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Der neue Beirat für Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wurde zum ersten Mal einberufen. Zielsetzung ist es, die Umsetzungen zur besseren Vereinbarkeit von abhängiger Beschäftigung und Pflegetätigkeit im familiären Umfeld zu überwachen. Der Beirat wurde zunächst für 5 Jahre einberufen, dies kann um weitere 5 Jahre verlängert werden.

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Grundlage zur Einberufung des Beirates ist § 14 des Gesetzes über die Familienpflegezeit. Des Staatssekretär des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) leitete die konstituierende Sitzung. Der Beirat beschäftigt sich "mit Fragen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, er begleitet die Umsetzung der einschlägigen gesetzlichen Regelungen und berät über deren Auswirkungen." Die Themenstellungen können vom BMFSFJ vorgegeben werden. Zunächst will der Beirat sich mit sich zunächst mit der Erfassung und Analyse vorhandener Daten, Statistiken und Umfragen, der Auswertung von Fachliteratur und internationalen Studien im Bereich der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie mit den Bedarfen pflegender Erwerbstätiger befassen.

Ein erster Bericht des Gremiums muss erst im Juni 2019 vorliegen. Alle derzeitigen Mitglieder des Beirates sind:

Prof. Christel Bienstein (Vorsitzende), Universität Witten/Herdecke
Prof. Dr. Andreas Hoff (stellvertretender Vorsitzender), Hochschule Zittau/Görlitz
Andreas Besche, Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.
Brigtte Bührlen, Wir! Stiftung pflegender Angehöriger
Manfred Carrier, Diakonie Deutschland - Evangelischer Bundesverband
Herbert Heyd, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes
Susanne Kahl-Passoth, Deutscher Frauenrat
Monika Kaus, Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Gernot Kiefer, GKV-Spitzenverband
Uwe Lübking, Deutscher Städte- und Gemeindebund
Hartmut Matiaske, Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände
Silke Niewohner, Wir pflegen - Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland e.V.
Christina Ramb, BDA - DIE ARBEITGEBER
Dr. Simone Real, Sozialverband Deutschland
Christel Riemann-Hanewinckel, Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen e.V.
Martin Rosowski, Bundesforum Männer - Interessenverband für Jungen, Männer und Väter e.V.
Dr. Anja Schneider, Deutscher Hospiz- und PalliatvVerband e.V.
Bernhard Scholten, Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz
Ulrich Silberbach, dbb beamtenbund und tarifunion
Jana Teske, Arbeiterwohlfahrt - Bundesverband e.V.
Anja Weusthoff, DGB-Bundesvorstand

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An der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg findet am 22.10. eine Diskussionsveranstaltung statt, die auch kurzentschlossenen Interessierten offen steht. Es sollen verschiedene Entlastungsangebote vorgestellt und diskutiert werden.

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Veranstalter sind die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen Hamburg und der Verein wir pflegen - Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde in Kooperation mit dem Competence Center Gesundheit.

Wo: Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Versammlungsstätte (im Erdgeschoss), Alexanderstraße 1, 20099 Hamburg

Wann: 22.10.15, 15:00 - 18:30

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Um eine Anmeldung unter kisswandsbek@paritaet-hamburg.de oder 040/399 263 35 wird gebeten, Kurzentschlossene sind jedoch auch herzlich willkommen.

Weitere Informationen liefert das komplette Programm.

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2011 verstarben laut Statistischem Bundesamt ein drittel aller Menschen in der BRD in stationären Pflegeeinrichtungen. Dies beudetet unter anderem, dass sich nicht nur die BewohnerInnen, sondern auch die Pflegenden regelmäßig mit dem Tod auseinandersetzen müssen. Dazu gehört im professionellen Kontakt auch die palliative Versorgung. Hier können Sie sich einen Überblick über aktuelle Literaturempfehlungen verschaffen.

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Das Deutsche Zentrum für Altersfragen empfiehlt zunächst einige (Sammel-)Werke:

Borckholder, Thomas (2015): Der Tod im 21. Jahrhundert: eine Untersuchung der gesellschaftlichen Einstellungen zum Tod in der Bundesrepublik Deutschland; dargestellt anhand der Ritualanwendungen beim Tod und Begräbnis. ISBN 978-3-7347-7749-3

George, Wolfgang (2014): Sterben in stationären Pflegeeinrichtungen: Situationsbeschreibung, Zusammenhänge, Empfehlungen. ISBN 978-3-8379-2430-5

Wüller, Johannes (2014): Palliativpflege. ISBN 978-3-437-25271-6

Föllmer, Johanna (2014): Palliativversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung: zur Hospizversorgung nach § 39a SGB V und zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung nach § 37b SGB V. ISBN 978-3-642-41317-9

Großklaus-Seidel, Marion (2014): Ambulante und stationäre Palliativpflege. ISBN 978-3-17-022397-4

Thönnes, Michaela (2013): Sterbeorte in Deutschland: eine soziologische Studie. ISBN 978-3-631-64090-6

Kittelberger, Frank (2013): Umsorgt sein: End-of-Life-Care in der Altenhilfe. ISBN 978-3-00-042112-9

Dachverband Hospiz Österreich (2012): Hospizkultur und Palliative Care im Pflegeheim: mehr als nur ein schöner Abschied; gut leben und würdig sterben können. ISBN 978-3-941251-55-7


Das Sammelwerk "Sterben in stationären Pflegeeinrichtungen" (2014) von Wolfgang George sei besonders empfohlen, in diesem befinden sich eine Reihe empfehlenswerter Beiträge:

George, Wolfgang: Empfehlungen aufgrund der Studienergebnisse und das Deutsche Palliativsiegel (palliativfreundliche Einrichtung).

Schilder, Michael: Kultursensible und interreligiöse Pflege sterbender Muslime in stationären Altenpflegeeinrichtungen.

Lübke, Norbert: Sterben im Pflegeheim - mehr als eine Herausforderung für die MDK-Qualitätsprüfungen.

George, Wolfgang: Ergebnisse der Gießener Studie zu den Sterbebedingungen in der stationären Pflege.

Menzel, Friedhelm: Palliativ kompetente Versorgung in stationären Pflegeeinrichtungen aus Trägersicht: ein politischer Lösungsversuch über die Soziale Pflegeversicherung.

Müller, Dirk: Palliative Geriatrie - mehr als Sterbebegleitung.

Engel, Kathrin: Sterben in stationären Altenpflegeeinrichtungen : Aspekte professioneller Pflege und Betreuung.

Graf, Gerda: Reflexionen und Empfehlungen zur Entwicklung eines menschenwürdigen Sterbens in stationären Pflegeeinrichtungen.

Nauck, Friedemann: Die Implementierung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) in stationäre Pflegeeinrichtungen.

Weihrauch, Birgit: Fachliche und politische Voraussetzungen zur Organisation eines guten Sterbens in stationären Pflegeeinrichtungen.

Tiedtke, Johanna: Psychosoziale Bedingungen des Sterbens in Pflegeeinrichtungen: gerontopsychologische Überlegungen und Ansätze.


Knapper im Umfang, aber meist spezieller im Thema sind Artikel in Fachzeitschriften oder einzelne Beiträge in Sammelwerken:

George, Wolfgang (2015): Gute palliative Betreuung? In: Dr. med. Mabuse, Bd. 40.

Kristen, Johanna (2015): "Wir dürfen uns nicht allein auf das Hospiz verlassen". In: Die Schwester, der Pfleger, Bd. 54.

Brysch, Eugen (2015): "Wohl dem, der im Hospiz sterben darf!": Sterben im Pflegeheim. In: Altenpflege, Bd. 40.

Brysch, Eugen (2015): Kein Sterben zweiter Klasse. In: Pro Alter, Bd. 47.

Sauer, S. (2015): Institutionalisiertes Sterben in Deutschland : Trends in der Sterbeortverteilung: zu Hause, Krankenhaus und Pflegeheim. In: Zeitschrift für Gerontologie + Geriatrie, Bd. 48.

George, Wolfgang (2015).: Gute palliative Betreuung? Sterbebegleitung in deutschen Pflegeheimen. In: Dr. med. Mabuse, Bd. 40.

Vogt, Alexandra (2014): Belastungen von Mitarbeitern in der stationären Pflege durch das Miterleben von Sterben, Tod und Trauer. In: Heilberufe, Bd. 5.

Koppitz, Andrea (2014): Sterben mit Demenz im Pflegeheim. In: Pflegewissenschaft, Bd. 16.

Reitberger, Peter (2013): Palliative Care ist nicht nebenbei zu leisten: Begleiten am Lebensende. In: Altenheim, Bd. 52.

Froggatt, Katherine (2013): The "regulated death" : a documetary analysis of the regulation and inspection of dying and death in English care homes for older people. In: Marshall, Victor; Cutchin, Malcom: Social institutions, the life course, and ageing.


Schließlich können Sie Online-Ressourcen ohne weiteren Aufwand nachlesen:

Goodman, Claire (2015): End of life care interventions for people with dementia in care homes: addressing uncertainty within a framework for service delivery and evaluation. In: BMC palliative care, Bd. 14.

Radbruch, Lukas (2014): Hospizkultur und Palliativversorgung in Pflegeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen: Umsetzungsmöglichkeiten für die Praxis.

Farrington, Conor (2014): Blended e-learning and end of life care in nursing homes: a small-scale mixed-methods case study. In: BMC palliative care, Bd. 13.

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (2012): Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen im hohen Lebensalter in Pflegeeinrichtungen: Grundsatzpapier zur Entwicklung von Hospizkultur und Palliativversorgung in stationären Einrichtungen der Altenhilfe.

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Wir berichteten bereits über die Gesetzgebungsprozesse zu Pflegekammern in den nördlichen Bundesländern. Lesen Sie hier nun mehr zu der Lage in den südlichen Bundesländern, mit der wir unsere Reihe zum Pflegenotstand fortsetzen.

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Teilweise wird die Errichtung einer Pflegekammer noch diskutiert. Die Argumente für eine Pflegekammer lassen sich am Besten nachvollziehen, wenn man die Thematik "Pflegenotstand" betrachtet. Daraus folgt auch, dass das geplante Pflegestärkungsgesetz II den Pflegenotstand nicht alleine auflösen kann.

Knapp 30 000 BürgerInnen aus Nordrhein-Westfalen haben sich im Juli in Form einer Petition für eine Pflegekammer ausgesprochen. Die Unterschriftenliste soll nun an das Landesministerium übergeben werden.  Der Pflegerat NRW organisiert am 15.09.15 eine Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Landtagsmitgliedern.

Auch in Hessen haben sich mehrere Organisationen zu einem Landespflegerat zusammengeschlossen. Diese führte im Juni eine Auftaktveranstaltung durch, es wurde dabei vor allem der langsame Gesetzgebungsprozess in Hessen kritisiert. Durch die Grünen steht die Gründung einer Pflegekammer in dem Koalitionsvertrag, andere Bundesländer sind in dem Prozess jedoch viel weiter.

In Thüringen sind bisher keine konkreten Anzeichen für die Einführung einer Pflegekammer zu erkennen. In dem thüringischen Koalitionsvertrag heißt es, dass eine Pflegekammer eingerichtet wird, "wenn die betreffenden Akteurinnen und Akteure dies einfordern und es zur Stärkung des Berufsfeldes der Pflege beiträgt."

Bereits 2011 sprachen sich in Sachsen eine Mehrheit der befragten Pflegekräfte für die Einführung einer Pflegekammer aus, reagiert hat die Landesregierung in den Folgejahren nicht. Dies berichtet der Vorsitzende des sächsischen Pflegerates.

Im Saarland sind die Beschäftigten in der Pflege, ähnlich wie in Bremen, in der Arbeitskammer Mitglied. In der Arbeitskammer wurde die Stelle eines Pflegereferenten geschaffen, welches der Pflegerat als politische Maßnahme zur Verhinderung einer Pflegekammer sieht. Auch wurde der Zusammenschluss mit der rheinland-pfälzischen Pflegekammer thematisiert.

In Rheinland-Pfalz ist die Pflegekammer bereits beschlossene Sache, das Bundesland gilt damit als Vorreiter in der Republik. In die Arbeit und Rolle der Pflegekammer kann bereits Einblick genommen werden.

In Baden-Württemberg wurde im März 2015 eine Unterschriftenliste zur Einführung einer Pflegekammer an die Pflege-Enquete des Landtages übergeben. Im Juli gab es zu der Thematik der Pflegekammer eine öffentliche Anhörung. Im Januar 2016 wird die Pflege-Enquete dem Landtag abschließend berichten.

In Bayern wurde die Errichtung einer Pflegekammer zwar versprochen, ein Gesetzgebungsverfahren wurde bis jetzt jedoch nicht eingeleitet, trotz Petitionen und Demonstrationen. Ein geplanter Pflegering steht in dem Verdacht, vor allem für Träger und ArbeitgeberInnen zu sprechen.

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Wir berichteten bereits über das zweite Pflegestärkungsgesetz, kurz PSG II. Nun hat die Bundesregierung zum PSG II einen Kabinettsbeschluss gefasst. Anlässlich dieses Beschlusses weisen wir auf weitere Stellungnahmen von Verbänden hin. Lesen Sie für weitere Hintergründe unseren ausführlichen Artikel zum Entwurf des PSG II.

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Nach dem Kabinettsbeschluss wird nun am 07.09.15 eine nicht öffentliche Sitzung des Gesundheitsausschusses statt, in der der Gesetzesentwurf thematisiert wird und anschließend zur Diskussion in das Parlament übergeben werden kann. Zu einer Diskussion gehören verschiedene Meinungen, daher weisen wir hier auf weitere Stellungnahmen hin. Beachten Sie auch unsere weiteren Artikel zum Thema Pflegenotstand.

Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (Devap) sieht nur eine schwache Stärkung der Pflege. Bemängelt wird vor allem, dass der Betrag für die vollstationäre Pflege in § 43 SGB XI nicht ausreicht, um die von der jeweiligen Einrichtung mit der Pflegekasse verhandelte Pflegevergütung zu decken. Die Differenz zahlt der Pflegebedürftige als pflegebedingten Eigenanteil. Auch Unterkunft und Verpflegung des Pflegebedürftigen in der Einrichtung, die Investitionskosten der Pflegeeinrichtung und je nach Bundesland eine Ausbildungsumlage werden von den Pflegebedürftigten verlangt. Pflege wird laut Devap zu flächendeckender Altersarmut führen, wenn nicht jetzt die Versicherungsleistungen drastisch erhöht werden.

Die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA) fordert eine stimmberechtigte Beteiligung der Betroffenenverbände. Obwohl die Pflegebedürftigten den Hauptanteil der Pflege tragen, haben ihre Interessenverbände kein Stimmrecht bei den Entscheidungen im Qualitätsausschuss. BewohnerInnen stationärer Einrichtungen trugen 2013 47% der Kosten selbst, 43% übernahm die Pflegeversicherung und 10% deckten die Leistungen der Sozialhilfe.

Die Deutsche Alzheimergesellschaft begrüßt die bessere Berücksichtigung Demenzkranker. Sie sieht darin einen wichtigen Schritt zu größerer Gerechtigkeit für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Es wird gewürdigt, dass Pflege nun nicht mehr nur als Körperpflege, Ernährung und Mobilität definiert wird.

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Das Deutsche Zentraum für Altersfragen (DZA) gibt die Zeitschrift "informationsdienst altersfragen" heraus. In der aktuellen Ausgabe wird sich der Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbstätigkeit gewidmet.

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Der Pflegenotstand in Deutschland hat auch zur Folge, dass viele Menschen pflegebedürftige Angehörige lieber selbst pflegen. Knapp die Hälfte aller Pflegebedürftigen erhalten nur Pflegegeld, die Pflege erfolgt also vermutlich nur informell. Die Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, müssen aufgrund der geringen Höhe des Pflegegeldes meist jedoch auch anderer Arbeit nachgehen. Diese Zusammenhänge werden in der Ausgabe der Zeitschrift weiter aufgeschlüsselt. Klar ist, dass diese Thematik für viele Menschen eine große Wirksamkeit im Alltag hat.

In der Zeitschrift wird erstens die Evaluation des Modellprojektes "Vereinbarkeitslotsen Pflege und Beruf" in Brandenburg vorgestellt. In dem Projekt sollten durch eine Vereinbarkeitskoordinatorin geschulte bürgerschaftlich engagierte Personen Informationen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für betroffene Angehörige und Unternehmen verbreiten.

Zweitens wird in dem Beitrag "Who cares – Pflegst Du schon?" über Bedarf und vorhandene Maßnahmen und Rechte zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in Ländern der Europäischen Union berichtet. Aus der Bestandsaufnahme heraus werden politische Schlussfolgerungen und Empfehlungen abgeleitet.

Drittens wird aus der Praxis der Firma Villeroy & Boch berichtet und individuelle Lösungen zur Vereinbarkeitsproblematik vorgestellt. Dazu gehören z.B. flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Zeiten.

Die Ausgabe der Zeitschrift können Sie wie üblich online lesen.

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Am 15.07.2015 beschloss der Landtag Schleswig-Holsteins die Errichtung einer Pflegekammer. Lesen Sie hier eine aktuelle Übersicht zu Pflegekammern in den nördlichen Bundesländern, mit der wir unsere Reihe zum Pflegenotstand fortsetzen.

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Der Sozialausschuss hatte die Errichtung der Pflegekammer bereits 2012 empfohlen, die Landesregierung gab 2014 ihre Zustimmung zum Gesetz. Schleswig-Holstein ist damit weiter als andere Länder. Teilweise wird die Errichtung einer Pflegekammer noch diskutiert. Die Argumente für eine Pflegekammer lassen sich am Besten nachvollziehen, wenn man die Thematik "Pflegenotstand" betrachtet. Das geplante Pflegestärkungsgesetz II wird den Pflegenotstand nicht alleine auflösen können.

Aber auch andere Landtage haben bereits Pflegekammern beschlossen. Hier erhalten Sie einen Überblick der Situation in weiteren nördlichen Bundesländern. In einem separaten Beitrag können Sie sich über die Lage in den südlichen Bundesländern informieren.

In Hamburg wurden ungefähr tausend PflegerInnen befragt, ob eine Pflegekammer gewünscht wird. Umfassende Information sollte ein Flyer bringen, bei dem jedoch sprachlich viele Pflichten und wenig Vorteile für das Pflegepersonal beschrieben werden. Die Errichtung einer Pflegekammer wurde mit einfacher Mehrheit abgelehnt, Details zu Hintergründen und Ergebnisse der Befragung liefert ein Abschlussbericht.

In Mecklenburg-Vorpommern versuchen z.B. die Grünen die Debatte voranzubringen. Eine Befragung wurde von dem Zentrum für Sozialforschung Halle Februar bis Mai 2014 durchgeführt, die Ergebnisse zu den Pflegekammern wurden aber noch nicht veröffentlicht. Das Landesministerium prüft die Befragung immer noch. Die Landesregierung scheint die Entwicklung in anderen Bundesländern abzuwarten. Möglicherweise ist das Ergebnis der Befragung zu eindeutig, um weiter abwarten zu können.

In Niedersachsen fand im Juli die erste Sitzung der Pflegekammer-Gründungskonferenz statt, die nächste Sitzung ist im September geplant.

In Bremen setzt sich nicht nur, aber vor allem der Pflegerat für die Schaffung einer Pflegekammer ein. Im September 2011 hatte das Thema im Rahmen der Pflegeoffensive noch einen großen Stellenwert. Inzwischen soll die Gründung einer Pflegekammer in Bremen nicht mehr geprüft werden. Allerdings sind angestellte Pflegekräfte in Bremen automatisch Mitglieder in der Arbeitnehmerkammer, welche jedoch durch die vielen vertretenden Berufe nicht als Vertretung von Pflegekräften gesehen werden kann.

Die Landesregierung Sachsen-Anhalts hat in diesem Monat auf Beschluss des Landtages hin das Für und Wider von Pflegekammern beschrieben. Auffallend ist die eher skeptische Darstellung und die 2 Jahre, die zwischen Beschluss und dessen Realisierung liegen.

In Brandenburg haben im April 2015 die Oppositionsparteien CDU und Grüne einen Antrag zur Gründung einer Pflegekammer gestellt. Der Landtag forderte die Regierung zunächst auf, ein unabhängiges Institut mit der Befragung von Pflegekräften zu beauftragen.

In Berlin wurden ebenfalls ungefähr tausend PflegerInnen befragt, es sprachen sich 58,8% für, nur 17,1% gegen eine Pflegekammer aus. Das Votum der Professionellen ist eindeutig, die Landespolitik zögert jedoch.

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Die Sylter Rundschau berichtet über fehlende Betreuungsangebote von Demenzerkrankten auf der Insel. Es fehlt vor allem an ambulanten Tagesstätten für Menschen mit Demenz. Lesen Sie hier, wie die Situation für die Betroffenen und ihre Angehörigen verbessert werden soll.

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In dem Artikel der Sylter Rundschau können Sie Berichte von Angehörigen und Einschätzungen von Fachmenschen nachlesen. Den ungefähr 350 Menschen mit Demenz, welche auf der Insel leben, fehlt häufiger als BürgerInnen auf dem Festland oder in größeren Städten das familiäre und nachbarschaftliche Hilfenetz. Denn jüngere Menschen ziehen verstärkt weg, Menschen ohne familiäre Bindung ziehen auf die Insel.

Deswegen trifft sich seit Mai 2015 der Runde Tisch "Gutes Leben mit Demenz auf Sylt". Es nehmen die BürgermeisterInnen und GemeindevertreterInnen der Insel, der Berufsbetreuer Heinrich Jensen, die Lebenshilfe Sylt, der Pflegedienst Fitz, der Sylter Hospizverein und die Alzheimer Gesellschaft Nordfriesland teil. Für das Projekt verantwortlich ist das Deutsche Institut für Sozialwirtschaft (DISW), welches auch diese Seite redaktionell betreut. Um Lösungsvorschläge für ein gutes Leben mit Demenz auf Sylt zu erarbeiten, erstellt das DISW eine Bedarfsanalyse zur Versorgungssituation.

Der nächste Runde Tisch findet am 01.09.2015, 14 Uhr in den Räumen der Lebenshilfe in Westerland auf Sylt statt. Themen werden die Ergebnisse der DISW-Expertise und Diskussion der Handlungsansätze sein. Ansprechpartner ist Fabian Frei vom DISW.

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Am 17.08.15 wurden in der Sendereihe Kontrovers des Deutschlandfunkes (DLF) die teils katastrophalen Zustände in der Pflege und in der Pflegeversicherung thematisiert. Zu Gast waren der Sozialpädagoge Claus Fussek und zwei Mitglieder des Gesundheitsausschusses: Elisabeth Scharfenberg (Grüne) und Erwin Rüddel (CDU). Viele HörerInnen kamen zu Wort und berichteten in teils deutlichen Worten von der drastischen Realität in Pflegeeinrichtungen, auf welche Herr Rüddel einen ganz anderen Blick hatte.

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Zunächst zum Thema. Zur Zeit wird über das zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) diskutiert. Lesen Sie mehr zur Diskussion um das PSG II in einen unserer Beiträge. Einige vereinbarte Maßnahmen stoßen auf Zuspruch, in einigen Stellungnahmen herrscht jedoch Skepsis, ob der tatsächliche Bedarf der zu pflegenden Menschen gedeckt werden kann. Mit anderen Worten: Kann der katastrophale Zustand in Pflegeeinrichtungen und in der Pflegeversicherung verbessert werden? Als Folge der Regelungen der Pflegeversicherung ist die Pflege durch Familienangehörige oder Privatleute schlechtergestellt, Familien die ihre Angehörigen zu Hause pflegen, sind also meistens stark belastet.  Glaubt man den Aussagen des Großteils der HörerInnen, so sind weitereichende Maßnahmen als die des PSG II notwendig. Dabei ist das Thema nicht neu, der Pflegenotstand in der BRD fast so alt wie der Staat selbst.

Eine besondere Spannung des Beitrages macht aus, dass diese Äußerungen aus der Pflegerealität direkt an Akteure der Politik weitergegeben werden. Hierbei handelt es sich um einen Regierungsvertreter im Gesundheitsausschuss, Erwin Rüddel, und eine Oppositionsvertreterin, Elisabeth Scharfenberg. Der Moderator sorgt dafür, dass vor allem der CDU-Vertreter nicht zu leicht mit allgemeinen Floskeln der Debatte entkommt. Der Sozialpädagoge Claus Fussek kann die Berichte der HörerInnen mit Hintergrund- und Fachinformationen konkretisieren. Lesen Sie z.B. ein Interview mit Claus Fussek, in denen er seine Positionen begründet.

Viele HörerInnen berichteten von erlebtem Leid in Pflegeeinrichtungen, von schwierigen Situationen in der Pflege zu Hause oder von der eigenen Rolle und den eigenen Beobachtungen innerhalb des Pflegesystems. Daraus folgend wurden in dem Beitrag des DLF folgende Themen diskutiert:

Aus der geringen Organisation von Pflegekräften in Gewerkschaften folgt eine unzureichende Vertretung der Interessen von Pflegekräften. Wohlfahrtsverbände vertreten durch ihre Fachverbände eher die Arbeitgeberseite, es fehlen häufig echte Betriebsräte, die Pflegenden streiken zu selten. Streiks und Interessenvertretungen sollten nicht nur eine angemessenere Entlohnung zum Ziel haben, sondern vor allem bessere Arbeitsbedingungen und eine Verbesserung der Ausbildung. Die häufig kurze Ausbildung, die teilweise von den Auszubildenden selbst bezahlt werden muss, wird als problematisch gesehen. Aufgrund fehlender Akademisierung sind Pflegekräfte nicht auf Augenhöhe mit anderen AkteurInnen im medizinischen Bereich.

Eine Möglichkeit, Pflegende besser zu organisieren, sind die Pflegekammern. Diese können als echte Interessenvertreter für Pflegekräfte fungieren und sich für Qualität in Ausbildung und Arbeit einsetzen, dem Berufsbild damit auch eine lange vermisste Aufwertung bringen. Kritisiert wird, dass die Arbeit der Pflegekammern durch ihre Mitglieder finanziert werden soll, bei einer großen Zahl von Mitgliedern soll dieser Betrag aber klein gehalten werden. Das ist nicht nur bloße Theorie, denn z.B. in Schleswig-Holstein wurde kürzlich die Errichtung einer Pflegekammer vom Landtag beschlossen.

Im Beitrag des DLF werden noch weitere Vorschläge zur Verbesserung der Pflege gebracht. Hier ein Auswahl.

Regelmäßige, unangemeldete Kontrollen in Pflegeeinrichtungen.

Pflegende, Angehörige und ÄrztInnen sollten sich als Verbündete im Kampf um eine bessere Pflege sehen.

Politik sollte aktiv werden, auch wenn Pflegekräfte nicht auf die Straße gehen.

Die Gewerkschaft sollte sich trotz geringem Organisationsgrad mehr um die Belange der Pflegenden kümmern. Zum Beispiel mit Streikgeld auch für Pflegende, die kurz vor dem Streikbeginn in die Gewerkschaft eingetreten sind.

Akademisierte Ausbildung für Pflegekräfte oder für einen Teil der Pflegekräfte, um auf Augenhöhe mit den ÄrztInnen zu kommunizieren.

Höhere Beiträge von VielverdienerInnen und Vermögenden in die Pflegeversicherung.

In dem Beitrag können Sie noch mehr persönliche Erfahrungen, aber auch weitere Verbesserungsvorschläge erfahren. Sie können sich die gesamte Sendung vom 17.08. herunterladen und anhören.

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Im Kieler Kompetenzzentrum Demenz finden in den nächsten Wochen zwei Veranstaltungen statt, zu denen Sie noch Zugang erhalten können. Anmeldeschluss für die Fachtagung "Autofahren und Demenz - Selbstbestimmung oder Risiko? Was Betroffene, Angehörige und Ärzte tun können!" ist bereits der 19.08., die Fachtagung findet am 26.08.15 statt.  Am 16.09. folgt die Fortbildung "Selbstbestimmung und Fürsorge bei Menschen mit Demenz", in der noch Plätze frei sind.

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Wir zeigen Ihnen die Daten der Veranstaltungen im Überblick. Zunächst die Informationen zur Fachtagung:

Wann: 26.08.15, 13 bis 17 Uhr

Kosten: 50 Euro, 35 Euro ermäßigt

Nähere Informationen finden Sie auf dem Flyer zum Fachtag.


Die Fortbildung "Selbstbestimmung und Fürsorge bei Menschen mit Demenz: Handlungsalternativen durch Ethische Fallbesprechungen" richtet sich an Angehörige, ehrenamtliche BegleiterInnen sowie professionell Pflegende.

Wann: 16.09.15, 9:30 bis 15:30

Kosten: 75 Euro, 40 Euro für ehrenamtlich Engagierte

Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten des Kompetenzzentrums.


Beide Veranstaltungen finden in den Räumen des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes, Zum Brook 4 in Kiel statt. Die Anmeldung kann telefonisch unter 040 - 609 264 20, per Fax an 040 - 308 579 86 oder per mail an info@demenz-sh.de erfolgen.

Wer sich vor den Veranstaltungen noch mit Hintergrundinformationen versorgen möchte, kann auf zwei unserer Beiträge der letzten Wochen zurückgreifen. Zum Thema "Auto fahren und Demenz" stellten wir auf unserer Seite bereits Literaturhinweise vor. Sie können auch aktuelle Beiträge zum Themenkomplex Demenz direkt online nachlesen.

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