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Das österreichische Sozialministerium hat einen Leitfaden veröffentlicht, der all jenen eine Hilfestellung sein soll, die Informationen zum Thema Alter aufbereiten. Um Stereotype nicht zu verstärken, gibt der Leitfaden Tipps zur wertschätzenden Kommunikation über das Alter.

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Die knapp 30-seitige Broschüre, die unter anderem durch das österreichische Sozialministerium und dem Dachverband der österreichischen Sozialversicherungen (DVSV) herausgegeben wird, steht kostenfrei im Internet zur Verfügung und kann unter diesem Link heruntergeladen werden. Sie richtet sich an Einzelpersonen und Organisationen, die über das Alter informieren. Dazu zählen vor allem Öffentlichkeitsarbeiter*innen, Medienvertreter*innen und Menschen, die Projekte zum Alter(n) planen und umsetzen.

„Die gute Nachricht: Viele von uns haben die Möglichkeit, alt zu werden. Die schlechte Nachricht: Unser kollektives Bewusstsein hinkt der Realität hinterher. In vielen Bereichen müssen wir erst realisieren, dass die Jugend und das Alter unsere Zukunft sind“, heißt es einleitend in der Publikation. An anderer Stelle wird festgehalten: „Wie wir über das Alter(n) kommunizieren, beeinflusst andere Menschen sowie deren Empfinden und Verhalten, und es macht auch etwas mit uns selbst.“ Der Leitfaden beinhaltet daher eine Reihe von Tipps und Denkanstößen zur wertschätzenden und diskriminierungsfreien Sprache.

Hingewiesen wird beispielsweise auf den sogenannten „Framing-Effekt“, der entsteht, wenn Begriffe immer wieder in einem bestimmten (z.B. bedrohlichen oder negativen) Rahmen auftauchen. Als Beispiel wird der Begriff „Überalterung“ herangeführt. Auch wird vor einer generalisierenden Sprache gewarnt, die Menschen als Gruppe definiert, die aber einzigartig sind (z.B. „die Altern). Der Leitfaden erklärt neben konkreten Tipps jedoch auch, was es mit „ageism“ auf sich hat und wie die WHO Altersdiskriminierung definiert. Die Lektüre lohnt sich also.

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Mitte Juni hat die Bundesfamilien- und Senior*innenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) auf der Konferenz „Gemeinsam gegen Einsamkeit“ in Berlin den Startschuss für die Erarbeitung einer Strategie gegen Einsamkeit gegeben. Die Strategie soll unter einem breiten Beteiligungsprozess bis zum Ende der Legislaturperiode entstehen.

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Einsamkeit betreffe viele Menschen, erklärt die Bundesministerin, auch jüngere Menschen seien betroffen. Sie weist jedoch auch auf die besondere Phase des Alters hin: „Häufig sind es die Älteren unter uns, deren Partner oder Partnerin gestorben ist, deren Freundeskreis kleiner wird oder die nicht mehr mobil genug sind, um das Haus zu verlassen. Und die sich jemanden wünschen, um zu reden und um Sorgen und Freude zu teilen.“ Da es sich um ein vielfältiges Phänomen handele, sei es wichtig, auf Einsamkeit auch aus verschiedenen Perspektiven zu gucken. „Dafür legen wir heute den Grundstein“, so Paus weiter.

Auf der Konferenz gegen Einsamkeit am 14. Juni in Berlin nahmen nach Angaben des Ministeriums rund 200 Interessierte teil. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) statt, das im Februar seine Arbeit aufgenommen hatte. Die angekündigte Erarbeitung einer Strategie gegen Einsamkeit soll mit dem KNE gemeinsam erfolgen – „unter einem breiten Beteiligungsprozess“, wie das BMFSFJ auf der eigenen Internetseite ankündigt.

Benjamin Landes ist Leiter des Projekts KNE. Mit der Konferenz im Juni habe man die Debatte in Deutschland durch Impulse bereichern und zur Sensibilisierung beitragen wollen. „Dabei legen wir den Fokus besonders auf die Praxis der Aktiven im Engagement sowie der Sozialen Arbeit und wollen damit einen Beitrag zur Verbesserung der Vorbeugung und Bekämpfung von Einsamkeit leisten“, wird Landes in dem BMFSFJ-Beitrag zur Konferenz zitiert, die als Startschuss für die Entwicklung einer Einsamkeitsstrategie gilt. Bis zum Ende der 20. Legislaturperiode soll diese vorliegen.

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Der Bundestag hat die Antragsfrist bis 2027 verlängert, nach der Personen, die aufgrund des damaligen § 175 StGB - und des § 151 StGB in der DDR - verurteilt worden waren, entschädigt werden können. Der Paragraf 175 stellte Homosexualität von Männern unter Strafe, der Paragraf 151 der DDR galt für homosexuelle Kontakte von Frauen und Männern zu Jugendlichen.

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Seit 2017 werden schwule Männer rehabilitiert, die durch die ehemalige Strafrechtsnorm verurteilt worden sind. Beantragt werden können Entschädigungen in Höhe von 3.000 Euro pro Verurteilung und weiteren 1.500 Euro je angefangenem Jahr in Haft. Im Rahmen der Abstimmung des Deutschen Bundestag zur Streichung des § 219a StGB (sog. Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche), wurde auch die Entschädigungsfrist des § 175 um fünf Jahre verlängert. Die nun bis 21. Juli 2027 laufende Möglichkeit einer Antragsstellung wäre andernfalls im Juli 2022 ausgelaufen.

2019 folgte eine Erweiterung des Entschädigungskreises. Seither haben nicht nur Verurteilte die Möglichkeit, einen Entschädigungsantrag zu stellen, sondern auch jene, die ohne rechtskräftiges Urteil wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Schaden erlitten haben. Das betrifft beispielsweise schwule Männer, die aufgrund ihrer Homosexualität und drohender Strafverfolgung ihren Job verloren haben.

Die Strafrechtsnorm trat bereits 1872 in Kraft, wurde durch die Nationalsozialist*innen sogar noch drastisch verschärft, in dem die Höchststrafe auf bis zu fünf Jahre hochgesetzt wurde. In der Bundesrepublik hielt man nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch Jahrzehnte an der nationalsozialistischen Fassung fest, bis zu den Reformen 1969 bis 1973. Ersatzlos gestrichen wurde § 175 StGB allerdings erst 1994.

Der § 175 StGB der BRD ist im Rahmen der Debatte um die Verfolgung homosexueller Männer und damit verbundene Rehabilitation deutlich bekannter, entschädigt werden können jedoch auch alle Personen, die in der DDR unter dem Paragrafen § 151 StGB-DDR gelitten haben. In der DDR wurde der § 175 durch den § 151 ersetzt: "Fortan war Homosexualität zwischen Erwachsenen nicht mehr strafbar. Der homosexuelle Kontakt zu Jugendlichen wurde allerdings weiterhin unter Strafe gestellt, erstmals nun auch bei Frauen." Mehr zu diesem Hintergrund können Sie hier nachlesen. Einblicke in den Lebensalltag von Lesben in der DDR bietet dieser Film.


20.07.2022: Der Titel dieses Beitrages und der Abschnitt zum § 151 StGB DDR wurden erweitert, vielen Dank für den Hinweis an die Redaktion.

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Am 17. Juni sind in Rom die Seniorenminister*innen zusammengekommen, um im Rahmen der Konferenz der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) über Solidarität und Chancengleichheit für alle Altersgruppen zu beraten.

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Die Konferenz fand am 16. und 17. Juni unter dem Motto „Kräfte für Solidarität und Chancengleichheit für den gesamten Lebensverlauf bündeln“ statt. Im Fokus stand dabei der Weltaltenplan der Vereinten Nationen. Laut Angaben des BMFSFJ und der Internetseite zur Konferenz ging es bei dem Treffen um drei Schwerpunkte:

  • Aktives und gesundes Altern im Lebensverlauf fördern
  • Langzeitpflege sichern und pflegende Angehörige entlasten
  • Mainstreaming Ageing für eine Gesellschaft aller Lebensalter

„Weltweit gibt es immer mehr ältere Menschen mit immer besserer Gesundheit. Viele sind auch im höheren Alter aktiv und engagieren sich für andere und unsere Gesellschaft“, wird Bundesseniorenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) in einer Pressemitteilung zitiert. „Aber auch wenn die Kräfte nachlassen, möchten Ältere selbst entscheiden, wie sie leben. Wir wollen dem Recht auf Selbstbestimmung älterer Menschen gerecht werden und pflegende Angehörige entlasten.“

Das Rechte älterer Menschen nicht immer so respektiert werden würden, wie geboten, habe insbesondere die Corona-Pandemie gezeigt. Nach Paus ginge es nun jetzt darum, „international wirksame Maßnahmen anzustoßen“. Dafür müssten die Bemühungen zur Stärkung der Rechte älterer Menschen gebündelt werden. Die Ministerin kündigt für Deutschland außerdem an, die Pflege- und Familienpflegezeit weiterentwickeln zu wollen und um eine Lohnersatzleistung zu ergänzen.

Über diesen Link finden Sie die Pressemitteilung des Bundesseniorenministeriums. Zur Seite der Konferenz (englischsprachig) gelangen Sie hier.

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Im Rahmen unserer Reihe „Beispielsweise…“ haben wir auf diesem Portal kürzlich das Projekt Silbernetz vorgestellt, welches unter anderem Telefongespräche für ältere Menschen anbietet. Derzeit fordert der Verein mit einer Petition, für Senior*innen wichtige Info-Rufnummern im Teletext der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender zu listen.

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„In fast jedem einsamen Wohnzimmer steht ein Fernseher. Mit dessen Nutzung sind auch die allermeisten der ganz Alten hervorragend vertraut“, heißt es begründend in einer laufenden Petition, die Elke Schilling, Gründerin von Silbernetz e.V., an ARD und ZDF gerichtet hat. „Es ist das Medium, das sie seit Jahrzehnten hören und sehen lässt, was sie wissen wollen.“

Gefordert wird daher, für ältere Menschen wichtige regionale oder deutschlandweite Rufnummern über das Medium Teletext bekannt zu geben. Neben der eigenen Nummer für das Silbertelefon – so nennt Silbernetz e.V. ihre niedrigschwellige Telefonhotline – sollen auch Rufnummern von Krisendiensten, Pflegestützpunkten, ärztlichen Notdiensten, der Telefonseelsorge oder Rufnummern gegen Gewalt auf den Teletext-Seiten der öffentlich-rechtlichen Sender gelistet werden.

Im Aufruf zur Petition wird von einem Telefongespräch mit einer 87-jährigen berichtet, die „unendlich froh“ sei, über das Silbernetz von weiteren Unterstützungsangeboten erfahren zu haben. „Unsere Rufnummer hat sie zufällig in einer Vorabendsendung des regionalen Fernsehsenders mitschreiben können, weil sie über die ganze Dauer des Interviews sichtbar blieb“, heißt es dort. Internet könne die Seniorin nicht. Sie gehöre zu den rund 8 Millionen Älteren in Deutschland ohne Internet. „Es wäre so einfach, Ihnen den Zugang zu überlebenswichtigen Informationen zu öffnen!“.

Die Online-Petition finden Sie unter diesem Link.

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In den vergangenen Monaten konnten Sie auch auf diesem Portal immer wieder Ergebnisse der Hochaltrigkeitsstudie D80+ lesen. Im Rahmen der Studie wurden mehr als 10.000 Personen ab 80 Jahren zu ihrer Lebenssituation befragt. Im Oktober findet die Abschlusstagung statt.

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Es ist noch einige Monate hin, zum Vormerken wurde der Termin der Abschlusstagung der Studie „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“ jedoch bereits bekanntgegeben. Am 17. Oktober 2022 wird es in der Zeit von 11.00 bis 16.00 Uhr vor allem um die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse gehen, die die Studie in den vergangenen Jahren über das hohe Alter gewinnen konnte. Zentrale Themen sollen dabei die soziale und digitale Teilhabe sowie die Gesundheit und gelingende Lebensführung hochaltriger Menschen in Deutschland sein. Veranstaltungsort ist das Umweltforum Berlin.

Bislang war die Datenlage über das hohe Alter gering. Es gab zwar thematische sowie regionale Untersuchungen, aber kaum Daten zum gesamtdeutschen Raum. Ein Beispiel für regionale Untersuchungen ist NRW80+ als Vorläufer von D80+. Um auch bundesweit eine entsprechende Datenlage aufzubauen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine repräsentative Befragung für einen dreijährigen Projektzeitraum gefördert. Durchgeführt wurde und wird die Studie vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und ceres, dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health.

Zwischen November 2020 und April 2021 wurden mehr als 10.000 Menschen im Alter von mindestens 80 Jahren zu ihrer Lebenssituation befragt. Die aufbereiteten Ergebnisse werden seitdem regelmäßig in thematischen Kurzberichten veröffentlicht, die Sie hier in einer Übersicht finden. Zuletzt berichteten wir über den Bericht zu Alltagskompetenz und Wohnumfeld.

Weitere Infos zur Veranstaltung im Oktober folgen in Kürze auf der Internetseite von ceres.

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Hamburg sucht derzeit Ehrenamtliche, die als „Digitalmentor*innen“ älteren Menschen bei der Nutzung digitaler Endgeräte Unterstützung bieten können. Das Projekt sei auch ein Beitrag im Zusammenhang zur WHO-Strategie der altersfreundlichen Städte. Der Landesseniorenbeirat begrüßt das Projekt, kritisiert gleichzeitig aber die Befristung: Das Projekt läuft zunächst nur bis Jahresende 2022.

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100 Ehrenamtliche für mehr Digitalkompetenz

„Digitalkompetenz ist eine Schlüsselkompetenz für selbstständiges und selbstbestimmtes Leben“, leitet Ralf Zastrau seinen Redebeitrag auf der Hamburger Landespressekonferenz am 31. Mai ein, auf der das Projekt vorgestellt wurde. Zastrau ist Geschäftsführer des Albertinen Hauses, welches für seine Altersmedizin bekannt ist und Kooperationspartner der Stadt Hamburg bei dem Digitalmentor*innen-Projekt.

Im Rahmen des Projekts sollen Ehrenamtliche älteren Menschen im Umgang mit Smartphones und Tablets helfen und somit einen Beitrag zu mehr digitaler Teilhabe leisten. Es sei dafür nicht erforderlich, IT-Expert*in zu sein, ein sicherer Umgang mit digitalen Geräten reiche aus. 100 Ehrenamtliche werden nun gesucht, die durch einen Schulungstag auf die Aufgabe vorbereitet werden sollen. Zudem bekomme jede*r einen Materialkoffer und den Hamburger Ehrenamtsnachweis. Das Projekt wird aus Corona-Sondermitteln finanziert, vorgesehen sind 150.000 Euro.

Seniorenbeirat: Projektlaufzeit „greift viel zu kurz“

Der Landesseniorenbeirat Hamburg begrüßt das Projekt. Viele ältere Menschen hätten bereits ein Smartphone, nutzten dieses allerdings nicht oder kaum, da sie mit der Handhabung häufig überfordert seien. Insofern sei es gut, hier neue Wege zu gehen. Das mache das Digitalmentor*innen-Projekt.

Allerdings weist Karin Rogalski-Beeck, die Vorsitzende des Hamburger Landesseniorenbeirats auf der Pressekonferenz darauf hin, dass es nicht bei einer einmaligen Anleitung bleiben dürfe – das werde dem Bedarf nicht gerecht. „Es muss wiederkehrend sein, sonst sind die alten Menschen auch leicht überfordert.“ Rogalski-Beeck nutzte die Pressekonferenz darüber hinaus dafür, die vorgesehene Projektlaufzeit zu kritisieren: „Das Projekt ist befristet bis zum Jahresende 2022. Das greift aus unserer Sicht viel zu kurz“, so die Senior*innenvertreterin. „Bürgerschaft und Senat sollten bereits jetzt Überlegungen anstellen, wie die Finanzierung darüber hinaus gesichert werden kann.“

Projekt als Beitrag zur altersfreundlichen Stadt?

Das Projekt stehe laut Hamburgs zweiter Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen) auch im Gesamtzusammenhang der Age-friendly Cities (altersfreundliche Städte), einer globalen Strategie, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits vor einigen Jahren ausgerufen hat. Dabei ginge es laut Fegebank, die ebenfalls Teil der Landespressekonferenz im Mai war, darum, sich mit Maßnahmen in Bereichen wie Mobilität, Quartiersentwicklung oder Gesundheit auch an den Bedürfnissen älterer Menschen zu orientieren.

„Viele große Städte haben sich dieser Bewegung schon angeschlossen und Hamburg hat sich jetzt auch auf den Weg gemacht“, so die Senatorin auf der Landespressekonferenz. „Wir wollen unser schon bestehendes Demografiekonzept noch stärker an Quartieren und Stadtteilen ausrichten und eben eine Haltung transportieren, die einfach ältere Menschen noch mehr auf dem Zettel hat als das bisher der Fall ist. Die Digitalmentorinnen und -mentoren sollen ein Schritt dazu sein, im Bereich der Digitalisierung diesen Weg zu gehen.“

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„Wer rastet, der rostet!“ ist zunächst der Titel einer Aktion gewesen, die sportlich aktive Senior*innen porträtiert – nun trägt auch die Fotoausstellung den Namen, die Anfang des Monats im Foyer des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eröffnet wurde. Zu sehen sind aktive Senior*innen bei der Teilnahme an der Aktion.

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„Mein Ministerium möchte die Vielfalt des Alters sichtbar machen“, erklärt Bundesseniorenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) zur Motivation für die Ausstellung. Die Ministerin hatte die Ausstellung am 7. Juni in Berlin eröffnet. Ältere Menschen seien häufig sehr aktive und engagierte Mitglieder der Gesellschaft. „Bewegung bedeutet für viele Seniorinnen und Senioren vor allem Spaß und Lebensfreude, aber auch soziale Kontakte und Gesundheit. Mir ist es wichtig, dass ältere Menschen gut und selbstbestimmt leben und in unserer Gesellschaft mitwirken können“, so Paus weiter.

Im Ministeriumsfoyer zu sehen sind nun Fotos von älteren Menschen, die eine Sportart oder ein Hobby mit ganzem Körpereinsatz betreiben. „Wer rastet, der rostet!“ – so hieß die Aktion der Marie-Luise und Ernst Becker Stiftung, die im Herbst 2020 Menschen über 60 Jahren gesucht haben, die körperlich aktiv sind und andere dafür motivieren können. Aus über 200 Teilnehmenden wurden schlussendlich zwölf ausgewählt, die ausführlicher porträtiert wurden. Mit dabei war der Fotograf Karsten Thormaehlen, von dem die entstandenen Aufnahmen angefertigt wurden.

Die Ausstellung ist werktags von 11:30 bis 17:30 Uhr geöffnet. Unter diesem Link gelangen Sie zur Pressemitteilung des BMFSFJ zur Eröffnung der Ausstellung. Hier können Sie zudem ein längeres Video zur Aktion „Wer rastet, der rostet!“ sehen, in dem die zwölf ausgewählten Teilnehmer*innen vorgestellt werden:

https://youtu.be/J09PlqKeqE8

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„Silbernetz“ ist ein Angebot an ältere Menschen, die jemanden zum Reden brauchen. Im Zentrum steht dabei die Telefonhotline „Silbertelefon“. Doch es gibt auch weitere Unterstützungsangebote für Ältere mit Einsamkeitsgefühlen. Anstoß für die Gründung des Projekts durch die Senior*innenvertreterin Elke Schilling gab unter anderem der spät bemerkte Tod ihres einsamen Nachbarn.

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Ehrenamtliche Senior*innenvertreterin und Silbernetz-Gründerin Elke Schilling war aufgefallen, dass ihr Nachbar nie Besuch hatte. Der Mann hatte Kinder, die besuchten ihn allerdings nicht mehr. Hilfsangebote wurden von ihm abgelehnt. Nachdem dann wochenlang ein Werbeflyer an seiner Tür hing, alarmierte Schilling schließlich die Polizei. Der Mann wurde tot gefunden, als es schon lange zu spät war. So jedenfalls wird der Beginn des Ganzen auf der Internetseite von Silbernetz e.V. beschrieben.

In dieser Zeit habe Schilling zudem einen Roman gelesen, in dem die Idee eines Altennetzwerks beschrieben werde. Daraufhin habe sie sich weitere Gedanken gemacht: „Wie können wir das einsame Sterben verhindern und dazu beitragen, dass ältere, vereinsamte oder isoliert lebende Senior_innen Unterstützung, neue Kontakte und zurück ins Leben finden? Menschen, die niemanden mehr haben und über Wochen nur die Stimme aus dem Fernseher hören. Menschen, deren Lebenspartner_innen und Freunde verstorben, deren Kinder Erwachsene mit ihren eigenen Belastungen sind.“

Konkrete Inspiration für das Silbernetz als Telefonhotline gab dann die britische Silver Line Helpline, die 2013 als Pilotprojekt gestartet war. In einem aktuellen Interview mit Schilling – veröffentlicht bei Gesund & aktiv älter werden, einem Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – berichtet sie über die Inspiration durch die Helpline: „Auf dieses Angebot bin ich 2014 gestoßen und habe durch meine langjährige Erfahrung als Seniorenvertreterin und Telefonseelsorgerin in Berlin das Potenzial gesehen, auch bei uns ganz niedrigschwellig etwas gegen die Einsamkeit älterer Menschen tun zu können.“


Was genau bietet Silbernetz an?

Silbernetz ist ein dreistufiges Angebot für Senior*innen mit Einsamkeitsgefühlen oder Menschen, die einfach mal jemanden zum Reden suchen. Die erste Stufe ist das „Silbertelefon“. Dabei handelt es sich um eine kostenlose Telefonhotline (Rufnummer 0800-4708090), die sieben Tage in der Woche zwischen 8:00 und 22:00 Uhr erreichbar ist – seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 auch bundesweit.

Die zweite Stufe des Angebots bilden die „Silbernetz-Freund*innen“. Dabei handelt es sich um Ehrenamtliche, die auf Wunsch der Seniorinnen und Senioren für wöchentliche Telefonate vermittelt werden können. Dabei habe das Medium des Telefons einige Vorteile im Vergleich zu persönlichen Treffen, beispielsweise deshalb, weil man aus der Gesprächssituation jederzeit aussteigen könne. „Diese Anonymität über das Telefon bietet hier eine Schutzfunktion für unsere vulnerable Klientel, die vielleicht vor Hausbesuchen, aufsuchenden Leistungen zurückschrecken“, erklärt die Silbernetz-Gründerin in dem aktuellen Interview.

Dritte Stufe des Angebots ist die „Silberinfo“. Hierbei werden Senior*innen mit Angeboten vor Ort in Verbindung gebracht, die sie benötigen. Diese Stufe fungiere also als Brücke zur örtlichen Angebotsstruktur. „Durch meine langjährige Tätigkeit als Seniorenvertreterin in Berlin hat sich mir gezeigt, dass ältere Menschen häufig über ein Informationsdefizit verfügen, das ihnen den Zugang zu seniorenspezifischen Angeboten verwehrt“, so Schilling. Silbernetz e.V. kooperiert dafür mit lokalen Anbieter*innen und bilde eine Schnittstelle.


Einsamkeit in der Corona-Pandemie

„In den ersten drei Monaten des ersten Lockdowns hat sich unser Anrufaufkommen verdreifacht“, beschreibt die Initiatorin die besondere Situation in der Pandemie. Tatsächlich ist das Einsamkeitsempfinden in Zusammenhang mit der Pandemie gestiegen. Vor wenigen Monaten berichteten wir auch auf diesem Portal beispielsweise über den Bericht der Studie D80+ zum Thema Einsamkeit im hohen Alter, nachdem sich die Einsamkeit mit der Pandemie in dieser Altersspanne verdoppelt habe. Schilling berichtet von einem enormen Bedarf in dieser Zeit, der auch in dem Projekt zu spüren war. Die besondere Situation führte aber auch zu weiteren Kooperationen und zur bundesweiten Öffnung der Hotline in Absprache mit dem Berliner Senat.


Ausblick

Das Projekt soll nun deutschlandweit weiter vernetzt werden, neue Kooperationspartner*innen sollen gewonnen werden. Darüber hinaus soll das Thema und die Angebotsform auch international angegangen werden: „Ein Ziel von mir neben dieser bundesweiten Verankerung und Vernetzung ist die internationale Vernetzung, da es etliche solcher ‚Kinder‘ der Silver Line aus London gibt und das Thema Einsamkeit im Alter vielfach relevant ist.“ Über allem stehe für Elke Schilling aber weiterhin der Wunsch, „dass jeder Mensch über 60, der dieses Bedürfnis hat, in seinem Einsamkeits­gefühl jemanden zum Reden zu finden, unsere Nummer kennt.“

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Ob Einkommenssituation, die digitale Teilhabe oder die soziale Eingebundenheit im hohen Alter – im Rahmen der Studie D80+ werden zahlreiche Aspekte der Hochaltrigkeit aufbereitet. Im achten Kurzbericht geht es um Alltagskompetenz und Wohnumfeld. Eine der zentralen Ergebnisse: Die Mehrheit der Über-80-Jährigen bewältigt den Alltag aus eigener Kraft.

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Knapp 61 Prozent der Hochaltrigen in Deutschland braucht keine oder fast keine Hilfe bei der Bewältigung ihres Alltags – das ist eines der Ergebnisse der Studie „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“. Wie bislang werden die Ergebnisse thematisch gebündelt in Kurzberichten herausgegeben. Der im Mai erschienene, achte Bericht dieser Art trägt den Titel „Die Alltagskompetenzen und das Wohnumfeld hochaltriger Menschen in Deutschland“.

„Die Mehrheit der älteren und hochaltrigen Menschen ist fit für die Herausforderungen des Alltags“, freut sich die Bundesseniorenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) über das Ergebnis. Allerdings: Die Studie kommt auch zu dem Ergebnis, dass insbesondere Menschen in Heimen in ihren Alltagskompetenzen eingeschränkt sind. Außerdem sind auch Unterschiede nach Bildungsgrad feststellbar. So seien Über-80-Jährige mit einem hohen Bildungsgrad in ihren täglichen Aktivitäten eigenständiger. Weniger überraschend erscheint zudem, dass die Eigenständigkeit mit dem fortschreitenden Alter statistisch abnimmt, die jüngeren Hochaltrigen also weniger Unterstützung benötigen.

Mit ihrem Wohnumfeld verbunden fühlen sich über die Hälfte der hochaltrigen Menschen in Deutschland. 53,4 Prozent geben zudem an, ihrer Nachbarschaft vollkommen zu vertrauen. Der überwiegende Teil der Menschen über 80 Jahren ist darüber hinaus der Auffassung, in ihrem Wohnumfeld gut zu Fuß unterwegs sein zu können. Problematischer scheint jedoch die Situation der baulichen Barrieren. In ihrer Wohnung oder ihrem Haus geben nur 9,1 Prozent der Befragten an, keine Barrieren zu haben. Insofern seien barrierereduzierende Eigenschaften der Wohnungen hochaltriger Menschen „noch ausbaufähig“, wie es im Kurzbericht heißt.

Das Wohnumfeld spiele im Alter eine entscheidende Rolle und ältere Menschen sollten selbstbestimmt bis ins hohe Alter in vertrauter Umgebung leben können, heißt es auch in der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zum Erscheinen des achten Berichts. „Wir brauchen mehr gemeinschaftliche und generationsübergreifende Wohnformen, die den Verbleib in der vertrauten Umgebung möglich machen“, so Ministerin Paus weiter. „Entscheidend dafür sind die Gestaltung der Wohnung und des Wohnumfelds, aber auch verlässliche Fürsorgestrukturen und eine gute Nachbarschaft.“

Aufbereitet und ausgewertet wurden auch für diesen Bericht Daten, die zwischen November 2020 und April 2021 schriftlich und telefonisch erhoben worden sind.

Die Hochaltrigkeitsstudie D80+ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert und vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) durchgeführt. Bislang habe es kaum Erkenntnisse über das hohe Alter in Deutschland gegeben – und das vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft – was Ausgangspunkt für die Studie war.

Die Themen der anderen Kurzberichte finden Sie auch hier in einer Artikelübersicht.

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