Logo DISW

Engagiertes Leben

Der Hof „Wilde Wiesen“ der Familie Sellmer aus Böhnhusen ist der fünfte Hof einer Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz. Am 20.03. wird dort zu einer kurzen Informationsveranstaltung eingeladen.

Weiterlesen

In Schleswig-Holstein haben sich Bauernhöfe zusammengetan, um Angebote für Menschen mit Demenz zu etablieren und Unterstützung für Angehörige zu bieten. Beraten werden die Bauernhöfe vom Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein und der Landwirtschaftskammer, die gemeinsam dieses Projekt ins Leben gerufen haben. Beide schulen und begleiten die interessierten Höfe fachlich.

Ziel des Projektes „Bauernhöfe für Menschen mit Demenz“ ist es, innovative Entlastungsangebote und Betreuungsmöglichkeiten auf Höfen zu schaffen und Versorgungslücken im ländlichen Raum zu schließen. Durch dieses Angebot sollen auch die Angehörigen demenzerkrankter Menschen Entlastung finden. "Die Pflegekassen übernehmen für diese Entlastung im Alltag die Kosten mit bis zu 125,- € im Monat.“, informiert Anneke Wilken vom Kompetenzzentrum Demenz.

Malaika Sellmer aus Böhnhusen sucht für ihr Angebot noch Ehrenamtliche, die sie vor- oder nachmittags bei dem Hofbesuch der Menschen mit Demenz unterstützen. Eine Schulung für die Ehrenamtlichen wird ebenfalls von der Pflegekasse bezahlt und durch das Kompetenzzentrum durchgeführt.

Mehr zum Thema Demenz gibt es am 20.3.2018 um 16:30 Uhr im Gemeindehaus Böhnhusen. Anneke Wilken beantwortet Fragen wie: Was ist Demenz? Was kann ich als An- und Zugehöriger tun? Wie spreche ich mit den Betroffenen? Außerdem werden Möglichkeiten der Entlastung aufgezeigt. Die Veranstaltung ist kostenfrei und dauert 90 Minuten. Anmelden können Sie sich bei Malaika Sellmer unter info@hof-wilde-wiesen.de.

Bildunterschrift: Malaika Sellmer freut sich auf Gäste und Helfer für ihr neues Hofangebot für Menschen mit Demenz

Schließen


Der Landesseniorenrat Schleswig-Holstein e.V. (LSR) ist die Interessenvertretung der Senior/innen in Schleswig-Holstein. Der Vorstand des LSR wird regelmäßig auf dem Mitgliederversammlungen des Vereins gewählt. In diesem Beitrag ist der aktuelle Vorstand abgebildet.

Weiterlesen

Von rechts nach links setzt sich der aktuelle Vorstand zusammen aus:

  1. Vorstandsvorsitzender Peter Schildwächter
  2. Beisitzer Gernd Finke
  3. Beisitzer Reinhard Vossgrau
  4. Schatzmeisterin Heidemarie Bohnert
  5. Stellvertretender Vorsitzender Dr. Hubert Hoser
  6. Stellvertretende Vorsitzende Helga Schultz
  7. Schriftführerin Maria Pötter

Gemeinden, Städte und Kreise in Schleswig-Holstein, die einen Seniorenbeirat oder Seniorenrat eingerichtet haben, können Mitglied im Landesseniorenrat sein. Gemeinsames Ziel ist es, die Gesellschaft im Interesse der älteren Generation mitzugestalten. Zu seinen Hauptaufgaben gehören die Sensibilisierung für die berechtigten Bedürfnisse und Interessen der Älteren, die Förderung der Solidarität zwischen den Generationen und Inklusion als gesellschaftliches Prinzip zu fördern. So soll jede/r am sozialen, kulturellen und politischen Leben teilnehmen können.

Mehr erfahren Sie auf der - derzeit noch zu aktualisierenden - Homepage des LSR. Der LSR wird vom Deutschen Institut für Sozialwirtschaft wissenschaftlich begleitet.

Schließen


Der Deutsche Engagementpreis soll die Anerkennung von freiwilligem Engagement stärken und den Einsatz für eine lebenswerte Gesellschaft würdigen. Der Preis macht als Dachpreis das bürgerschaftliche Engagement der Menschen in Deutschland sichtbar.

Weiterlesen

Initiator und Träger des seit 2009 vergebenen Deutschen Engagementpreises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluss der großen Dachverbände und unabhängigen Organisationen des Dritten Sektors sowie von Expert/innen. Förderer des Deutschen Engagementpreises sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Generali Deutschland AG und die Deutsche Fernsehlotterie.

685 Nominierte waren im Rennen um den Deutschen Engagementpreis. 65 Prozent der Nominierten engagierten sich für Kinder und Jugendliche und knapp die Hälfte setzt sich für die nachhaltige Integration Geflüchteter ein. Aus Nordrhein-Westfalen kommen die meisten Nominierten. Die meisten Nominierten pro Einwohner sind allerdings im Saarland ansässig, gefolgt von Bremen und Thüringen. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 35.000 Euro verliehen. Für den Deutschen Engagementpreis konnten ausschließlich die Preisträger/innen anderer Engagementpreise nominiert werden. Vorgeschlagen wurden die Nominierten von insgesamt 232 Ausrichter/innen von Preisen für bürgerschaftliches Engagement.

Die Preisträger/innen waren:

  • Leinefischer im Netz der Jugendhilfe Göttingen, ein Projekt in dem jugendliche des offenen Vollzugs ehrenamtlich Computerkurse für ältere Menschen anbieten
  • Bürgerwerke eG für den Aufbau einer bundesweiten Energiegenossenschaft
  • Datteltäter, ein kritischer Satirekanal zu Themen wie z.B. Rassismus
  • Eltern-Kita-Sprachmittler/innen des Friedenskreises Halle
  • Allianz gegen Rechtsextremismus der Metropolregion Nürnberg für die Stärkung der Demokratie

Mehr zu den einzelnen Preisträger/innen erfahren Sie auf der Homepage des Engagementpreises.

Schließen


Das Altenparlament in Schleswig-Holstein hat sich mit den Anträgen der Arbeitskreise, aus denen sich einige Beschlüsse ergeben haben, beschäftigt. Zu dem Arbeitskreis 1 – Kriminalitätsprävention und Verbraucherschutz, dem Arbeitskreis 2 – Armutsprävention sowie dem Arbeitskreis 3 – Gesundheitsprävention können Sie sich auf der Homepage des Landtages einen Überblick über die einzelnen Anträge verschaffen und diese jeweils als PDF abrufen.

Weiterlesen

Nachfolgend werden einige alterspolitisch relevante Beschlüsse skizziert:

Spezielles Opferschutzprogramm für Senior/innen (Arbeitskreis 1): Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert, sich für ein spezielles Programm des Opferschutzes für Senior/innen im Land einzusetzen. Demnach sollen Organisationen wie beispielsweis die Polizei besonders geschulte Ansprechpartner/innen zur Verfügung stellen. Dafür sind die notwendigen Ressourcen auf finanzieller, personeller und sächlicher Ebene sicherzustellen.

Vergrößerte Schriftgröße auf Verpackungen (Arbeitskreis 1): An den Schleswig-Holsteinischen Landtag und die Landesregierung wird die Bitte formuliert, Beschriftungen für Nahrungs- und Genussmittel sowie für Arzneimittel leichter lesbar zu gestalten.

Einsicht in die Patient/innenakte (Arbeitskreis 1): Die Landesregierung Schleswig-Holstein erhält die Aufforderung für einen Einsatz im Bundesrat für die einfache, klare und übersichtlich gestaltete Möglichkeit der Einsicht in die Patient/innenakte. Darüber sollen die Patient/innen mittels eines Flyers informiert werden.


Wirkungsvolle Maßnahmen gegen Armut im Alter (Arbeitskreis 2): Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung erhalten die Aufforderung für einen Einsatz im Bundesrat sowie gegenüber der Bundesregierung hinsichtlich wirkungsvoller Maßnahmen gegen stetig steigende Armut im Alter.

Um Altersarmut zu vermeiden, sei die politische Umsetzung der folgenden Maßnahmen notwendig:

  • ein Arbeitslohn, der zum Leben reicht durch einen deutlichen Ausbau sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse sowie eine zeitnahe Steigerung des Lohnniveaus,
  • eine Beschäftigungspolitik, die einer sozialen Orientierung folgt (z.B. Begrenzung der Leiharbeit),
  • eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns,
  • eine sozialgerechter ausgestaltete Gesetzliche Rentenversicherung, die drastischen Kürzungen des Rentenniveaus rückführen, die Anhebung des Renteneintrittsalters abschaffen
  • eine Altersvorsorge, in der die gesetzlichen Rente wieder eine wesentliche Rolle einnimmt.

Das Deutsche Rentensystem grundlegend überarbeiten (Arbeitskreis 2): Die Landesregierung und der Schleswig-Holsteinische Landtag erhalten die Aufforderung zur nachhaltigen und generationenverträglichen Stärkung des Rentensystems in der Bundesrepublik und zum Start einer Bundesinitiative zur grundlegenden Überarbeitung des Rentensystems mit dem Ziel, allen arbeitenden Personen im Alter eine zur Sicherung des Lebensunterhalts und -standards ausreichende Rente gewährleisten zu können. Gefordert wird eine solidarisch finanzierte Rente, die keiner weiteren staatlichen Unterstützung bedarf.

Erhöhung des Rentenniveaus (Arbeitskreis 2): Die Landesregierung Schleswig-Holstein erhält die Aufforderung für den Einsatz im Bundesrat hinsichtlich einer Novellierung des RV-Nachhaltigkeitsgesetzes. Die Steigerung und künftige Konsistenz des Rentenniveaus auf 55% muss erreicht werden.

Grundfreibetrag (Arbeitskreis 2): Die Landesregierung und der Schleswig-Holsteinische Landtag erhalten die Aufforderung zum Einsatz im Bundesrat für die folgenden Zielsetzungen:

  • ab 2018 ist für alle Steuerzahler/innen der Grundfreibetrag zur Vermeidung eines Rückfalls unter die Armutsgrenze bei Renten- bzw. Lohnerhöhungen neu zu berechnen
  • neues Überdenken der 2005 eingeführten nachgelagerten Besteuerung von Renten unter Berücksichtigung der steigenden prekären Arbeitsverhältnisse und deren Folgen für die künftigen Rentner/innen mit der Agenda 2010

Grundsicherungsfreibetrag (Arbeitskreis 2): Die Landesregierung Schleswig-Holstein erhält die Aufforderung zum Einsatz im Bundesrat für die Einführung eines Freibetrags in der Grundsicherung.

Neuordnung der Pflege- und Krankenversicherung (Arbeitskreis 2): Die gesetzliche Krankenversicherung sollte zur Pflichtversicherung und die bisherige Privatversicherung zur Zusatzversicherung für alle umgestaltet werden. Die Ermöglichung eines Wechsels der Krankenkasse zu jeder Zeit sollte eingeführt werden.

Beitragsbemessungsgrenze bei Renten-, Pflege- und Krankenversicherung abschaffen (Arbeitskreis 2): Zur gerechteren Beteiligung der Besserverdiener/innen an den steigenden Kosten, sollte eine Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenzen bei Renten-, Pflege- und Krankenversicherung stattfinden.

„Seniorentickets“ als Service für alle älteren Bürger/innen Schleswig-Holsteins flächendeckend einführen (Arbeitskreis 2): Die Landesregierung und der Schleswig-Holsteinische Landtag erhalten die Aufforderung zur Schaffung der finanziellen und rechtlichen Voraussetzungen verbilligter Fahrpreise für alle älteren Mitbürger/innen im Rentenalter.


Eine Strategie bezüglich der landesweiten Umsetzung des Präventionsgesetzes erarbeiten (Arbeitskreis 3): Die Landesregierung und der Schleswig-Holsteinische Landtag erhalten die Aufforderung zur Erarbeitung einer landesweiten Umsetzungsstrategie des Präventionsgesetzes sowie zur Erarbeitung und Realisierung von speziellen Präventionsprogrammen für Personen über 70 Jahren auf der Basis der Landesvereinbarung und des neuen Koalitionsvertrages.

Gesundheitsprävention für Senior/innen durch Sport (Arbeitskreis 3): Die Landesregierung und der Schleswig-Holsteinische Landtag erhalten die Aufforderung zur weiteren finanziellen Unterstützung für präventiven Senior/innensport nachdem die bisherigen Projekte diverser Verbände oder Institutionen ausgelaufen sind.

Stärkung der Prävention und Weiterentwicklung des Demenzplans (Arbeitskreis 3): Die Landesregierung Schleswig-Holstein erhält die Aufforderung zur Fokussierung der Prävention in der Weiterentwicklung des Demenzplans mit vor allem folgenden Zielen:

  • flächendeckende Angebote der Beratung über die vorbeugende Wirkung und Bedeutung der Ernährung für das Gehirn und den Körper,
  • umfassende Angebote der Beratung über die vorbeugende Wirkung und Relevanz von sportlichen und bewegungsreichen Aktivitäten sowie die Sicherstellung von flächendeckenden altersgerechten Bewegungs- und Sportangeboten durch mehr Kooperationen mit den Kommunen,
  • flächendeckende Beratung über die vorbeugende Wirkung und Bedeutung sowie diverse Aktivitäten zum Erhalt der geistigen Fitness gewährleisten und fördern,
  • flächendeckende Angebote des sozialen Austauschs und des gemeinschaftlichen Engagements fördern.

7. Altenbericht der Bundesregierung umsetzen (Arbeitskreis 3): Alle Kommunen erhalten die Aufforderung zur Umsetzung der Vorschläge des 7. Altenberichtes.

In der vom Landtag als PDF zur Verfügung gestellten Datei erhalten Sie ausführliche Beschreibungen zu den Beschlüssen des Altenparlaments 2017.

Schließen


Die Zeitschrift „BaS impulse“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS) hat es zum Ziel, wichtige Themen kurz zusammenzufassen, die diesbezüglichen Expertisen und Handlungsoptionen der Seniorenbüros erkenntlich zu machen und die Leser/innen zum Weiterdiskutieren anzuregen. Bei der Veröffentlichung handelt es sich um ein Papier, welches in unregelmäßigen Abständen herausgebracht wird.

Weiterlesen

Die erste Ausgabe dieses Jahres von „BaS impulse“ trug den Titel „Solidarität in einer älter werdenden Gesellschaft – Folgerungen aus dem Siebten Altenbericht“. Die BaS hat mit der Ausgabe die Erkenntnisse der Debatte, im Rahmen der Tagung vom 10. Mai 2017 in Heidelberg, im Hinblick auf die Betrachtung der Ergebnisse des zuletzt veröffentlichten Altenberichts und die Beleuchtung dieser hinsichtlich ihrer Relevanz für die Praxis zugänglich gemacht. Demnach werden die folgenden Aspekte des Altenberichtes aufgeführt und beschrieben, wobei diese nicht die Umfänglichkeit der Erkenntnisse abzubilden vermögen:


Sorge und Mitverantwortung

In ihrem Bericht weist die Kommission auf die Notwendigkeit zur Anerkennung der Komplexität der querschnittsorientierten Senior/innenpolitik sowie zur Schaffung der Voraussetzungen zu einem kooperativ geprägten Vorgehen der diversen haupt- und ehrenamtlichen Akteur/innen hin. Somit könne unter dem Aufbau „zukunftsfähiger Gemeinschaften“ in keinem Fall der Rückzug des Sozialstaates aus der Verantwortung verstanden werden. In dem Bericht findet eine intensive Auseinandersetzung mit den Herausforderungen auf den zentralen Ebenen des Wohnens, der Gesundheit und Pflege statt. Diese gelten als bereits für sich große Problembereiche, die z.T. auch noch marktförmig organisiert sind. Des Weiteren werden die Aspekte des Daseinsvorsorge und Subsidiarität, die Verschiedenheit der materiellen und räumlichen Strukturen in den Regionen sowie die Ungleichheit der Geschlechter und der Lebenslagen analysiert. Zur Bewältigung der mit dem demografischen Wandel verbundenen Herausforderungen wird die Stärkung und Befähigung der Kommunen als zentraler Punkt erachtet. Demzufolge bedarf es wirksamkeitsfördernde Bedingungen für Eigeninitiative, gesellschaftliche Solidarität und die notwendige öffentliche Daseinssorge über die Eigenverantwortlichkeit hinaus. Solche Bedingungen zu schaffen und damit auch hochaltrige Personen einerseits als Leistungsempfänger/innen und andererseits als Kompetenzen- und Ressourcenträger/innen zu verstehen, kann als wünschenswertes Ergebnis angesehen werden.

Die vielen politischen Empfehlungen des Altenberichtes beinhalten als wesentlichen Kern die Forderung eine „Gemeinschaftsaufgabe Demografischer Wandel“ zu formulieren. Daneben wird der Vorschlag zu einem Altenhilfestrukturgesetz angebracht.


Soziale Ungleichheit und Teilhabe

Trotzdem Deutschland eines der reichsten Länder der Welt ist, ist es von einer relativen Ungleichheit der Lebenslagen gekennzeichnet. Die Zugangschancen zu sozialen oder gesundheitliche Leistungen, Bildung und Einkommen sind durch Merkmale, wie Ethnie, Schichtzugehörigkeit, Wohnort und Geschlecht entscheidend geprägt. Diese Diskrepanzen in der gesellschaftlichen Teilhabe werden auch im Altenbericht ausführlich berücksichtigt. Demnach finden Themen der Altersarmut, der Gesundheit sowie der Benachteiligung von Frauen und die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung oder älteren Schwulen und Lesben Raum für eine analytische Auseinandersetzung u.a. mit deren Exklusionswirkungen, die besondere negative Effekte im höheren Alter aufweisen.

Unabhängig von der Armutsdefinition sind gravierende Unterschiede in der materiellen Ausstattung zwischen bestimmten Gruppen unabweisbar. Als besondere Erschwernisse sind die mit dem Alter zumeist verbundene Reversibilität und die Auswirkungen lebenslanger Benachteiligungen zu verstehen. Davon betroffen sind in einem überproportionalen Anteil Frauen, die zumeist geringere Einkommen als Männer aufweisen und parallel geringere Renten wegen Unterbrechungen in der beruflichen Tätigkeit beziehen. Außerdem ist die Annahme eines Anstiegs älterer Menschen, die auf Unterstützungen des Staats angewiesen sind eine zentrale Annahme des Altenberichts.

Als positive Aspekte werden dagegen die im letzten Jahrhundert eklatant zunehmende Lebenserwartung der Menschen und der meist gute Gesundheitszustand der älteren Personen angeführt. Entsprechend ist nur eine relativ kleine Gruppe Pflegebedürftiger zu verzeichnen, wobei diese den höheren Altersgruppen angehören. Allerdings wird die absolute Zahl der pflegebedürftigen Menschen in der Zukunft steigen. Als Risikogruppen im Hinblick auf die Pflegebedürftigkeit werden insbesondere Frauen und Migrant/innen in Begründung der Rollenverteilungen und der Arbeitsbedingungen erachtet. Solche und andere beobachtbaren Ungleichverteilungen bedürfen eines Handels auf politischer Ebene und einem aktiven Gegensteuern, um dem verfassungsmäßigen Gleichheitsgrundsatz Rechnung zu tragen sowie den drohenden Verlust der Autonomie bei Pflegebedürftigkeit zu mindern bzw. zu beseitigen.


Engagement und Partizipation

In vielen Abschnitten der Ausführungen des Altenberichts wird das Potenzial einer angemessenen Einbindung des gesellschaftlichen Engagements aufgegriffen. Damit ist Bezug genommen auf die mangelnde Unterstützung, Förderung und Wahrnehmung dieser wichtigen Ressourcen der zivilen Gesellschaft. Parallel wird die Warnung hinsichtlich einer einseitigen Indienstnahme der freiwilligen Leistungen formuliert. Vielmehr bedarf es nach Meinung der Kommission abgestimmte, d.h. in gleichberechtigter Weise der Akteur/innen ausgehandelte Unterstützungssettings. Schwierig wird dies jedoch in den Bereichen der Pflege und Gesundheit, da diese Sektoren diverse Regelungen aufweisen und wirtschaftlichen Interessen unterliegen. Detailliertere Hinweise zur Gestaltung sinnvoller und solidarischer Arrangements stehen in dem 2. Engagementbericht der Bundesregierung zur Verfügung.

Zu berücksichtigen gilt in Bezug auf ehrenamtliches Engagement die Bedeutung von Partizipation im Sinne der Erweiterung für eine stärkere Mitwirkung auf der Basis der Freiwilligkeit. Erforderlich ist ein Diskurs über soziale Tugenden auf beiden Seiten.


Kommunen und Seniorenbüros

Die jeweiligen Lebensbedingungen durch Maßnahmen des Ausgleichs in eine Chancengleichheit zu bringen und diese nicht als Schicksal zu betrachten, wird bereits in Artikel 72 des Grundgesetzes mit der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse thematisiert.

Mit diesem Anspruch, der in der Realität durch sehr differente regionale und wirtschaftliche Verhältnisse begrenzt wird, setzt sich auch der Altenbericht umfänglich auseinander. Folglich kommt die Kommission dem Bemühen den Begriff der Subsidiarität neu auszufüllen und die Gestaltungsmacht dessen wieder stärker auf den kleineren Ebenen, insbesondere den Kommunen anzusiedeln nach. Dafür müssen laut des Berichtes ein Abbau rechtlicher Hemmnisse, eine Erweiterung politischer Handlungsspielräume und die Schaffung der finanziellen Voraussetzungen vollzogen werden.

Hiermit findet der Tätigkeitsradius der Seniorenbüros, die auf kommunaler Ebene aktiv sind, Berücksichtigung. Folglich können die Seniorenbüros im Spannungsfeld der Unterstützung von freiwilligem Engagement und der Förderung eines selbstbestimmten Älterwerdens wirksam agieren. Ziel der Arbeit der Seniorenbüros ist die gerechte Teilhabe unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen an der von Vielfältigkeit geprägten Gesellschaft.

Für die eigene Auseinandersetzung mit den oben beschriebenen Themenschwerpunkten steht Ihnen die BaS impulse Ausgabe 1/2017 als PDF zur Verfügung. Darüber hinaus können Sie hier auf die bisher veröffentlichten Ausgaben des BaS impulse zugreifen.

Schließen


Die Bibliothek des Deutschen Zentrums für Altersfragen hat sich in diesem Jahr auch mit politischer Partizipation von älteren Menschen - vor allem im Kontext der parlamentarischen Wahlen – befasst. Lesen Sie hier eine Auswahl der entsprechenden Literaturhinweise.

Weiterlesen

Direkt kostenfrei und online können Sie folgende Quellen abrufen:

Brenke, Karl / Kritikos, Alexander S. (2017): Wählerstruktur im Wandel. DIW-Wochenbericht, S. 595-606.

Stadtmüller, Sven (2014): Demografische Alterung und politische Machtverhältnisse.


Folgende Bücher bzw. Herausgeberbände sind zu dem Thema erhältlich:

Biermann, Paul (et al, 2016): Politische Bildung im Alter. "Wir waren ein bisschen wilder und sind jetzt altersmilde geworden".

Bundeswahlleiter (Hrsg., 2014): Wahlbeteiligung und Stimmabgabe der Männer und Frauen nach Altersgruppen (Wahl der Abgeordneten des Europäischen Parlaments aus der Bundesrepublik Deutschland am 25. Mai 2014; H. 4).

Holtmann, Everhard (2017): Der Parteienstaat in Deutschland. Erklärungen, Entwicklungen, Erscheinungsbilder. Bundeszentrale für Politische Bildung.

Kaeding, Michael / Haußner, Stefan / Pieper, Morten (2016): Nichtwähler in Europa, Deutschland und Nordrhein-Westfalen. Ursachen und Konsequenzen sinkender Wahlbeteiligung.

Konzelmann, Laura / Bergmann, Michael / Rattinger, Hans (2014): Demographic change in Germany - its political.

Wiesendahl, Elmar (Hrsg., 2017): Parteien und soziale Ungleichheit.


Diese Beiträge finden Sie in Herausgeberbänden und Fachzeitschriften:

Arndt, Christoph (2014): The electoral consequences of reforming a Bismarckian welfare state. In: Staffan Kumlin / Isabelle Stadelmann-Steffen (Hrsg.): How welfare states shape the democratic public. S. 132-155.

d'Antonio, Oliver / Munimus, Bettina (2017): Parteien und die Altenrepublik Deutschland. In: Elmar Wiesendahl (Hrsg.): Parteien und soziale Ungleichheit. S. 303-329.

Arnold, Felix / Freier, Ronny / Kroh, Martin (2015): Geteilte politische Kultur auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung? DIW-Wochenbericht, S. 803-814.

Europawahl 2014. Mit der EU verbinden die Bürger vor allem Freiheit und Mobilität. Informationsdienst Alter & Forschung, S. 3-15.

Kobold, Kevin (2014): Wahlverhalten bei der Bundestagswahl 2013 und der Europawahl 2014 - ein Vergleich. Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistiken. Wirtschaft und Statistik, 2014, S. 718-732.

Milic, Thomas / Sidler, Andreas (2016): Politische Partizipation im Alter - Entwicklung und Interpretationen. Angewandte Gerontologie appliquée, S. 12-14.

Parteibindung im Zeitverlauf. wenn die Gesellschaft immer älter wird - wählt sie dann zunehmend konservativ? Informationsdienst Alter & Forschung (2014), S. 17-20.

Schmidt, Manfred G. (2015): Auf dem Weg in die Gerontokratie. Der Bürger im Staat, S. 88-94.

Schließen


Der Dachverband Lesben und Alter verfolgt die Ziele der Stärkung der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Lebenssituationen alter und älterer lesbisch lebender Frauen sowie die Vertretung der Interessen dieser Bevölkerungsgruppe auf politischer und verbandsbezogener Ebene. Auch seien die politisch relevanten Themen aller Frauen, lesbisch lebend oder nicht, inbegriffen.

Weiterlesen

Dazu unterhält der Dachverband Kooperationen zu der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS), zu Vertreter/innen der Frauen- und LGBT-Gleichstellungpolitik sowie arbeitet mit Wohlfahrts- und Senior/innenverbänden zusammen. Zudem wird eine Mitgliedschaft in der BAGSO e.V. angestrebt.

Die Tätigkeit des Dachverbandes bezieht sich auf die Unterstützung der Mitgliedsverbände u.a. im Rahmen einer gemeinsamen Entwicklung von Positionen zu altersrelevanten Themenfeldern. Weiterhin bietet der Verband fachliche Informationen, Beratungen zu Veranstaltungen, Expert/innen-Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit an und richtet Fachtagungen aus.

Auf der Homepage können Sie sich ausführlich über den Dachverband Lesben und Alter, seine Veranstaltungen und Tätigkeitsfelder informieren.

Schließen


Die 13. Woche des bürgerschaftlichen Engagements wurde am 08.09.2017 eröffnet. Die Aktionswoche lief in die diesem Jahr bis zum 17. September. Laut der Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley engagierten sich über 30 Millionen Bürger/innen freiwillig für gesellschaftliche Belange.

Weiterlesen

Erstmalig fand im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Woche des bürgerschaftlichen Engagements ein Engagement-Markt statt. Initiativen und engagierte Unternehmen gestalteten an ihren Ständen ein buntes Mitmachprogramm, das die Vielfalt des Engagements aus nächster Nähe erlebbar machte.

Weitere Programmhighlights waren die Vorstellung der engagementpolitischen Empfehlungen des BBE zur Bundestagswahl, der Auftritt des Begegnungschors sowie ein Interview mit den diesjährigen  Engagement-Botschafter/innen, die vorbildhaft und repräsentativ für das freiwillige Engagement in Deutschland stehen: Jan Duensing von Feiner Fußball, Farsaneh Samadi vom Mehrsprachigkeit e.V., Nana Schön von Jugend hackt und Elena Tzara vom Foodsharing e.V.

Seit 2004 würdigt das BBE mit der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements den Einsatz der über 30 Millionen freiwillig Engagierten. Im Fokus stehen Menschen, die sich eigeninitiativ oder in Unternehmen, Stiftungen, Verbänden oder Einrichtungen für einen guten Zweck engagieren. Vorgestellt werden innovative Projekte sowie phantasievolle Aktionen und Beispiele aus den Bereichen Bildung, Erziehung, Sport, Kultur, Umweltschutz, Völkerverständigung, Gesundheit oder Migration.

Die nächste Woche des bürgerschaftlichen Engagements findet vom 14. bis zum 23.09.2018 statt.

Schließen


Am 20. und  21.11.2017 findet in Osnabrück die Fachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS) mit dem Titel „Selbstbestimmt und engagiert älter werden – mit den Seniorenbüros im kommunalen Raum“ statt. Das Programm der Fachtagung beinhaltet Referate, Workshops, Projektgespräche sowie Filme mit dem Fokus auf die Mitgestaltung und Förderung des guten Alterns in der Kommune.

Weiterlesen

Die auf Beteiligung ausgerichteten und praxisnahen Programmpunkte wechseln sich während der Tagung mit den vortragsorientierten und inputbezogenen Elementen von Expert/innen ab. Das Programm der BaS-Jahresfachtagung steht Ihnen als PDF mit detaillierteren Informationen zur Verfügung. Auf der Internetseite der BaS wurde ein Dokument zur Anmeldung zur Verfügung gestellt.

Schließen


„SelbstBestimmt im Alter! Vorsorge-Unterstützung im Team“ ist ein Projekt der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS), in dem Selbstbestimmung in Verbindung mit dem Bedarf einer guten Versorgung im Alter verbunden werden sollen. In dem Projekt soll es um die Entwicklung von Modellen entsprechender Unterstützungen gehen.

Weiterlesen

Bundesweit sind bereits 15 Seniorenbüros an dem Projekt beteiligt:

  • Berlin, Sozialwerk Berlin e.V.
  • Bingen, Treff im Stift
  • Bremen, Ambulante Versorgungsbrücken e.V.
  • Bocholt, Stadt Bocholt
  • Celle, Frauenräume in Celle e.V.
  • Flensburg, Stadt Flensburg
  • Hanau, Stadt Hanau, MGH Fallbach (MGH)
  • Mülheim a.d. Ruhr, Stadt Mülheim
  • Neumünster, Stadt Neumünster
  • Norden, KVHS Norden
  • Offenburg, Stadt Offenburg
  • Regensburg, Stadt Regensburg
  • Saalfeld-Rudolstadt, AWO KV Saalfeld-Rudolstadt
  • Starnberg, Caritasverband Starnberg e.V.
  • Wartburgkreis, Sozialwerk des Demokratischen Frauenbundes, LV Thüringen e.V.

Die drei Schwerpunkte des Projektes sind:

  • Leistungen der Vorsorge und Beratung,
  • Niedrigschwelligkeit der Unterstützungsangebot mittels Vernetzung,
  • Bürgerschaftliches Engagement fördern.

Förderung erhalten die Projekte vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ausführliche Informationen zu dem Projekt finden Sie online.

Schließen


seniorenpolitik-aktuell.de
Datenschutzübersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Erfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Erkennen von Ihnen, wenn Sie zu unserer Website zurückkehren, und helfen unserer Redaktion zu verstehen, welche Bereiche der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.

.moove-gdpr-branding-cnt,.moove-gdpr-company-logo-holder {display: none;} #moove_gdpr_cookie_info_bar p{text-shadow: none;}