitzen an. Sobald Gruppen von sechs Teilnehmer/innen zusammengestellt wurden, werden die Interessierten telefonisch informiert und eingeladen. Die Gesprächsrunde soll in dem jeweiligen Stadtteil der Teilnehmer/innen umgesetzt werden, damit die Anfahrt nicht zu weit ist.

In Zukunft werden, je nach Nachfrage, weitere 1x1 Themen rund um die Smartphones/Tablets für Menschen 65+ angeboten werden. Als wichtig wird angesehen, dass es bundesweit Angebote in diesem Bereich gibt. Auch liegt es den Initiator/innen sehr am Herzen, dass mehr Apps für ältere Menschen entwickelt werden und diese auch von älteren Menschen genutzt werden können.


Erfahrungen bei der Projektumsetzung - Hinweise für Mitstreiter/innen

Die Initiator/innen des Vereins geben gern ihr Wissen an andere Vereine weiter, da der Bedarf in Hamburg und bundesweit nicht allein gedeckt werden kann. In Hamburg wird bereits mit vier Vereinen zusammengearbeitet. Wade e.V. leiht ihre Geräte an die anderen Vereine aus, damit auch dort die Gesprächsrunden angeboten werden können. Im Jahr 2017 soll Projekt nach Berlin und Lübeck transferiert werden.

Frau Hirche berichtet von ihren Erfahrungen im Pilotprojekt:

"Wir mussten lernen, dass wir wirklich mit den einfachsten Begriffen beginnen mussten, die ersten Teilnehmer haben uns entsprechend geschult. Auch Schulung der Handhabung muss ganz langsam erfolgen. Wir bieten nicht Gesprächsrunden für Anfänger an, da sich die meisten Senior/innen mit viel Wissen noch als Anfänger bezeichnen. Daher der Name "1x1", das lässt keine Interpretation zu.

Für die Theorie müssen den Teilnehmer/innen zum Nachlesen Kopien ausgehändigt werden. Die Erklärungen müssen langsam und deutlich erfolgen, wir richten uns nach dem Schwächsten. Die Teilnehmer/innen trauen sich zum Mitmachen weil sie wissen, keiner ist jünger als 65 Jahre, diese Bedingung weichen wir daher auch nicht auf. Heute würden wir sogar von 70+ sprechen, da ca. 80 Prozent der Teilnehmer/innen zwischen 72 und 87 Jahre alt sind. Ganz wenige sind jünger als 70, einige über 90 Jahre alt. 90 Prozent der Teilnehmer/innen sind weiblich. Vom Erfahrungsstand haben viele vor dem Angebot noch nie eine Homepage aufgerufen.

Wichtig ist es, Geräte zum Üben vorliegen zu haben. Wir machen keinen Trennung zwischen den verschiedenen Betriebssystemen (IOS, Android, Windows) und Typen. Jeder kann mit seinem Gerät üben und wir helfen. Windows mussten wir z.B. auch erst erobern. Wir haben Geräte mit verschiedenen Betriebssystemen vorliegen. Als Zaubergerät haben wir den Tablet/Smartphone-Stift entdeckt. Mittlerweile haben wir viele vorrätig und verkaufen diese. Am Anfang hatten wir nur Übungsstifte und fast alle wollten diese kaufen.

Ganz wichtig ist, dass die Runden Spaß und Mut machen. Die Gruppengröße sollten nie höher als sieben Personen sein, meist liegt die Anzahl bei sechs Personen. Weiterhin ist die Kostenfreiheit wichtig, da auch ältere Menschen mit sehr wenig Geld zu uns kommen sollen, meist haben sie ein Gerät geschenkt bekommen. WLAN erklären wir sehr ausführlich, da es auch was mit Kosten zu tun hat."

Bei der Projektumsetzung hatten die Initiator/innen folgende Hürden zu nehmen:

  • Das Erreichen der  Zielgruppe: Dafür wird die Presse benötigt, um keine kostenpflichtigen Anzeigen schalten zu müssen.
  • Die riesige Nachfrage kann nicht durch einen Verein erfüllt werden.
  • In Seniorenwohnanlagen und anderen Einrichtungen fehlt oft WLAN. Auch die Bereitschaft der Leitung, den Bewohner/innen eine Schulung zu ermöglichen, wird häufig vermisst.
  • Wenig finanzielle Unterstützung durch die Wirtschaft.
  • In Hamburg zeigte der Senat kein Interesse an der Arbeit des Vereins.
  • Die Forderung nach freiem WLAN in Einrichtungen und Seniorenwohnanlagen wird nicht politisch unterstützt.
  • Ehrenamtliche zu finden, da die Schulungen von 10 Uhr bis 13 Uhr stattfinden. Es wird sehr viel Wissen vermittelt, die Teilnehmer/innen sind oft hochaltrig und können den Inhalt vormittags viel besser aufnehmen.

Zurzeit bietet Wade e.V. so viele Termine wie möglich zusammen mit anderen Vereinen an (Freunde alter Menschen e.V., die Medienboten e.V., Kirche, Fischerhaus, Stiftung Ohlendorff’sche Villa). Berlin und Lübeck wollen 2017 mit dem gleichen Projekt starten, Wade e.V. wird die Schulung der ehrenamtlichen Trainer/innen vor Ort vornehmen. Hilfreich wäre es, wenn ein Unternehmen das Projekt finanziell unterstützt.

Filme von den Runden finden Sie auf der Plattform YouTube. Weitere Informationen bietet die Homepage des Vereins.

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Das Informationsportal www.pflegeguete.de ist ein Projekt der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V. (BIVA). Es soll einen differenzierten Einblick in die Qualität von Pflegeangeboten in Deutschland liefern. In Schleswig-Holstein können z.B. Bewertungen von 1.182 Angeboten eingesehen werden.

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Auf dem Internetportal Pflegegüte können Angebote nach Region, Ort, Umkreis, Art sowie Namen gefiltert werden. Je Pflegeangebot können Noten bzw. Erreichungsgrade angezeigt werden lassen. Diese Zahlen sind unterteilt in fünf Qualitätsbereiche:

  • Pflege & medizinischen Betreuung
  • Umgang mit demenzkranken Bewohner/innen
  • Soziale Betreuung & Alltagsgestaltung
  • Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft & Hygiene
  • Befragung der Bewohner/innen

Die Qualitätsbereiche sind wiederum in Indizes untergliedert, welche sich je Angebot unterscheiden. Denn stationäre Leistungen sind aufgrund ihrer Leistungsart anders als ambulante Angebote zu bewerten.

Das Portal wird durch die Stiftung Stark im Alter gefördert.

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Sie können zwei Hefte zur Mobilität im Alter kostenfrei herunterladen, in denen sich ältere Menschen über Möglichkeiten zum Erhalt ihrer Mobilität informieren können. In einem Heft werden Informationen zum öffentlichen Nah- und Fernverkehr geliefert, in einem weiteren Tipps zum privaten Auto.

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Die Betreiber/innen des Internetportals mobil-bleiben.de stellen die beiden Hefte zur Verfügung. Sie können sie sich hier herunterladen:

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Mit dem "Goldenen Internetpreis" wurden  dieses Jahr vorbildliche Projekte von und mit Senior/innen ausgezeichnet. Durch die Projekte sollen neue Medien wegweisend eingesetzt werden.

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Der digitale Einsatz kann zur Information, Kommunikation, erhöhter Selbstständigkeit, erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit und zum Austausch bei großen Herausforderungen eingesetzt werden. Die prämierten Projekte sollen sich durch Kreativität, Nutzen und Übertragbarkeit auszeichnen. Der Umgang mit neuen Medien soll auch zur gesellschaftlichen Teilhabe älterer Menschen beitragen. In drei Kategorien würdigen die Veranstalter/innen die alltägliche Nutzung digitaler Medien im Alter, das soziale Engagement mit Hilfe von Online-Anwendungen sowie die Weiterbildung von Senior/innen im IT-Bereich. Der Sonderpreis „Jung und Alt – gemeinsam online“ für generationsübergreifendes Engagement mit Hilfe neuer Medien wurde drei Mal vergeben.

Vergeben wird der Goldene Internetpreis von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, Deutschland sicher im Netz e.V., Wege aus der Einsamkeit e.V., Google Deutschland und der Deutschen Telekom. Die Preisträger/innen in den jeweiligen Kategorie sind:


Alltag

  • Preisträgerin (500 Euro): Rosemarie-Hoffmann (79) aus Werl setzt trotz Sehbehinderung Apple Watch, iPad und iPhone im Alltag versiert ein.

Soziales Engagement

  • 1. Platz (1.500 Euro): Walburga Bannwarth-Pabst (67) aus Frechen erstellt ehrenamtlich Websites für soziale Einrichtungen.
  • 2. Platz (1.000 Euro): Dagmar (62) und Hans-Joachim Krause (67) aus Braunschweig schulen im selbst organisierten „Techniktreff“ Sehbehinderte und Blinde im Umgang mit IT-Technik.

Starthilfe

  • 1. Platz (1.500 Euro): Irmtraud Janik (85) aus München organisiert und betreut PC und Internetkurse für Senior/innen.
  • 2. Platz (1.000 Euro): SeniorenNetz Erlangen im Bayerischen Roten Kreuz bietet mit Hilfe von einem vielfältigen Kursprogramm älteren Menschen den Einstieg in die digitale Welt.

Sonderpreis „Jung und Alt – gemeinsam online“

  • Preisträger (700 Euro): „Leinefischer im Netz“ Göttingen organisieren PC-Kurse von Insassen der Jugendanstalt Hameln mit Senior/innen.
  • Preisträger (700 Euro): „Memoro Deutschland – Die Bank der Erinnerungen e.V.“ mit Sitz in München veröffentlicht Kurzfilme mit Lebensgeschichten von Menschen über 60 Jahren.
  • Preisträger (700 Euro): Susanna Saxl, Mitarbeiterin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. mit Sitz in Berlin betreut eine Online-Selbsthilfegruppe für Angehörige von Patient/innen mit Frontotemporaler Demenz.

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Die Mediatage finden vom 07. bis zum 09.11.2016 in Kiel statt, besonders möchten wir auf das Thema "Inklusive Medienbildung" hinweisen.

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Das gesamte Programm der Mediatage können Sie online einsehen, bei der jeweiligen Veranstaltung können Sich sich über einen Link anmelden. Der Begriff Inklusion wird zwar häufig bei dem Thema Beeinträchtigung angewendet, ist aber auf viele gesellschaftliche Konstellationen anwendbar. So ist auch ein Leben mit Beeinträchtigungen vielfältiger als häufig angenommen. Beeinträchtigungen können z.B. von Geburt an bestehen, durch einen Ortswechsel oder auch durch biologisches Altern entstehen. Einschränkungen oder Besonderheiten können in verschiedenen Lebensbereichen wahrgenommen werden.

Auf die Aspekte Arbeit, Familie, Wohnen und Schule soll in vier Thementischen in Form eines World-Cafés eingegangen werden.

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In der Zeitschrift Forschung Aktuell, Ausgabe 10/2016, des Instituts Arbeit und Technik (IAT) wird unterstützende Technik für ältere Menschen betrachtet. In Fokusgruppen-Gesprächen wurden Senior/innen zu ihrer Meinung bezüglich technischen Assistenzsystemen befragt.

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Smartphones bieten Möglichkeiten, wie z.B. Gesundheitsmonitoring über die Ansammlung gesundheitsbezogener Daten oder die Verfolgung von Gesundheitsaktivitäten. Jedoch sind Menschen, die im Alter auf Hilfe angewiesen wären und die durch die Technik im Alltag unterstützt werden könnten, selten unter den Nutzer/innen. Das kann an einer Reihe von Missverständnissen liegen, es wurden Ängste und Informationsdefizite bei den befragten Personen ausgemacht. Daher müssten Beratung, Service, Ausstattung und Bedienung der Geräte besser auf die Bedürfnisse und Wünsche von älteren Menschen angepasst werden. Das IAT empfiehlt, die Zielgruppe dafür in den Entwicklungsprozess einzubinden.

Die gesamte Ausgabe können Sie online nachlesen.

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